Kerrelyn Sparks – Ein Vampir für jede Gelegenheit

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Titel: Ein Vampir für jede Gelegenheit

Autor: Kerrelyn Sparks

Verlag: Soul

Genre: Erotischer Phantasyroman

Seiten: 352

ISBN: 9783956490897

Durch ein Video droht die Existenz der Vampire enthüllt zu werden. Um eine Massenpanik und dadurch eine Jagd auf die Vampire zu verhindern arrangieren sie ein treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten damit dieser das Video als Fälschung einstuft. Als Repräsentant, wird der junge Vampir Gregori gewählt, der mit seiner neuen Aufgabe nicht wirklich zufrieden ist. Das ändert sich allerdings, als er die Tochter des Präsidenten Abigail kennen und lieben lernt. Die junge Wissenschaftlerin sucht verzweifelt nach einem Heilmittel für ihre kranke Mutter und wird der Schlüssel zu einem Bündnis zwischen den Menschen und den Vampiren.

Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen. Das Cover zeigt Abigail und Gregori in einer sternenklaren Nacht. Es ist zwar passend für das Buch, aber ich habe es einfach lieber wenn mir die Charaktere nicht vorgeben werden, sondern ich meiner Phantasie freien lauf lassen kann. Der Titel ist irgendwie nichtssagend, denn so viele verschiedene Gelegenheiten musste Gregori gar nicht meistern.

Die Protagonisten Gregori und Abigail sind vom gleichen Schlag, auch wenn Letzterer anfangs noch etwas zugeknöpft ist und versucht gegen seine Gefühle zu kämpfen, doch fühlt er sich doch zu ihr hingezogen. Sie versucht rational zu sein, vor allem ihrer kranken Mutter zu liebe. Für ihre Familie würde sie alles tun und Gregori muss so manches Mal ihre Neugierde dämpfen, da sie als Wissenschaftlerin an den Selbstheilungskräften der Vampire interessiert ist, um sie für die Heilung ihrer Mutter zu nutzen.

Die Idee hinter der Geschichte ist nicht neu, aber sie wurde mit sehr viel Witz und frechen Sprüchen umgesetzt, was mir sehr zugesagt hat. Allerdings hielt sich Spannung mehr oder weniger in Grenzen, da das Ende sehr schnell vorherzusehen ist. Auch gab es ein paar Stellen die ich mir etwas ausführlicher gewünscht hätte, aber insgesamt fällt das nicht so sehr ins Gewicht. Das Buch war angenehm geschrieben und ließ sich schnell durchlesen. Also für alle die auf Romanzen bzw. Erotik mit Vampiren stehen, ist das Buch auf Fälle lesenswert und von mir gibt es

4 von 5 Punkten.

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Thomas Letocha – Oma Else startet durch

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Titel: Oma Else startet durch

Autor: Thomas Letocha

Verlag: Goldmann

Genre: Roman

Seiten: 192

ISBN: 978-3-442-48110-1

Eigentlich genießt Oma Else zusammen mit ihrem guten Freund Mario das Leben am Mittelmeer sehr. Doch dann bricht Mario zu einem Heimaturlaub auf, um seinem Sohn beim Umzug zu helfen. Wochenlang wartet Else auf seine Rückkehr doch stattdessen findet sie eines Tages einen völlig fremden Mann in ihrem Wohnzimmer, den angeblich, der für sie nie zu sprechende, Mario geschickt haben will. Er soll sie zusammen mit einigen Möbeln nach Deutschland kutschieren. Oma Else ist überrumpelt und entsetzt. Soll sie sich darauf wirklich einlassen?

Das Buch hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Das Cover zeigt Oma Else und Hardy mit dem VW-Bus auf einem Pass über die Alpen.  Kleiner Schöhnheitsfehler ist der Arm von Oma Else, der in so einem unnatürlichen Winkel zum Ausgucken an die Augen gehalten wird, dass es nicht nur sofort ins Auge sticht, sondern auch Schmerzen verursacht. Sonst hingegen passt das Cover sehr gut zu dem Buch, auch wenn es so ruhig und friedlich wirkt und irgendwie das Temperament und den Spaßfaktor des Buches nicht erahnen lässt. Der Titel passt auch sehr gut zu dem Buch, vor allem wenn man an einer bestimmten Szene im Buch vorbei ist, wird man das Durchstarten immer gleich damit aussoziieren.

Oma Else ist als Protagonistin sehr sympathisch. Sie ist eine patente, alte Frau in der auf jeden Fall mehr steckt als eine Oma, die vor dem Fernseher auf den Tod wartet. Sie hat ihre Macken und Schrullen und außerdem neigt sie dazu gerne einmal in Ohnmacht zu fallen, wenn sie aufgeregt ist oder sich ängstigt. Dennoch ist sie einfach lustig. Ihre Art ans Leben heranzugehen ist herzlich und auch wenn sie immer wieder mal Dinge tut, die einfach Schnellschüße und undurchdacht sind, so meint sie es doch nie böse. Außerdem ist sie sehr hilfsbereit und irgendwie immer am rumrennen (nicht nur sinnbildlich sondern öfter auch mal wörtlich, wenns mal besonders schnell zu etwas hin oder von etwas weg sein muss). Kaum zu glauben, was diese Frau alles auf die Beine stellt mit ihren 81 Jahren.

Die Idee hinter der Geschichte ist lustig und zugleich sehr ernst. Das Buch ist unterhaltsam und zeigt auf witzig Art, dass Senioren noch eine ganze Menge schaffen können, wenn sie es nur wollen. Natürlich gibt es eine Menge Hindernisse und auch mal Pannen, aber mit der gewissen Portion Humor kann man alles schaffen. Diese Botschaft gilt natürlich nicht nur für die ältere Bevölkerung sondern für alle. Außerdem hilft es den jüngeren Generationen einmal die „Alten“ mit anderen Augen zu sehen. Die ganze Geschichte war witzig und spritzig umgesetzt, so dass ich eigentlich immer was zum schmunzeln hatte, aber irgendwie hat mir etwas gefehlt. Vielleicht war es das große Ganze, denn auch wenn ich mich unterhalten gefühlt habe, so war Oma Elses Verhalten für mich einfach oft so wenig nachvollziehbar. Natürlich kam dann der nächste Witz, die nächste Panne und es rückte wieder in den Hintergrund, aber immer schwang bei mir mit, dass mir das gewisse Etwas fehlt. Es war wie Essen, dass eigentlich gut schmeckt, aber diese eine bestimmte Prise Gewürz fehlt, die es perfekt abrundet.

Nichtsdestotrotz war es natürlich ein klasse Buch und ich hatte meinen Spaß damit und würde es auch empfehlen. Aber weil mir eben dieses Gewürzkrümel fehlt geb ich nur

4 von 5 Punkten.

Kiera Cass – Die Elite

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Titel: Die Elite

Reihe: Selection (Band 2)

Autor: Kiera Cass

Verlag: Sauerländer

Genre: Jugendbuch

Seiten: 383

ISBN: 978-3-7373-6242-9

Die Geschichte rund um das Casting des Prinzen Maxon und der Teilnehmerin America Singer geht weiter. Es sind nur noch 6 Mädchen im Palast und das Casting wird immer anspruchsvoller, doch America muss auch immer noch ihre Gefühle gegenüber ihrem Exfreund Aspen abklären und kann sich nach wie vor nicht so recht auf Maxon einlassen. Kann das in dieser Phase des Castings wirklich noch gutgehen oder muss America ihre Taschen packen und nach Hause abreisen?

Mir hat das Buch mehr zugesagt wie Band 1. Das Cover ist wieder auf seine sehr eigene Art schön. Eigentlich hat es nicht viel Inhalt und ist schlicht gehalten, doch durch das aufwendige Kleid, welches America trägt wirkt es natürlich dann doch sehr edel und hebt es. Allerdings würde ich dieses Kleid dem Buch eher nicht zuordnen können und würde es eher im ersten Kapitel von Band 3 unterbringen, so dass mich die Coverwahl überrascht hat. Der Titel ist kurz und schmerzlos einfach nur der Stand im Casting wo man sich gerade befindet: Eine Elite hat sich durchgesetzt und wird nun auf Herz und Nieren geprüft.

Die Protagonisten haben sich nicht geändert. Neben Maxon und America, spielt natürlich auch Aspen eine wichtige Rolle. America nervt mich in diesem Band ziemlich, was ihre Impulsivität und auch das ständige Hin und Her angeht. Klar sie ist erst 17 und die Situation ist keine einfache, aber sie spielt mit anderer Leuten Gefühlen und letztlich auch mit ihrem Leben, so dass es doch fein wäre, wenn sie mal ein wenig aus dem Knick käme. Was Maxon angeht, so ist er mir in diesem Band eigentlich noch etwas sympathischer, denn man erfährt von ihm auch einige Dinge, welche normal hinter der Prinzenfassade verborgen liegen. Aspen ist leider für mich nur ein sehr selbstsüchtiger Mensch, der einfach nicht ertragen kann, wenn sein „Spielzeug“ jemand anderem gehören soll und America das Ganze einfach nicht wirklich gönnt, aber irgendwie trotzdem immer behauptet, dass er sie über alles Liebe und es nichts wichtigeres für ihn gäbe auf der Welt. Meine Definition von Liebe sieht dann aber doch irgendwie anders aus.

Die Geschichte nimmt im zweiten Band deutlich an Fahrt auf und es passiert endlich mal etwas mehr. Es passieren mehr Wendungen und letztlich wird es fast ein wenig spannend zwischendurch. Insgesamt ist das Buch einfach nicht so gleichförmig und abwechslungsreicher wie Band 1. Dennoch kann mich das Gesamtkonzept noch nicht wirklich überzeugen, denn letztlich bleibt die Vorhersehbarkeit erhalten. Americas Gefühlsänderungen sind mit jedem Ereignis schon in dem Moment, in dem es eintritt, so vorhersehbar, dass man eigentlich nur noch auf die Begründung dafür wartet. Allerdings glaube ich schon, dass für verträumte Teenager das Konzept dieses Buches genau aufgeht. Ein Prinzessinencasting, ein charmanter Prinz, der Exfreund, den man von Kindesbeinen an kennt. Eine brisante und tolle Mischung für verträumte Teenies. Obwohl ich eigentlich viele Jugendbuchreihen lese, ist diese hier irgendwie wohl in meinen Augen für Erwachsene deutlich unattraktiver als andere.

Schlecht ist es nicht, aber richtig gepackt hat es mich nach wie vor nicht. Dennoch war es besser als der erste Band und daher vergebe ich diesmal, neben eine Leseempfehlung für 14- bis 18jährige, auch

3,5 von 5 Punkten.

Erich Puedo – 4 Tage Ich bleib hier. Kommst du mit?

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Titel: 4 Tage Ich bleib hier. Kommst du mit?

Autor: Erich Puedo

Verlag: puedo books

Genre: Roman

Seiten: 242

ISBN: 9781502583192

Ninas Beziehung zu ihrem Freund läuft gerade nicht so toll und so begibt sie sich auf Tarifa zum Selbstfindungs- und Kitesurfurlaub. Dort trifft sie auf Holger. Dieser ist Single und schon seit Wochen auf einem Selbstfindungstrip dort. Die beiden lernen sich kennen und kommen ins Gespräch. Sofort fühlen sie sich zueinander hingezogen und es entwickeln sich Gefühle zwischen ihnen, die so nicht sein sollen und dürfen. Während Holger sich darauf einlassen will, hält Nina an ihrem Freund fest und will keine Urlaubsliebe. Wie es mit den beiden wohl weitergeht?

Mir hat das Buch eher mäßig gefallen. Das Cover zeigt 2 Schatten irgendwo sitzen und in den Sonnenuntergang schauen. Es passt inhaltlich sehr gut zu dem Buch und auch sonst ist es farblich wirklich klasse, allerdings hat es etwas wenig Anziehungskraft, so dass es im Regal etwas untergehen würde. Der Titel ist interessant. Er beschreibt viel vom Inhalt, der sich innerhalb von 4 Tagen abspielt. Außerdem ist die Frage sehr seltsam formuliert auf den ersten Blick. Natürlich wird sie durch Kenntnis des Inhalts klar, aber es ist eben erstmal ein Eyecatcher, wenn man so gar keine Idee hat, was gemeint sein könnte.

Die Protagonisten waren irgendwie auf der einen Seite der verschieden, aber dann auch wieder völlig gleich. Beide auf einem Selbstfindungstrip und nicht wirklich zufrieden mit ihrem Leben. Beide lieben Kitesurfen, Sonnenuntergänge und Mojitos. Doch Nina bleibt auch gerne mit ihren Klamotten, in diesem Fall bei ihrem Freund, und versucht realisitisch zu sein, während Holger sein Realismus, wohl schon abgehanden gekommen ist.

Die Idee hinter der Geschichte gefällt mir sehr gut. Allerdings is die Umsetzung des Ganzen sehr speziell. Die Geschichte ist so geschrieben als wäre man ein Beobachter und man bekommt in sehr weiten Teilen nur die Gespräche mit. Ab und an sind noch die Gedanken von Holger eingebaut und man kippt wieder eher in seine Perspektive der Dinge hinein. Allerdings ist es insgesamt für mich zuviel Gerede und zu wenig Handlung. Am Anfang habe ich noch gedacht, dass ich mich damit anfreunden kann, aber so nach den ersten 100 Seiten musste ich einsehen, dass der Stil einfach nicht meinen Geschmack trifft. Auch fehlte mir über sehr weite Teile des Buches der Tiefgang, denn die ersten 200 Seiten der Geschichte waren leider relativ oberflächlich aus meiner Sicht. Zum Ende hin gab es eine Phase, die mir richtig gut gefallen hat und auch sicherlich das ganz Buch enorm aufwertet, welche mir zwar auf den letzten Seiten noch schnell verdorben wurde, aber das macht nichts. Im Gesamtpaket kam das Buch bei mir leider nicht sonderlich gut an.

Für die Seiten am Ende, die tolle Umgebung des Settings und auch für die außergewöhnliche Art wie es geschrieben ist vergebe ich zusammgefasst

3 von 5 Punkten.

Thomas Biehling – Die Nanolithografie

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Titel: Die Nanolithografie

Autor: Thomas Biehlig

Verlag: T.Biehling media

Genre: Wissenschaftsthriller

Seiten: 572

ISBN: 978-3-00-046430-0

Marc Jansen ins ein Experte im Gebiet der Halbleiterwissenschaften und arbeiten in einem kleinen aber renommierten Büro in Hamburg. Eines Tages lässt er sich von einem seiner Klienten, Victor Navarro, abwerben, da ihm viel Geld versprochen wurde. Obwohl ihm gesagt wird, dass es auch gefährlich werden kann, nimmt er die Stelle an. Ziel dieser Stelle ist es, einerseits einen Staatenbund zu unterstützen in den Wirtschaftszweig der Chipherstellung einzusteigen, andererseits den Mord des Wissenschaftlers Orlando Lopez aufzuklären. Schon bald gerät das Team in dem Marc arbeitet ins Visier eine skrupellosen Organisation die ihre korrupten Kreise bis in die obersten Regierungskreisen, der internationalen Mächte hat.

Insgesamt muss ich sagen, dass das Buch ziemlich schwer zu beurteilen ist. Aber fangen wir erstmal mit dem Cover an. Es ist schlicht gestaltet, aber die Leiterbahnen eines Chips, die darauf abgebildet sind, passen hervorragend zum Buch, da es darin vor allem um eine neue Technologie der Chipherstellung dreht, welche die gesamte Welt verändern könnte. Der Titel ist einem Verfahren zur Chipherstellung nachempfunden, welches wirklich existiert.
Einen Protagonisten in dem Sinn gab es nicht wirklich, da man die gesamte Geschichte eher aus der Perspektive des Erzählers erlebt hat, der immer wieder zwischen den Schauplätzen hin und her gesprungen ist. Das ist für mich auch der größte Schwachpunkt dieses Buches. Es gab jede Menge Charaktere, Unmengen an Schauplätzen, Intrigen, Explosionen, Schießereien und Tote. Wie man es in einem guten Thriller erwartet. Aber man konnte zu keiner Figur eine richtige Bindung aufbauen. Es fehlten die Emotionen. Selbst als alles zum Scheitern verurteilt war, konnte man die Resignation nicht spüren. Es wurde in einem Nebensatz erwähnt, aber das war es auch schon. Es war eine Geschichte mit jeder Menge Fakten, aber ohne Gefühl, ohne Emotion und deshalb wollte ich es eigentlich schon nach den ersten 200 Seiten weglegen, da es für mich eigentlich nur noch Längen hatte und mich die ganze Sache einfach nicht mehr angesprochen hat. Die vermeintlich spannenden Momente haben alle ihre Wirkung verfehlt, da es mir schlichtweg egal war ob irgendeiner von den unzähligen Figuren überlebt, oder nicht. Ich muss sagen, es ist wirklich schade, denn die ganze Thematik, die Recherche, die Aufbereitung waren insgesamt wirklich gut. Man weiß nicht ob es so eine Technologie wirklich gibt, oder ob sie vielleicht nicht schon eingesetzt wird, denn die Elemente die nach Science Fiktion aussehen, sind in Wirklichkeit sogar ziemlich real. Auch der Stil war sehr angenehm zu lesen und trotzdem fehlte mir einfach ein Protagonist mit dem ich mitfiebern, mitfühlen und mitleiden könnte, was mir die gesamte Atmosphäre zerstört hat. Für Freunde von Wissenschaften, die gerne eine Geschichte mit vielen Fakten und auch Bezug zur Realität mögen, sowie jene mich einem Hang zu Verschwörungstheorien werden bei diesem Buch sicherlich auf ihre Kosten kommen. Aber mein Fall war es leider nicht und deshalb gibt es auch nur

3 von 5 Punkten.

Thorsten Schatz – Pirato-Papagei und die wundersame Insel

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Titel: Pirato-Papagei und die wundersame Insel

Autor: Thorsten Schatz

Verlag: Pax eTBonum

Genre: Kinderbuch

Seiten: 164 Seiten

ISBN: 9783943650532

Als Pirato-Papagei, zusammen mit anderen Vögeln, von Tierfänger aus dem Urwald entführt wird, will er sich nicht kampflos geschlagen geben und fliehen. Nachdem er zufällig den Käfig aufstoßen kann, wagt er seinen Fluchtversuch. Dabei findet ihn Piratenkapitän Karacho und nimmt ihn mit an Bord. Doch Pirato-Papagei ist seine eigene Flucht nicht genug und er möchte auch noch die anderen Vögel befreien. Ob er das wirklich schaffen wird?

Diese Rezension verfasse ich mal wieder mit meinem Sohn zusammen, da das Buch ganz klar für seine Zielgruppe gemacht wurde und er damit eindeutig der Experte dafür ist.

Das Buch hat ihm insgesamt ganz gut gefallen. Die Außenerscheinung des Buches hat meinen Sohn angesprochen und besonders toll fand er, dass dieses Buch irgendwie behandelt wurde, sodass die Seiten duften. Das ist einfach mal etwas ganz anderes. Allerdings sind wir uns darüber einig, dass es nicht so gut ist, es neben andere Bücher zu stellen, da wir nicht wissen, ob der Duft vielleicht nicht auch auf andere Bücher übergreift. Der Titel des Buches ist auf den ersten Blick nicht ganz so verständlich, aber nach knapp der Hälfte wird er klar.

Die Hauptfigur in diesem Buch ist ein männlicher Papagei, der sich vor allem dadurch auszeichnet, dass er alle Sprachen sprechen kann. Das macht es ihm natürlich in vielerlei Hinsicht einfacher. Aber auch insgesamt ist er sehr sympathisch, da er nicht nur an sich denkt, sondern immer versucht auch den anderen zu helfen.

Die Idee des Buches war eigentlich, dass die einzelnen Kapitel als Gute-Nacht-Geschichten dienen sollen. Dafür ist auch am Ende jedes Kapitels ein Gute-Nacht-Gruß mit einer Textlücke, in welche die Kinder selbst ihren Namen eintragen können. Außerdem befindet sich dort auch ein Ausmalbildchen, was leider aber immer das Gleiche ist und auf Dauer langweilig wird. Das Konzept der Gute-Nacht-Geschichte geht unserer Meinung nach leider nicht auf, denn das Buch ist einfach zu spannend geschrieben und die wenigsten Kinder könnten danach noch schlafen. Daher empfehlen wir das einfach mal Nachmittags zu lesen. Die Schriftgröße ist allerdings nicht für Leseeinsteiger gemacht, so dass wir gerade jüngeren Leseratten empfehlen sich an die Eltern zu wenden und es sich vorlesen zu lassen.

Insgesamt hat uns das Buch aber bei Lesen viel Spaß gemacht, denn es war sehr spannend und fesselnd, so dass mein Sohn es nach 2 Nachmittagen durchgelesen hatte. Etwas gefehlt hat ihm aber auch eine Bebilderung, welche zwar vom Verlag zu Gunsten der Phantasie weggelassen wurde, aber doch gerade für die Kinder, die noch in das Gute-Nacht-Geschichten-Alter fallen oft noch eine wichtige Rolle spielen.

Meinem Sohn hat es so gut gefallen, dass er es auf jeden Fall anderen Kindern empfehlen würde. Insgesamt geben wir

4 von 5 Punkten,

da es aus unserer Sicht einige kleine Mankos hat.

Dany R. Wood – Achtung Familienfeier

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Titel: Achtung Familienfeier

Autor: Dany R. Wood

Verlag: arturo

Genre: Roman

Seiten: 320

ISBN: 9783981701609

Als Eva, welche aus dem beschaulichen Hirschweiler (Saarland) ins große Berlin geflüchtet ist, mal wieder mit einem Familientreffen anlässlich des 80. Geburtstags von Oma Käthe konfrontiert ist, macht sie sich schon wieder auf einige Sprüche wegen ihres ewigen Singledaseins und ihrem Hang zu falschen Männern gefasst. Doch auf der Zugfahrt ins Saarland reihen sich die Zufälle nur so aneinander und auf einmal hat sie Sandro, einen Schauspieler dem gerade seine Rolle geplatzt ist, als ihren Freund für 4 Tage gemietet. Doch kann sie ihre Zugbekanntschaft wirklich ihrer Familie glaubhaft verkaufen ohne das diese es merkt? Und vor allem: Kann sie es schaffen, dass es Sandro 4 Tage mit ihrer grotesken Familie aushält ohne davonzulaufen? Achja und dann wären da ja noch ihre Gefühle für Sandro, welche so gar nicht zu dem Engagement passen wollen. Kann dieses verlängerte Wochenende wirklich gut gehen?

Das Buch hat mich leider nicht so angesprochen. Das Cover passt irgendwie ins Bild. Eine Geburtstagstorte aus der Auswahl, die es zu Käthes Geburtstag gab -nebenbei auch eine klassische „Alte-Leute-Torte“ und typische Omatapeten im Hintergrund legen schon mal einen ungefähren Schauplatz fest und zeigen auch gleich, die altmodischen Einstellungen. Das Warnschild auf der Torte zeigt schon mal klar, dass es hier heiß hergeht und mit scharfen Geschützen geschossen wird. Auch der Titel passt perfekt ins Bild, denn vor dieser Familie muss man sich wirklich in Acht nehmen, besonders vor ihren Feiern.

Die Protagonisten in dem Buch waren mit Eva und Sandro sehr ungleich besetzt. Während Eva eine Frau ist, die es selten schafft auf Männer zuzugehen und sich immer die falschen angelt, scheint Sandro solche Nährungsprobleme nicht gerade zu haben. Eva arbeitet für eine Werbeagentur, während Sandro Schauspieler, wenn auch weniger erfolgreich, ist. Eva möchte nicht nur bei ihrer Familie gut dastehen, sondern hat auch noch Gefühle für Sandro, während dieser sich ausschließlich für die finanzielle Seiten des Arrangements interessiert. Die einzige Gemeinsamkeit zwischen den Beiden scheint wohl zu sein, dass sie es mit der Wahrheit nicht ganz so genau nehmen. Ob das nun wirklich die beste Basis für so eine Familienzusammenkunft ist?

Die Idee hinter der Geschichte ist eigentlich eine sehr Gute gewesen. Allerdings hat mir die Umsetzung nicht sonderlich zugesagt. Die Charaktere waren für mich leider so gestrickt, dass ich außer der Oma überhaupt keinen Leiden konnte und immer wenn ich dachte, sie wären jetzt so tief in meinem Ansehen gesunken, dass es nicht mehr tiefer ging, wurde mir bewiesen, dass es doch noch tiefer geht. Am Schluss habe ich die Figuren teilweise schon fast gehasst. Auch der Witz kam bei mir leider nicht so an wie er sollte. Die Art wie man da miteinander umsprang war für mich leider nicht sonderlich komisch sondern eher erschreckend. Ich hatte bei diesem Buch leider wenig zu lachen und wüsste auch ehrlich gesagt nicht, worüber man lachen sollte, denn die Zustand, wie sie in diesem Buch dargestellt sind, sind eher zum Heulen und Bemitleiden.

Ich habe mich durch das Buch wirklich durchquälen müssen und war insgesamt sehr enttäuscht. Was man aber auf jeden Fall positiv erwähnen muss ist, dass der Autor es geschafft hat den Dialekt und die Art miteinander zu sprechen aus der Region gut aufgenommen hat und auch konsequent durchgezogen hat.

Am Ende des Buches befinden sich dann noch 3 Rezepte, welche typisch saarländische Gerichte beinhalten, die in diesem Buch eine Rolle spielen. Das finde ich eine gute Idee, denn so kann man die Gerichte aus dem Buch auch mal ausprobieren und sich etwas mehr darunter verstellen als Speisen bei deren Namen man sich teils weise die Zunge verrenkt („Dippelabbes“). Wer also einmal saarländische Küche kosten wollte ist hier richtig.

Ich hatte mir nach „Limetten retten in Sydney“ deutlich mehr von dem Autor erhofft und bin diesmal leider nicht wirklich zufrieden. Daher vergebe ich auch nur

2 von 5 Punkten.

Kiera Cass – Selection

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Titel: Selection

Reihe: Selection (Band 1)

Autor: Kiera Cass

Verlag: Sauerländer

Genre: Jugendbuch

Seiten: 367

ISBN: 978-3-7373-6188-0

America ist ein junges Mädchen aus der fünften Kaste. Damit steht sie schon recht weit unten in der Hierachie von Illeá und muss mit ihrer Familie entsprechend um ihr Einkommen kämpfen. Das ihre Mutter wünscht, dass sie in eine höhere Kaste einheiratet ist nicht verwunderlich, doch America ist in Aspen aus der 6. Kaste verliebt. Doch als er sie zu Anmeldung zum Casting des Prinzen für die neue Prinzessin überredet und ihre Standesunterschiede immer deutlicher werden, zerbricht ihre Beziehung. Doch America hat kaum Zeit traurig zu sein, denn sie wird tatsächlich eine der Erwählten und darf mit 34 anderen Mädchen in den Palast einziehen und um Maxons Gunst buhlen. Doch sie fährt nur mit größten Widerwillen und will keinesfalls Prinzessin werden. Ob sie es mit dieser Einstellung dort lange aushält ohne anzuecken?

Das Buch hat mir insgesamt ganz gut gefallen. Das Cover zeigt America in eines der Kleider, welches sie im Palast trägt. Genauer gesagt spielt dieses Kleid an einer Stelle sogar noch eine wichtige Rolle. Der Hintergrund ist aus lauter Spiegeln dargestellt in denen sie sich immer wieder spiegelt. Allerdings wirkt er auf mich an vielen Stellen wie Eisregen und Eisblumen. Total kalt und abweisend. So wie es America auch im Palast empfindet. Der Titel nennt eigentlich nur das Auswahlverfahren beim Namen. Aber insgesamt ist die Covergestaltung super auf das Buch zugeschnitten.

Die Protagonisten sind in dem Buch sehr unterschiedlich gewichtet. Die Hauptprotagonistin ist ganz klar America, die einfach sehr sympathisch und authentisch ist. Sie bleibt immer sie selbst und verhält sich auch durch ihre niedrige Kaste oft anders als ihre Konkurrentinnen. Zwar begeht sie dabei auch so manche Verfehlungen, allerdings hat sie so eine Art an sich, dass man ihr einfach nicht lange böse sein kann. Im Gegenteil man muss sie einfach mögen. Maxon ist zwar Prinz und letztlich die Person, die entscheidet, aber da die Geschichte aus Americas Sicht geschildert wird, bleibt er neben ihr doch ein wenig zurück. Allerdings scheint er mir auch sehr nett zu sein. Er ist zuverkommend und exzellent erzogen, allerdings auch in vielen Dingen einfach sehr verunsichert und teils etwas impulsiv. Dennoch könnte man sich wohl kaum einen besseren Mann wünschen und für einen Prinzen ist er auf jeden Fall sehr außergewöhnlich.

Die Geschichte spielt quasi in der Zukunft. Es gibt eine Menge Schnittpunkte mit der heutigen Welt, allerdings gab es schon den vierten Weltkrieg und die politischen Machtzentren und Gleichgewichte haben sich erheblich verschoben. Das ganze ist eine Mischung aus Phantasy und Bachelor. Das Konzept klingt auf Anhieb etwas abgedroschen, allerdings geht es halbwegs auf. Für meinen Geschmack ging das Ganze allerdings etwas zu friedlich von statten. Die Querelen der Mädchen haben kaum Raum bekommen, auch die Machtkämpfe und Eifersüchteleien nicht. Auch die Sympathien des Prinzen waren irgendwie zu schnell vergeben und irgendwie wirkte das ganze Buch auf mich sehr vorhersehbar. Es gab kaum nennenswerten Streit und wenn war er gleich danach wieder vergeben. Insgesamt eine schöne Geschichte, aber mit deutlichen Schwächen.

Die Schreibstil war schön gemacht. Man konnte es einfach und flüssig lesen und es hat auch Spaß gemacht. Dennoch muss ich sagen, dass ich den Hype um die Bücher definitiv eher nicht verstehen kann. Von mir gibts auch nur

3 von 5 Punkten.

P.C. & Kristin Cast – Kalonas Fall

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Titel: Kalonas Fall

Reihe: Zusatzgeschichte zu House of Night

Autor: P.C. & Kristin Cast

Verlag: Fischer Jugendbuch

Genre: Phantasy

Seiten: 206

ISBN: 78-3-8414-2223-1

Die Göttin Nyx ist die letzte der Göttinnen und Götter, welche ihre Beziehung zur Erde noch nicht aufgegeben hat. Sie freundet sich sogar mit dieser an und damit Nyx sich nicht länger einsam fühlt will ihr die Erde sogar einen Kameraden erschaffen. Doch dies geht am Ende nicht ganz so aus wie geplant, denn bei der Schöpfung entstehen Kalona und Erebos, so dass Nyx nun 2 Gefährten hat. Die Erde möchte, dass sich die beiden Kameraden in 3 Prüfungen Nyx beweisen und zeigen, dass es ihr einziges Ziel ist diese glücklich zu machen. Doch das Ganze läuft nicht wie geplant und schon bald ziehen Schatten auf.

Das Buch an sich hat mir recht gut gefallen. Das Cover ist wie bei der House of Night Reihe üblich wieder sehr schön, allerdings muss man auf die charakteristische Prägung der Schutzumschläge bei den Zusatzbüchern leider verzichten. Auf dem Cover ist ein Bild von Kalona zu sehen. Er kniet und shcaut auf den Boden. Dies in Kombination mit dem Titel sagt schon alles. Die Frage ist bei diesem Buch, wie bei allen Zusatzbüchern, nicht wie es ausgeht, sondern wie es zu diesem Ausgang kommt.

Die Protagonisten sind in diesem Buch klar Kalona und Nyx. Während Kalona bei mir ungefähr genauso viel Sympathien hat wie in der House of Night Reihe, nämlich keine, kommt Nyx hier deutlich schlechter weg. Sie ist jünger, unerfahrener, noch mehr von ihren Gefühlen geleitet und naiv. Eigenschaften, die sie in der Reihe selbst nie hat. Sie denkt wenig nach und vertraut zu sehr, dass schon alles gut werden wird. Sie ist leichtgläubig und irgendwie auch blind. Ihre Gefühle und ihr Verhalten sind sehr menschlich und haben wenig Göttliches an sich. Kalona ist selbst ja auch eine Art Gott und irgendwie verhält er sich auch eher wie ein Teenager und hat sich und seine Gefühle wenig unter Kontrolle. Also irgendwie fehlt mir hier ein wenig die Göttlichkeit bei den Charakteren.

Ich mag es generell, wenn zu langen Reihen mit vielen Figuren auch einmal die Geschichten erzählt werden, allerdings halte ich diese Geschichte für noch nicht ganz ausgereift. Es gab einen Logikfehler, an einem Wendepunkt in der Geschichte, welcher massive Auswirkungen für den weiteren Fortgang der Geschichte hat und in sich leider so unschlüssig ist, dass ich sagen muss, dass hier die Geschichte schon fast verdorben wird. Im Gesamtbild ist es zwar stimmig und nachvollziehbar, allerdings stimmt einfach die Stelle nicht und dadurch auch nicht die Konsequenzen, welche daraus folgen. So etwas kann ich nicht leiden, denn das Buch ist mit seinen etwas über 200 Seiten wirklich kurz genug um den Überblick zu behalten. Auch die Umsetzung insgesamt hat mir nicht gefallen. Ständig wird davon geredet wie göttlich alle sind und doch benehmen sich die Götter hier wie pubertäre Teenager und nicht annährend göttlich. Die Name Erebos, Nyx und Kalona hätte man ebenso gut durch Zoey, Heath und Erik austauschen können, dann wäre das Ganze fast sinnvoller.

Zu Gute halten möchte ich dem Buch vor allem, dass man nicht nur Kalonas Vorgeschichte erfährt sondern auch wie die Vampyre entstanden sind. Das ist eine sehr nette Sache, denn das hat mich fast mehr interessiert als Kalona zumal ihre Geschichte dann in sich wieder stimmig war – wenn auch vom Fehler beeinflußt.

Lesen lässt sich das Buch wieder sehr flüssig und schnell. Es erhebt keine großen sprachlichen Ansprüche an seine Leser und wurde von mir in etwa 2:15 Stunden weggelesen. Also die klassische Unterhaltung für mal zwischendurch. Was mich an diesem Buch noch total gestört hat waren die Zeichnungen. Es gab zu Beginn jedes Kapitels Zeichnungen von Nyx, Kalona und Erebos, vor allem aber von Ersterer. Diese waren wirklich nicht sondernlich schon anzusehen. Es handelt sich dabei eher um Skizzen, welche einfach weder zum System von House of Night gepasst haben noch das sie schön anzusehen gewesen wären. Ich möchte nicht sagen, dass die Person, die sie gemalt hat nicht zeichnen kann, denn das kann sie bestimmt wesentlich besser als ich, allerdings gehören ihre Künste qualitativ bestimmt auch noch nicht in ein Buch hinein.

Empfehlen würde ich das Buch eigentlich überhaupt nicht. Da aber sicher die House of Night Fans unter euch trotzdem neugierig sind auf die Vorgeschichte, würde ich sagen, dass man es frühestens lesen sollte, wenn man Band 5 abgeschlossen hat. Ich persönlich war einfach nur enttäuscht und gebe auch nur

2 von 5 Punkten.

 

Jennifer Bentz – Wenn alle Stricke reißen

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Titel: Wenn alle Stricke reißen

Autor: Jennifer Bentz

Verlag: Ullstein

Genre: Roman

Seiten: 352

ISBN: 978-3-548-28647-1

Das Leben von Tine, Vivien und Lea läuft nicht gerade rund. Tine hat quasi Angst vor Allem, Vivien steckt mitten in einer Depression und Lea ist eine absolute Cholerikerin. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sie sich im Wartezimmer eines Therapeuten kennenlernen. Doch was danach geschieht ist wie ein Wink des Schicksals. Ihr gemeinsamer Therapeut hat sich an diesem Morgen erhängt und für die drei Abschiedsbriefe dagelassen. In jenen gibt er ihnen quasi den Auftrag sich gegenseitig zu helfen. Da alle drei auf irgendeine Art ein Wohnungsproblem haben, beschließen sie, noch während sie auf auf der Polizeiwache auf die Aufnahme ihrer Aussage warten, zusammenzuziehen. Bereits am nächsten Tag ist es soweit und die Psycho-WG der Mädels nimmt Gestalt an. Doch damit es nicht nur ein Wohnprojekt bleibt machen die Drei auch gleich noch einen Plan, wie sie ihre Erkrankungen in den Griff kriegen können und verfolgen nun ehrgeizig ihre Ziele. Und sollte einer doch mal der Ehrgeiz ausgehen und die negativen Gedanken wieder hochkommen, dann treten ihr die Beiden anderen gehörig in den Hintern. Ob das gutgehen kann?

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Das Cover an sich ist bunt und fröhlich und steht sehr im Kontrast zu der eigentlich ernsten Thematik des Inhaltes. Doch da das ganze Buch auch irgendwie so gestaltet ist, dass es das Thema witzig und lustig rüberbringt, passen die Farben prima. Die 4 Beinpaare oben haben mich allerdings etwas irritiert. Bei dreien könnte es sich um die Beine der Protagonistinnen handeln, welche im Gleichschritt marschieren. Das linke Beinpaar jedoch steht irgendwie im Weg und ist in die andere Richtung gerichtet. Man könnte es noch als ihre Angst sehen, welche versucht sich ihnen in den Weg zu stellen, allerdings ist das reine Spekulation und ich verstehe es nicht so ganz.

Die Protagonistinnen an sich waren charakterlich alle sehr verschieden. Tine war überängstlich, aber auch sehr hilfsbereit. Sie hatte für jedes Problem ihrer Freundinnen eine Lösung bzw eine Idee oder einen Ansprechpartner dafür. Mir war sie am sympathischen. Vivien mit ihren Depressionen und ihrer Kleptomanie war mir irgendwie am unsympathischen. Ich kann nicht genau sagen warum, aber eines der Dinge, die mich an ihr gestört hat, war, dass sie ihre moralischen Anwandlungen immer dann bekommen hat, als sie am unnötigsten waren und dafür zu den Zeiten, wo sie nötig gewesen wären wiederum sich keine Gedanken gemacht hat. Dennoch war sie mir nicht unsympathisch. Ich mochte sie eben nur am wenigsten. Lea war eine Cholerikerin wie es im Buche steht, ständig wegen den kleinsten Kleinigkeiten am Ausflippen und nie die Schuld bei sich suchen. Dennoch hatte sie das Herz am rechten Fleck und hat die WG überhaupt erst möglich gemacht.

Die Idee hinter dem Buch hat mir sehr gut gefallen. Es befasst sich auf eine lustig und unterhaltsame Art mit einem sehr ernsten Thema, welches in der Gesellschaft heute aber immer noch lieber totgeschwiegen wird. Auch die Probleme mit den psychische kranke Menschen konfrontiert werden aus der Gesellschaft und Vorurteilen heraus werden angesprochen und kommen nicht zu kurz. Das Buch lädt ein sich zu amüsieren und dennoch einen neuen Blick auf psychische Krankheiten zu bekommen. Es ist kein Fach- oder Sachbuch oder nimmt es gar für sich in Anspruch Leuten zu sagen, was sie zu tun haben oder Tipps zu geben, sondern will einfach unterhalten und dabei diese Themen lustig und unterhaltsam auf eine gut fundierte realistische Art an den Leser bringt. Der Schreibstil ist locker, leicht zu lesen und macht einem zusätzlich Spaß. Bei diesem Buch wurde sehr vieles richtig gemacht. Einziges Manko aus meiner Sicht ist das Ende, welches vielleicht aus Sicht eines Psychos nicht ganz stimmig war aber für die breite Romanleserschaft in dieser Form so sein musste.

Daher gibts von mir auch eine Leseempfehlung und

5 von 5 Punkten.