Margot Berwin – Hot House Flower

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Titel: Hot House Flower

Autor: Margot Berwin

Genre: Roman

Verlag: Bertelsmann Ausgabe

Seiten: 336

ISBN: 01179829

 

Lila steht ein absoluter Umbruch in ihrem Leben bevor. Erst ist ihr Mann weg, dann kauft sie tropische Pflanzen auf dem Wochenmarkt und schubs ist sie nach einigen Irrungen und Wirrungen auf einmal mit dem Pflanzenliebhaber Armand in den Regenwäldern von Mexiko unterwegs. Dort will sie nicht nur sich selbst sondern auch die neun Pflanzen der Sehnsucht finden. Eine Legende unter Pflanzensammlern, die besagt, dass jemand der die Pflanzen besitzt alles erhält wonach er sich sehnt. Ob ihr das Kunststück gelingen kann an dem Hunderte vor ihr gescheitert sind?

Wer mich kennt weiss, dass Pflanzen und ich ungefähr so gut zusammen passen wie Feuer und Wasser und meine herausragenste Fähigkeit, im Umgang mit ihnen, wohl ist sie zu ertränken. Dementsprechend groß ist mein Interesse an Grünzug und mein Informationsstand. Als ich das Buch aufgeschlagen habe und erstmal mit Informationen über verschiedene Pflanzenarten gefüttert wurde, dachte ich wirklich, dass es ne Katastrophe geben wird und das Buch eine Qual wird. Aber schon bald stellte sich heraus, dass es super gut und total spannend ist und das obwohl immer wieder Pflanzenpflege und ähnliches Thema sind.

Der Schreibstil war eingängig und fesselnd. Die Autorin hat eine Art die Leute selbst dann zu begeistern, wenn sie gerade über Pflanzenpflege redet und was sie erzählt ist so wunderschön geschrieben, dass man sich direkt in die Lokalitäten einfühlen kann. Einfach klasse. Außerdem muss man ihr wirklich einen Heidenrespekt aussprechen, denn für dieses Buch waren sicherlich aufwendige Reserchen nötig und sie sind sehr gut gemacht. Das hat mich ehrlich gesagt sehr beeindruckt.

Die Protagonistin war auf jeden Fall gut gestaltet, wenn auch für meinen Geschmack nicht der Typ Frau, denn ich sonderlich mag. Sie ist sehr egozentrisch und nimmt für ihren Willen einfach zuviel in Kauf. Vor allem zuviel Unglück für andere. Dennoch ist sie gut ausgearbeitet. Mir waren jedoch die Nebencharaktere in dem Buch fast sympathischer und sie waren fast genauso tief ausgearbeitet wie die Protagonsitin, was mich sehr gefreut hat.

Kleine Minuspunkte gibts allerdings klar fürs Cover. Es strahlt soviel Ruhe, Frieden und Entspannung aus, dass es mit dem Inhalt des Buches nicht wirklich vereinbar ist. In den Regenwäldern geht es alles andere als ruhig und friedlich zu und Wiesen wo die Protagonistin drauf rumliegen kann, gibts da auch nicht.

Aber insgesamt hat mich das Buch total überzeugt und ich kann es jedem empfehlen, der auf Abenteuer steht. Von mir gibts jedenfalls mal klare

4 von 5 Punkten.

Frauke Scheunemann – Dackelblick

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Titel: Dackelblick

Autor: Frauke Scheunemann

Verlag: Goldmann

Genre: Ein etwas anderer Liebesroman

Seiten: 288

ISBN: 978-3-442-47066-2

Dackel Herkules wird von seinem neuen Frauchen Carolin aus dem Tierheim geholt und liebt sie abgöttisch. Doch ihr Freund Thomas ist ihm gänzlich unsymphatisch und er behandelt sein Frauchen auch sehr schlecht. Mit einer List und der Hilfe seines Freundes Herrn Beck, ein alter Kater, der ihm allerlei über die Menschen beibringt, gelingt es ihm schließlich die beiden zu trennen. Doch auf einmal ist sein Frauchen so traurig. Herkules kann das nicht ertragen und macht sich auf die Suche nach einem neuen Partner für sein Frauchen. Gar nichtso einfach, so als Dackel. Ob er es wohl schafft?

Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ich stehe ja bekanntlich überhaupt nicht auf Liebesgeschichten, aber diese hier was einfach herrlich erfrischend. Wenig Rumgeschnulze, alles aus der Sicht eines Hundes geschrieben, der die Menschenwelt nur nach und nach und oft dennoch gar nicht begreift.

Das Cover ist schon wirklich süß gemacht und wer Tiere mag, kann dem Blick des Hundes einfach nicht widerstehen. Er schaut einen so niedlich an, dass man einfach das Buch in die Hand nehmen muss und der Klappentext erledigt dann den Rest. Er liest sich schon so lustig, dass man es einfach nur noch kaufen kann.

Der Protagonist selbst – nennt man das bei einem Tier überhaupt so – ist super gemacht. Stolz, lieb, verschmusst, fürsorglich, pfiffig, hilfsbereit, clever, aber auch wunderbar naiv, verwirrt und manchmal ein wenig tollpatschig. Eine ganz süße Mischung die mein Herz im Sturm erobert hat. Aber auch die meschliche Protagonistin ist herrlich herausgearbeitet. Mit all den Schwächen und Leiden, die Liebenskummer mit sich bringt, der Unsicherheit, was neue Bedingungen angeht, die Chaos in ihren Freundschaften und Arbeitsbeziehungen, ihre Zweifel an sich selbst und an dem Sinn ihres Lebens. Sehr schön gemacht und gestaltet. Auch die Nebenfiguren sind schön dicht und gut eingearbeitet anstatt nur pure Randfiguren zu sein.

Stilistisch kann ich es nur loben. Es zwar mit sehr viel Humor gemacht, so dass man eigentlich die ganze Zeit am schmunzeln ist und die eigentliche Liebesgeschichte tritt dabei schon fast in den Hintergrund, weil man eigentlich weniger wissen möchte, was die Protagonistin will sondern mehr was der Hund will. Es liest sich wahnsinnig schnell und leicht, reißt den Leser mit und fällt klar unter „Pageturner“, da weglegen eigentlich nie geht, weil man immer schon im nächsten drinsteckt und da mag man bekanntlich ja nicht aufhören. Die witizgen Details werden mit viel Liebe aufgearbeiten und die uninteressanten Dinge auf ein Minimum beschränkt, dass eher unter ferner liefen laufen.

Meine Meinung dazu ist diesmal klar. So darf Schnulze sein, da macht das defiitiv Spaß. Also ich war sehr überrascht von dem Buch und es hat mir total zugesagt. Hätte ich mal viel früher lesen sollen. Eine SuB-Leiche, die eigentlich gar keine hätte werden müssen. Von mir gibts

4 von 5 Punkten und ich würde mich über eine Fortsetzung freuen.

Monika Feth – Der Erdbeerpflücker

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Titel: Der Erdbeerpflücker

Autor: Monika Feth

Verlag: cbt

Genre: Jugendthriller

Seiten: 352

ISBN: 978-3-570-30258-3

Jette und Merle sind zutiefst entsetzt. Ihr Freundin und Mitbewohnerin Caro wird umgebracht. Nicht irgendwie, sondern bestialisch von einem Serienmörder. Während Kommissar Bert Melzig sein bestes gibt, um den Mörder, der schon drei andere junge Mädchen zuvor ermordet hat, dingfest zu machen, droht Jette dem Mörder öffentlich auf Caros Beerdigung, damit, dass sie ihn zur Strecke bringen werde. Prompt wird er auf sie aufmerksam und nimmt ihre Herausforderung an. Ein Wettlauf gegen die  Zeit beginnt.

Das Buch hat mir ganz gut gefallen. Das Cover passt prima zum Titel und zum Inhalt und ist doch total gegensätzlich dazu, denn es strahlt ein tolles Gefühl, den Sehnsucht nach leckeren Erdbeeren, Sommer und Genuß aus. Aber gerade das macht es auch irgendwie schon wieder anziehend und den Leser neugierig. Man möchte erforschen, wie 2 so gegensätzliche Dinge, wie Erdbeeren und Serienmord zusammenpassen können.

Die Protagonisten sind absolut authentisch. Man kann sich prima in die jeweiligen Gefühls- und Gedankenwelten hineinversetzen und sie nachvollziehen. Ein bisschen gestört hat mich vielleicht, dass wirklich jede Person aus schwierigen Familienverhältnissen kommt, viele von ihnen sogar aus sehr extremen Verhältnissen. Sicherlich ist vieles davon der heutigen Gesellschaft geschuldet, dennoch hätte ich mir persönlich gewünscht, dass zumindest bei einer Familie die Welt ein wenig in Ordnung ist, denn man muss der Jugend zeigen, dass es auch anders geht. Die schlechten Vorbilder sehen sie ja ohnehin an jeder Ecke.

Sprachlich war das Buch super gemacht. Nicht nur, dass die Handlung absolut dicht war und es keine Sprünge gab, welche man nicht hätte nachvollziehen können, sondern auch die Spannung war absolut gut gemacht und durchgehalten. Erst im allerletzten Moment wurde alles aufgelöst und man musste bis zum Schluss mitzittern und mitfiebern. Am Anfang hätte die Geschichte vielleicht ein wenig schneller Fahrt aufnehmen können, aber dafür wird man nach hinten raus entschädigt.

Auch thematisch ist es gut gemacht. Auch wenn Jette auf eigene Faust ermittelt, so zeigt die Geschichte doch den Jugendlichen auch, wie gefährlich es sein kann, sich in polizeiliche Ermittlungen einzumischen und das oftmals nur ein Quäntchen Glück einen retten kann, wo man zuvor noch dachte, man hätte die Situation unter Kontrolle.

Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen und es bekommt von mir

3 von 5 Punkten.

Paul Wagemann – Kamasutra für Autofahrer

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Titel: Kamasutra für Autofahrer

Autor: Paul Wagemann

Verlag: Rake

Genre: Ratgeber

Seiten: 112

ISBN: 978 – 3 – 931 – 47674 -8

Zum Inhalt muss wohl wenig gesagt werden, dieser dürfte sich aus dem Titel eigentlich erschließen, daher wende ich mich mal gleich der Umsetzung und dem Rest zu.

Covergestaltung fand ich jetzt nicht wirklich ansprechend und aber sehr repräsentativ für das Buch. In der Art wie auf dem Cover die Zeichnung gemacht ist, sind auch alle Zeichnungen in dem Buch. Nun wer schon mal ein richtiges Kamasutra in der Hand hatte, erwartet sich von den Zeichnungen natürlich einen gewissen Nutzen. Sagen wir einmal dieser war eher mäßig gegeben, da es zu wenig Illustrationen gab und diese sich ausschließlich auf die Dinge bezogen, welche man sich ohnehin gut vorstellen konnte, während die komplizierten Dinge auch nicht gezeichent wurden.

Die Ratschläge an sich waren in meinen Augen eher grässlich. Sagen wir, wenn man das Buch „Unzählige Arten sich während des Beischlafs im Auto umzubringen“ genannt hätte, wäre es wohl deutlich passender gewesen. Also wer hier ernsthafte Ratschläge erwartet, sollte wohl die Finger von diesem Buch lassen und ich würde bei 70% der Sachen sagen, bloß die Finger weg und nicht nachmachen. Was nicht gerade lebensgefährlich ist, das sorgt dafür, dass ihr von eurem Auto in der Vergangeheit sprechen könnt.

Die Umsetzung und der Schreibstil… also ich muss sagen, ich war irgendwann tödlich genervt von dem Buch. Am Anfang war die Geschichte von Swami Siddhi Lingamrishi ja noch ganz lustig, dann wurde sie zu langatmig und die permanenten Rückgriffe darauf wurden irgendwann schlichtweg nur noch öde und nervig. Das Buch sollte wohl eher auf lustig gemacht sein, allerdings ist es das einfach nicht. Ich habe viel Humor, auch schwarzem, wie es auf der Rückseite empfohlen wird, aber es versprach dann doch etwas anderes als ich letztlich bekommen habe. Lachen konnte ich leider nicht und Nutzen daraus konnte ich leider auch nicht wirklich ziehen. Das Buch war leider in meinen Augen ein absoluter Fehlgriff und ich würde es niemandem empfehlen, der sich von dem Titel mehr verspricht als Anleitungen zu einem möglichst spektakulären Suizid.

Von mir gibts 0 von 5 Punkten.

Mo Hayder – Verderbnis

Titel: Verderbnis

Autor: Mo Hayder

Verlag: Goldmann

Genre: Psychothriller

Seiten: 448

ISBN: 978 – 3 – 442 – 31212 – 2

Bristol, England. Detective Jack Caffery und Polieitaucherin Flea Marley hält ein Fall von Carjacking in Atem. Immer wieder werden auf Parkplätzen Autos vor der Nase ihrer Besitzer geklaut, wobei der Täter mit einer unglaublichen Dreistigkeit vorgeht. Doch nicht die Autos an sich versetzen das Städtchen in Aufregung, sondern die Tatsache, dass in jedem Auto kleine Mädchen sitzen. Bislang ging alles gut und die Kinder wurden irgendwo auf freien Fuß gesetzt. Doch das sollte sich mit Martha Bradley ändern. Die Kleine bleibt nach dem Carjacking verschwunden und stattdessen tauchen seltsame Briefe vom Entführer auf, die das Schlimmste vermuten lassen. Ob die Beiden es wohl schaffen das Mädchen sicher heimzubringen und weitere Übergriffe zu verhindern?

Wie hat mir das Buch gefallen? Das ist diesmal tatsächlich eine schwierige Frage. Daher fang ich es diesmal anders herum an und sage den Eindruck nicht vorher.

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Zunächst einmal das Cover. Mit dem Buch an sich hat es nicht soviel zu tun, denn die Gewässer in denen in der Geschichte gewühlt wird sind eher dreckige Brühen und so wunderschöne Seeanemone gibt es dort sicher nicht. Dennoch ist das Bild an sich wirklich hübsch und ansprechend. Daher würde ich mal sagen schön, aber mir etwas zu weit vom Buch weg.

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Die beiden Protagonisten waren teilweise gut herausgearbeitet und in ihren Handlungen gut nachvollziehbar, aber irgendetwas hat mir bei den Beiden gefehlt. Auch wenn ihre Geschichten im Laufe des Buches herausgearbeitet wurden und damit vieles verständlicher gemacht wurde, so hatte ich doch immer das Gefühl, dass mir ein kleines Teilchen fehlt, dass mein Bild von ihnen abrundet bzw. vervollständigt und es mir damit ermöglicht vollends an sie heranzukommen.

Sehr positiv aufgefallen sind mir aber einige Nebencharaktere. Manche von ihnen waren so gut herausgearbeitet, dass sie den Hauptfiguren fast ebenbürtig waren und teilweise waren sie in ihren Gefühlslagen und Entscheidungen, welche sicher oftmals sehr irrational waren, sogar besser als nachzuvollziehen als die Protagonisten.

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Die Handlung an sich war sehr gut und eng gestrickt. Es gab weder unlogische Stellen noch großartige Gedankensprünge oder unverständliche Stellen. Der Spannungsbogen baut sich zwar für meinen Begriff ein wenig langsam auf, da die Handlung zunächst etwas zäh Fahrt aufnimmt, aber dafür wird man dann gegen Ende ausreichend entschädigt. Schön ist auch, dass es immer wieder unvorhersehbare Wendungen in der Geschichte gibt, so dass man sie bis zum Ende nicht vorhersehen konnte.

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Stilistisch hat mich das Buch überzeugt. Es war gut aufgebaut, der Stil war klar und konsequent durchgehalten. Es lass sich wie aus einem Guss ohne, dass man ins schleudern kam oder sich wundern musste. Die Wortwahl war eine gute Mischung. Es war einfach verständlich, doch es bot auch Fachbegriffe, welche zwar nicht verstanden werden mussten, jedoch den interessierten Thrillerleser auch einmal zur Recherche einluden.

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Schluss endlich kann ich wohl sagen, dass mir das Buch ganz gut gefallen hat und ich sicherlich noch weitere Bücher von Mo Hayder lesen werde. Wie gesagt es gab die einen oder anderen Kleinigkeiten, die mich gestört haben, aber insgesamt hat mir das Buch gefallen. Bestnoten vergebe ich zwar in diesem Fall nicht, aber

3,5 von 5 Punkten hat es sich trotz allem verdient.

Kristina Dunker – Gespenterjagd auf Burg Fledermaus

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Titel: Gespensterjagd auf Burg Fledermaus

Autor: Kristina Dunker

Verlag: Arena

Genre: Kinderbuch

Seiten: 104

ISBN: 3401082299

Roxana hat zu Ostern ein neues Handy von ihrem Vater bekommen, doch sehr schnell erhält sie darauf seltsame SMS. Zuerst denkt sie, dass ihr Vater sie ärgern will, aber schon bald stellt sich heraus, dass in ihrem Handy der Geist Invi gefangen ist. Er bittet Roxana, dass sie ihn zusammen mit ihrer besten Freundin Lena daraus befreit. Dafür müssen sie in den Keller der nahegelegenen Burg Fledermaus gehen und ein paar Dinge für Invi besorgen. Doch natürlich ist Invi nicht das einzige Gespenst, dass in der Burg gehaust hat und so beginnt ein Abenteuer für die Mädchen. Ob die beiden es schaffen können Invi zu befreien?

Das Buch habe ich zusammen mit meinem Sohn gelesen und zusammen mit ihm eine Buchvorstellung für die Schule ausgearbeitet. Er selbst fand es sehr gruslig und wollte es auch nicht alleine lesen. Daher würde ich sagen, dass man es vielleicht seinem Kind eher erst mit 9 Jahren geben sollte und nicht das vorgeschlagene Lesealter von 8 Jahren hernehmen sollte. Es hat ihn aber sehr begeistert, weil es spannend war und auch so geschrieben war, dass es auch Jungs anspricht, obwohl es 2 weibliche Protagonisten hat, was in diesem Alter ja oft als sehr uncool angesehen wird. Die Schrift ist auch schön groß und es gibt viele Bilder, so dass es den Ansprüchen dieser Altersgruppe absolut gerecht wird. Die Wortwahl war altersgerecht getroffen und auch der Satzbau war den Lesern angemessen. Einzig die Spannung ist etwas hochgehalten, da die spannenden Stellen relativ lang sind und den Kindern einiges abverlangen, da es sich nicht schnell genug wieder auflöst und sie dadurch über zu viele Seiten unter Spannung gesetzt werden. Generell fände ich es gut, allerdings, wenn man bedenkt, wie langsam ein Kind in diesem Alter noch liest ist es für sie einfach kaum auszuhalten und sie bekommen richtig Angst. Insgesamt würde ich das Buch meinem Sohn jederzeit wieder kaufen und auch jedem anderen Kind empfehlen, allerdings nicht schon mit 8 sondern eher mit 9 oder 10 Jahren, da ist es angemessener. Von uns beiden gibts davon

2,5 von 5 Punkten.

Tilman Röhrig – In 300 Jahren vielleicht

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Titel: In 300 Jahren vielleicht

Autor: Tilman Röhrig

Verlag: Arena

Genre: Historischer Jugendroman

Seiten: 160

ISBN: 3401027751

Jockel lebt in Eggebusch. Wir schreiben das Jahr 1641 und der 30-jährige Krieg tobt unerbittlich. Eggenbusch wurde von Soldatenscharen schon mehrmals geplündert und die wenigen überlebenden Dorfbewohner kämpfen täglich darum weiterzuleben. Schon jetzt gibt es kaum mehr zu essen als Löwenzahn und andere Gräser, doch dann kommt ein neues Heer Soldaten und das Rauben und Plündern beginnt wieder. Ob sich Jockel und seine Familie verstecken können und weiterleben werden? Ob Eggebusch am Ende überdauernd kann oder ob die plündernden Horden es auslöschen werden?

Das Buch behandelt ein sehr ernstes Thema und greift es auch gut auf. Es ist eingängig geschrieben, die Sprache ist gut verständlich für Jugendliche gehalten und auch die Heranführung an das Thema ist gut gemacht. Man kann sich in die Protagonisten gut einfüllen. All ihre Verzweiflung und Trauer spüren und es tut einem fast weh, wenn sie sich nur um irgendetwas hoffen zu können an jeden Strohhalm klammern.  Wenn ein gerade 16-jähriger sagt: „Bald. So in hundert oder in zweihundert Jahren. Aber bestimmt in dreihundert Jahren“ und sich diese Aussage darauf bezieht, wann Frieden ist und man nicht mehr hungern muss, so macht einen das einfach nur traurig. Das Cover der aktuellen Ausgabe finde ich leider etwas nichtssagend, da gab es bei früheren Ausgaben weit besser gestaltete Cover. Das Buch hat seinen Jugendliteraturpreis und all die anderen Auszeichnungen, die es bekommen hat, sicherlich absolut zu Recht erhalten und ich würde sogar soweit gehen, dass ich für die entsprechenden Altersklassen auf jeden Fall als auch Schullektüre empfehlen würde, da es einfach ein klasse Buch ist, um den Schülern auch mal die Lebensumstände von damals aufzuzeigen, die für sie einfach sonst absolut weit weg sind und weder greifbar noch verständlich. Von mir bekommt es

3,5 von 5 Punkten.

Sebastian Fitzek – Die Therapie

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Titel: Die Therapie

Autor: Sebastian Fitzek

Verlag: Knaur

Genre: Psychothriller

Seiten: 336

ISBN: 3426633094

Victor, ein renomierter Starpsychiater, vermisst seine Tochter Josy. Sie ist unter mysteriösen Umständen aus dem Behandlungszimmer eines Arztes verschwunden, nachdem sie monatelang sehr krank gewesen war. 4 Jahre lang gibt es keine Leiche, keinen Hinweis, bis eines Tages Anna Spiegel auftaucht, eine schwerst schizophrene Frau, welche dem Psychiater eine abenteuerliche Geschichte erzählt und die Lage immer mehr außer Kontrolle bringt.

Ich habe dieses Buch geliebt und verschlungen. Genauer gesagt ich konnte es einfach nicht mehr weglegen. Immer wenn ich es versucht habe, war ich innerlich total unruhig und aufgekratzt. Ich weiss gar nicht, wie ich das so recht in Worte fassen soll, aber ich habe mich vielleicht einfach ein Stück zu weit in den Protagonisten hineinversetzen können und habe seine eigene Unruhe auf mich übertragen. Auf der einen Seite war das natürlich absolut klasse, denn ich liebe Bücher mit tollen Protagonisten, aber leider ksotet sowas einem auch immer etwas mehr Zeit als man eigentlich hat, vom Schlaf wollen wir dann mal lieber gar nicht reden. Stilistisch… naja ein echter Fitzek eben. Mitreißend, packend, beänstigend, spannend, überraschend und fesselnd, dennoch so geschrieben, dass er sich fast von selbst liest. Man muss eigentlich nur noch die Nase ins Buch halten, der Rest geht von alleine. Das Cover hat mich jetzt nicht so wirklich angesprochen, was aber eher daran liegt, dass ich mir beim Kauf eines Buches immer Gedanken mache, was man von diesem Cover auf den Inhalt schließen kann. In diesem Fall ist das wenig aussagekräftig, außer das es in den Dünen spielen könnte. Der Aufbau der Figuren ist klasse. Wie schon gesagt, die Anspannung des Protagonisten ist auf mich übergeschwappt und die Antagonistin hat mich in Angst und Schrecken versetzt. Thematisch fand ich das Buch prima, denn es hat einige sensible Krankheiten angesprochen mit denen mehr Menschen leben müssen als man denken würde und es wurde sicherlich auch mit einigen Klischees dieser Krankheiten gebrochen. Auch die Spiele, welche viel zu oft, mit psychisch kranken Menschen gespielt werden, kommen zur Sprache und es wird erschreckend aufgezeigt wohin diese Spiele führen können. Vielleicht hilft das dem einen oder anderen sich im Umgang mit Psychischkranken einmal sein Verhalten zweimal zu überlegen. Mich hat das Buch jedenfalls absolut begeistert und ich vergebe dafür natürlich entsprechend auch gerne

5 von 5 Punkten und freue mich schon auf den nächsten Fitzek.

Rudolf Herfurther – Mensch Karnickel

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Titel: Mensch Karnickel

Autor: Rudolf Herfurther

Verlag: Die Schatzkiste

Genre: Historischer Jugendroman

Seiten: 108

ISBN: 3869061510

Clemens, von jedem Karnickel genannt, wurde 1944 zur Kinderlandverschickung nach Ostpreußen geschickt. Als der Krieg zu Ende ist schließt er sich einem Trek an und kommt auf abenteuerliche Weise schließlich zu einen Rotkreuzlager, wo er die Adresse seiner Mutter erfährt. Allerdings hat er zu große Angst vor den Männern und läuft weg, um sich auf eigene Faust zu seiner Mutter durchzuschlagen. Doch diese hat inzwischen wieder geheiratet und zu dem neuen Mann auch einen neuen Sohn. Ob es Karnickel gelingt, sich der Familie anzuschließen und wieder Clemens zu werden?

Das Buch war für mich sehr interessant geschrieben und sicherlich begeistert es junge Leser ebenso sehr. Sehr einfühlsam und bewegend wird das Schicksal des Protagonisten erzählt, welches so oder so ähnlich sicher tausende Kinder nach Ende des zweiten Weltkriegs erleben mussten. Es wird eine Seite angesprochen, die oft gar keine Beachtung findet in der Geschichte. Man spricht über Hitlerjugend, Kindersoldaten und dergleichen, aber um die Schicksale der Kinder nach Ende des Krieges schert sich kaum einer mehr. Dabei ist es gerade wichtig, dass man auch aufzeigt, wie fatal die Auswirkungen des Kriegs auch für Kinder, Mütter und Väter waren, denen nicht nur oftmals alles weggebombt wurde, sondern, die sich nicht sicher sein konnten, ob ihre Liebsten noch leben und ob sie sie jemals wieder sehen werden. Obwohl die Thematik sicherlich schwere Kost ist, wurde sie wirklich jugendgerecht aufbereitet und nachvollziehbar gestaltet. Ich würde es meinem Kind, wenn es im richtigen Alter ist, auf jeden Fall zum lesen geben und auch als Schullektüre für so 7./8. Klasse würde ich das durchaus empfehlen. Von mir gibts

4 von 5 Punkten.