Peter Straub – Das geheimnisvolle Mädchen

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Titel: Das geheimnisvolle Mädchen

Autor: Peter Straub

Verlag: Heyne

Genre: Horror

Seiten: 352

ISBN: 3-453-09967-2

Heute mal unkreativ einfach den Klappentext für den Inhalt, weil ich wirklich nicht wüsste wie ich es zusammenfassen soll:

Die Liebesgeschichte zwischen Elliot Denmark und Anita Kellerman steht unter keinem guten Stern. Nach einer ebenso heftigen wie kurzen Affäre gehen beide getrennte Wege und verlieren sich aus den Augen.

Jahre später kehrt Elliot als gefeierter Komponist in seine Heimatstadt zurück. Von Erinnerungen an die Vergangenheit getrieben, besucht er Anita, doch er muss feststellen, dass die Empfindungen von einst sich verändert haben. Dür Anita Kellerman empfindet er nichts mehr, aber er fühlt sich auf seltsame Weise zu einem gräßlich verstümmelten Mädchen hingezogen, das im Haus der einstiegen Geliebten lebt…

Ich konnte mir dem Buch nicht wirklich viel anfangen. Das Cover ist zwar perfekt auf den Titel abgestimmt und macht einen auch neugierig, aber das ist schon fast das einzig Positive, was ich zu vermelden habe.

Der Protagonist war mir nicht wirklich sympathisch. Er hat sich oft total unmöglich benommen, ist ein unglaublicher Egoist und versteht sich prima darauf den Menschen in seinem Umfeld wehzutun. Außerdem macht er viel zu viel hintenrum und lässt seine negativen Gefühle an den falschen Leuten aus. Mir war er einfach durch die Bank weg unsympathisch.

Die Geschichte und der Erzählstil waren wohl das gruseligste an dem ganzen Buch. Nicht weil es spannend war sondern weil ich einfach irgendwie jeden Faden verloren habe zwischendurch und es so ein Gehüpfe und Gespringe war zwischen den einzelnen Figuren, Zeiten und Handlungen, dass ich irgendwann einfach nichts mehr kapiert habe. Außerdem geht die Geschichte viel zu langsam los. Auf den ersten 250 Seiten passiert gar nichts außer Vorgeplänkel und dann ist es einem letztlich auch schon egal, wie es weitergeht, denn man will das Buch vor allem beenden, wenn man soweit ist… es hat mich weder gegruselt, noch geschockt, noch vom Hocker gehaut. Da ich Peter Straub als Autor normalerweise schon kenne und er auch neben Stephen King eine Koryphäe auf diesem Gebiet ist, wundert es mich fast, dass ich so gar keinen Zugang zu dem Buch bekommen habe. Ich denke, dass ich es nochmal lesen muss, vielleicht hatte ich gerade einfach nicht den Kopf für Horror.

Es kommt jetzt mal auf meinen Stoß für Re-Reads und bekommt einstweilen

1 von 5 Punkten.

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Anika Fischer – Die Auserwählte

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Titel: Die Auserwählte

Reihe: Vier Welten (Band 1)

Autor: Anika Fischer

Verlag: R.G.Fischer

Genre: Phantasy

Seiten: 190

ISBN: 978-3-8301-9794-2

Lucy wächst nachdem sie bei einem Brand ihre Familie verloren hat bei ihrer Tante auf. Doch als sie mit ihren Freundinnen in ein Zeltlager fährt wird sie auf einmal von dem Lagerfeuer magisch angezogen und befindet sich auf einmal in der Welt des Feuers. Dort erfährt sie, dass ihr Name nicht Lucy sondern Victoria ist, die Prinzessin dieser Welt und nebenbei noch der Mensch, der dazu auserkoren ist, die Welten zu retten. Ob die 13-jährige dieser Sache wirklich gewachsen ist?

Das Buch hat mir insgesamt schon ganz gut gefallen. Das Cover war jetzt nicht unbedingt sehr aussagekräftig oder anziehend. Das Feuer ist ein Symbol für vieles, wenn es so alleine steht. Aus dem Titel kann man leider keine dazupassende Information ziehen und so ist es eher ein unscheinbares  Buch in den Reihen und könnte schnell übersehen werden. Der Titel selbst weißt gleich darauf hin, dass es sich um einen Mehrteiler handelt, wo mein erster Impuls bei 4 Welten auch 4 Teile waren, aber es ist eine Trilogie. Das Außenbild darf beim nächsten Band gerne etwas runder sein aber kommen wir mal zum Innenleben.

Die Protagonisten sind eigentlich sehr sympathische junge Mädels. Victoria und Amy lassen nichts unversucht, sind mutig, pfiffig und loyal, aber sie haben auch Angst und machen Fehler. Man kann mit beiden sehr gut auskommen, allerdings fehlt ihnen noch der nötige Tiefgang. Ihr Gefühlsleben ist noch nicht so gut transportiert worden, man kann sich nicht so richtig einfühlen. Vieles ist einfach zu nebenbei oder oberflächlich erwähnt, aber hier muss man fairer Weise sagen, dass man hier das Alter der Autorin einfach merkt. Dies tut man auch beim Rest der Geschichte immer wieder, denn sie ist eigentlich sehr gut und schön angelegt, jedoch fehlt es oft an den Details. Es gibt sehr viel Monolog, aber die Handelsstränge sind an sich noch etwas dünn. Es geht zwar Schlag auf Schlag aber die Einzelheiten gehen dabei noch ein wenig verloren.

Die Idee hinter dem Buch hat mir jedoch sehr gut gefallen und man merkt auch, dass die Autorin auf jeden Fall Potential hat. Mich hat es nicht so packen können wie es sollte, da ich auch oft über manche Satzkonstruktion gestolpert bin, aber dennoch freue ich mich auf die Fortsetzung und vor allem darauf den Entwicklungsporzess der Autorin mitzuerleben. Ich wünsche ihr das Allerbeste für die Zukunft als Autorin und Anika: Lass dich nicht unterkriegen, auch wenn es nicht sofort ein 5 Sterne Kritik nach der Nächsten hagelt. Lass dir deine Geschichte nicht kaputtreden, aber sondiere dir auch die Kritik heraus, die dir  in deiner Entwicklung weiterhilft. Du bist auf einem guten Weg. Lass dich nicht beirren und geh ihn weiter. Viel Spaß dabei.

Von mir gibts eine Leseempfehlung für ein Frühwerk einer Autorin, welche später sicher einmal eine Menge schaffen kann. Für die Geschichte an sich gibts

3 von 5 Punkten.

Micheal Peinkoffer – Im Bann des Greifen

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Titel: Im Bann des Greifen

Reihe: Gryphony (Band 1)

Autor: Micheal Peinkofer

Verlag: Ravensburger

Genre: Phantasy (11-13 Jahre)

Seiten: 225

ISBN: 978-3-473-36889-1

Melody bekommt an ihrem Geburtstag einen geheimnisvollen Ring geschenkt, welcher sie und ihren Freund Roddy zu einem uralten Steinkreis führt. Dort angekommen graben sie ein versteinertes Ei aus, welches Melody mit nach Hause nimmt. Doch schon bald stellt sich heraus, dass es nicht versteinert war, sondern ein seltsames Wesen daraus schlüpft. Warum auch immer dieses Tier – halb Adler, halb Löwe – auf einmal in Melodys Zimmer steht, es sorgt für eine Menge Trubel mit Melody und Roddy mittendrin. Ob das wirklich gut gehen kann?

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Das Cover ist total schön gemacht und zeigt eine Szene, die am Ende des Buches kommt. Ich denke, dass es genau richtig ist, um Kindern ein Bild von den Hauptfiguren zu machen. Auch der Titel ist sehr treffend gewählt, wobei es mit einem Bann nicht viel zu tun hat. Höchstens im übertragenen Sinn, welcher allerdings für Kinder zu hoch sein dürfte.

Melody war eine sehr gut gemacht Protagonistin. Sie war mutig, aber auch schüchtern, hilfsbereit, aber auch nicht gerade beliebt, eben eher ein durchschnittliches Mädchen mit welchem sich auch Kinder gut identifizieren können. Das gefällt mir. Auch der Freund Roddy war so, wie ihn Jungs gerne haben werden. Er war nett, aber auch etwas ängstlich, jedoch hat er für seine Freundin seine Ängste überwunden, um ihr zu helfen. Eben genau so, wie die Jungs in dem Alter es gut finden, weil sie sich ein Vorbild daran nehmen können.

Die Idee der Geschichte gefällt mir sehr gut und auch die Umsetzung ist nicht schlecht gemacht. Am Anfang geht es freilich etwas langsam los, aber das ist bei dem ersten Teil auch vollkommen in Ordnung, denn so hat man erst einmal Zeit das Umfeld kennenzulernen. Später wird es dann rasanter und spannender, aber immer mit solchen Unterbrechungen, dass es möglich ist ein wenig durchzuatmen und das Buch auch mal wegzulegen. Das ist gerade bei Kinder- und Jugendbüchern meiner Meinung nach ziemlich wichtig, schließlich halten die Kleinen solange Lesezeiten meistens noch nicht durch.

Es ist auch sehr altersgerecht und ansprechend geschrieben, so dass ich es meinem Sohn auf jeden Fall ins Regal stellen werde und natürlich auch die restlichen Bände der Reihe besorgen werden, sobald diese erschienen sind.

Für mich ist es auf jeden Fall ein Buch, das eine Leseempfehlung für Kinder passenden Alters wert ist. Außerdem bekommt es von mir

5 von 5 Punkten.

Lisa J. Smith – Die Erlösung

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Titel: Die Erlösung

Reihe: Der magische Zirkel (Band 3)

Autor: Lisa J. Smith

Verlag: Weltbild

Genre: Romantasy

Seiten: 274

ISBN: 978-3-86365-136-7

Cassie und ihre Freunde stehen wohl vor der schwersten Aufgabe ihres Lebens. Wenn es Ihnen nicht gelingt diese zu lösen ist nicht nur für sie alles vorbei. Doch die Dinge sind nicht einfach gelagert. Die ganze Welt hat sich gegen den Freunde verschwören. Ob es ihnen wirklich gelingen kann die Dinge zu wenden?

Das Buch hat mir absolut gut gefallen. Das Cover ist wieder mit einer total hübschen Frau verziert, die ich ehrlich gesagt immer noch nicht zuordnen kann, aber sie zieht einen auf jeden Fall an und macht einen neugierig. Der Titel passt perfekt zum Inhalt und gibt zwar ein wenig aber nicht zuviel preis, so dass man noch neugieriger wird.

Cassie ist als Protagonistin weiterhin eine sehr gut nachvollziehbare Figur, die mir sehr zusagt, weil sie immer kämpft und nie aufgibt, aber auch Fehler und Schwächen hat und alles andere als perfekt ist. Sie ist mächtig, intelligent und mutig, aber dennoch ist sie auch irgendwie schüchtern, zurückhaltend und bescheiden. Mir gefällt die Mischung gut.

Die anderen Figuren machen in diesem Band teils erstaunliche Veränderungen durch und entwickelen sich ganz anders als vermutet und gerade die Figuren von denen man es am wenigstens erwartet hätte wecheseln auch mal die Seiten.

Insgesamt hat mich der Abschlussband der Trilogie absolut begeistert. Ich hatte echt Angst, dass es nicht machbar ist auf rund 270 Seiten die ganze Geschichte noch zu einem guten Abschluss zu führen, denn nach dem zweiten Band war noch alles offen, aber es ist tatsächlich gelungen. Der eine oder andere mag an dieser Stelle sagen, dass es noch 3 weitere Bände gibt, jedoch sind diese von einer Ghostwritterin unter dem Namen Lisa J. Smith geschrieben und erst 20 Jahre später erschienen. Daher zählen sie für mich nicht direkt zu dieser Reihe welche als Trilogie ausgelegt war und hiermit beendet ist.

Mir hat der Schreibstil gut gefallen, auch, wenn ich mir an einigen Stellen ein paar mehr Details gewünscht hätte, aber in diesem Band ist es nur noch spannend und alles geht Schlag auf Schlag, so dass man gar keine Chance hat zwischen den einzelnen Szenen einmal wirklich durchzuatmen. Ich bin begeistert und hatte viel Freude an dem Buch.

Daher empfehle ich jetzt auch die Trilogie und gebe dem fulminatem Abschluss auch

5 von 5 Punkten.

Claas Triebel – Eigentlich erhängt

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Titel: Eigentlich erhängt

Autor: Claas Triebel

Verlag: LangenMüller

Genre: Krimi

Seiten: 258

ISBN: 978-3-7844-3361-5

Walter Eigen findet den Großgrundbesitzer Helmut Schledel tot in seinem Haus. Eigentlich sollte er das ja der Polizei melden, aber eben nur EIGENTLICH und bei ihm läuft nie etwas wie es eigentlich laufen sollte. Stattdessen beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und auch seine Mutter schaltet sich als Ermittlerin ein. Diese sollte ihm ja eigentlich helfen, aber schon bald stellt sie die Glaubwürdigkeit ihres eigenen Sohnes in Frage. Ob er es schaffen kann sich aus diesem Chaos zu befreien und nicht nur eigentlich, sondern mal wirklich das Richtige zu tun?

Wie mir das Buch gefallen hat, kann ich diesmal noch nicht sagen. Vielleicht sehe ich nach der Rezension klarer. Das Cover zeigt die Mama des Protagonisten vor einer Hecke stehend. Nichts spektakuläres, dass die Blicke auf sich zieht aber zumindest passt es gut zum Buch. Der Titel mit seinem eigentlich spielt schon das komplette Leben des Protagonisten wieder, denn eigentlich ist wohl das Schlüsselwort seiner Existenz und auch zu den restlichen Figuren passt es irgendwie. Daher ist der Titel gut zum Buch gewählt.

Der eigentliche Protagonist ist Walter, aber eben auch in diesem Fall nur eigentlich, denn der Großteil der Geschichte wird aus der Sicht der Mutter erzählt und er selbst findet sich dann in Zwischensequenzen wieder, welche die Wahrheit erzählen bzw. die Sicht der Mutter ergänzen. Die Mutter ist eine sympathische Frau, die für ihr Kind einsteht, aber sich auch ihre eigenen Gedanken zu den Dingen macht. Sie ist einfach eine Frau vom alten Schlag und sehr authentisch gemacht. Walter ist eher ein Rebell, der sich nicht in irgendeine Schublade abschieben lassen will, dabei ist er aber gut sich ständig irgendwie zu verzetteln. Ich würde ihn mal als sympathischen Tollpatsch beschreiben.

Die Geschichte an sich hat bei mir enige Fragezeichen hinterlassen, da es eigentlich nicht aus ihr hervorgeht, wie Walter auf die Lösung seines Falls kam. Das ist aber schon das, was ich mir eigentlich von einem Krimi erwarte. Ansonsten ist die Geschichte insgesamt ganz anders geschrieben als das was man so gewohnt ist. Allerdings, ist das nicht unbedingt nur positiv, denn die vielen Wortwiederholungen an manchen Stellen, konnten einen schon in den Wahnsinn treiben. Zwischendurch hatte ich deswegen das Bedürfnis das Buch an die Wand zu pfeffern – ich konnte dem aber zum Glück grade so widerstehen. Ansonsten war das Buch leider nicht so spannend wie erhofft, aber dennoch flüssig zu lesen.

Insgesamt kann man also sagen, dass es eher eine nette Unterhaltung für zwischendurch war, aber eigentlich nichts besonderes. Daher gibts von mir

3 von 5 Punkten.

Ludwig Brunner – Liebe, Sex und dumme Killer

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Titel: Liebe, Sex und dumme Killer

Autor: Ludwig Brunner

Verlag: CreateSpace

Genre: Kriminalkomödie

Seiten: 322

ISBN: 9781502396181

Als Rechtsanwalt Hajo Wegener spurlos verschwindet, scheint es seine Frau Jenny nicht sonderlich zu interessieren. Ihr beste beste Freundin Fanny stoniert den geplanten Sommerurlaub, um sie zu besuchen und ihr in dieser schweren Zeit beizustehen. Doch schon bald findet sie Jennys Verhalten und Kaltschnäuzigkeit mehr als seltsam und beginnt nun auf eigene Faust nach dem verschwundenen Hajo zu suchen. Ob sie mehr herausfinden kann als die örtliche Polizei?

Das Buch fand ich insgesamt eher mäßig. Das Cover hat für mich wenig bis gar keinen Bezug zu dem Buch und mir ist die Gestaltung nicht wirklich klar. Es ist so auf altes Gemälde getrimmt und passt für mich nicht wirklich zu einem Krimi. Für einen historischen Roman wäre es wohl passender gewesen. Der Titel klingt auf den ersten Blick schon einmal sehr lustig und macht einen neugierig. Liebe und Sex haben auf jeden Fall einen großen Platz in der Geschichte und passen gut in den Titel, während der Killer eher eine Randrolle am Ende der Geschichte spielt und nicht in den Titel gemusst hätte. Hier würde ich noch etwas Nachbesserungsbedarf sehen.

Die Protagonistin Fanny ist ausgebildete Psychotherappeutin, aber quasi allem verfallen was es gibt. Nicht nur Alkohol und Tabletten haben es ihr angetan, auch vor verheirateten Männern macht sie nicht halt. Zumindest letzter Punkt triftt auch auf Jenny zu, so dass mir die beiden nicht wirklich sympathisch wurden, da ich ein solches Benehmen einfach nicht abkann.

Hajo ist leider letztlich so ein „netter“ Zeitgenosse, dass es einem schon bald völlig sonstwo vorbeigeht, ob er noch lebt oder eben nicht. Also die Protagonisten waren auf der ganzen Linie kein Fall für mich, aber machen wir mal mit dem Rest weiter.

Die Idee hinter der Geschichte war jetzt nichts wirklich außergewöhnliches oder neues, sondern eher eine klassische Szenerie, welche den Leser eben unterhalten sollte. Das einzig wirklich überraschende war das Ende, welche so skurril ist, dass ich mich vor Lachen ausgeschüttet habe. Das ist mir bis jetzt auch noch nie bei einem Krimi passiert. Nur ob das ein gutes Zeichen ist, würde ich jetzt mal dahingestellt lassen. Der komödiantische Faktor war eher die Skurrilität der ganzen Sache und auch, dass man über das Benehmen der Figuren dauernd den Kopf schütteln musste.

Stilistisch war es anfangs etwas verwirrend, da es viele Szenewechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gab, aber man fand sich mit der Zeit ein. Spannend fand ich es nicht wirklich, da mir die Figuren eigentlich viel zu egal waren, um mitzufiebern. Da es allerdings sehr groß gedruckt ist, liess es sich auch sehr schnell lesen und man kann es nun einfach als schnelle Unterhaltung für zwischendurch einordnen. Von mir gibts dafür auch leider nur

2 von 5 Punkten,

da es mich nicht wirklich begeistern konnte.

Seppo Jokinen – Gefallene Engel

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Titel: Gefallene Engel

Autor: Seppo Jokinen

Autor: ars vivendi

Genre: Finnlandkrimi

Seiten: 400

ISBN: 978-3-86913-468-0

Als zwischen 2 Müllcontaineren die Leiche eine Rollstuhlfahrers gefunden wird, ermittelt Kommisar Koskinen mit seinem Team. Doch sie tappen im Dunkeln und ein weiterer Mord und Gewaltverbrechen, welche sich zutragen und allesamt gegen schwerkranke Menschen und Behinderte gerichtet sind, bringen den Kommissar und sein Team immer mehr in Bedrängis. Können sie es schaffen weiteres Unheil zu verhindern und wird es weitere Opfer geben?

Das Buch fand ich insgesamt relativ schwierig zu lesen. Das Cover ist schlicht gestaltet und fällt einem durch die eher ungewöhnlich Farbwahl für einen Krimi gleich ins Auge. Mit dem rot-weiss ist auf jeden Fall ein Blickfang gelungen und auch der Rollstuhl stellt heraus, dass es irgendetwas mit Behinderten zu tun haben wird. Die Flügel auf dem Rollstuhl machen sich zwar gut zum Titel und man stellt gleich Vermutungen an, dass es sich um irgendwelche Biker handelt, doch letztlich klärt einen schon der Klappentext auf, dass dies nicht der Fall sein wird.

Mit dem Protagonisten hatte ich so meine Probleme, da ich irgendwie nicht so recht an ihn rankam. Er war ein teilweise sehr in sich widersprüchlicher Charakter, welches es einem nicht einfach machte, ihn zu verstehen. Letztlich war er mir auch ein kleines bisschen zu jähzornig und aufbrausend um mir wirklich ans Herz zu wachsen.

Da gab es im Gegenzug einige Randfiguren, welche mir um einiges sympathischer waren und den Leser dann durch ihre liebe Art, an den richtigen Stellen mitfühlen liessen. Das Ermittlerteam des Kommissars allerdings, war mir durch die Bank eher nicht so sympathisch. Sie waren allesamt nicht wirklich kollegial, aufbrausend, besserwisserisch und zu verbohrt. Auch der Teamgeist hat nicht wirklich funktioniert. Insgesamt einfach kein Team wie ich es mir vorstelle.

Die Idee hinter der Geschichte war keine besondere, wurde aber konsequent umgesetzt. Wirklich Spannung kam irgendwie aber nicht so recht auf, da die Ermittler lange im Dunkeln tappen und eigentlich erst auf den letzten 20 Seiten mal etwas Licht ins Dunkeln kommt. Davor zieht es sich meiner Meinung nach aber zu sehr und ist auch irgendwie zu sehr mit ständigen Sticheleien belastet. Ich kam auch insgesamt nicht wirklich in das Buch, da die finnischen Namen einfach ein Horror waren. Ich hab 300 Seiten gebraucht, um das Team richtig und fehlerfrei zuordnen zu können und auch die Straßennamen, viele Namen von Opfer/Verdächtigen/Zeugen und Schauplätze hätten mir eher einen Knoten in die Zunge gemacht, als das ich sie richtig aussprechen konnte. Daher stolperte ich auch immer wieder beim Lesen und hatte daher einen eher geschmälerten Lesegenuß.

Ich empfehle das Buch den Krimifans, die auf nordische Literatur stehen und auch die entsprechenden Sprachgrundkenntnisse dazu mitbringen. Von mir gibts

3 von 5 Punkten.

Marlies Zebinger – Keine Angst, es ist nur Liebe.

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Titel: Keine Angst, es ist nur Liebe.

Autor: Marlies Zebinger

Verlag: FeuerWerke

Genre: Roman

Seiten: 336

ISBN: 9783945362044

Anna Maria Elisabeth Rogner hat Angst. Sie hat Angst vor dem Dunkelheit, Nähe, Alleinsein, Beziehungen, den Blicken der Leuten, Fehlern und eigentlich allem. Sie hat Angst vor dem Leben. Eines Tages lernt sie Matts kennen, doch während dieser sich in Anna verliebt, weißt sie ihn aus lauter Angst ab. Doch Matts gibt nicht so einfach auf und will Anna durch täglich neue Aufgaben, welche er ihr stellt, beweisen, dass sie keine Angst haben muss. Kann dieser Plan aufgehen oder sind Annas Ängste zu stark?

Das Buch hat mir insgesamt ganz gut gefallen. Das Cover stellt Anna dar. Die Zettel und die Sonnenblume versteht man zwar nicht auf den ersten Blick, aber sie erklären sich ziemlich schnell. Die Landschaft in die sie reinspaziert kann man mit ein wenig interpretieren und dem Kontext der Geschichte ebenso gut verstehen wie die Farbgebung. Der Titel sagt eigentlich alles aus und trifft den Inhalt gut. Außerdem macht er durchaus neugierig, denn das es sich um ein Liebesgeschichte handeln wird, dürfte daraus klar werden, doch diese hier ist auf einem anderen Konzept angelegt.

Die Protagonistin Anna ging mir total unter die Haut. Man kann ihre Gedanken und ihre Gefühle sehr gut nachvollziehen und auch für ihre Angstzustände und Panikattacken konnte ich vollstes Verständnis aufbringen. Sie ist wahnsinnig intensiv gestaltet und daher auch sehr authentisch.

Matts ist zwar auf der einen Seite eine Hauptfigur, andererseits eine sehr indirekte, die die meiste Zeit nur in Annas Gedanken und Briefen lebt. Dennoch ist er allgegenwärtig und spielt eine entscheidende Rolle. Seine Aufgabe in diesem Buch ist enorm, denn er stellt letztlich etwas dar, was wichtig für jeden Menschen mit Angst- und Panikattacken ist bzw sich jeder wünschen würde.

Die Idee der Geschichte gefältt mir sehr gut, da es absolut etwas anderes ist und mit dem Thema Angst- und Panikattacken sehr offen umgeht, aber auch verständlich zeigt, was dann passiert und wieso die Dinge in den Betroffenen ausgelöst werden. Es ist ein Thema, was sicherlich längst einen Gutteil der Bevölkerung beschäftigt, allerdings ist es leider nicht so, dass man darüber wirklich Aufklärung betriebt. Die meisten Betroffenen schämen sich und verstecken sich. Auch die gesellschaftliche Toleranz dafür ist nicht wirklich gegeben. Daher gefällt es mir umso besser, dass dieses Buch, dass Thema so offen aufgreift. Allerdings und das muss ich offen sagen, ist das Buch eher weniger für Leute geeignet, welche selbst mit der Thematik zu tun haben, da es so gut geschrieben ist, dass es einen in Flashbacks ziehen kann und bei lesen durchaus zu Angst- und Panikzuständen führen kann. Daher würde ich sagen, dass die Autorin rein schreiberisch alles richtig gemacht hat und es ihr gelungen ist ein sehr gutes Werk zu der Thematik abzuliefern, welches ich jedem empfehlen würde, da es sich auf jeden Fall super zur Aufklärung zu diesem Thema eignet. Von mir gibts dafür

5 von 5 Punkten.

Uschi Hammes – Der Spatz

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Titel: Der Spatz

Autor: Uschi Hammes

Verlag: Wiesenburg

Genre: Roman

Seiten: 200

ISBN: 978-3-95632-182-5

Die Hauptfigur ist gerade dabei einen gesellschaftskritischen Roman zu verfassen, als sie plötzlich eine Stimme hört, welche ihr immer wieder Kontra gibt. Zuerst dachte sie, dass sie sich das alles nur einbildet. Bald aber merkt sie, dass es diese Stimme wirklich gibt und ihr befiehlt sich eine Form für sie auszudenken. Unsere Protagonistin wählt den Spatz, weil es ihr erster Gedanke war. Mit diesem Spatz fängt unsere Hauptfigur an über die Gesellschaft, das Leben allgemein und das eigene Ich zu diskutieren. Wird sie am Ende überschnappen oder was hat es damit nun auf sich?

Das Buch hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Das Cover ist mit seinem schwarz-weiß sehr durchschnittlich und nichts was besonders ins Auge fällt. Dennoch ist darauf mit dem Spatz eigentlich alles gesagt, was es zu dem Buch so zu sagen gäbe. Der Titel klingt auch nicht nach etwas besonderem und ich hätte dem Buch vielleicht noch einen Untertitel verpasst, aber er trifft und klärt sich schnell auf.

Die Protagonisten ist eine Ich-Erzählerin. Durch den Mangel an anderen Charakteren ist sie mit ihren Ansichten natürlich sehr stark in den Mittelpunkt gesetzt. Sie ist eine zynische Einsiedlerin, die sich vor der Gesellschaft abschottet und sich eher als Beobachterin sieht, welche die Menschheit kritisiert. Das ändert sich im Laufe der Zeit etwas. Man kann auf jeden Fall mit ihr warm werden und ihre Gedankengänge nachvollziehen, auch wenn man sicherlich gerade zu Anfang eher eine konträre Haltung vertritt.

Die Idee der Geschichte ist eigentlich keine schlechte. Es wird immer alles ausargumentiert und auf diese Weise aus dem ganzen Mist der so auf Erden rumläuft auch immer wieder die schönen Seiten herausgearbeitet, welche nur allzuleicht übersehen werden. Dennoch ist es eben kein Buch, welche sie als gegeben sieht beim Leser, sondern eins, welches dem Leser gerne auch seine Argumente entkräftet und ihm erklärt, warum vielleicht doch nicht alles Mist ist.

Sitlistisch ist es eben ein großteils ein Dialog, wobei es auch kleinere Episoden hat mit Handlung. Ich persönlich mag ja sowas an und für sich nicht wirklich leiden, da ich schon auf Bücher mit mehr Handlung stehe, aber hier passt es ganz gut.

Ich persönlich fand das Buch ganz interessant, wüsste aber nicht wem ich es empfehlen sollte, da es vom Genre her doch sehr speziell ist. Von mir gibts

4 von 5 Punkten.

Aurore Guitry – Claras Melodie

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Titel: Claras Melodie

Autor: Aurore Guitry

Verlag: rütte & loening

Genre: Roman

Seiten: 240

ISBN: 978-3-352-00842-9

Nicolas Frau Eleonore liegt im Sterben. Nichts und niemand scheint ihr mehr helfen zu können und Nicolas ist vollkommen verzweifelt bis er von seinem Vater von einer geheimnisvollen Partitur erfährt, welche angeblich die Fähigkeit haben soll Menschen zu heilen. In seiner Verzweiflung ist ihm jeder Strohhalm recht und er macht sich auf die Suche nach dem Stück. Doch noch weiss er nicht, dass auch ein schrecklicher Fluch auf dem Musikstück liegt. Wird Nicolas die Partitur wirklich zu Eleonores Heilung einsetzen können oder ist der Fluch einfach zu schrecklich?

Das Buch fand ich insgesamt eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Die Covergestaltung war auf jeden Fall sehr passend zur Geschichte. Man konte sehen, dass es um ein Pärchen gehen wird und die Brücke stellte irgendeine Art Übergang dar. Die Stadt ist das Ziel, welches im Nebel liegt und dessen Erreichen dadurch unklar ist. Insgesamt war es total. Passend. Der Titel ist am Anfang nicht sehr aussagekräftig, allerdings klärt er sich im Laufe der Zeit dann auf.
Der Protagonist Nicolas war mir irgendwie nicht so sehr sympathisch. Er war sehr verbissen und wollte die Realität nicht akzeptieren. Er hat sich absolut in Dinge verrannt und dadurch leichtfertig Leute gefährdet, was ich alles andere als attraktiv für eine Hauptfigur finde.
Die Nebenfiguren sind in der Geschichte irgendwie sehr im Hintergrund geblieben und man hat von ihnen zu wenig mitbekommen. Auch Eleonore, wegen der eigentlich der ganze Zirkus gemacht wird, hat in der Geschichte nicht wirklich Platz gefunden.
Die Idee der Geschichte an sich war nicht verkehrt, allerdings war sie definitiv zu kurz angelegt um ihr Potential entfalten zu können. Mit sagen wir einmal 100 Seiten mehr, hätte es wesentlich schöner werden können, da die Figuren dann den nötigen Tiefgang erreichen hätten können und auch am Ende die Entscheidungen klarer geworden wären.
So ist es eben eine leichte Lektüre für zwischendurch, die sich schnell und flüssig lesen lies, allerdings einfach vorhersehbar war und nicht den nötigen Tiefgang hätte, welcher für diese Thematik notwendig gewesen wäre.
Daher gibt es von mir auch nur

3 von 5 Punkten.