John Green – Das Schicksal ist ein mieser Verräter

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Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Autor: John Green

Verlag: dtv

Genre: Roman

Seiten: 336

ISBN: 978-3-423-662583-8

Hazel ist eine intelligente junge Frau, welche gerade ihre ersten Kurse am College besucht. Doch sie unterscheidet sich von allen anderen, denn sie hat Krebs. Ihre Diagnose: Unheilbar. Während der ungewissen Zeit die ihr noch bleibt, besucht sie eine Selbsthilfegruppe für Krebspatienten. Dort lernt sie eines Tages auch Augustus kennen. Schon vom ersten Moment an fühlen sich die beiden zueinander hingezogen, doch während beide langsam ihre Gefühle füreinander entdecken und zugeben, spielt die Zeit gnadenlos gegen sie.

Das Buch war insgesamt wahnsinnig gut. Das Cover mit den vielen Sternen passt sehr gut zum englischen Originaltitel „The Fault in our stars“. Auch in dem Buch wird oft darüber geredet, dass Krebspatienten eben nur ein Fehler im ganzen kosmischen Gefüge der Mutation sind. Daher gefällt mir der englische Originaltitel fast besser als der deutsche. Dieser ist ein Zeit aus dem Text und passt aber letztlich auch zu den Entwicklungen der Handlung.

Die Protagonisten Hazel und Augustus waren Teenager. Sie hatten vielleicht viele Probleme extra, aber auch sie hatten Teeniesachen im Kopf. Die erste Liebe, Bücher, Musik, Schule, College. Sie hatten ihre Stimmungsschwankungen, haben auch mal überreagiert, haben mit ihrem Schicksal gehadert und doch haben sie immer wieder einen Weg gefunden damit umzugehen, ja sogar ihr Umfeld noch zu trösten. Sie sind einfach etwas ganz besonderes und man muss sie mögen. Schon lange habe ich mich Protagonisten nicht mehr so nahe wie in diesem Buch.

Die Geschichte ist einfach eine Geschichte aus dem Leben. Hart, ehrlich, offen. Sie verschleiert keine schlechten Seiten und dichtet keine Schönen hinzu. Sie täuscht uns nicht über die Schrecklichkeiten einer Krebserkrankung für Betroffene und ihr Umfeld und sie versucht auch nicht Helden zu erschaffen, wo es keine gibt.  Sie ist gnadenlos romantisch und abgrundtief traurig. Man kann das Buch nicht einfach lesen und unberührt bleiben. Es ist ein Buch zum mitheulen und mitlachen und ich habe beides in ausreichender Menge getan. Dieses Buch fordert seinen Leser heraus. Es zwingt einen aus seiner heilen Weltvorstellung aufzuwachen und das Leben zu sehen wie es ist. Grausam, hart und ungerecht und doch gibt es einem auch Hoffnung. Man braucht nach dem Buch Abstand, man muss es Bedenken und verarbeiten. Weder Kopf noch Herz bieten Platz für etwas neues, solange man sich mit diesem hier nicht auseinandergesetzt hat.

Ich weiss nicht, was ich genau zu Sprache und Stil schreiben soll, denn es gibt glaub ich nicht viel mehr zu sagen außer, dass es scheint, als wäre es nicht auf dem Papier geschrieben worden sondern direkt im Herzen des Lesers, weil es ihm so nahe geht.

Von mir gibt es nicht nur eine Leseempfehlung, sondern auch die klare Einstufung als Must have der modernen Literatur. Das hier nur

5 von 5 Punkten

in Frage kommen versteht sich von selbst.

Jürgen Seibold – Landpartie

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Titel: Landpartie

Autor: Jürgen Seibold

Verlag: Piper

Genre: Krimi

Seiten: 336

ISBN: 978-3-492-30542-6

Bad Hindelang. Kurz vor dem alljährlichen „Jochpass-Memorial“, einem Rennen für Oldtimer“ wird Veranstalter Schlitter erpresst. Als dann auch noch der Favorit des Wettbewerbs, Rudi Groß, in einer Kurve verunglückt, steht bald fest, dass an seinem Wagen manipuliert wurde. Kommisar Hansen und sein Team ermitteln mitten in der Oldtimerszene. Auf den ersten Blick mag diese eher nostalgisch und friedlich wirken, doch tatsächlich sind hier Besessenheit, Neid und Missgunst ebenso an der Tagesordnung wie überall anders. Dennoch steht eins fest: Es Bedarf mehr als nur der harmlosen Nachfrage, um aus diesen Kreisen brauchbare Informationen zu erhalten. Ob das Team um Hansen es wohl schaffen kann sich das Vertrauen dieser eingeschworenen Gruppe zu verdienen?

Das Buch hat mir insgesamt ganz gut gefallen. Auf dem Cover sieht man einen der Oldtimer um die es in dem Rennen gehen wird vor einer typischen Kulisse des Allgäus. Auf die Katze, welche auf dem Auto sitzt komme ich später noch einmal zurück. Jedoch passt das Cover großartig zum Buch und auch der Titel ist gut gewählt, denn eine „Landpartie“ bezeichnet ja eine Spritzfahrt mit dem Auto durch die schöne Landschaft. Für Letztere haben die Leute zwar meistens keinen Blick, aber dafür wird reichlich Auto gefahren.

Hansen ist mir ein sehr sympathischer Protagonist gewesen und auf jeden Fall ist er ein gewitzter Ermittler. Er hat viele Talente, stellt auch knifflige Zusammenhänge leicht her und teilt natürlich wie alle Männer schon ein wenig den Hang dazu Autos zu lieben. Außerdem ist er als Chef ein ziemlich klasse Typ, so dass man ihn leicht ins Herz schließen kann. Ein wenig gestört hat mich an ihm dann nur, dass er schon mal gerne bechert und für meine Begriffe ein wenig zu oft be- und angetrunken war. Nicht vergessen sollte man im Zusammenhang mit ihm Ignaz, die auf dem Cover abgebildete Katze. Ich bin normalerweise ein absoluter Tierfreund, aber dieses Exemplar hat sich so fies und teilweise bösartig benommen, dass ich ihm am liebsten den Hals umgedreht hätte. Zumindest hatte ich dann so immer wieder Stellen an denen ich das Buch gut beiseite legen konnte, denn das gelang mir nicht immer so einfach.

Ich kannte von diesem Autor bereits „Der arme Konrad“, welcher ein historischer Roman ist, und habe mich daher schon im Vorfeld sehr darüber gefreut, dass ich von ihm wieder etwas lesen durfte, da ich seinen Stil sehr angenehm zu lesen fand. Daran hat sich, obwohl ein Krimi etwas ganz anderes ist als etwas historisches, nichts geändert und ich hatte wieder sehr viel Freude daran durchs Buch zu gleiten. Ja genau gleiten. Anders kann man es nicht nennen. Man konnte richtig eintauchen und war mitten in der Handlung drinnen. Nicht nur ein stiller Beobachter, sondern ein Teil des Teams. Mir hat die Idee der Geschichte ebenso gefallen wie die Umsetzung und auch, dass mit manch einem Vorurteil einmal gründlich aufgeräumt wurde, hat mir sehr zugesagt. Das Ende war überraschend. Mit diesem Ausgang hätte ich nicht gerechnet, allerdings hat mir stellenweise ein wenig die Spannung gefehlt. Der Pegel war zwar immer auf einem mittelhohem Pegel, aber der Ausschlag nach ganz oben zu einem richtigen Hohepunkt hat mir etwas gefehlt. Dennoch insgesamt eine gute Lektüre, die ich auch weiterempfehlen würde und von meiner Seite gibt es

4 von 5 Punkten.

Claudia Frieser – Leo und der Fluch der Mumie

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Copyright by Dressler

 

Titel: Leo und der Fluch der Mumie

Autor: Claudia Frieser

Verlag: Dressler

Genre: Kinderbuch

Seiten: 288

ISBN: 978-3-7915-0711-8

1933. Leo und seine Familie wollen auswandern und zwar von Berlin nach New York. Dafür checken sie in Bremerhaven auf dem Dampfschiff „Columbus“ ein. Schon auf den Weg dorthin findet Leo Buch in dem es um einen Fluch einer Mumie geht. An Bord lernt er dann Luise und Émile kennen und erzählt diesen auch von seinem Fund. Doch als dann an Bord wirklich eine Mumie auftaucht wird das Ganze gruselig. Zusammen mit dem Schiffsjungen Wilhelm versuchen sie dem Spuk auf die Schliche zu kommen und geraten dabei ganz schön in Gefahr. Ob das gut gehen kann?

Diese Rezension schreibe ich wieder einmal mit meinem Sohn zusammen, da er das Buch zusammen mit mir gelesen hat. Es hat uns insgesamt sehr gut gefallen. Das Cover war schön bunt und zeigt eine Szene wie sie in dem Buch hätte stattfinden können. Es passt perfekt zu Buch und Titel und beide halten genau das, was die Außengestaltung verspricht. Daher ist hier auf jeden Fall alles richtig gemacht.

Die Hauptfiguren Leo, Luise und Èmile sind eine Bande sehr neugieriger Kinder, welche das ganze Schiff zu ihrem Spielplatz machen. Sie sind hilfsbereit, schlau, haben eine Menge gute Ideen und finden für alles eine Lösung, aber dennoch sie sind auch Meister darin sich immer wieder selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Insgesamt waren sie uns aber sehr sympathisch und mein Sohn konnte sich gut in sie hineindenken.

Die Geschichte an sich war sehr spannend und wir haben richtig mitgefiebert. Auch die Idee dahinter fanden wir sehr gut. Geschichten mit Mumien gibt es viele, aber bis jetzt kannten wir keine, welche auf hoher See spielt. Auch konnte man ein wenig über die Zeit damals erfahren. Dies war allerdings mit etwas mehr Aufwand für mich verbunden, da es viele Wörter gab, welche mein Sohn von alleine nicht verstanden hat und immer wieder Erklärungen brauchte. Insgesamt finden wir das aber nicht schlecht, denn nun hat er einige neue Begriffe gelernt. Dennoch ist das schon ein kleines Manko, gerade wenn die Kinder lesen wollen und die Eltern vielleicht nicht die Zeit haben immer alle Fragen sofort zu beantworten. Dann kann es schon zu kleineren Verständnislücken kommen. Diese sind aber nicht so gravierend, dass man den Fäden der Gesamthandlung verliert.

Wir hatten auf jeden Fall viel Spaß mit dem Buch und würden es auch weiterempfehlen. Von uns gibt es

5 von 5 Punkten.

Alyson Noël – Das Mädchen im Licht

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Titel: Das Mädchen im Licht

Reihe: Riley (Band 1)

Autor: Alyson Noël

Verlag: Page & Turner

Genre: Phantasy

Seiten: 190

ISBN: 978-3-442-20383-3

Riley ist 12 und hat nichts besseres zu tun als ihrer großen Schwester Ever hinterherzuschnüffeln. Also alles ganz normal? Nicht ganz, denn Riley ist tot. Anstatt sich ihrer neuen Situation zu stellen und die Welt nach dem Tod kennenzuleren und zu akzeptieren, hängt sie immer noch ihrem Leben nach und kann sich nicht lösen. Doch irgendwann wird sie von ihrer Familie ausgetrickst und findet sich auf einmal in einer neuen Aufgabe wieder. Sie soll als Seelenfängerin ausgebildet werden und verirrte Seelen von der Erde in die jenseitige Welt führen. Dafür wird ihr der langweilige Bodhi als Lehrer an die Seite gestellt. Doch nachdem Riley diesen absolut nicht respektiert, ist es nur eine Frage der Zeit bis etwas schief gehen muss. Können die beiden sich zusammenraufen und gemeinsam ihre Aufgaben bestehen?

Das Buch hat mir insgesamt eher mittelprächtig gefallen. Einen klaren Pluspunkt gibt es auf jeden Fall für das Cover des Buches. Auch wenn es mit der Geschichte an sich überhaupt nichts zu tun hat, ist es doch ein echter Eyecatcher und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Wenn man den Titel der Reihe nach der Protagonistin wählt, kann man nicht viel falsch machen, daher passt hier alles. Der Titeldes Einzelbandes passt ganz gut zu dem Buch. Er verrät nicht zuviel allerdings auch nicht zu wenig und macht neugierig.

Die Protagonistin Riley war von ihrem Verhalten ganz auf eine aufsässige, vorpubertäre 12-jährige gepasst. Man konnte ihre Unzufriedenheit mit der Situation verstehen, wer möchte schon gern mit 12 sterben. Dennoch war sie mir in vielen Gefühlen und Gedanken nicht klar genug. Es gab immer wieder Schlüsselszenen, wo einfach einiges nicht nachvollzogen werden kann, was eigentlich sehr wichtig war, auch für die Entwicklung des Charakters. Daher bin ich mit Riley auch nicht wirklich warm geworden.

Insgesamt hat mir mehr die Idee der Geschichte gefallen als die Umsetzung. Die Idee und auch die Grundzüge wie das Buch aufgebaut ist, die Welten die erschaffen werden und die Möglichkeiten, die das Jenseits geboten werden, sind schlichtweg das, was wir uns sicherlich als ein erfülltes Leben nach dem Tod vorstellen könnten. Es gab eine Menge Möglichkeiten zur Dramatik und zu hochemotionalen Szene, welche leider weitestgehend ungenutzt blieben und flach geschrieben war. Eine Menge Potential wurde schlichtweg verschenkt und die Geschichte hat darunter auch sichtlich gelitten. Sprachlich kann man nichts einwenden. Die Sprache passt gut zur Zielgruppe und ist leicht verständlich und lesbar. Was die Spannungsbögen angeht waren diese auch sehr flach und so richtig kam nie welche auf. Ich bin so durch die Geschichte geglitten und habe immer gedacht, wann gehts denn mal richtig los. Allerdings war dann auf einmal vorbei und ich hab mich erstmal gefragt, wann ich den Höhepunkt verpasst habe. Aber nun sei es wie es sei. Ich werde den zweiten Band sicher lesen, ebenso den Rest der Reihe, da ich sie als Gesamtes mal bei Arvelle gekauft habe und wenn sie im Schrank stehen, kann man sie ja nicht verkommen lassen. Ich hoffe sehr, dass die Reihe dann im Lauf der Zeit noch besser wird. Für Band 1 gibt es

2,5 von 5 Punkten.

Thomas Brezina – Rätsel um das Schneemonster

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Titel: Rätsel um das Schneemonster

Reihe: Die Knickerbockerband 1

Autor: Thomas Brezina

Verlag: Ravensburger

Genre: Kinderbuch

Seiten: 176

ISBN: 978-3-473-47176-8

Kitzbühl. Eine erschreckte Touristin erzählt Anfang Dezember, dass sie von einem Schneemonster am Skihang angegriffen worden sei. Zeitgleich treffen die 4 Gewinner des Knickerbockerdesignwettbewerbs in Innsbruck ein. Sie schließen schnell Freundschaft und treffen sich nach Weihnachten bei ihrem gewonnen Skiurlaub in Kitzbühl wieder. Kaum sind sie da, überschlagen sich die Ereignisse. Erst wird in ihre Zimmer eingebrochen und dann erfahren sie auch noch von diesem dubiosen Schneemonster. Neugierig wie Kinder eben sind, kommen sie einfach nicht umhin, selbst Detektiv zu spielen und der Sache auf den Grund gehen zu wollen. Ob das gutgehen kann?

Diese Rezension haben mein Sohn und ich wieder einmal zusammen verfasst, denn schließlich war das ein Buch, welches genau für sein Alter passend war. Es hat uns auch gut gefallen. Das Cover hat thematisch sehr gut gepasst und auch der Titel war treffend. Eigentlich alles genau so wie wir es bei einem Kinderbuch erwarten.

Die Protagonisten waren ebenfalls sehr „cool“. Sie haben die Eigenschaften von Kindern und machen auch ganz typisch kindliche Fehler, sind aber auch schlau, halten zusammen und lassen sich nicht so schnell unterkriegen. Das hat vor allem meinem Sohn sehr gut gefallen, da er sich gut in die Figuren reindenken konnte. Auch die Geschichte war für ihn sehr spannend. Auch wenn es am Anfang etwas träge losging, so war es doch spätestens ab dem Moment, wo die Kids in Kitzbühl eintreffen vorbei mit Langeweile. Dann ging es Schlag auf Schlag spannend durch das Buch und erst zum Ende hin löste sich alles auf. Trotz der Spannung konnte mein Sohn jedoch immer noch gut einschlafen, wenn er vorm Schlafen gehen gelesen hatte. Also war die Spannung perfekt dosiert. Auch die Kinderfreundlichkeit des verwendeten Wortschatzes war gegeben und auch an der Verständlichkeit gab es nichts auszusetzen. Insgesamt waren wir begeistert und mein Sohn hat auch schon beschlossen, dass er den zweiten Band auch lesen will.

Wir empfehlen es daher und vergeben auch

5 von 5 Punkten.

Christiane Lind – Die Heilerin und der Feuertod

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Titel: Die Heilerin und der Feuertod

Autor: Christiane Lind

Verlag: atb

Genre: Historischer Roman

Seiten: 432

ISBN: 978-3-7466-3078-6

Braunschweig, 1374. Aleke, welche als uneheliches Kind eines städtischen Patriziers bei den Betschwestern im Konvent lebt, hat ohnehin kein einfaches Leben. Wegen ihrer unehrenhaften Herkunft ist sie immer wieder ein Opfer von Hohn und Spott. Als auf einmal ihr Vater auftaucht und sie um Hilfe bittet, weil sein Sohn Kersten unschuldig wegen Mordes an seiner Ehefrau im Gefängnis sitzt, sieht sie ihre Chance, endlich seine Anerkennung zu verdienen. Während ihrer Nachforschungen trifft sie auf Ringhert von Anhald und dieser hat nur eines im Kopf: Rache und zwar an der Familie von Alekes Vater, welche angeblich seine Familie auf dem Gewissen haben soll. Um an Alekes Familie heranzukommen ist ihm jeder Weg recht. Ob es ihr gelingen kann nicht nur die Unschuld des Bruders zu beweisen sondern sich auch vor Ringherts Ausnutzung zu schützen?

Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Das Cover hat mich allerdings etwas irritiert, da die Frau auf der Abbildung ein ziemlich aufwendiges Kleid in roter Farbe trägt. Zu Aleke passt diese Kleidung auf keinen Fall. Die einzige Frau aus der Geschichte, welche solche Kleidung tragen könnte, wäre die Frau von Alekes Vater Acchem. Warum sollte man allerdings eine kleine Nebenfigur auf das Cover machen? Hinter dieses Geheimnis bin ich leider nicht gekommen. Der Titel macht auf jeden Fall neugierig und vor allem verrät er alles und nichts. Er setzt sich zwar aus zwei Kernelementen der Geschichte zusammen, bringt sie allerdings so miteinander in Verbindung, dass man zwangsläufig überrascht werden wird. Also hier dafür dann alles richtig gemacht.

Die Protagonisten Aleke und Ringhert haben sich was die Sympathien angeht sehr schnell zu Protagonistin und Antagonist entwickelt. Während Aleke eine herzensgute Frau ist, die im Leben viel durchstehen musste, stests mutig, hilfsbereit und fleissig ist, ist Ringhert ein eher unangenehmer Zeitgenosse. Seine Rachelust hat ihn verblendet, so dass er richtig und falsch schon lange nicht mehr unterscheiden kann. Er benutzt andere Menschen nur, hat Scheuklappen vor den Augen und ignoriert konsequent die schwachen Warnungen seines Gewissens. Zumindest gegen Ende hin kann er ein paar Pluspunkte sammeln. Dennoch: Ich mag es, wenn Protagonist und Antagonist eng mit einander verbunden sind und das gibt der Geschichte erst den richtigen Touch.

Was die Inhalte angeht, kann ich wirklich nur sagen: Hut ab. Das Buch ist wirklich klasse recherchiert, hat die nötige Tiefe und ist doch so geschrieben, dass man es wunderbar lesen kann. Man fliegt förmlich über die Seiten und ist angezogen vom mittelalterlichen Braunschweig. Es gab ein paar Stellen an denen ich es mir gewünscht hätte, dass es die Protagonisten nicht ganz so einfach gehabt hätten, aber im Gesamtbild war es sehr stimmig. Auch die alte Sprache hat die Autorin verwendet und ein schönes Glossar angehängt, so dass man ohne Mühe alles nachschauen konnte.

Mich persönlich hat es am meisten begeistert, dass man einfach schon vom Prolog an gefesselt war und gar nicht mehr von dem Buch ablassen konnte. Auch das Ende war anders als gedacht und hat mich sehr positiv überrascht. Nicht unbedingt, was den Ausgang der Geschichte an sich anging, sondern einfach die Tatsache, wie die Dinge letztlich alle zusammenhingen und wie sich manche Charaktere noch entwickelt haben.

Ich kann es euch daher einfach nur empfehlen und vergebe hierfür auch sehr gerne

5 von 5 Punkten.

Chigozie Obioma – Der dunkle Fluss

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Titel: Der dunkle Fluss

Autor: Chigozie Obioma

Verlag: aufbau Verlag

Genre: Drama

Seiten: 322

ISBN: 978-3-351-03592-1

Der zehnjährige Benjamin lebt zusammen mit seinen Eltern und 5 Geschwistern in der Nähe eines verfluchten Flusses in Nigeria. Als ihr Vater aus beruflichen Gründen die Familie verlässt verstoßen er und seine drei älteren Brüder gegen das Verbot sich dem Fluss zu nähern und fangen an darin zu fischen. Eines Tages, als sie von einer weiteren Angeltour nach Hause zurück kehren, treffen sie auf den verrückten Abulu der Ikenna, dem ältesten Bruder, einen gewaltsamen Tod prophezeit. Kurz darauf beginnt sich Ikenna zu verändern. Was wird geschehen? Tritt die Phrophezeiung wirklich ein?

Das Buch hat mir ganz gut gefallen. Das Cover passt von der Farbgebung her nicht nur zur Thematik sondern auch allgemein zu Afrika, auch wenn mir der braune Kreis in der Mitte ein Rätsel ist. Vielleicht soll er eine sandige Sonne darstellen. Der Titel passt auch zum Buch, auch wenn der Fluss eigentlich nicht wichtig ist. Trotzdem dient er in einigen Schlüsselszenen als Schauplatz, was die Titelgebung rechtfertigt.

Der Protagonist Benjamin erzählt uns als Erwachsener die Geschichte, die er als Zehnjähriger erlebt hatte, und deshalb ist das ganze Buch in der Ich-Form geschrieben. Man erlebt alles aus seiner Sicht der Dinge, wie er sie als schüchterner und nachdenklicher Zehnjähriger erlebt hat. Es ist ein Buch, dass zum Nachdenken anregt, ein Buch über die Abgründe der Menschen und was der Glaube an eine Sache bewirken kann, egal ob zum Guten oder zum Bösen. Von Wünschen und Träumen, die durch die harte Realität zunichte gemacht werden. Gleichzeitig erfährt man einiges über die Lebenweise und die Kultur Nigerias in den frühen 1990er Jahren. Wie politische Unruhen das Land erschütterten und welche Ängste die Menschen durchzustehen hatten. Es war zwar nicht besonders spannend, aber trotzdem fesselte mich dieses Buch mit seiner ganz eigenen Art. Was mir besonders gefallen hat, waren die Vergleiche der einzelnen Familienmitgliedern mit Tieren und Symbolen, der Hoffnung, der Kraft, der Angst oder Zerstörung, auch wenn ich mit einem Symbol nicht wirklich einverstanden bin. Aber das ist eine andere Geschichte. Ebenso haben mich die Entwicklungen auf den letzten Seiten verwundert, aber das Ende passt insgesamt zu der ganzen Geschichte. Abschließend gibt es noch eine Leseempfehlung für alle die gerne (Familien-)dramen lesen oder einfach Geschichten, die dem realen Leben entsprungen sein könnten, aber kein Friede-Freude Ende haben. Abschließend gibt es von mir noch

4 von 5 Punkten.

Josef Peters – I’m dreaming!

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Titel: I’m dreaming!

Autor: Josef Peters

Verlag: Books on Demand

Genre: Roman

Seiten: 252

ISBN: 9783738608540

Nur wenige Wochen nachdem sich Sebastian Wimmer von seiner Schussverletzung erholt hat, reisen er und seine Frau Susanne Schlömer in die Demokratische Republik Kongo um ein paar schöne Urlaubstage in der Residenz von Wimmers Bekannten Dick van Maarten zu verbringen. Während ihres Aufenthaltes kommen sie auch auf das Thema Träume zu sprechen, da Sebastian seit seinen traumatischen Erlebnissen von Albträumen geplagt wird. Van Maarten erklärt, dass er ihm Gebiet der Traumforschung bewandert ist und lädt Wimmer in sein Schlaflabor ein um ihm zu helfen mit seinen Albträumen fertig zu werden. Leider ohne Erfolg.
Als Wimmer und Schlömer kurz darauf einen Bootsunfall auf dem Kongo haben, bei dem Susanne stirbt, beginnt eine Reihe merkwürdiger Ereignisse.

Insgesamt stehe ich diesem Buch sehr zwiespältig gegenüber. Als erstes werde ich aus dem Cover nicht wirklich schlau, denn mir ist absolut nicht klar, was es darstellen soll. Auf den ersten Blick sieht es auch wie Feuerwerk, aber das hat absolut nichts mit dem Buch zu tun. Nach einigen Momenten überlegen, würde ich sagen, dass das irgendwelche neuronalen Vorgänge sind, die während des Träumens im Gehirn ablaufen. Der Titel passt zu dem Buch, da sich die ganze Handlung um das Thema träumen dreht.
Der Protagonist Sebastian Wimmer ist ein Wissenschaftler durch und durch. Egal vor welche, scheinbar unlösbar Probleme er gestellt wird, er versucht ihnen mit analytischen Fertigkeiten und jeder Menge Recherche Herr zu werden. Leider ist er auch ein Hitzkopf und vor allem in letzten Abschnitt ist er mir ein Stück weit unsympatisch geworden, weil ich nicht fassen konnte wie ein so hochintelligenter Mensch so dumm und naiv sein konnte. Natürlich ist Naivität ein Teil seines Charakters, aber hier wurde damit eindeutig übertrieben.
Ansonsten ist das Buch sehr informativ. Egal ob es um die Demokratische Repubik Kongo, Träume, physikalische oder psychologische Probleme gibt, alles wird in dem Buch genau erklärt und auch das ein oder andere Gedankenspiel geführt. Das regt natürlich zum Nachdenken an und das ist auch der große Pluspunkt dieses Buchs. Aber wenn man sich nicht für das Thema interessiert, macht es einen kaum Spaß über das alles zu lesen, da es die eigentliche Handlung völlig überdeckt. Es ging eigentlich von einem Moment zum nächsten, von einem Gedankengang zum nächsten, aber dadurch blieb die Charakterentwicklung auf der Strecke. Ich fühlte mich immer etwas distanziert, konnte mich nie wirklich in das Buch einfinden und das macht es auch schwer mich mitreissen zu lassen. Die Idee hinter der Geschichte ist aber ansich nicht schlecht und vom Handlungaufbau ist auch gut gemacht, aber die Umsetzung hat mir einfach nicht zugesagt. Für alle die sich wissenschaftlich mit dem Thema “Träume” beschäftigen, und die auch Gedankenspiele zu diesem und anderen Themen mögen, kann ich dieses Buch empfehlen. Als Unterhaltungsliteratur sind mir die Charaktere jedoch zu blass und deshalb gibt es von mir auch nur

3 von 5 Punkten.

Alex Haas – Touchdown! Ran an die Bälle!

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Copyright by Oetinger Verlag

 

Titel: Touchdown! Ran an die Bälle!

Autor: Alex Haas

Verlag: Oetinger

Genre: Jugendbuch (12-15 Jahre)

Seiten: 160

ISBN: 978-3-7891-3724-2

Das Leben als Teenager ist für den 14-jährigen Niklas alles andere als einfach. Besonders nicht, als die hübsche Lynn-Cecile in seine Klasse kommt und er sich Hals über Kopf in sie verliebt. Doch da sie ihn nicht wirklich wahrnimmt, tritt er um sie zu beeindrucken sogar dem Footballteam bei. Football und ein Sportmuffel wie es im Buche steht. Na das kann was werden! Und sein bester Freund Paul ist ihm zu allem Überfluss auch keine große Hilfe, da er sich auf einmal seltsam rar macht. Was verbirgt er vor Niklas? Wird Niklas am Ende beeindrucken können und Pauls Geheimnis lüften?

Das Buch hat mir eher weniger zugesagt. Das Cover zeigt Niklas mit Footballoutfit und -bällen. Diese hält er in einer ebenso zweideutigen Haltung fest wie der Titel das Worte Bälle behandelt. Ich weiss nicht, ob Jugendliche ab 12 schon so sehr mit Zweideutigkeiten gefüttert werden müssen, wie das hier der Fall ist, aber zumindest dürfte die zeichnerische Aufmachung den Kids gut gefallen.

Der Protagonist Niklas war irgendwie sehr speziell. Viele seiner Charakterzüge haben mich eher an ein Mädchen erinnert als an einen Jungen. Beispiele dafür: Er nimmt die Dinge gleich persönlich und ersinnt Verschwörungsszenarien gegen seine Person, nur weil jemand mal ein paar Tage für ihn keine Zeit hat. Seine Nummer mit dem Football und einige andere Vorlieben sind dann wieder eher typisch Junge, vor allem seine Ernährung. Dennoch hat er sich einfach nicht wirklich in mein Herz geschlichen. Das könnte allerdings auch einfach an dem Buch an sich gelegen haben. Es plätscherte einfach immer so vor sich hin, aber es wurde eigentlich nie wirklich spannend. Das Ende ist dann zwar anders als erwartet, aber auch das geht so unspektakulär von statten, dass es einen nicht wirklich abholt. Auch insgesamt hat die Geschichte für mich wenig Lesefluß und immer wenn es mal interessant wurde, war die Szene garantiert vorbei. Zumindest der Schreibstil war an das Alter angepasst und ich denke auch die Art wie sich die Jugendlichen ausgedrückt haben hat gepasst, auch wenn überraschend wenig Jugendsprache (Slang) verwendet wurde, was ich für 14-jährige dann schon fast untypisch fand. Das Buch lässt sich leicht lesen und für zwischendurch ist es was. Aber ich persönlich glaube, dass es nicht die richtige Zielgruppe trifft. Jungs in diesem Alter lesen in der großen Mehrzahl einfach nichts, was nicht total cool oder spannend ist. Ein Buch mal für nebenbei und zwischendurch, was man halt als Lückenfüller liest, nun das ist wohl echt die Minderheit die das macht.

Von mir bekommt es leider nur

2 von 5 Punkten.

Chad Corrie – Cadriths Rückkehr

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Titel: Cadriths Rückkehr

Reihe: Wizard King Trilogie (Band 1)

Autor: Chad Corrie

Verlag: Mantikore

Genre: Phantasy

Seiten: 420

ISBN: 978-3-939212-76-8

Vor tausenden von Jahren herrschten die Magierkönige über das Land Talodren. Aber ihre Gier nach Macht wurde so unersättlich, dass sie von den Göttern zerschmettert und verbannt wurden. Einer dieser Magier, Cadrith, will aus dem Höllenschlund entfliehen und seine alte Macht wiedererlangen. Aber er ist nicht der Einzige, der gottgleiche Kräfte erreichen will. Was führt der Magier Valan im Schilde und welche Pläne verfolgen die Elfen, die Soldaten in den Dschungel schicken? Ein zusammengewürfelter Haufen aus Menschen, Elfen und Zwerge versucht Widerstand zu leisten ohne zu wissen, welche gewaltigen Kreise die ganze Sache wirklich zieht. Werden sie es schaffen ihre Mission zu erfüllen, oder werden sie scheitern?

Also das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Gut, auf den ersten Blick scheint es wieder ein Phantasyroman zu sein, wie es sie schon zu Hauf gibt, aber dieser hier besticht meiner Meinung nach durch seine Detailverliebtheit. Immer wieder gibt es Szenen, die ganz nebenbei abgehandelt werden, einen aber immer wieder vor neue Rätsel stellen. Das Cover ist ziemlich cool gestaltet und zeigt Cadrith, der vor einem magischen Portal steht. Durch den Titel weiß man schon was auf einen zukommt, aber der Weg dorthin hat mir sehr gut gefallen. Zu den Protagonisten muss man sagen, dass sie einerseits ein schon bunt zusammengewürfelter Haufen sind, andererseits bilden sie auch das gängige Klischee ab, denn ein Zwerg, der mit einer Axt kämpft und öfter mal mies gelaunt ist, ist wirklich nichts Neues. Dennoch hat mir der Charakter von Vinder sehr gefallen, besonders im Zusammenspiel mit Dugan. Dieser Mensch hat, als ehemaliger Gladiator und Sklave für die Elfen, für mich die interessanteste Vorgeschichte und ich bin neugierig wie es mit ihm weiter geht, denn es gab einige Vorkommnisse in dem Buch, die zu einer spannenden Entwicklung führen könnten. Der Rest der fünfköpfigen Truppe waren noch eine menschliche Magierin und zwei Elfen, die eigentlichen Initiatoren der Mission. Leider wurde Gilban, der eigentlich der Kopf der Mission ist, wird zum Ende hin zum Statisten degradiert. Wobei ich mir aber immer noch nicht sicher bin, ob es nicht doch Absicht war um etwas größeres zu verbergen. Die Idee hinter der Geschichte ist nicht wirklich neu. Ein verbannter Magier, der wieder zu alter Macht zurückkehren will. Anders ist jedoch, dass die Gefährten nichts von dem Magier wissen, sondern ein ganz anderes Ziel verfolgen. Was man bei dem Buch haben sollte, ist ein guter Magen oder eine nicht ganz so starke Vorstellungskraft, denn es gibt das ein oder andere enorme Gemetzel und Massaker. Zwar wird es nicht sehr detailreich beschrieben, aber bei soviel Blut und Gemetzel, warne ich mal lieber vor, sonst heißt es wieder: Warum hast du nichts gesagt. Obwohl das Buch über lange Zeit über mehrere Schauplätze springt, verliert man nie den Überblick und die Spannung wird die ganze Zeit hoch gehalten, ist aber nie so übertrieben, dass es ermüdend wirkt. Ein kleines Gimmick sind noch die kleinen Sprüche und Weisheiten zu Beginn eines jeden Kapitels, die entweder ein Zitat einer wichtigen Person oder einer wichtigen Schrift in der Geschichte von Talodren darstellen.

Der Schreibstil ist angenehm und schnell zu lesen und deshalb gibt es von mir eine Leseempfehlung für alle Phantasyfreunde, die es gerne etwas blutiger mögen und insgesamt

5 von 5 Punkten, denn meiner Meinung hat in dem Buch alles gepasst.