Stephen King – Ein Gesicht in der Menge

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Titel: Ein Gesicht in der Menge

Autoren: Stephen King & Stewart O’Nan

Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

Erscheinungsjahr: 2013

Seiten: 59

Preis: 8€

 

Dean Evers ist nach dem Tod seiner Frau nach Florida gezogen. Er ist allein, nimmt Tableten und trinkt zuviel. Sein einziges Hobby sind die allabendlichen Baseballspiele im Fernsehen. Doch eines Tages sieht er seinen Zahnarzt, der seit Jahren tot ist im Fernsehen, am nächsten Tag seinen ehemaligen Geschäftspartner und am dritten Tag seine verstorbene Frau. Er kann sich das alles nicht erklären und denkt schon, dass er durchdrehen würde, als er auf einmal ein Gesicht im Fernsehen erkennt, dass alles verändert und ihn dazu treibt andere Schritte zu ergreifen.

 

So kurz die Geschichte ist, so verwirrend ist sie auch. Liest man sie zu Ende so wird dem Leser eine Vorstellungsmöglichkeit des Übertritts vom Leben in den Tod geliefert, welche allerdings eher wenig beruhigend ist, da sie gleichmaßen verwirrend, quälend und voll von Vorwürfen ist. So gerne ich Stephen King normalerweise lese und so begeistert wie ich sonst bin, so enttäuscht bin ich von diesem Buch. Es ist weder inhaltlich berührend, noch stilistisch ansprechend und ganz obendrein schlichtweg eine Frechheit was das Preis-Leistungsverhältnis angeht. Einziger kleiner Pluspunkt ist, dass es zumindest ein Hardcover ist, wenn auch kein optisch ansprechendes. Daher bekommt das Buch von mir

0,5 von 5 Punkten

und ich werde es sicherlich niemandem nahelegen.

Gotthold Ephraim Lessing – Die Juden

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Titel: Die Juden

Autor: Gotthold Ephraim Lessing

Erscheinungsjahr: 1754

Genre: Lustspiel / Tragödie

Seiten: 88

 

Der Reisende und sein Bediensteter Christoph kommen dem Baron zur Hilfe als dieser zufällig vor ihren Augen überfallen wird. Darauf lädt dieser sie ein auf seinem Gutshof seine Gäste zu sein, da er sich erkenntlich zeigen will. Dort angekommen treffen sie auf die Tochter des Barons, die Dienstmagd und den Vogt des Barons. Während die Tochter gleich ein Auge auf den Reisenden geworfen hat und alles daran setzt, dass er nicht gleich am nächsten Tag weiterreist, kommt diesem seine silberne Tabakdose abhanden. Auf dem ganzen Gut wird die Vermutung angestellt, dass auf jeden Fall Juden für den Überfall auf den Baron verantwortlich sein müssen während der Reisende jedoch ganz andere Vermutungen hegt und den Vogt des Barons verdächtigt.

 

Eigentlich habe ich das Buch als Schullektüre lesen müssen, aber es hat mir dennoch sehr gut gefallen. Eine sehr tiefsinnige Geschichte, weil zeigt, dass man niemals einen Menschen aufgrund seiner Religion, Abstammung oder Herkunft vorverurteilen sollte, sondern ihn lieber an seinem Handeln messen sollte. Ich muss sagen soviel Spaß hatte ich selten mit einer Lekütren, daher bekommt das Buch von mir

4,5 von 5 Punkten.

Weihnachten mit Agatha Christie

Titel: Weihnachten mit Agatha Christie

Autor: Agatha Christie

Seiten: 170

Verlag: Scherz

 

Das Buch ist eine Sammlung von englischen Weihnachtsgedichten (mit deutscher Übersetzung dazu), den bekanntesten englischen Weihnachtslieder, persönlichen Erinnerungen der Autorin an Weihnachten und ihre Hochzeit, welche Weihnachten stattfand außerdem einer Kurzgeschichte ihrer Figur Miss Marple und 2 ihres Hercule Poirot, wobei dies eigentlich die gleiche Geschichte in 2 Fassungen ist. Zu guter Letzt ist auch noch eine Weihnachtsgeschichte vom Esel drin, der im Stall bei Jesus Geburt dabei war und ihn auf seinem weiteren Weg begleitete.

Ein schönes Buch, wirklich passend zur Weihnachtszeit. Ich fand es schön auch mal die englischen Weihnachtslieder kennenzulernen und ihre Weihnachtsgedichte zu lesen. Einzig die zweite Fassung der Hercule Poirot Geschichte hätte ich nicht haben müssen, denn auch wenn sie kürzer war als die erste, war es eben nahezu das gleiche, nur mit geänderten Figuren und daher recht langweilig. Insgesamt bekommt das Buch von mir

3,5 von 5 Punkten.

Christiane Gref – Im Bann der Engel

 

 

Titel: Im Bann der Engel

Autor: Christiane Gref

Verlag: Elysion

Genre: Steampunkroman

Erscheinungsjahr: 2011

Preis: 12,90

Seiten: 210

 

Cravesbury, ein kleines Dorf, in dem seltsame Dinge vorgehen. Der Dreh- und Angelpunkt des Ortes ist die Fabrik von Mrs. Hazard. Sie produziert den Strom für den gesamten Ort und beschäftigt die meisten Ortsbewohner. Doch dies ist nur die oberflächliche Tarnung. In Laboren tief unter der Erde arbeitet eine Reihe Forscher und Ärzte an einem geheimen Projekt. Sie erschaffen künstliche Engel. Metallflügel werden implantiert, ein sogenanntes „Engelsserum“ gespritzt und aus den Schwerverbrechern, welche Mrs. Hazard von einem Gefängnisdirektor kauft, werden schaurig schöne Engel. Doch nicht etwa Engel wie wir sie uns vorstellen. Sie dienen als Lustsklaven, Auftragskiller und Aufsichtskräfte. Die Dorfbewohner wissen nichts konkretes über das Treiben in der Fabrik, doch einer Gruppierung um den Reverend des Dorfes kommt es alles eigentümlich vor. Auch die Orgien, die im Haus Hazard gefeiert werden sind ihm ein Dorn im Auge. Als er mit der seiner Gruppe beginnt die Dorfbewohner aufzuhetzen und einen Angriff auf die Fabrik durchführt, spitzt sich die Lage im Ort erheblich zu. Mrs. Hazard entführt als Gegenschlag Kinder aus einem Wasienhaus und will auch diese zu Engeln machen. Damit stößt sie jedoch auf den Protest ihrer leitenden Wissenschaftlerin Elena, welche schließlich kündigt und sich auf die Seite der Gegner stellt. An ihrer Seite: Admenatos, ein Engel, der Mrs. Hazard den Dienst verweigert und in den Elena sich verliebt hat. Ob es den beiden gelingen kann, die Dorfbewohner zu einem Sieg gegen Mrs. Hazard zu führen?

 

Das Buch war wirklich klasse und absolut fesselnd. Eine schaurig schöne Geschichte, spannend, surreal, aber doch greifbar und leider auch nicht unvorstellbar. Sehr gut gezeichnete Charaktere in einer Geschichte voller Mord, Abartigkeit, aber auch Sinnlichkeit und Verlangen. Das Buch bekommt von mir

5 von 5 Punkten.

Allerdings mit dem Zusatz, dass ich persönlich es als FSK 16 empfehlen würde, da die sexuellen Szenen sehr gut und auch detailiert geschrieben sind und Blümchensex eher keine Rolle gespielt hat.

Andreas Franz – Mord auf Raten

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Titel: Mord auf Raten

Autor: Andreas Franz

Seiten: 412

Genre: Kriminalroman

Verlag: Knaur.

Erscheinungsjahr: 2005

 

Offenbach, mitten im Sommer 2003. Kommisar Peter Brandt und seine Freundin Rechtsmedizinerin Andrea Sievers kommen zu einem Tatort. Ein bekannter Offenbacher Promiarzt wurde niedergestochen. Brandt nimmt die Spur auf, doch er kommt nicht weiter in seinen Ermittlungen. Keiner verliert ein böses Wort über den Toten, der ein bekannter Weibheld war, niemand schien ihn wirklich zu hassen. Sein persönlicher Hauptverdächtiger ist der beste Freund des Toten, der Galeriebesitzer Klaus Wedel, doch auch ihm kann Brandt kein Motiv nachwiesen. 2 Monate später – Wedel wird ermordet in seiner Galerie aufgefunden und Brandt steht vor einem Rätsel. Hängen die beiden Morde zusammen oder waren es zwei Einzeltaten? Der Fall wird immer mysteriöser und verworrener. Die Spuren führen ihn in eine vollkommen falsche Richtung, was er auch spürt, aber er hat keine Idee, in welche Richtung er sonst ermitteln sollte, da es ihm nicht nur an Indizien sondern auch Motiven fehlt. Ob er es noch schaffen wird den wahren Täter dingfest zu machen?

 

Mich persönlich hat das Buch enttäuscht. Ich fand es wenig bis gar nicht spannend und hatte mir von dem Autor wesentlich mehr erhofft. Der Mörder des Arztes wurde bereits auf den ersten Seiten verraten und somit war die Handlung bis nach 200 Seiten der Galerist stirbt absehbar und langweilig, aber auch danach konnte keine richtige Spannung aufgebaut werden sondern es plätscherte eher ruhig dahin.

Daher erhält es von mir auch nur

2 von 5 Sternen

John Grisham – Das Fest

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Titel: Das Fest

Autor: John Grisham

Seiten: 208

 

Amerika, eine Straße mit Einfamilienhäuser und eine Nachbarschaft, die ganz versessen darauf ist, wieder einen Preis für die schönste Weihnachtsdekoration abzustauben. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für den Plan von Luther und Nora Krank, die beschlossen haben Weihnachten in diesem Jahr einfach ausfallen zu lassen. Wenn ich ausfallen sage, dann meine ich das auch so. Keine Plätzchen, keine Käufe und Spenden bei wohltätigen Organisationen, keine Deko, kein Baum, kein Weihnachtsessen, einfach überhaupt nichts.Stattdessen wollen sie das ganze Geld, welches sonst für Geschenke, die Weihnachtsparty und den ganzen Tand draufgeht sparen, und sich stattdessen eine 10-tägige Kreuzfahrt ab dem ersten Weihnachtsfeiertag gönnen. Doch mit ihren Plänen stoßen sie in der Nachbarschaft nicht gerade auf Gegenliebe, auch die wohltätigen Organisationen, welche sie sonst so reichlich bedacht haben fühlen sich vor den Kopf gestossen. Die Nachbarn ziehen alle Register, um sie umzustimmen und gleichzeitig werden die Beiden je näher Weihnachten rückt, immer mehr zu Außenseitern. Ob sie ihren Plan durchhalten können oder sich doch in letzter Minute noch umstimmen lassen?

 

Das Buch ist klasse geschrieben und viele Themen, wie der überhöhte, unnötige Konsum zur Weihnachtszeit, Nächstenliebe, Gruppenzwang, Zusammenhalt und Wertvorstellungen, werden angeschnitten und teils auf lustige Art aufs Korn genommen, teilweise etwas idealisiert dargestellt, um den Leser auf ihre Porblematik hinzuweisen. Mich hat das Buch absolut begeistert und bekommt daher

5 von 5 Punkten.

Fjodor Dostojewski – Der Doppelgänger

Doppelgänger

Titel: Der Doppelgänger

Autor: Fjodor Dostojewski

Seiten: 221

Erscheinungsjahr: 1846

 

 

Petersburg, ca 1840. Jakow Petrowitsch Goljadkin ein nicht mehr ganz junger Beamter, stets diensteifrig und in eine junge Frau verliebt, wird zunehmend paranoider. Er sucht einen Arzt auf und erhält Medikamente. Doch diese nimmt er nicht. Gerade war er noch von allen geschätzt, so wird er doch nun von den Feierlichkeiten eines Familenfestes ausgeschlossen und als er sich heimlich auf die Feier schleicht mit Schimpf und Schande davon gejagt. Gerade in dieser Stunde höchster Erniedrigung passiert es: Ein Mann, der ihm wie ein Zwillingsbruder gleicht und sogar den gleichen Namen trägt taucht auf. Er macht sich an seinem Arbeitsplatz breit und intregiert und erniedrigt ihn wo er nur kann. Goljadkin ist vollkommen mit den Nerven am Ende und versucht sich gegen ihn zu wehren. Ob es ihm wohl gelingen kann und sich noch alles zum Guten wendet?

 

Dostojewski ist nicht umsonst einer meiner Lieblingsautoren. Das Buch ist herrlich geschrieben und man kann ihm gut folgen, auch wenn die Gedankengänge des Protagonisten bewusst etwas wirr gestaltet sind teilweise. Man fühlt sich in das Petersburg einer früheren Zeit hineinversetzt und fiebert mit der Figur mit, bemitleidet sie und bedauert sie. Von mir bekommt das Buch ganz klar

5 von 5 Punkten.

Veit Heinichen – Totentanz

 

Titel: Totentanz

Autor: Veit Heinichen

Genre: Kriminalroman

Verlag: dtv

Seiten: 318

 

Triest, ein Städtchen in Norditalien, unweit der slowenischen Grenze. Eigentlich passiert hier nicht viel und die ehrgeizige Inspektorin Pina sieht sich hier schon auf ewig mit ihrem Kollegen Proteo Laurenti festsitzen, doch dann kommt alles anders. Während die Ermittler die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Fällen aus den verschiedensten Verbrechensarten noch gar nicht richtig zusammenfügen können, fühlen sie mächtige und brutale Gangster auf einmal gewaltig auf den Schlips getreten und auf einmal wird es brandgefährlich für die Beiden, da sie auf unterschiedlichste Weise bedroht werden.

 

Ein absolut spannendes Buch. Ich habe es verschlungen und war hellauf begeistert. Es fesselt ungemein, einzig, dass es immer etwas hin und her springt und viele Geschehnisse aus mehreren Perspektiven von Hauptfiguren erzählt werden fand ich etwas störend, vorallem weil es teilweise, dann so als Rückblende geschah, während man gerade auf einem absoluten Spannungshöhepunkt bei der ablaufenden Geschichte war. Insgesamt bekommt das Buch dennoch

4 von 5 Sternen

 

von mir und ich würde es jederzeit weiterempfehlen.

Philip Pullmann – Der goldene Kompass

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Titel: Der goldene Kompass

Autor: Philip Pullman

Verlag: Heyne

Seiten: 410

Erscheinungsjahr: 1995

 

Die Welt in der die Waise Lyra und ihr Dämon Pantailaimon leben ähnelt unserer, jedoch hat jeder Mensch einen Dämon, welcher wie ein zweites Ich für die Menschen ist. Als Lyras Onkel auftaucht und sie ihn bei einem Vortrag über leuchtenden Staub und eine Stadt im Polarlicht bespitzelt, ist ihre Neugier geweckt und sie will ihn begleiten. Dieser lehnt jedoch ab. Dafür nimmt sich bald Mrs Coulter eine reiche Wissenschaftlerin ihrer an und zeigt ihr die schönen Seiten des Lebens. Doch schon bald erfährt Lyra, dass Mrs Coulter einer Behörde angehört, welche Kinder entführt und sie wegschafft, um ihnen ihre Dämonen abzuschneiden. Daraufhin läuft sie weg und schließt sich einer Gruppe „Gobbler“ an mit denen sie in den Norden segelt, um die Kinder zu befreien… Ob es ihr gelingt und was sie dort mit fliegenden Hexen und dem Panzereisbären Iorek erlebt müsst ihr ab nun selbst lesen.

 

Das Buch ist spannend geschrieben und man kann wirklich schön in diese Welt abtauchen, welche unserer so ähnliche und doch so fremd ist. Ich würde es jedem ans Herz legen, auch wenn es eher ein Buch für Jugendliche ist, so fesselt es doch auch jeden Erwachsenen.

Daher bekommt es von mir:

4 von 5 Punkten.

Helen Grant – Blutige Scherben

Scherben

Titel: Blutige Scherben

Autor: Helen Grant

Verlag: Piper

Erscheinungsjahr: 2011

Genre: Kriminalroman

Seiten: 366

 

Die 17-jährige Lin kommt mit ihrer Familie von England aus Deutschland, weil ihr Vater, ein Altertumsforscher, einen Brief erhalten hat, in welchem ihm konkrete Informationen zum Aufbewahrungsort eines längst vergangenen Kunstschatzes, den Allerheiligen-Fenstern, versprochen wurde. Doch ihre Ankunft in Deutschland steht unter keinem guten Stern. Noch auf der Suche nach der Burg auf der sie wohnen sollen, stolpern sie über die über die erste Leiche und auch der Historiker, von dem Lins Vater den Brief erhalten hat, kam zu Tode. Das Seltsame… immer liegen Scherben um die Leichen herum. Doch Lins Vater will nicht aufgeben, auch wenn ihm vom allen Seiten abgeraten wird und die Bewohner des Ortes sich sehr reserviert verhalten. Währenddessen trifft Lin auf Michel, welcher absolut für sie schwärmt, doch dafür hat sie keine Augen. Sie möchte über ihn herausfinden, warum sich alle so seltsam verhalten, obwohl doch offensichtlich alle mehr wissen, als sie zugeben wollen. Doch während sich dies als mühsames Unterfangen herausstellt, passieren immer seltsamere Dinge, welche letztlich nicht nur die Arbeit ihres Vaters sondern das Leben aller Familienmitglieder in ernste Gefahr bringen und immer wieder sind es die Scherben, die die Ereignisse in einen schrecklichen Zusammenhang bringen. Doch dies scheint außer Lin niemand zu sehen oder sehen zu wollen. Ob sie das Leben ihrer Familie noch retten kann?

 

Ein richtig spannender Roman. Ich habe ihn in Rekordzeit gelesen. Man kann ihn nur schwer wieder aus der Hand legen. Wer aber einen Kriminalroman mit Polizisten oder Ermittlern erwartet wird keine Freude daran finden. Wer das schraurige liebt wird jedoch seine wahre Freude daran haben.

 

Von mir bekommt der Roman:

4,5 von 5 Punkten