Ida Ding – Jungfernfahrt

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Titel: Jungfernfahrt
Autor: Ida Ding
Verlag: Rowohlt Verlag
Genre: Krimi
Seiten: 288
ISBN: 978-3-499-26990-5

Muck Halbritter, ein waschechter bayrischer Bauer und Schafzüchter, gerät wieder einmal in einen Fall, obwohl eigentlich seine Frau bei der Kripo arbeitet. Während einem sonnigen Nachmittag, den er zusammen mit seiner Tochter Emma verbringt, findet er ein menschliches Skelett. Aber bevor er seine Frau anrufen kann ist sein Erzivale, der Jäger Wolfi, ein anderer Polizist schon zur Stelle und beansprucht den Fund für sich. Gleichzeitig baut der Millionär Walter Wunder ein historisches Schiff nach, dass während der Jungfernfahrt untergeht. Alle bis auf Einen überleben, aber dieser ist nicht ertrunken, sondern hatte eine Kugel im Kopf. Muck, der Gott und die Welt zu kennen scheint, wird in die Ermittlungen eingebunden und schon bald erkennt er die Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Toten.

Das Cover zeigt einen Steg, der in einen See führt. Der Schwan an der Seite hat zwar für das Buch keine Bedeutung, denn es kommt in dem ganzen Buch kein einziger Schwan vor, aber es gibt dem ganzen Bild einen noch harmonischeren und idyllischeren Effekt. Das es in dem Buch nicht ganz so harmonisch zu geht, wie das Cover vermittelt, wird allerdings schon im Klappentext klar. Insgesamt gefällt mir das Cover aber ganz gut, auch wenn es jetzt nicht wirklich etwas besonderes ist. Der Titel passt zur Geschichte, denn alles dreht sich um die Jungfernfahrt eines Nachbaus eines historisches Schiffs. Genauer gesagt einen Nachbau des Bucentaur, ein Prunkschiff der bayrischen Herzöge.

Der Protagonist Nepomuck “Muck” Halbritter ist ein sympathischer und hilfsbereiter Kerl, der allerdings durch und durch Bauer und Schreinermeister ist. So ist sein englisches Vokabular nicht wirklich vorhanden, was für lustige Momente sorgt, als er sich in dieser Sprach verständigen soll. Auch sind ihm Computer und Handys nicht wirklich vertraut und vor allem letzteres vergisst er immer wieder gern, was ihm in einigen brenzligen Situationen fast den Kopf kostet. Andererseits ist er ein sehr guter Menschenkenner, lässt sich von niemanden etwas sagen und durch seine hilfsbereite und liebenswerte Art, ist er fast mit einem ganzen Dorf bei du. Das hilft ihm natürlich bei seinen Ermittlungen, da er während seiner Aufträge gerne mal ein Gespräch anfängt und es dann in die gewünschte Richtung lenkt.

Ein Markenzeichen dieses Buchs ist, dass Muck, um ihn auch wirklich überzeugend wirken zu lassen, auch bayrisch reden und denken lässt. Das ist zwar einerseits ganz interessant, hemmt aber ab und zu den Lesefluss, wenn einem die Wörter nicht geläufig sind. Alledings gibt es am Ende des Buches ein Glossar mit den ganzen bayrischen Wörtern. Das ist wieder ein Pluspunkt.

Die Handlung ist zwar nicht besonders originell, aber durch die Charaktere und vor allem durch Muck, sowie seine Frau und seiner Tochter, wird sie es dann doch und ich habe mich während der ganzen Geschichte gut unterhalten gefühlt. Natürlich gab es auch den ein oder anderen spannenden Moment, aber insgesamt hielt es sich eher in Grenzen und hat mich nicht wirklich gefesselt. Von den bayrischen Ausdrücken mal abgesehen war das Buch auch sehr flüssig geschrieben und man konnte es schnell weglesen. Für alle Leser, die nichts gegen einen bayrisch-sprechenden Schafszüchter und Bauern haben, der in einem Mordfall ermittelt, kann ich das Buch empfehlen und von mir gibt es

4 von 5 Punkten.

Sonja Planitz – Tanz!

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Titel: Tanz!
Autor: Sonja Planitz
Verlag: CreateSpace
Genre: Liebesgeschichte
Seiten: 179
ISBN: 9781500208790

Kaera, eine junge Kriegerin vom Planeten Musica, hat den Auftrag den Planeten Erde vor der Übernahme der Schatten zu beschützen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, wird sie in eine TV-Tanzshow eingeschleust und soll sich ins Finale tanzen, um dann den Supergau zu verhindern. Für die Musicanerin, der Tanz und Gesang ohnehin im Blut liegen, eigentlich kein Problem, doch schwieriger ist es ihre Identität zu verschleiern und niemanden auf sich aufmerksam zu machen. Dies fällt vorallem dann nicht leicht, wenn man sich in einen der männlichen Stars verliebt und mitten am Gelände Schatten bekämpft. Kann das Ganze unterfangen wirklich gelingen oder ist die junge Kriegerin dann doch überfordert mit dieser gewaltigen Aufgabe?

Das Cover ist mir persönlich zu grell pink. Es passt zwar ein wenig zu einer Szene am Ende, allerdings müsste es dann pink-schwarz sein. Den Fächer erkennt man wieder und er spielt auch eine wichtige Rolle. Die Frau dürfte Kaera sein, allerdings trägt sie bei der einzigen Tanzszene mit Fächer ein anderes Kleid. Der Titel ist einfach nur der Name der TV-Show um die es geht. Zwar treffend allerdings wäre hier deutlich mehr rauszuholen gewesen.

Die Protagonistin Kaera war für eine Außerirdische erstaunlich angepasst. Natürlich war das mit einer tollen Erfinderin im Rücken bzw. auf einem Raumjäger sicherlich einfacher, aber dennoch hat es mich immer wieder überrascht, vor allem weil ihre Unzulänglichkeiten, die am Anfang noch sehr stark rauskamen von hier auf jetzt vergessen waren. Ansonsten ist sie sehr ehrgeizig, aber auch irgendwie sympathisch, da sie einfach nicht mit allen Mitteln kämpft, wenn es um den sportlichen Ehrgeiz geht. Allerdings vernachlässigt sie ihre Aufgabe zwischendrin sehr und ist auch sehr aufmüpfig gegenüber Vorgesetzten. Insgesamt ein sehr abwechslungsreicher und bunt gestalteter Charakter, der für mich mich aber nicht 100% zum reinfühlen war, da es oft einfach zu wenig Raum hat, wirklich in ihr Inneleben zu blicken.

Das ist auch im Allgemeinen das Problem mit diesem Buch. Durch seine Kürze geht die Geschichte zwar schnell voran und bietet viel Abwechslung, leider bleibt nicht sehr viel Platz für Tiefgang oder wirklichen Bezug zu den Personen. Ich persönlich finde das extrem schade, denn es geht so wahnsinnig viel dadurch verloren. Es war eine lustige Geschichte mit Außerirdischen und Menschen, aber auch hier verlief alles einfach zu glatt, denn Feinde hatte Kaera zwar unter den Schatten und den Menschen, welche nicht um ihre Identität wussten, alle anderen reagiert für mich aber unverständlich gelassen. Auch hier wurde an Tiefe und Konfliktpotential gespart und irgendwie war das einfach alles nur sehr halb. Auch das Ende hat mich etwas gestört, denn wie die Sache von dem TV-Sender beendet worden ist, könnte sich das kein Sender auf der Welt leisten, der noch Zuschauer haben will. Letztendlich hat es viel an Ideen gefehlt, welche die Details das Buches ausgemacht hätten, denn nicht einmal die Alienrasse hat wirklich etwas besonderes im Vergleich zu den Menschen gehabt, und auch im Buch selbst gab es eine Vorgeschichte, die aber nie geschrieben wurde und den leser dadurch immer im Regen stehen lässt. Sowas finde ich extrem nervend und daher muss ich leider sagen, dass es von mir auch nur

2,5 von 5 Punkten

geben kann.

Fischer / Jeschke – Der kleine Cowboy und der große Wurf

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Titel: Der kleine Cowboy und der große Wurf
Autor: Ulrike Fischer / Stefanie Jeschke
Verlag: magellan
Genre: Kinderbuch
Seiten: 25
ISBN: 978-3-7348-2006-9

Ben, der kleine Cowboy, kann alle Tricks, die man als Cowboy so drauf haben sollte. Sei es nun Reiten, Pfeiffen oder Spuren lesen, aber eine Sache will ihm so gar nicht gelingen, nämlich das Werfen von Lassos. Bei seinem letzten Versuch reißt er seiner Mutter sämtliche Wäsche von der Leine und bekommt einen Waschtag angedroht. Da hilft nur ab durch die Mitte und auf zu den großen Cowboys. Vielleicht kann ihm ja dort jemand helfen?

Der Protagonist Ben ist ein kleiner Stöpsel und wenn man die Zeichnungen angesehen hat, wirklich noch nicht sehr alt. Seine Fähigkeiten stehen dazu ein wenig im Widerspruch, denn sie waren sehr gut ausgeprägt und hätten es in abgespeckter Version auch getan. Auch waren einige Handlungen und Entscheidungen nicht wirklich nachzuvollziehen, obwohl recht viel Text auf den wenigen Seiten untergebracht war. Dadurch konnte man dem Protagonisten leider nicht so nah kommen und sich in ihn hineinversetzen wie es vielleicht für ein Kinderbuch erforderlich wäre.

Die Idee hinter dem Buch war eigentlich gar nicht schlecht, denn Cowboys sind ja oft Vorbilder für kleine Jungs und es ist gut zu zeigen, dass auch sie Schwächen haben. Das hilft Kindern sicherlich zu mehr Selbstbewusstsein. Die zweite Idee, nämlich zu zeigen, dass aus einer Schwäche auch etwas Gutes erwachsen kann, ist leider nicht so gut umgesetzt, so dass man als Kind darauf kommen könnte. Selbst ich hatte so meine Schwierigkeiten damit und musste es eine Weile drehen und wenden.

Die ganze Handlung war immer wieder etwas unlogisch und lückenhaft und ist so für den Lesefluss und das Leseverständnis der Kleinen nicht ganz so gut zu fassen, wie ich es mir wünschen würde. Dafür konnten die Illustrationen punkten. Sie sind sehr detailiert, haben gut zu den Szenen gepasst und die Geschichte schön untermalt.

Insgesamt konnte mich das Buch aber leider nicht überzeugen, da einfach auf den wenigen Seiten zu viele Kleinigkeiten zusammenkamen, die einfach nicht gepasst haben. Daher gibt es von mir auch nur

2 von 5 Punkten.

Dominic und Cornelia Franke – Aufgabe gesucht

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Titel: Aufgabe gesucht
Reihe: Jamies Quest
Autor: Dominic und Cornelia Franke
Verlag: Amzon Publishing
Genre: Phantasy
Seiten: 373
ISBN: 9783000469350

Jamie kann es kaum glauben. Gerade saß er noch in seinem Zimmer und spielte Computer und plötzlich findet er sich in einer der Welt von Brior wieder. Am Anfang hält er das nur für einen äußerst realistischen Effekt seiner 3D-Brille, danach denkt er, dass er irgendwie ins Koma gefallen ist, doch daran, dass dies wahr sein könnte, will er einfach nicht glauben. Als er dann dort auch noch auf den Bauernburschen Hannes trifft, welcher in seinem Alter ist und ihm einreden will, dass er ein Wanderer der zwischen den Welten ist und hier eine Aufgabe zu erfüllen hätte bevor er zurück darf, hält er diesen für komplett verrückt. Doch egal, welche der Theorien sich am Ende bewahrheiten wird: Die Welt von Brior ist hart und Jamie muss täglich um sein Überleben kämpfen, denn die Tanteln (Riesenspinnen) bedrohen Brior und drehen seit Jamies Ankunft mehr und mehr durch. Ob er es in dem Chaos schaffen kann herauszufinden was eigentlich mit ihm passiert ist?

Das Cover zeigt Jamie in einem Oval, welches für mich einen Spiegel darstellen könnte hinter dem der Zugang zu einer anderen Welt liegt, wie er vor einer Schar Tanteln flüchtet, seinen Kampfstab in der Hand. Das ist für das Buch auf jeden Fall sehr prägnant, denn Stellen an denen er vor den Viecher flüchten muss, gibt es so einige. Der Titel der Reihe bezieht sich wohl drauf, dass Jamie das Ganze erst als Computerspiel gesehen hat indem er Quests erfüllen muss. Der Buchtitel dieses Bandes bezieht sich darauf, dass Jamie auf der Suche nach seiner Aufgabe in Brior ist. Das fasst den Inhalt des ersten Bandes auch ganz gut zusammen.

Der Protagonist Jamie ist ein Teenie kurz vor dem Schulabschluß, wird in der Schule verprügelt und fertig gemacht und ist auch sonst eher der Typ Nerd, der sich gerne in die Welten von Computerspielen flüchtet. Sein einziger Lichtblick ist seine Freundin Olivia, welche immer zu ihm hält. Doch all das wird auf den Kopf gestellt und er muss sich in einer ganz neuen Welt zurechtfinden. Dies gelingt ihm teilweise wirklich gut, allerdings muss ich auch sagen, dass es einige Situationen gab in denen er mich sehr genervt hat, weil er so leichtsinnig mit seinem Leben, aber vor allem auch mit dem Leben von anderen umgeht. Natürlich hat jeder seine Fehler und Schwächen, aber bei ihm war es dann doch teilweise auf eine Art, die mir irgendwie nicht so recht sympathisch geworden ist.

Besser gefallen hat mir da doch Hannes. Er hat dem Wanderer von Anfang an bedingungslos geholfen und auch hinter ihm gestanden, obwohl er alles durch ihn verloren hat. Dennoch weiss er, dass Wanderer ein  ganz besonderes Geschenk an Brior sind und er nimmt sich seiner Pflichten um ihn an.

Die Idee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen und auch die Entwicklung der ganzen Sache war immer wieder überraschend, allerdings hatte ich dennoch das Problem, dass sich das Buch irgendwie extrem gezogen hat. So gut es mir auch gefallen hat, ich kam einfach nicht voran. Das hat mir den Lesespaß natürlich etwas geschmälert, aber trotzdem war ich sehr begeistert und werde mir auch die Fortsetzungen besorgen sobald sie erhältlich sind, denn es wird eine Welt geschaffen in die man wirklich eintauchen kann. Die Charaktere und auch die Umgebung und Geschöpfe werden einem plastisch vors Auge geholt und man kann sich so richtig gut darin treiben lassen. Eine Sache sollte man an dieser Stelle allerdings unbedingt erwähnen, denn sie hat mich fast in den Wahnsinn getrieben. In diesem Buch geht es unheimlich viel um Spinnen und es wird auch sehr ins Detail gegangen, was für mich als Arachnophobiker teils einfach doch extrem über meinen Grenzen lag. Daher würde ich es Menschen mit Arachnophobie auf jedenfall nicht empfehlen. Für alle anderen Phantasyfans ist es aber genau das richtige Buch um Spaß damit zu haben und in eine andere Welt abzutauchen. Von mir gibts

4 von 5 Punkten.

Claudia Broicher – Die Zeit danach

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Titel: Die Zeit danach
Autor:  Cordula Broicher
Verlag: Quindie
Genre: Roman
Seiten: 268
ISBN: 9781495971844

Obwohl schon zehn Monate seit dem Tod ihres Mannes Joachim vergangen sind, quält sich Anna immer noch noch mit Selbstvorwürfen. Was hat den anerkannten und erfolgreichen Internisten in den Selbstmord getrieben und warum hat er keinen Abschiedsbrief hinterlassen? Hätte sie seinen Tod verhindern können, wenn sie nur aufmerksamer gewesen wäre? Ihre zwei besten Freundinnen versuchen sie immer wieder aufzubauen und von ihren Grübeleien abzulenken, aber die ersten Erfolge gelingen erst Thomas Wegener. Dieser ist ganz neu in die kleine Stadt Zülpich gezogen und hat dort eine Buchhandlung eröffnet. Schon bei der ersten Begegnung zwischen ihm und Anna hat es kräftig gefunkt und Anna gerät in einen gewaltigen Zwiespalt. Einerseits fühlt sie sich schuldig, sich, so kurz nachdem sie zur Witwe wurde, wieder zu verlieben, andererseits will sie ihr Leben fortsetzen und nach vorne schauen. Wie wird es Anna ergehen und welche Höhen und Tiefen muss sie in den folgenden Tagen und Wochen durchleben?

Das Cover zeigt eine Wiese voller Narzissen. Warum gerade diese Blumenart für das Cover gewählt wurde, erschließt sich meiner Meinung nach am Ende des Buches. Vorausgesetzt man weiss, welche Bedeutung Narzissen haben. Was mich allerdings ein bisschen stört ist die Tatsache, dass die Blüten nur im oberen Drittel zu sehen sind. Es ist für meinen Geschmack etwas zu grün, auch wenn die Farbe in dem Buch auch eine gewisse Bedeutung hat. Insgesamt ist das Cover aber ganz gut geworden. Der Titel meint anscheinend die Zeit nach Joachims Tod. Denn zehn Monate nach seinem Ableben, beginnt die Handlung der Geschichte und man verfolgt sie über mehrere Wochen in denen einiges im Leben von Anna geschieht und auch so einige Geheimnisse der Vergangenheit aufgedeckt werden.

Die Protagonistin Anna ist eine temperamentvolle, dickköpfige, aber dennoch liebenswerte Person, die sich gerade in einer Lebenskrise befindet. Sie hat ihren Mann von Herzen geliebt und hadert sehr mit seinem Suizid, da sie sich immer wieder die Frage stellt, warum sie nicht erkannt hat, wie schlecht es um ihn steht. Dass von ihrer älteren Tochter, mit der sie schon seit langem kein gutes Verhältnis mehr hat, ebenfalls Vorwürfe kommen, macht die Sache nicht besser und deshalb haben Annas jüngere Tochter sowie ihr beiden besten Freundinnen einiges zu tun, damit diese nicht in Selbstzweifel versinkt.

Thomas, sozusagen der zweite Protagonist, ist ein Jurist, der seinen Job an den Nagel gehängt und sein Hobby, Bücher, zum Beruf gemacht hat, indem er eine Buchhandlung eröffnet hat. Er hat einen erwachsenen Sohn, der in der Handlung jedoch keine allzugroße Rolle spielt, ist ruhig, ausgeglichen und hilft Anna mit allem zurechtzukommen. Ein Gentleman wie er im Buche steht. Was allerdings nicht heißt, dass er keine Fehler macht oder Schwächen hat. Auch Thomas kann ein richtiger Dickkopf sein, sodass Anna und er auch ab und an aneinander geraten. Allerdings weiß er meistens wann er nachgeben und sie mit ihren Gedanken alleine lassen muss.

Die Idee hinter der Geschichte war jetzt nicht wirklich etwas neues, aber durch eine kleine Nebenhandlung, die zwischendurch immer wieder eingefügt würde, wurde ein angenehmer Spannungsbogen aufgebaut, sodass man doch versucht war immer weiter zu lesen. Das diese Nebenhandlung mit der Haupthandlung am Ende zusammengeführt wurde, hätte meiner Meinung nicht unbedingt sein müssen, aber es gab dadurch eine interessante Wende und vor allem noch einen richtig spannenden Moment. Obwohl mir irgendwie die ganze Zeit bewusst zwar, dass es dazu kommen könnte, hat mich die Entscheidung der Autorin doch überrascht, diese Szene einzubauen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle Freunde von Liebesromanen, die locker und humorvoll geschrieben sind und auch spannende Momente haben, sowie

4 von 5 Punkten

Barbara Borsowski Utzinger – Du wirst nicht überleben

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Titel: Du wirst nicht überleben

Reihe: Therdeban (Teil 2)

Autor:  Barbara Brosowski Utzinger

Verlag: Books on Demand

Genre: Phantasy

Seiten: 394

ISBN: 9783734791130

Ein ganzes Jahr ist schon vergangen seit Francesca aus ihrer Welt entführt worden ist. Trotz der vielen widrigen Umstände hat sie sich im Haushalt von ihrem Besitzer Creel eingelebt und macht das Beste aus ihrer Situation. Sie fühlte sich sicher. Zumindest bis zu jenem verhängnisvollen Tag, an dem ein neuer Feind in ihr Leben tritt und sie zur Flucht zwingt. Begleitet wird sie von einem alten Weggefährten, der mit der Zeit ihr Geliebter wurde und ihrem Adoptivsohn Chesla. Die drei versuchen ihr Leben zu meistern, aber die dunklen Wolken, die über Therdeban aufziehen, verschlucken auch die kleine Familie. Alte und neue Freunde sowie Feinde begegnen Francesca auf ihrem Weg, an dessen Ende sie sich auch noch mit den ältesten und mächtigsten Kreaturen dieser Welt auseinandersetzen muss. Wird Francesca es schaffen in dieser unwirtlichen Welt zu überleben oder sind die Gefahren doch zu groß.

Das Cover zeigt Francesca und einen alten Bekannten: Nämlich Terdil. Anfangs hatte ich ihn noch nicht erkannt, aber nachdem ich das Buch beendet hatte, war es mir klar. Vor allem das Halsband, das Francesca trägt, hat mich auf dieses Schluss gebracht. Das Cover ist schön gemacht, aber mir hat das Cover des ersten Bandes besser gefallen. Es war mysteriöser und die Rückansicht von Creel hatte damals einfach einen besseren Effekt. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mir die Gesichter der Keilan nicht ganz so menschlich vorgestellt habe. Natürlich gibt es von den einzelnen Figuren immer wieder Skizzen, aber die waren nicht so detailliert wie hier auf dem Cover, sodass man noch ein wenig seine Fantasie spielen lassen konnte. Dass ausgerechnet diese beiden auf dem Cover sind, hat seine Berechtigung, die man am Ende des Buches erkennen kann. Auch der Titel passt zum Buch, denn ich habe mich wirklich sehr oft gefragt wie Francesca aus den ganzen Situationen in die sie gerät, bzw. sich selbst stürzt, lebend wieder herauskommen soll. Wieder muss sie sich durch diese menschenfeindliche Umgebung kämpfen um ihre Ziele zu erreichen.

Die Protagonistein Francesca kann einem wirklich Leid tun. Natürlich kann sie nicht völlig ungeschoren davonkommen, aber was das Mädchen da durchstehen muss, grenzt schon fast an Sadismus seitens der Autorin. Was hat Francesca ihr nur getan, dass sie gar so sehr leiden muss? Einem normalen Menschen hätte schon die Hälfte der Erlebnisse in den Wahnsinn getrieben und ich frage mich wie die junge Protagonistin überhaupt noch schlafen kann. Sie muss regelrecht von Alpträumen heimgesucht werden. Andererseits hat sie für so etwas keine Zeit, denn sie muss um ihr Leben kämpfen und funktionieren. Sie ist stark, dickköpfig und lässt sich von niemanden etwas sagen. Sie opfert sich für diejenigen die sie liebt regelrecht auf und will viele Dinge ohne Hilfe zurechtrücken, was ihr nicht immer gut bekommt. Trotzdem ist alles sehr glaubhaft geschrieben, denn in diesem Buch ist die Liebe Francescas größter Antrieb. Sei es nun die Liebe zwischen Mann und Frau oder die Liebe von einer Mutter zu ihrem Kind. Vor allem die Liebe zu ihrem Adoptivsohn hat sie immer wieder aufstehen und immer weiter machen lassen, egal wie erschöpft oder verletzt sie auch war. Das hat mir richtig gut gefallen.

Das Buch ist spannend, ernst, tragisch, hatte aber auch sehr viele lustige und teilweise auch romantische Momente. Soweit die Romantik in einer Welt voller Menschenfresser eben gehen kann. Eine gelungene Abwechslung wie man sieht. Vor allem eine Wendung etwa zur Mitte des Buches, hat mich sehr überrascht, aber mir auch sehr gefallen. Dadurch wurde die ganze Sache noch spannender als sie sowieso schon war.Ich konnte jedenfalls, als ich einmal angefangen hatte, fast nicht mehr aufhören. So sehr hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Die Zeichnungen, die man schon aus dem ersten Band kennt, lockern die Geschichte einerseits auf,  unterstreichen andererseits auch wichtige Szenen, in dem zum Beispiel die Mimik einer Person dargestellt wird. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, sodass man das Buch relativ schnell durch hat. Auf den dritten und letzten Band bin ich jedenfalls schon sehr neugierig und hoffe, dass er in Sachen Spannung mit diesem mithalten kann, denn nach diesem Buch frage ich mich wirklich was da noch kommen könnte. Naja, ich lasse mich überraschen.

Von mir gibt es auf alle Fälle eine Leseempfehlung für alle Phantasyfreunde, die damit Leben können, dass die Protagonistin ziemlich viel einstecken muss und

5 von 5 Punkten.

Steve Smallman – Troll zwei…drei…vier…

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Titel: Troll zwei…drei…vier…

Autor: Steve Smallman

Illustrationen: Jaime Temairik

Verlag: Parragon

Genre: Kinderbuch

Seiten: 26

ISBN: 978-1-4723-4830-2

Bugalu der kleine Troll wollt nicht alleine sein,

drum lädt er in diesem Buch zur Freundesuche ein.

Komm sie sieh nur selbst und staune nur,

was hier geschieht ist Freude pur,

denn auch wenns kaum zu glauben ist,

die kleinste Idee auch mal die Größte ist.

Bugalu ist ein kleiner Troll, der eigentlich genau das Richtige tut, als es ihm nicht gut geht, weil er keine Freunde hat. Er ergreift die Initiative und schert sich bei seiner Suche auch nicht um Grenzen und irgendwelche Rassenunterschiede, sondern sieht sich frei von der Leber weg um. Dabei macht er aber auch die anderen neugierig und kann dadurch viel bewegen. Daher ist der kleine Troll auch einfach sehr sympathisch, weil er für Kinder genau die richtigen Botschaften rüberbringt ohne dabei zu sehr zu moralisieren.

Auch insgesamt finde ich die vielen versteckten Botschaften in dem Buch klasse und es hat auf seinen 26 Seiten sicherlich ganze Arbeit geleistet. Mir haben besonders die Illustrationen gefallen, welche eigentlich der Hauptgrund waren, warum ich das Buch letztlich im Laden mitgenommen habe. Sie sind sehr süß gemacht und selbst die Trolle sehen nur halb so schlimm und eigentlich überhaupt nicht gruselig aus, so dass sich die Kleinen auch nicht fürchten müssen.

Was mir allerdings weniger gefallen hat, war der Stil. Das Buch ist in Reimen geschrieben, allerdings sind diese nicht wirklich in irgendeinem Rhythmus oder haben ein festes Schema, sondern sie sind einfach unsauber, brechen immer wieder mit dem Muster und haben oft Waisen als Enden. Das macht die Sache leider nicht wirklich gut, denn ein schönes Klangbild ist dadurch beim Vorlesen nicht wirklich zu schaffen und verdirbt damit etwas die Stimmung beim Bilder anschauen, welche einen eigentlich immer in Erstaunen versetzt hat.

Alles in allem kann ich daher auch nur eine mittelmäßige Leistung in dem Buch sehen, welche hauptsächlich durch Bilder und Botschaft angehoben wird. Da mir das aber bei einem Buch einfach zu wenig ist, gibt es auch nur

3 von 5 Punkte.

Claudia Thesenfitz – Sylt oder Selters

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Titel: Sylt oder Selters

Autor:  Claudia Thesenfitz

Verlag: Ullstein

Genre: Roman

Seiten: 272

ISBN: 978-3-548-28707-2

Die Hamburgerin Nina Mertens hat ihr Leben satt. Kein Spaß bei der Arbeit, kein Mann im Bett und kein Geld auf dem Konto. Dabei liebt sie es doch ihren alltäglichen Frust mit ausgiebigen Shoppingtouren zu besänftigen. Eines Tages fasst sie einen aberwitzigen Plan um ihr Leben auf eine ganz neue Ebene zu heben. Sie will sich einen Millionär angeln. Also nimmt sie vier Wochen Urlaub, packt ihre Sachen, kratzt den Rest ihres Geldes zusammen und fährt auf die Insel der Reichen und Schönen – Sylt. Da ein Hotelzimmer außerhalb ihres Budgets liegt, muss sie mit dem Campingplatz vorlieb nehmen. Wird es Nina schaffen ihr Ziel zu erreichen und einen Millionär dazu bringen sich in sie zu verlieben?

Das Cover zeigt eine Frau die barfuß an einem Strand spazieren geht, während man im Hintergrund einen Leuchtturm sieht. Es wird ein richtiges Nordseefeeling übermittelt, was den Haupthandlungsort der Geschichte darstellt. Nur bei dem Kleidungsstil der Frau bin ich mir unsicher, da Nina selten so legere herumläuft. Der Titel – eine Abwandlung des Ausspruchs Sekt oder Selters –  hingegen passt jedoch hervorragend zum Buch, da die Protagonistin wirklich alles riskiert um ihr Ziel zu erreichen und alles auf eine Karte setzt.

Nina ist eigentlich eine liebenswerte und hilfsbereite Frau, die jedoch schon oft in ihrem Leben enttäuscht worden ist und deshalb den Sinn fürs Wesentliche verloren hat. Da ihr Herz sie schon öfter aufs Glatteis geführt hat, versucht sie ihre Gefühle zu ignorieren und sich auf ihr Gehirn und das Bankkonto ihres Gegenübers zu konzentrieren, doch dies fällt ihr gar nicht so leicht, denn Jan, der Angestellte aus dem Telefonladen, hat eine ganze andere Ausstrahlung als die Millionäre. Auch Elli, ihre flippige 83 – jährige Nachbarin auf dem Campingplatz wächst ihr nach und nach ans Herz und wird zu einer wichtigen Ansprechpartnerin für Nina. Zusammen erleben sie einige schöne Momente und Nina lernt einiges von ihrer weisen Freundin, welche mir auch sehr ans Herz gewachsen ist und die Protagonisten auf jeden Fall in Sachen Sympathie ausgestochen hat.

Die Idee hinter dem Buch hat mir eigentlich ganz gut gefallen, allerdings ist es nur eine weitere Art zu sagen, dass Geld allein nicht glücklich macht und durch viele kleine Erlebnisse der Protagonistin aufpoliert wird. Was mich anfangs ziemlich gestört hat war die enorme Oberflächlichkeit von Nina und das Ende war auch schon relativ früh absehbar und war nicht ganz nach meinem Geschmack, weil es einfach zu gut ausgegangen ist. Auch insgesamt hatte das Buch einige Längen, die es unnötig ziehen, denn letztlich laufen die Szenen immer auf das Gleiche raus. Eine wirklich willkommene Abwechslung boten die Szenen mit Elli, denn hier passierten immer wieder Überraschungen und die Geschichte erhielt hier immer wieder neue Facetten. Insgesamt hat Elli diese Geschichte sehr aufgewertet und auch irgendwie gerettet.

Insgesamt war es eine durchschnittliche Leistung, welche durch eine solide Schreibleistung mit flüssigem Stil, zu einer guten Unterhaltung zwischendurch taugt oder als kurzweilige Urlaubslektüre. Vom mir gibts

3,5 von 5 Punkte.

Norbert Golluch – Linus, Der Drache aus dem Keller

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Titel: Linus – Der Drache aus dem Keller

Autor: Norbert Golluch

Verlag: Carlsen

Genre: Kinderbuch

Seiten: 158

ISBN: 978-3-86865-214-7

Lisa geht in die dritte Klasse und hat, wie die meisten Kinder, Angst vor Monstern. Besonders vor solchen, die im Keller wohnen. Deswegen fürchtet sie sich auch halb zu Tode als sie alleine ein Glas Marmelade herausholen soll und dann das Unfassbare: Eine Drache fällt ihr in den Arm. Schreiend rennt sie fort, doch natürlich plagt sie schon bald die Neugierde. Also macht sie sich ganz vorsichtig wieder auf den Weg nach untern und schließt langsam Freundschaft. Doch natürlich darf den Drachen Linus niemand finden und das obwohl Lisas Verhalten schnell auffällt. Kann das gut gehen?

Die Protagonistin ist ein freches, junges Mädchen mit ganz normalen Ängsten, Wünschen Problemen. Da sie sehr authentisch geschrieben ist, kann man sich gut in sie hineinversetzen und sich kommt auch sehr sympathisch rüber. Linus hingegen ist so ziemlich das Gegenteil von allem, was man sich unter einem Drachen vorstellt und muss sich erst einmal selbst finden. Doch dabei greift er nicht nur auf Lisa, sondern auch auf andere ungewöhnliche Mittel zurück und kommt insgesamt auch sehr gut an, wobei ich sein Verhalten dann eher in Richtung Teenie stecken würde.

Die Geschichte ist von der Idee her mal etwas anderes und auch die Umsetzung gefällt mir gut, allerdings ist sie an einigen Stellen nicht mit der nötigen Sorgfalt geschrieben, so dass sie stellenweise Ungereimheiten hat und ihr die passende Logik fehlt. Dennoch war sie sehr unterhaltsam zu lesen und auch dem Alter angemessen. Der Stil ist flüssig, lustig und kindgerecht, so dass auch die Kleinen durch das Buch huschen können und von der schnellen Handlung mitgerissen werden. Wer Spannung erwartet, wird allerdings eher enttäuscht werden, denn diese ist eigentlich im ganzen Buch nicht wirklich vorhanden.

Insgesamt ein nettes Buch aber leider mit zu vielen Kleinigkeiten, die es zu verbessern gab, so dass am Ende auch der Bonus nichts genutzt hat, welchen es bei mir grundsätzlich für alles rund um Drachen eher ungewollt gibt, und daher gibts

3 von 5 Punkte.

Nicole Neubauer – Kellerkind

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Titel: Kellerkind

Autor: Nicole Neubauer

Verlag: blanvalet

Genre: Krimi

Seiten: 416

ISBN: 978-3-442-38337-5

Rose Benninghoff, eine sehr erfolgreiche Anwältin, liegt mit durchgeschnittener Kehle in ihrer Münchner Luxuswohnung. Als das ermittelte Team um Hauptkommissar Wächter eintrifft finden sie im Keller den 14- jährigen Oliver. Seine Hände und sein Gesicht sind blutbesudelt und sein Körper ist mit Blutergüssen übersät. Außerdem kann er sich an nichts erinnern. Was ist mit dem Jungen geschehen? Während ein Jahrhundertwinter die bayrische Hauptstadt in seinen eisigen Klauen hält, beginnen die Ermittlungen, aber schon bald verschwimmen die Grenzen zwischen Opfer und Täter. Viele scheinen ein Motiv zu haben, aber es fehlen hieb- und stichfeste Beweise. Werden Wächter und sein Team es schaffen den Fall zu lösen?

Das Cover zeigt ein altes Haus irgendwo im Nirgendwo. Die Farbgebung ist sehr düster gehalten und würde auch hervorragend zu einem Thriller passen. Das Haus ist zwar nicht der Tatort, aber im Laufe der Geschichte wird es zu einem Dreh- und Angelpunkt, in dem eine Menge passiert. Deshalb kann ich sagen, dass es wirklich gut gewählt wurde. Zum Titel kann man sagen, dass er sich auf Oliver bezieht, wenn wie man schon aus der Kurzbeschreibung erkennt, dreht sich die Geschichte hauptsächlich um ihn. Denn mit dem Blut an seinen Händen ist er doch ziemlich schnell der Hauptverdächtige. Trotzdem passt er zum Buch und auch zur Handlung und auf den ersten Blick klingt er auf jeden Fall interessant.

In diesem Buch gibt es mehrere Protagonisten. Da wären zum einen die ermittelnden Hauptkommissare Wächter und Hannes, zum anderen Oliver Baptise. Insgesamt muss man sagen, dass alle drei ihre Päckchen zu tragen haben und keiner von ihnen vor Schicksalsschlägen bewahrt worden ist. Wächter, der leitende Ermittler ist ein Messi, der seine Vergangenheit, in der er geliebte Menschen verloren hat, wohl durch einen Sammelzwang zu kompensieren versucht. Dennoch ist er ein hervorragender Ermittler und äußerst netter Kerl, auch wenn an seinem Schreibtisch ein heilloses Chaos herrscht. Hannes hat auch mit seiner Vergangenheit zu kämpfen und wird während der Ermittlungen damit öfter damit konfrontiert. Seine Probleme sind eher familiärer Natur, denn er muss die Tochter aus seiner ersten Ehe, die plötzlich in seinem Leben aufgetaucht ist, in seine neue Familie integrieren. Darüber ist aber keine der beiden Seiten wirklich glücklich. Zuletzt wäre da noch Oliver. Schnell wird einem bewusst, dass er trotz seinen jungen Alters viel zu viel erlebt hat und überstehen musste. Dabei hat seine Psyche einen ziemlichen Schaden genommen und er neigt zu einer gespaltenen Persönlichkeit, die auch seine Erinnerlungslücken verursacht.

Die Handlung ist sehr dicht und es gibt eine ganze Menge an Handlungssträngen, die zusammengeführt werden müssen. Dabei stoßen die Ermittler, vor allem Hannes immer öfter an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Der Fall, aber vor allem ihre Verdächtigen rauben ihnen den letzten Nerv und verlangen einiges von ihnen ab. Dennoch gibt es ab und zu ein paar lustigere Stellen, die das ganze etwas auflockern. So ist der Umgang den ermittelnden Teams doch sehr locker, was zu dem einen oder anderen lässigen Spruch führt. Dennoch sind die Themen die in diesem Buch angesprochen sehr ernst und es hat mich erstaunt was allen in diesem Buch verarbeitet worden ist und welche Tiefe die einzelnen Charaktere am Ende bekommen haben. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich zwischendurch ein paar Mal gefragt habe, warum dieses Buch so gut sein soll, denn es hatte doch einige Längen und ich hätte mir ein etwas schnelleres vorankommen gewünscht. Die Handlung punktet nämlich nicht durch die Spannung sondern durch die Komplexität der einzelnen Charaktere und der Handlung und da muss man sich stellenweise doch etwas durchkämpfen. Trotzdem kann ich es für alle Krimifreunde empfehlen und von mir gibt es

4.5 von 5 Punkte