Pam Lewis – Im letzten Licht des Tages

 

Titel: Im letzten Licht des Tages

Autor: Pam Lewis

Verlag: Blanvalet

Genre: Roman

Seiten: 400

ISBN: 3442373883

Pony ertrinkt beim schwimmen im See. Alles sieht aus wie ein normaler Unfall, doch ihr Bruder William will nicht so recht an die ganze Sache glauben. Er versucht der Sache auf den Grund zu gehen und zu beweisen, dass es  kein Unfall war, sondern etwas anderes passiert ist. Doch je mehr er fragt und je gründlicher er sucht, desto mehr gut gehütete Familiengeheimnisse dringen an die Oberfläche, was ihm nicht gerade Symphatie bei den Schwestern und ihrem Vater einbringt. War Ponys Tod wirklich nur ein Unfall? Kann die Familie dem Schicksalsschlag und den Geheimnissen stand halten oder wird sie an ihnen zerbrechen?

Ein großartiger Roman, der seinen Leser zu fesseln versteht und vorallem aber auch sich mit vielen Problemen auseinandersetzt, die in Familienverbänden auftreten, aber nach außen verborgen werden. Aber ich fange mal besser von vorne an: Der Klappentext hat mir sehr gut gefallen und auch der Titel, allerdings fand ich die Covergestaltung etwas seltsam, denn Apfelblüten oder zumindest -bäume kamen in dem ganzen Buch nicht vor. Daher kriegt es zwar ein schön, aber irreführend. Die Handlung braucht zwar einige Zeit um sich zu entwickeln und zu verstricken, aber das Tempo ist genau richtig gewählt. Man hat erst einmal Zeit sich in die Figuren einzufühlen und die Rahmenbedingungen in Ruhe zu studieren, ehe sich die Handlungen verdichtet und die Geheimnisse erst langsam, dann immer schneller gelüftet werden. Die Story ist nicht kitschig aufgezogen sondern sehr lebensnah. Manches fügt sich, manches fügt sich nicht, es gibt Gute, Böse und solche von denen man das eine denkt und die das andere sind. Das ganze ist in einem sehr schönen Schreibstil geschrieben, der es ermöglicht sich gut in die Charaktere einzufühlen, die Orte sehr genau vor Augen zu bekommen und auch die Schwingungen und Spannungen, die zwischen den Charakteren auftauchen, genau mitzufühlen. Es ist spannend gestaltet, aber auch der ganzen Sache angemessen, auch wenn der Höhepunkt sicher einigen Krimis den Rang ablaufen könnte. Interessant ist auch, dass einige Kapitel nicht aus Sicht des Protagonisten geschrieben sind, sondern aus der Sicht von Mira und Tinker, seinen Schwestern. Das gibt der Geschichte gleich nochmal viel mehr Tiefgang, denn so ist es möglich neben der Gefühls- und Gedankenwelt des Protagonisten auch den Rest der Familie besser kennenzulernen und man fühlt sich schnell wie ein Teil dieser Familie. Für mich definitiv auch ein Must-Read und ich kann es jedem nur ans Herz legen, der gerne ernsthaftere Literatur liest. Daher gibts von mir

4 von 5 Punkten.

Ursula Poznanski – Erebos

Erebos

Titel: Erebos

Autor: Ursula Poznanski

Verlag: Loewe

Seiten: 488

Genre: Jugendscienefictionthriller

ISBN: 3785573618

An Nicks und Emilys Schule gehen seltsame Dinge vor. Schüler stecken sich gegenseitig CDs zu und verändern sich, doch alles ist streng geheim und jeder der keine CD hat erfährt nicht worum es geht, doch auch die Schüler mit den CDs tauschen sich untereinander nicht aus. Jeder wird immer mehr für sich selbst isoliert und misstraut den anderen. Eines Tages erhält auch Nick eine CD und findet sich in der Welt des Computerspiels Erebos wieder. Eine faszinierendes Spiel mit hohem Suchtfaktor, doch es bleibt nicht lange nur ein Spiel, denn das Spiel stellt Aufgaben und diese Augaben müssen in der realen Welt ausgeführt werden. Wer zaudert oder versagt, darf nicht mehr online mitspielen doch wer die Aufgaben erfüllt erhält Geschenke, sowohl real als ich im Spiel. Teils erscheinen die Aufgaben vollkommen sinnlos doch als Nick den Auftrag erhält einen Lehrer zu töten schrillen bei ihm alle Alarmglocken. Wird er für sich selbst die Reissleine ziehen können und vorallem wird es jemandem gelingen dieses mörderische Spiel zu stoppen, ehe es zu keiner Katastrophe kommt?

Wo soll ich anfangen… hmm vielleicht sag ich einfach erstmal WOW. Das Buch hat mich echt umgehauen. Es hat sich den Jugendliteraturpreis auf jedenfall mehr als verdient, denn es zeigt spannend und sensibel viele Problematiken auf mit denen sich die Jugend heutzutage herumschlagen muss und welche ihnen gefährlich werden können. Zum einen wird das Thema Computersucht angeschnitten und auch die damit verbundene soziale Isolation und der Abfall der Schulnoten, welcher für die Zukunftsgestaltung erhebliche Probleme darstellt. Aber viel bedrohlicher als die Computersucht an sich ist die Thematik der künstlichen Intelligenz. Noch ist es nicht so weit, dass gut programmierte KI in einem MMORPG wirklich individuell agieren und reagieren kann auf den Spieler, doch man muss sich auch nichts vormachen, dass die Möglichkeiten, dass eine KI das Internet und die eigene Festplatte ausliest und die Informationen über einen weiterleitet und verarbeitet, täglich mehr und besser werden. Auch wenn die Dinge, welche in dem Buch geschildert sind noch futuristisch sind, so sollte man schon jetzt die Kinder dafür sensibilisieren, denn leider ist es nicht so, dass es so bleiben wird. Je offener man mit dem Thema Gefahr aus dem Internet umgeht und je aufgeklärter unsere Kinder sind, umso besser können sie sich schützen. Die Gefahren durch das dargestellte MMORPG entstehen sind erschreckend und leider sind es genau die Gefahren, die für Kinder drohen, wenn man es wirklich schafft nur annährend so gute KI zu programmieren, denn Kinder sind die Zielgruppe, die man am leichtesten manipulieren und beeinflußen kann. Das klingt jetzt alles wahnsinnig ernst und ja die Thematik des Buches ist durchaus sehr ernsthaft, allerdings wirklich gut geschrieben, sehr spannend, habe mich absolut festgelesen und konnte das Buch nur schwer wieder zur Seite legen. Der Schreibstil ist fesselnd, liest sich leicht und flüssig und reisst einen absoult mit. Die Figuren haben den nötigen Tiefgang und sind alles andere als perfekt. Sie machen Fehler, haben Skrupel und tun oft alles für ihre Ziele, eben Figuren wie sie ein Teenager nachfühlen und sich hineinversetzen kann. Das Buch kann und werde ich definitiv jedem empfehlen und das einzige kleine Manko, das es gab, ist eigentlich nicht der Rede wert, aber der Vollständigkeit halber möchte ich es trotzdem gerne erwähnen. Das Cover an sich war super gestaltet, allerdings war der Einband einfach aus zu dünnem Karton. Das Buch hätte zumindest kartoniert und nicht nur broschiert gehört, denn dafür lastet beim Lesen einfach zuviel Gewicht auf dem Einband und selbst wenn man das Buch so vorsichtig liest wie ich verbiegt sich der Einband deutlich, zumindest konnte ich Brüche und Knicke im Buchrücken vermeiden. Allerdings ist dieser Einband wirklich das Einzige was ich zu meckern habe und das Buch bekommt nichts desto trotz von mir

5 von 5 Punkten, weil es einfach nur genial ist.

Michael Laimo – Dämonenfeuer

Titel: Dämonenfeuer

Autor: Michael Laimo

Verlag: Otherworld

Genre: Horror – Thriller

Seiten: 272

ISBN: 978 – 3 – 8000 – 9519 – 3

Eine alte verlassene Kriche in New York. Sie soll abgeissen werden, doch tief unter ihr liegen Reliquien, die niemals wieder ans Licht gebracht werden sollten. Ein Kelch und ein Rosenkranz gut verwährt in einer Kiste im Fundament. Zusammen halten sie sich selbst neutral, doch diese Neutralität wird gestört als Bauarbeiter die Kiste nahezu freilegen und der Obdachlose Jyro sie schließlich öffnet. Während der Jyro von dem Rosenkranz angezogen wird und mit seiner Gruppe Obdachlose den göttlichen Auftrag erhalt „den ohne Sünde“ zu finden, werden die Bauarbeiter von dem Kelch angezogen und helfen, die Apokalypse vorzubereiten. Am anderen Ende von New York hat der ehemalige Gemeindevorstand der Kirche Pater Pilazzo geheimnisvolle Visionen und ebenfalls einen göttlichen Auftrag. Ob die Apokalypse wirklich verhindert werden kann?

Das Buch hat mich wirklich hin und her gerissen. Thriller nun das kann man sehen wie man will, aber was die Kategorie Horror angeht, ist es absolut klasse gemacht und sicherlich nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. Es wird perfekt mit der Angst der Menschen vor einer Apokalypse gespielt, allerdings muss man sagen, dass die Herangehens weise extrem gewagt ist. Es ist schwierig das näher auszuführen ohne zuviel zu spoilern aber ein recht gläubiger Mensch sollte dieses Buch definitiv nicht lesen, denn ich würde sagen, dass viele Dinge einem gläubigen Christen extrem sauer aufstossen würden und zu gewagt sind. Ich selbst bin nicht der gläubigste Mensch, aber selbst mir waren einige Teile wirklich zu heftig angreifend. Der Schreibstil ist auf jeden Fall fesselnd aber man muss in der Richtung Stimmung sein für dieses Buch. Ich habe erst zweimal angefangen und wieder weggelegt, weil es grad nicht meinen Nerv getroffen hatte. Der drite Anlauf lief dafür sehr gut und ich konnte mich darauf einlassen und nach ein paar Stunden, war das Buch auch durchgelesen. Wenn man einmal drin ist, kann man es auch ganz schlecht wieder zur Seite legen. Der Anfang ist allerdings etwas haarig, denn bis man wirklich in der Handlung drin ist vergeht einige Zeit und man muss sich erst einmal sortieren, da es sehr verwirrend ist, aber das hat sich nach 30 bis 40 Seiten zum Glück dann und man kann sich nach aller Herzenslust schocken lassen. Das Ende ist zwar auf eine Fortsetzung ausgelegt, leider ist aber keine in Aussicht und wird wohl auch keine mehr herauskommen, dann obwohl das Buch erst 2010 erschienen ist, wurde es leider schon wieder aus dem Verlagsprogramm genommen und wird nicht mehr verlegt. Von mir bekommt es trotzdem

3 von 5 Punkten.

D.J. MacHale – Pendragon – Der Händler des Todes

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Titel: Der Händler des Todes

Autor: D.J. MacHale

Reihe: Pendragon

Verlag: Ueberreuter

Seiten: 396

Genre: Jugendbuch

Bobby Pendragon ist ein ganz normaler Junge in einer Vorstadt New Yorks… dachte er zumindest bis zu dem Tag, als sein Onkel Press um eindringlich um einen Gefallen bittet. Als Bobby, der alsbald nur noch Pendragon heißen sollte, mit ihm mitgeht und ihm helfen will, findet er sich bald in einer für ihn vollkommen absurden Situation wieder. Sein Onkel ist ein Reisender und auch Pendragon hat diese Gabe. Die Gabe durch Raum und Zeit zu reisen. Doch diese Gabe ist auch eine Pflicht, denn die Reisenden sollen helfen in den Territorien, in die sie reisen, die Dinge zum Guten zu wenden. Pendragon findet sich mit seinem Onkel in Denduron wieder. Dieses Territorium ist eine Welt auf dem Stand des Mittelalters und die Lage ist kurz vor dem eskalieren. Die Milago werden von von den Bedoowan ausgebeutet und leben ein Leben in Armut, eigentlich sind sie Sklaven. Doch sie werden immer wütender. Sie wollen sich gegen die Unterdrücker wehren. Nachdem Press gefangen genommen wird, ist es Pendragons Aufgabe diesen alles vernichtenden Krieg zu verhindern und die Völker zu versöhnen. Zum Glück erhält er Unterstützung von Orsa und Loor. Doch können sie gegen den über jahrhunderte angestauten Hass ankommen?

Ich war hin und weg von dem Buch. Obwohl es eigentlich ein Lesealter von 12-15 hat, kann es einen Erwachsenen genauso in seinen Bann ziehen und begeistern. Ich habe es in Rekordzeit verschlungen und konnte mich einfach überhaupt nicht davon trennen. Der Schreibstil ist jugendgerecht, einfach verständlich, aber auch absolut spannend und mitreißend.  Die Charaktere sind perfekt ausgearbeitet und man kann sich leicht in sie einfühlen und schnell leidet man mit dem Protagonisten. Die Mischung aus Sci-Fi und Phantasy gefällt mir persönlich auch sehr gut, denn sie ist sehr ausgewogen und auch nicht absolut übertrieben und unrealistisch, denn obwohl vieles nicht real ist, so bleiben die Situationen auf einem gewissen Level an der Realität. Es gibt keine unfehlbaren Protagonisten, keine Superhelden, die eine Armee alleine zerlegen oder solche Dinge, sondern jeder Charakter hat seine Stärken und Schwächen und auch die Situationen drehen sich mal zu Gunsten der Guten, mal zu Gunsten der Bösen. Auch die Aufmachung finde ich sehr interessant, denn eigentlich wird die ganze Handlung durch Schriftstücke wiedergegeben, welche der Protagonist an seine Freunde in der „normalen“ Welt mittels eines Rings sendet, aber dennoch ist es so geschrieben, als wäre man in den Situationen dabei. Das Buch schreit definitiv danach, dass ich die Reihe weiter verfolgen werde, zumindest die nächsten 3 Bände gibt es noch auf deutsch und die anderen 6 werden es mir sicherlich wert sein, dass ich sie mir auf englisch kaufe. Von mir gibts für dieses tolle Buch klare

5 von 5 Punkten.

 

Karin Slaughter – Unverstanden

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Titel: Unverstanden

Autor: Karin Slaughter

Verlag: Blanvalet

Genre: Thriller

Seiten: 174

ISBN: 978 – 3 – 442 – 37281 – 2

Martin ist alles andere als ein Traummann. Übergewichtig, noch bei Mama lebend und Buchhalter. Seine Mutter hasst ihn und in seiner Firma wird er gemobbt. Als eines Tages eine Kollegin, die ihm 2 Tage zuvor übel zugesetzt hat, überfahren wird, fällt der Verdacht auf ihn. Hat er das in seiner Verzweiflung wirklich getan?

Das Buch war mir leider etwas zu fad für einen Thriller. Der Spannungsbogen war nahezu nicht vorhanden, denn bis auf die letzten 10-15 Seiten war alles absolut vorhersehbar und viel zu gradlinig. Ich hätte mir mehr Schockmoment oder unerwartete Wendungen gewünscht, aber leider blieben diese aus. Die Wendung ganz am Ende war zwar etwas überraschend, aber letztlich nichts, was einen wirklich geschockt hätte. Da es wirklich leicht zu lesen war und auch noch recht groß geschrieben, war man sehr schnell mit Buch fertig, was ich durchaus als positiv verbuchen kann, da so zumindest die Handlung so zügig fortgeschritten ist, dass zumindest die Langeweile nicht aufkommen konnte, denn die Dinge, die man erwartet hat, kamen dann auch sofort an die Reihe. Ich bin von der Autorin besseres gewöhnt und vergebe hier auch nur

2 von 5 Punkten.

Milan Kundera – Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

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Titel: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Autor: Milan Kundera

Verlag: Fischer TaschenBibliothek

Seiten: 451

ISBN: 978 – 3 – 596 – 51097 – 9

Teresa und Tomas sind ein junges Paar, dass in Prag lebt. Die Handlung spielt sich grob in den Jahren von 1940 bis 1980 ab, genau datieren kann man es aber nicht, da einzig die russische Invasion in die Tschechei 1968 genau datiert ist und die Geschichte nicht chronologisch geordnet ist.

Ja die Beschreibung des Inhalts ist etwas kurz ausgefallen und sagt nicht viel aus. Warum ist das so? Nunja man kann dieses Buch einfach nicht einordnen. Es gibt keine gradlinige Handlung und auch keine gradlinige Erzählweise. Mal wird das Leben des Einen, mal das des Anderen beschrieben, seine Gedanken- und Gefühlswelt, mal aus der Jugend, mal im mittleren Alter, mal im hohen Alter, aber nicht chronologisch sondern nach einem ganz gemischtem System. Das klingt jetzt alles sehr verwirrend, aber eigentlich ist es das gar nicht. Das Buch gibt in sich einen Sinn, denn es zeigt Ursachen und Wirkungen der Dinge, aus der Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft. Es liest sich leicht wie ein klassicher Roman vereint aber Elemente aus Psychologie, Philosophie und Geschichte auf ganz einzigartige Weise miteinander. Ein Buch, dass zum Nachdenken anregt, aber auch sehr viel Spaß macht und uns deutlich zeigt, wie leicht das Leben sein könnte, wenn wir es uns selbst nicht durch unsere Erwartungshaltungen und Ansprüche so schwer machen würden. Als ich am Ende des Buches angelangt war, habe ich mir ehrlich gesagt gewünscht, dass Buch hätte noch mindestens 500 Seiten mehr. Ich liebe es absolut und es ist wirklich herausragend. Dem Autor ist es auf bezaubernde Weise gelungen Liebe und  Drama mit Kritik und Denkanstössen an der Lebensweise der Menschen zu verbinden und diese für ein breitgefächertes Publikum zugänglich zu machen, da es keine besonderen Kenntnisse oder große Sprachgewandtheit braucht um dieses Buch zu lesen. Also von meiner Seite her ein absolutes Muss und weil ich tatsächlich noch nie etwas vergleichbares gelesen habe, gibt es von mir

6 von 5 Punkten.

P.C. & Kristin Cast – Erwählt

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Titel: Erwählt

Autoren: P.C. & Kristin Cast

Reihe: House of Night

Verlag: Fischer Jugendbuch

Genre: Vampyrroman

Seiten: 442

ISBN: 3841420036

Die Geschichte von Zoey, Erik, Stevie Ray, Neferet und Aphrodite geht geht weiter. Zoeys Leben wird immer turbulenter, die Männerwelt vernebelt ihr bisweilen die Sinne und den Verstand und in ihrem Umfeld beginnt es immer heftiger zu brodeln. Ob das alles ein gutes Ende nehmen kann?

Im Vergleich zu Band 1 und 2 fand ich Band 3 nicht ganz so gut. Das Cover war natürlich wie immer absolut toll. Ich liebe dieses Design einfach auch die Gesaltung der Buchrücken unter dem Schutzumschlag. Inhaltlich war das Buch sicherlich absolut etwas für Teenager, deren Welt sich selbst gerade in den Wirren von Verliebtheiten, Beziehungschaos und dem Verlangen nach dem Unerreichbaren geprägt ist. Für mich persönlich war es einfach zuviel. Zuviele Dreiecksgeschichten, zuviel Unehrlichkeit und Betrug. Die eigentliche Handlung, die mich in den beiden ersten Bänden so begeistert hat, kam hier leider hinter dem ganzen Liebesleben von Zoey etwas sehr kurz und verkam eher zu einer Nebensache, was ich sehr sehr schade fand, denn hier hätte man definitiv mehr rausholen können. Stylistisch ist das Buch gut geschrieben und kann problemlos mit den anderen Bänden mithalten, allerdings finde ich, dass einige Beschreibungen etwas ausschweifend geworden sind. Zum Ende des Buches kann ich zweierlei sagen: Zum einen versöhnt es einen zumindest teilweise wieder mit dem Buch und zum anderen zwingt es einen quasi dazu unbedingt den nächsten Band zu lesen (was ich auch bald tun werde, er liegt schon auf meinem SuB). Alles in allem habe ich das Buch verschlungen, da es sich auch wirklich einfach und gut lesen liess. Soviel Punkte, wie die beiden ersten Bände kann ich hier geben, aber nichts desto trotz freue ich mich riesig auf den vierten Band und vergebe hier

3 von 5 Punkten.

Daniel Glattauer – Gut gegen Nordwind

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Titel: Gut gegen Nordwind

Autor: Daniel Glattauer

Verlag: Goldmann

Genre: Liebesroman

Seiten: 223

ISBN: 978 – 3 – 442 – 47801 – 9

Emmi will eigentlich nur das Abo einer Zeitschrift kündigen, doch wegen eines Tippfehlers in der Emailadresse kommt sie bei Leo raus. Schnell entwickelt sich diese Zufallsbekanntschaft zu einer eine Bekanntschaft, welche zu einem Tanz auf dem Vulkan von anonymem Liebesgeplänkel, Verbundheit und den Problemen aus ihren „echten“ Leben wird.

Das Buch war leider nicht so mein Fall, obwohl es mir von mehreren Seiten empfohlen wurde. Die Gestaltung des Cover fand ich zwar relativ nichts sagend, aber zumindest optisch sehr hübsch gemacht. Was die beiden Protagonisten angeht muss ich sagen, ich wurde mit ihnen nicht warm. Zum einen haben sie 2 Erwachsene echt schlimmer benommen als jeder Teenager und unvernünftiger obendrein, zum anderen waren sie mir zu wechselhaft in ihren Launen, angreifend und verletzend. Die Aufmachung als E-Mailverkehr fand ich an sich wirklich in Ordnung, allerdings haben mich die Zeitangaben irgendwie genervt, weil statt Datum und Uhrzeit immer nur da stand, „Am nächsten Tag“, „17 Minuten später“ oder „4 Tage später“. Man konnte das zeitlich irgendwann so schlecht einordnen, wo man sich zeitlich grad befand, was mich gestört hat. Der Schreibstil an sich war gut, allerdings sehr wechselhaft. Mal haben die Protagonisten auf hohem Niveau geführt mit einigem an Fremdwörtern, welche auch nicht alltäglich unbedingt waren, mal war das Sprachniveau eher niedrig, so dass ich mich bisweilen gefragt habe, ob es überhaupt noch die gleichen sind. Die Geschichtsentwicklung an sich finde ich auch eher schwierig. So wie es losging muss ich ehrlich sagen, dass ich das Gespräch so wie es gestartet hat nie aufgenommen hätte und ganz sicher nicht fortgeführt hätte. Für mich ist die Geschichte eher eine unvernünftige Teenieliebschaft auf hohem Niveau als eine Geschichte unter Erwachsenen. Dennoch habe ich in dem Buch ein ganz tolles Zitat gefunden:

„Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen nur mit dem Kopf“

Dafür und ein paar andere wirklich tolle Zitate, welche sehr gerne viel mehr hätten sein dürfen, bekommt das Buch dann doch noch

2 von 5 Punkten von mir.

Heinrich Böll – Du fährst zu oft nach Heidelberg

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Titel: Du fährst zu oft nach Heidelberg und andere Erzählungen

Autor: Heinrich Böll

Verlag: dtv

Genre: Kurzgeschichten

Seiten: 120

ISBN: 3423017252

Du fährst zu oft nach Heidelberg ist eine Sammlung von Kurzgeschichten von Heinrich Böll. Er berührt dabei Themen quer durch die Gesellschaft von Scheidung, lästigem Husten in Konzerten, hilfsbreiten Menschen, Höflichkeiten bei Gesetzes ÜBertretungen oder das Geständnis eines Flugzeugentführers. Er beleuchtet dabei immer die Seite des Außenseiters. Es ist eine einzigartige Mischung an Themen, die den Leser teilweise zum nachdenken, teilweise zum Vergleiche ziehen mit der heutigen Zeit, was sich geändert hat, wie es sich geändert hat, ob überhaupt. Das Buch erlaubt auf eine einzigartige Weise hinter die Masken der gesellschaftlichen Außenseiter zu blicken und fördert damit nicht nur das Verständnis für diese sondern zeigt dem Leser ganz neue Blickwinkel auf, auf die er alleine nicht gekommen wäre. Außerdem kann man die literarische Entwicklung Bölls sehr gut verfolgen, denn die Geschichten sind über viele Jahre seines Schaffens gesammelt worden. Mir persönlich hat das Buch sehr gefallen, auch wenn ich ehrlich zugeben muss, dass ich Passagenweise einfach nichts verstanden habe. Das lag aber nicht an der Schreibweise oder daran, dass die Geschichten nicht nachvollziehbar waren, sondern schlichtweg damit, dass die Themen fremd waren und Einstellungen und Lebensstile beleuchten, für die ich schlichtweg zu jung bin und schwer bis gar nicht nachvollziehen kann. Dennoch habe ich als Leser ein sehr einzigartiges Lesegefühl bekommen, da ich die Möglichkeit hatte bestimmte gesellschaftliche Standpunkte von früher und heute zu vergleichen und zu sehen, ob und wie weit sich unser Gesellschaft, unsere Einstellung und die Toleranz verbessert hat. Mein persönliches Fazit war er mittelmäßig und erschreckend als motivierend und aufbauend. Auf jeden Fall bekommt das Buch von mir

3 von 5 Punkten.