Blogtour „Die Liebe ist (k)ein Basketballspiel“ von Emma Wagner – Tage 5: Die Schauplätze

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Hallo ihr Lieben,

es ist echt schrecklich wie die Zeit vergeht. Gerade war noch Montag und die Blogtour ging erst los, da war es auch schon wieder Freitag und ihr findet euch heute auf der letzten Touretappe wieder. Unglaublich… aber leider wahr. Ich hoffe, dass ihr bis jetzt genauso viel Spaß hattet wie wir und euch darauf freut gemeinsam mit mir die Schauplätze des Buches zu entdecken. Dies sind ja Frankfurt/Main und Heidelberg. Da den meisten unter euch Frankfurt sicherlich ein Begriff ist und eine Vorstellung darüber bereits existiert, lade ich euch zu einem Trip durch Heidelberg ein.

Heidelberg ist die fünftgrößte Stadt im Bundesland Baden-Württemberg und liegt ganz an dessen nordwestlicher Grenze. Mit einer Einwohnerzahl von ca. 152.000 Menschen kann sich die Stadt schon sehen lassen und so kommt es natürlich auch, dass sie eine sehr vielfältige Stadt ist.

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Ein Ausblick auf Heidelberg (Copyright Doreén Gersch von http://www.mumschatroom.com)

Heidelberg ist eine Stadt in der Altes und Neues einfach wunderbar vereint sind. Die Stadt hat viele Gesichter und eines der bekanntesten Alten ist sicherlich das Heidelberger Schloss, welches gleichzeitg auch das Wahrzeichen der Stadt ist. Das Schloss wird erstmalig 1255 urkundlich erwähnt, allerdings ist es damals noch eine Burg, welche von den residierenden Herzögen, aber nach und nach zu einem Schloss umgebaut wurde. Eine zeitlang war das Schloss übrigens das Zentrum der Macht im Heiligen römischen Reich deutscher Nationen, denn König Ruprecht III. regiert von 1401-1410 genau von hier aus. Außerdem hat das Schloss noch als ein Übergangsgefängnis für den abgesetzten Papst Johannes XXIII gedient und wird von berühmten Dichtern, wie z.B. dem Franzosen Victor Hugo, immer wieder in Aufzeichnungen erwähnt, so dass man wirklich von einer Bekanntheit über Jahrhunderte sprechen kann. Heute sind leider nur noch Ruinen erhalten, denn wie vieles fiel auch das Schloss dem pfälzischen Erbfolgekrieg von 1689 – 1693 zum Opfer und wurde dabei zu weiten Teilen zerstört.

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Das Heidelberger Schloss bei Nacht (Copyright Emma Wagner)

In einem heute noch nutzbaren Zustand befindet sich die sogenannte „Alte Brücke“. Ihr eigentlicher Name ist Karl-Theodor-Brücke, aber so wird sie von niemandem mehr genannt. Diese Brückenkonstruktion wurde bereits 1248 das erste Mal als Übergang über den Neckar urkundlich festgehalten und ist damit eine der ältesten Brücken Deutschlands. Die ersten Vorgängerbrücken waren aus Holz und erst 1788 wurde sie in ihrer heutigen Form erbaut, wobei sie 1947 wiederaufgebaut werden musste, nachdem sie dem zweiten Weltkrieg zum Opfer fiel. Heute wird sie als Füßgängerbrücke genutzt.

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Karl-Theodor-Brücke – Alte Brücke bei Nacht (Copyright Emma Wagner)

Wie gerne die Heidelberger ihre Fürsten hatten, beweisen sie durch das Karlstor. Dieser freistehende Torbogen wurde für den Kürfürsten Karl-Theodor als Geschenk gebaut und nach sechsjährigen Bauarbeiten 1781 abgeschlossen und übergeben. Er ist aufwendig dekortiert und so finden sich neben dem Wappen des Kürfürsten auch Porträts von ihm und seiner Gemahlin darauf. Dies und auch die Benennung der Brücke nach ihrem Auftraggeber Karl-Theodor zeigen einmal mehr, welche enges und gutes Verhältnis die Bürger Heidelbergs zu diesem Kurfürsten hatten.

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Neckar mit Blick auf die Alte Brücke und das Karlstor an deren Ende (Copyright Doreén Gersch von http://www.mumschatroom.com)

Ein weiteres Wahrzeichen von Heidelberg ist die Ruprecht-Karls-Universität. Diese ist nicht nur die älteste Universität Deutschlands sondern sicherlich auch eine der renommiertesten und hat enorm hohe Aufnahmekriterien. Dennoch verknüpft gerade dieses „Alte“ Heidelberg mit der Jugend von heute wie nichts anderes und so kommt es, dass Heidelberg neben einem breiten kulturellem Spektrum auch ein großes Angebot an Sportaktivitäten hat. Neben dem Basketballverein, um welchen sich die Geschichte von Emma Wagner dreht, ist vor allem Rugby in Heidelberg ein sehr großes Thema. Es gibt 5 Vereine und alle davon sind in der Rugby-Bundesliga vertreten.

Wenn sich die Jugend nicht gerade auf dem Sportplatz verausgabt oder an der Universität büffelt, ist die Heidelberger Hauptstrasse mit ihren vielen kleinen Cafes ein beliebter Anlaufort, um die Seele baumeln zu lassen,  zu reden, zu flirten und zu lieben. Den beliebesten Treffpunkt stellen jedoch die Neckarwiesen dar. Auf der 5 Hektar großen Parkanlage kann man mit einem Blick aufs Schloss am Neckarufer liegen, sonnenbaden, flirten oder eben einfach nur die Seele baumeln lassen.

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Neckarwiesen (Foto: Stadt Heidelberg)

Man sieht also… Heidelberg steckt voller Überraschungen und Gegensätze und ist eine Stadt, die viel mehr zu bieten hat, als es auf den ersten Blick scheint.

So das wars dann leider auch schon wieder mit der Blogtour. Heute habt ihr wieder die Chance ein Los für die Verlosung zu sammeln. Hinterlasst mir einfach einen Kommentar in dem ihr folgende Frage beantwortet:

Warst du selbst schon einmal in Heidelberg? Wenn ja, was hat dir am besten gefallen? Wenn nein, was würdest du gerne sehen?

Die Teilnahmebedingungen:

Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.

Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.

Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.

Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.

Teilnahmeschluss ist der 10.7.2015 23:59

Und hier noch die tollen Gewinne:

1.preis

1. Preis

2.preis

2. Preis

3.Preis

3. Preis

 

So und nun bleibt mir nichts weiter als euch noch viel Glück für das Gewinnspiel zu wünschen und euch nochmal die Beiträge in der Übersicht zu zeigen, ehe es morgen auf allen Blogs die Auslosung gibt.

1. Tag: Buchvorstellung
2. Tag: Milan und Marie
3. Tag: Die Nebenprotagonisten
4. Tag: Basketball – Beruf oder Hobby5. Tag: Hier
Morgen: Auslosung auf allen Blogs

von sabrinaslesetraeume Veröffentlicht in Blogtouren

Blogtour „Der Stern von Erui“ von Sylvia Rieß Tag 6 / Teil 3

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Ich hänge noch eine ganze Weile zwischen den duftenden Rosenbüschen meinen eigenen Gedanken nach. Erui hat mich in den letzten Tagen mit seiner Größe erdrückt, mit seinen Wundern gefesselt und mit der Dunkelheit erstickt, die es bedroht.

Feengarten

Das alles sollen wir, die Menschen, gewesen sein?! Das Schöne, wie das Schlechte. Die Herrlichkeit und die Verzweiflung. Ich fühle mich matt und völlig erschlagen, als mich ein anderer Kobold als Godwin schließlich findet und auffordert ihm zu folgen.

In einem hübschen Gästezimmer mit Fensterblick in den Garten hinaus, werden mir neue, saubere Kleider gegeben, einem Grafen oder Fürsten würdig. Ich kann mich waschen und umziehen und man führt mich hinab in die große Halle.

Auf der Thronempore sind zwei lange Tischreihen aufgebaut und mir wird ein Platz am unteren Ende zugewiesen.

Die Stühle sind zu großen Teilen schon besetzt. Die Gesichter links und rechts von mir kenne ich nicht. Das eine ist blau. Das andere fellbewachsen mit grünen Katzenaugen.

Kein Wunder, dass diese Fenia nicht hatte sprechen wollen, über die Dinge, die ihr begegnet sind, denke ich und versinke dabei immer tiefer in Schwermut.

Der Schatten muss erdrückend für euch sein.“

Höre ich da ein freundliche tiefe Stimme.

Ich schau auf. Die Reihen um mich haben sich erhoben. Ein junger Mann in meinem Alter steht vor mir. Er trägt schwarze Hosen, ein helles Hemd, hohe Stiefel und ein Schwert an der Seite. Außerdem fällt mir an seinem Gürtel ein rotes Band auf, wie ich es von den Kriegern aus Arvindûras kenne.

Seine Augen sind strahlend braun und scheinen immer zu lächeln. Er hat volles, schwarzes Haar, das lang und leicht gelockt ist.

Er muss König Dûrowinn, mein Gastgeber sein, geht mir durch den Kopf.

Hastig springe ich auf und will mich verbeugen. Doch er winkt ab. Auch den anderen bedeutet er, wieder Platz zu nehmen.

Lasst gut sein. Dieses höfische Affentheater muss doch wirklich nicht dreimal am Tag sein.“

Er lacht und lässt sich auf dem Stuhl mir gegenüber fallen. Verdutzt starre ich ihn an. Dann wandert mein Blick zum Kopfende der Tafel, wo zwei hohe Lehnstühle stehen. Einer mit dem roten und einer mit dem blauen Banner, die ich bereits kenne.

Dûrowinns Blick folgt meinen Augen.

Ich werde nicht auf einem Stuhl Platz nehmen, dessen Inhaber jede Minute zur Tür hereinspaziert kommen könnte“, erklärt er und nimmt sich von den Platten, die in der Mitte des Tisches aufgetragen sind.

Ein Kobold kommt auch bei mir vorbei und schenk mir Wein in meinen Kelch.

Dann gibt es also doch Hoffnung?“, frage ich zögerlich.

Dûrowinn sieht mich lange an. In seinem Blick flackert es. Ich erkenne, dass er selbst gegen die allgegenwärtige Verzweiflung nicht immun ist, doch er scheint stärker als die anderen.

Er nickt schließlich.

Die gibt es. Mein Bruder ist ein mächtiger Mann. Sein Schwert ist kühn, seine Magie hat ganze Armeen in die Flucht geschlagen und sein Herz ist erfüllt mit dem Glauben an den Stern. Wenn einer durch das Schattenland gelangen und Prinzessin Aljana retten kann, dann ist er es.“

Ich nicke schweigend. Kaue versonnen auf meinem kalten Braten herum. Ich lausche dabei den Gesprächen, die er mit meinen Tischnachbarn hält und stelle fest, dass er ein freundlicher Zeitgenosse sein muss. Die Anwesenden zollen ihm dennoch den gebührenden Respekt. Bei einigen der Damen kann ich allerdings bemerken, dass der Tonfall vertrauter wirkt. Der König weiß offensichtlich wie man Komplimente verteilt.

Dûrowinn von Arvindûras

Dûrowinn von Arvindûras (von Dorothee Rund – http://www.dorothee-rund.de)

Nachdem alles doch zwangloser läuft, als ich dachte, traue ich mich zu fragen:

Warum ist euer Bruder eigentlich allein gegangen? Ich meine, wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist er der Hohe König dieser ganzen Welt. Ihm stehen all eure Soldaten zur Verfügung. Ganze Heerscharen. Ich meine, hat er nicht darüber nachgedacht, dass er mit einer Armee im Rücken bessere Karten haben könnte?“

König Dûrowinn sieht mich eine Weile abschätzend an.

Llewellyn hat gewiss nicht einmal in Erwägung gezogen irgendeine Seele als die Seine in das Land hinter den Gletschern zu führen.

Der Schatten, das ist nicht einfach nur ein dunkle Herrscher mit einer großen Armee. Er ist viel mehr als das. Er ist ein Gedanke, eine Idee, die sich in Erui festgesetzt hat und das ganze Land jenseits der Berge beherrscht. Wir magischen sind nie für das geschaffen gewesen, was er verkörpert. Lug und Trug, Hass und Missgunst, Grausamkeit. Das waren nicht die Essenzen mit denen Erui erträumt wurde. Doch sie sind nun ein Teil davon. Und wenn SEIN Atem unsere Herzen berührt, dann verdirbt uns das. Wir werden dann zu Diener in SEINEM dunklen Heer.“

Ich schaudere. Nicht einmal vorstellen kann ich mir, was er da gerade erzählt. Dennoch muss ich es wissen:

Wenn es euch verdirbt, wie kann dann König Llewellyn es schaffen? Und viel wichtiger, wie kann eure Königin SEINE Nähe ertragen?“

Du stellst die richtigen Fragen, Mensch.“ stellt der König fest, gibt mir aber nicht direkt Antwort. Erst nach einer Weile versucht er es zu erklären.

Wenn du sie kennen würdest, dann müsstest du nicht fragen. Mehr noch als für ihre Schönheit war Lady Aljana immer für ihren unendlichen Mut und ihren unbrechbaren Willen berühmt. Lew glaubt an sie. Fester, als das irgendeiner von uns kann. Er liebt sie. Er wird sich nicht geschlagen geben, auch nicht gegen den Schatten. Er wusste sehr genau, dass der Weg über die Berge seinen Tod bedeuten konnte, noch ehe er überhaupt in die Nähe SEINES Schlosses gekommen ist. Doch ein Herz, das mächtig genug ist, dieses Risiko einzugehen, kann dem Schatten wiederstehen.“

Daran glaubt ihr?“

Ja, daran glaube ich!“

Er sagt die letzten Worte so, als müsse er damit nicht nur mich, sondern auch sich selbst überzeugen. Ich schlucke.

Wie ist er eigentlich über die Berge gekommen, wenn sie doch als unüberwindlich gelten?“

Ich glaube ich frage selbst nur weiter, weil ich die Stille nicht ertragen kann.

Teijûn.“ antwortet der König diesmal prompt.

Wie bitte?“ frage ich

Fürst Teijûn, Der Sonnengoldene. Zweitgeborener des Himmels und Herr über die Drachen seit dem Tod seines blauen Bruders Thoran. Er hat Llewellyn geholfen. Seine Schwingen haben ihn über die Berge gebracht.“

Dann ist er also doch nicht allein.“ atme ich auf.

Wenn du es so nennen willst.“

Ich stutze und er nimmt mein fragendes Gesicht als Einladung weiterzusprechen.

Die ewigen Wesen Eruis mischen sich eigentlich nicht in die Belange der Sterblichen ein. Seit dem Krieg im Westen stehen die Drachen allerdings auf unserer Seite. Was allein schon zeigt, wie verzweifelt unsere Lage ist. Warum der Drachenfürst meinem Bruder hilft, weiß ich nicht. Und ich weiß nicht, wie weit ich ihm trauen kann.“

Verstehe“ sage ich und wende mich wieder dem Essen zu.

Nach einer Weile ist es schließlich der König, der sich mit einer frage an mich wendet.

Sagt mir, wie stark kann ein menschliches Herz sein? Ein Herz, das alles Gute und alles Schlechte dieser Welt gesehen hat? Glaubt ihr, es ist noch dazu in der Lage, sich für Erui und nicht dagegen zu entscheiden?“

Ich schüttele den Kopf, weil ich mit seiner Frage nichts anfangen kann. Ich versuche zu verstehen, worauf er hinaus will, doch bevor ich nachhaken kann kommen auf einmal Männer in Rüstungen und langen silbernen Mänteln von der Tür auf die Tafel zu.

In König Dûrowinns Gesicht zuckt es.

Boten meines Marschalls“, erklärt er entschuldigend und erhebt sich.

Nachdem sie ein paar Sätze miteinander gewechselt haben, kommt er noch einmal zurück.

Ich würde mich gerne weiter mit euch unterhalten, doch es gibt dinge, die ich nicht aufschieben kann. Darum müssen wir es auf ein ander Mal verschieben. Mich würde nämlich noch brennend interessieren, wie genau ihr überhaupt durch die Schleier gelangt seid.“

Ich setze dazu an, ihm in aller Kürze von Fenia und dem seltsamen Verhör und den Schatten zu erzählen, doch er winkt ab und ich sehe, dass die beiden Krieger mit drängenden Gesten zum Ausgang weisen.

Ich halte noch ein wenig Smalltalk mit meinen Sitznachbarn, doch viel mehr erfahre ich von denen auch nicht.

Während ich mich schließlich in das seidenbespannte Himmelbett in meinem zimmer fallen lasse, gehen mir die Worte des Königs noch einmal durch den Kopf. Ein menschliches Herz, das alles Gute und alles Schlechte in Erui kennengelernt hat.

Ist das die Antwort auf die Frage, warum Fenia so verstockt war? Kann es wirklich sein, dass auch sie hier gewesen ist, dass sie ihn gar kennt? Ich überlege, welche rolle sie spielen könne in all dem, doch ich komme zu keiner Erkenntnis. Müde schalfe ich über dem Gedanken schließlich ein. 

Ende Teil 3

Morgen geht es hier weiter mit einem Interview mit der Schicksalsweberin von Erui.

von sabrinaslesetraeume Veröffentlicht in Blogtouren

Blogtour „Der Stern von Erui“ von Sylvia Rieß Tag 6 / Teil 2

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Godwin nickt. Er deutet auf eine weitere Tür, die nach links aus dem Thronsaal führt. Mein gutes räumliches Vorstellungsvermögen sagt mir, wir gehen in Richtung der Mitte des Schlosses, dorthin, wo man von außen die große Kuppel gesehen hat.

Vor einer Holztür mit Zeptern, Kronen und Schlüsseln hält Godwin an.

Dies ist der Ort, an dem in Erui alle wichtigen Entscheidungen getroffen werden.“

Mit einem Wink von Godwins Hand öffnet sie sich und ich finde mich am oberen Ende einer kurzen Treppe, die in einen runden Raum führt. Über der Halle sehe ich die Kuppel, die man schon von außen erkennen konnte und im Rund stehen 38 samtbespannte Sessel. Jeder trägt ein anderes Banner. Etwas erhöht stehen vier Stühle und dann noch einmal höher zwei. In der Mitte befindet sich ein runder Steintisch, auf dem die Karte Eruis eingelassen ist. Bei einem flüchtigen Blick darauf kommt sie mir anders vor als jene Version, die Lykill mir zeigte, doch Godwin lässt mir keine Zeit dazu eine Frage zu stellen.

„Wie ihr sehen könnt, gibt es hier für jeden König der magischen Völker einen Sitz im Rat. Dazu kommen die Vier Wächter. Seine königliche Hoheit Fürst Ariman habt ihr von diesen ja schon kennengelernt. Jedes Mitglied des Hohen Rates ist berechtigt eine Tagung einzuberufen. Wer das Anliegen für wichtig genug hält, erscheint. Nur ein Hoher König hat das Recht eine Ratsentscheidung in Frage zu stellen. Dann würde ein weiteres Mal beraten und neu abgestimmt. Bei einer zweiten Abstimmung seine Stimme wie jede andere.
Der Rat hätte sogar die Macht, einen Hohen König in Frage zu stellen, wenn dieser entgegen dem Wohl unserer Welt handelt. Doch das ist in der Geschichte Eruis noch nie vorgekommen.“

Godwin lässt mir einen Augenblick Zeit durch die Halle zu wandern. Ich achte streng darauf, dass ich nichts berühre. Dann winkt er mich zu einer anderen Tür hinaus.

Godwin führt mich durch viele gewundene Flure, Gänge und Zimmer immer höher hinauf. Die Türme durch die wir kommen sind über filigrane Luftbrücken miteinander verbunden.

Wir befinden uns nun in den östlichen Türmen. Hier sind die Schreibstuben, die Chroniken, die Bibliotheken des Schlosses. Ich als Verwalter habe mein eigenes Zimmer ebenfalls in diesen Räumen.“ erklärt Godwin dir bei eurem Rundgang.
„Wir Schlosskobolde sind die ältesten Bewohner Talveymars. Meine Ururururgrossmutter selbst hat noch für die wahren Könige von Edin gedient. Nachdem der Fluch das Schloss traf und keiner es mehr bewohnte, waren nur noch ich und einige meiner Sippschaft übrig, die sich um alles gekümmert haben.
Wir dachten schon, nie wieder unter einem Hohen König dienen zu dürfen, aber dann kam sie. „
„Sie?“ frage ich

Prinzessin Aljana“, flüstert der Kobold ehrfürchtig. Ihm entfährt dabei ein angezogener Seufzer.

In meinem Kopf fügen sich Bruchstücke der vergangenen Tage so langsam zu einem Bild. Das Lied im verzauberten Wald gestern, hat mir diesen Namen bereits verraten. Die weißen Fahnen, die Trauer. Überall die Rede von Ihr, der weißen Lady, der einen Königin.

Ich schlussfolgere, dass sich die alten Legenden erfüllt haben müssen, doch wohl offensichtlich nicht so, wie sich die Bewohner Eruis dies erhofften.

Während ich meinen Gedanken nachhänge, wird der Kobold kurz unterbrochen und von einem der Schreiber weggerufen. Ich bleibe stehen und sehe mich um. Dabei registriere ich den scheuen Blick, den mir ein junger Mann in grau violetten Roben zuwirft. Ich geh zu ihm und stelle mich vor.

Seine Antwort ist ein einziger Gestammel, sodass ich den Namen nicht verstehe.

Seid … seid ihr ein Mensch?“ höre ich nur heraus.

Ich nicke. „Ja das bin ich. Aber was daran ist so aufregend?“

Er fasst sich ein Herz und versucht zu erklären.

Ich vermute, man hat euch das bei den Menschen nicht gelehrt. Darum könnt ihr es nicht Wissen. Unsere Welt wurde als traumspiegel der menschlichen Herzen erschaffen. Einst waren sich Erui und Elahad so nah, dass magische und erdenkinder durch die schleier in beiden Welten wandeln konnten. Doch die Herzen der Menschen haben sich in den Jahrtausenden gewandelt. Sie wurden bösartig, gierig, hasserfüllt.

Ihr habt IHN geschaffen. Eure Kriege haben das land jenseits der schwarzen gletscher vergiftet und dieses Gift fließt mit dem Atem des Schattens nun zu uns. Der Menschen verdorbene Herzen haben uns den tod gebracht und uns auch die letzte Hoffnung genommen …“

Bevor er weitersprechen kann, ist godwin wieder an meiner Seite. Ein einziger Blick von ihm gebietet dem Mann zu schweigen.
„Seine Majestät ließ euch an diesen Hof berufen, um die Hoffnung aufrechtzuerhalten, nicht um sie zu zerschlagen. Erzählt unseren Gästen keine Schauermärchen. Gebt lieber die Botschaft der weißen Fahnen weiter.“
Damit wendet er sich zu mir und winkt mir zu ihm zu Folgen.
„Ich glaube der Rosengarten der Königin könnte euch gefallen.“

Ich bin entsetzt und zu sprachlos um zu widersprechen, und so folge ich Godwin schweigend.

Er führt mich zurück durch Gänge, kleine Säle und luftig filigrane Brücken hinab in Richtung des Thronsaals. Kurz vorher biegt er aber ab und wir gelangen in einen Teil des Schlosses, in dem die Gänge breiter und höher scheinen. Die Verzierungen an den Wänden sind aufwendig und wunderschön, man fühlt sich fast als wäre das Gebäude mit seine steinernen Säulen und Blüten um einen herum gewachsen. Neben den weißen Fahne hängen hier manchmal auch Dunkelrote mit einem goldenen Einhorn und Nachtblaue mit einem silbernen Drachen.
Godwin sieht sich manchmal nach mir um, doch er schweigt.
Über eine schmalere Treppe bringt er mich hinab in einen Garten. Auf einer großen Wiese stehen alte Apfelbäume, die angenehmen Schatten spenden. Rechts führt ein Pfad gesäumt von Akelei und Lavendelstauden zu einem Bogen aus Rosen durch den ich einen wunderschönen Garten mit Rosenbeeten, Pavillons und verborgenen Ecken betrete.

Feengarten
„Ihr könnt euch hier ein wenig ausruhen. Ich habe noch verschiedene Dinge für heute Abend vorzubereiten. Später wird euch einer der Gärtner auf euer Zimmer bringe, wo ich euch frischmachen könnt.
Mit diesen Worten dreht er sich um und ist schon verschwunden.

Zwischen den Büschen nehme ich das summen der bienen und das leise angeregte Schnattern von Frauenstimme wahr. Ich beschließe in ihre Richtung zu gehen und treffe nach wenigen Wegbiegungen auf eine Gruppe junger Damen in edlen Gewändern. So unterschiedlich und bunt wie ihre Gewänder, scheint auch ihre Herkunft. Nur eine sticht aus all den anderen hervor, denn ihre silbern gewirkten leinenroben sind schlichter und gleichzeitig betonen sie die Schönheit der jungen Fee. Ihr weizenblondes haar ist zu einem strengen Zopf geflochten und die dunkelblauen Stickerein auf ihrem Gewand erinnern spontan an die Roben der Priester im Tal der sonne.

Während die anderen hinter vorgehaltener Hand kichern, geht sie einen Schritt forsch auf mich zu und neigt leicht den Kopf zur Begrüßung.
„Mein Name ist Mara. Ich bin Eine Schwester des Mondes. Und ihr müsst der Menschengeborene sein, von dessen Ankunft im Schloss alle sprechen.“
Sie stellt mir die anderen jungen Damen kurz als die Hofdamen der Königin vor. Worauf ich sie höflich begrüße.
 Danach entsteht eine seltsame Stille, denn niemand weiß so recht, worüber wir sprechen sollen, obwohl ich tausend Fragen habe.

„Seid ihr immer so wortkarg, oder liegt es an den vielen neuen Eindrücken hier in Talveymar, dass es euch die Sprache verschlagen hat?“ fragt Mara schließlich.

 „Ähm …. äh….“, stottere ich und bekomme vor lauter Verlegenheit kein Wort mehr heraus. Ich hole tief Luft und sammele mich kurz. Dann begann ich vorn. „Verzeiht, doch in der Tat ist alles für mich sehr neu und beeindruckend. Wer genau sind die Schwestern des Mondes?“

Mara streckt sich und funkelt dich an, als hättest du einen Frevel begangen.
„Die Schwestern des Mondes sind das Gegenstück zu den Priestern der Sonne. Wir sind die Hüterinnen des Glaubens und tragen das Wort und den Segen des Himmel in alle Lande Eruis. Ihr seid nun schon wieviele Tage in Erui? Fünf? Und man hielt es noch nicht für notwendig, euch von der Ewigen Herrin zu berichten?“
  Ups. Ich merke, dass ich rot werde. Eigentlich hätte ich es mir ja denken können. Ich frage mich, ob sie mehr darüber wissen, was der Gelehrte mir gerade sagen wollte. „Kennt ihr den Magierzirkel von Jalash?“

Die silberhaarige Elfe lacht erneut, während die anderen mit den Augen rollen und den Kopf schütteln.
Mara gibt sich gönnerhaft und bietet mir an, mich zu ihnen zu setzen:
„Der Zirkel ist der einzige Ort, an dem man Magie studieren kann, wenn man nicht dem Orden beitreten will. Jalash ist ein Stadt weit oben im Norden in den Landen der Gras, Fluss und Heidenymphe, Norimar. Sie wird auch die Stadt der Smaragdtürme genannt. Die größten Bibliotheken Eruis findet man dort. Das Wissen der Magier und Gelehrten ist unübertroffen. Die Stadt verfügt sogar über eine eigene Spezialeinheit, die Graue Garde. Es sind hervorragend geschulte Kampfmagier, die uns bisher im Krieg gegen den Schatten gute Dienste erwiesen haben.“
Als Mara den Schatten erwähnt, werden die übrigen Frauen ganz ruhig. Und ich spüre, wie die Luft um mich um einige Grad abkühlt. Selbst die Fee, die eben noch so tough gewirkt hat, ist plötzlich von einem Schaudern gepackt.

Gibt es wirklich keine Hoffnung gegen diesen Schatten?“ frage ich, das Gefühl der Bklemmung in mir niederringend.
Mara seufzt.
„Die oberste unseres Ordens, die Ewige Herrin Gwendolyn, ist bereits viele Tausend sommer alt. Sie hat die Armen des Schattens schon mehr als einmal über Erui herfallen sehen und sie hat ihnen mehr als einmal getrotzt. Doch selbst sie sagt, dass es diesmal keine Hoffnung mehr gibt. Nicht mehr, nachdem er den Stern geraubt hat.“

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Gwendolyn von Dorothee Rund (www.dorothee-rund.de)

„Aber ihr lebt noch und solange ihr alle lebt, gibt es noch Hoffnung!“, begehre ich auf, denn langsam greift die Verzweiflung auch nach mir. „Es muss etwas geben, was man tun kann. Etwas, wie man diesen Schatten vernichten kann! Wenn der Schatten euren Stern hat und er die einzige Chance ist, dann muss ihn jemand zurückholen!„, platzt es wütend und verzweifelt aus mir heraus.

Eine unangenehme, lange Stille legt sich über die Runde.

Eine nach der anderen stehen die jungen frauen auf und kehren mir den Rücken zu. Sie müssten sich nun für das Abendessen herrichten, murmeln sie.

Als Mara schließlcih ebenfalls geht, dreht sie sich noch einmal zu mir und und sagt:

Ihr Menschen wisst so wenig von Erui. Und doch beweisen eure Worte, dass wire nur euren Herzen entsprungen sein können. Denn genau das hat unser König getan. Sich aufgemacht, zu retten, was bereits verloren ist. Er ging, um Schatten und Tod zu finden. Und damit hat er uns den letzten Schutz genommen.“

Ende Teil 2 (weiter gehts um 17 Uhr)

von sabrinaslesetraeume Veröffentlicht in Blogtouren

Blogtour „Der Stern von Erui“ von Sylvia Rieß Tag 6 / Teil 1

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Hallo ihr Lieben,

durch einen Ausfall konnte dieser Beitrag leider nicht von der Verfasserin selbst fertiggestellt und gehostet werden, so dass Sylvia den Beitrag fertig erstellt hat, den sie zusammen mit Kata Kat angefangen hat und ich das Hosting für euch übernehmen darf. Also seid gespannt wie die Reise weitergeht:

Ein weiteres Mal schrecke ich aus den Träumen hoch, die der goldene Nebel in meinem Kopf mir beschert hat. Man hätte eigentlich meinen können, dass ein ruhiger Tag in einem malerischen Wald meinem Geist etwas Ruhe beschert, aber Pustekuchen. Das Lied, welches die Bäume zu singen wussten, hat mich nur weiter erschüttert und noch mehr verstört.

Mit einem Blick stelle ich auch diesmal fest, dass ich mich nicht mehr dort befinde, wo ich am Vorabend eingeschlafen bin. Ich blicke von Rand eines Waldes hinab in ein Tal. In seiner Mitte liegt eine große Stadt und auf dem Hügel auf der anderen Seite der Stadt ragt das wohl furchterregendste Gebäude auf, dass ich je gesehen habe.

Nein, nicht weil es hässlich ist. Es ist filigran mit hohen Türmen, Bogengängen und einer gläsernen Kuppel in der Mitte, als wäre es substanzlos in den Himmel gewachsen. Doch es strahlt etwas aus, das ich nicht beschreiben kann. Die Bedrohung, die Angst, sie schnürt mir hier fast die Kehle ab.

Ich bin froh, als ich mich zur Seite drehe und dort einmal mehr die Gestalt des roten Einhorns erblicke.

Komm“, höre ich seine Stimme in meinen Gedanken „Ich werde dich nun in Sicherheit bringen.“

Ich sehe zu dem Schloss mit der düsteren Aura und frage mich, ob der flammende Fürst noch ganz bei Trost ist. Aber ich folge ihm stumm.

Wir gelangen auf einer gewundenen breiten Straßen in das Tal hinab und umrunden dann die Stadt um den Schlossberg auf der anderen Seite zu erklimmen. Hier führt der Pfad zwischen Rinder- und Pferdeweiden hindurch. Sie umgeben das Schloss im Norden komplett. Im Süden ragst der dichte grüne Wald bis vor die Mauern und hinter dem Schloss im Osten fällt eine Klippe steil zum einem rauschenden Fluss hinunter ab.

Während wir schweigend weitergehen, denke ich an die Worte, die ich von Fürst Lykill am ersten Tag meiner Reise hörte, dass dieses Bollwerk Sternenschloss genannt wurde, der Palast der großen Könige vergangener Tage. Kein prächtigerer Bau soll je in Erui gestanden haben!

Drache vor Talveymar

Talveymar von Dorothee Rund (www.dorothee-rund.de)

Ich schüttle mich, denn glauben kann ich das nicht so ganz. Ich sehe mich um. Die Mauern mit dem düsteren Hauch sind zu großen Teilen von weißen Fahnen verhängt.

Mittlerweile weiß ich es… sie hängen nicht für irgendwen, sondern für den Stern, den Erui Jahrtausende herbeisehnte und dann in einem unbedachten Moment an den Schatten verlor.

Alles ist sinnlos. Geht mir durch den Kopf.

Wir gelangen zu den Toren, die in diesen Tagen geschlossen sind. Wachen treten mir entgegen. Ich erwarte, dass Lykill es erklärt, doch wieder einmal ist er so plötzlich fort, wie er erschien.

Ich druckse herum, starre in das blaue Gesicht mit den goldenen Augen und stottere dann:

„Ich flüchte vor den Schatten und bitte um Einlass in das Schloss, um in Sicherheit zu gelangen.“ 

Ich frage mich noch, warum sie ausgerechnet mich in den abgerissenen Lumpen, die ich mittlerweile trage, herein lassen sollten, als der Hauptmann auch schon antwortet:

„Auf der Flucht sind viele. Doch es war der letzte Befehl Seiner Majestät niemanden abzuweisen, der hilfesuchend an Talveymars Mauern klopft. Diesem Wunsch entspricht sein Stellvertreter König Dûrowinn. Ihr könnt also eintreten, doch müsst ihr leider warten, bis sich jemand um euch kümmern kann, weil … 

„Hmhm“, vernehme ich ein Räuspern hinter dem Mann. Er schaut sich etwas verdattert um.

Da steht ein kleines Wesen in feinen Brokatgewändern mit spitzen Ohren, verkniffenen, wasserblauen Augen, einem runzeligen Gesicht und gewichtiger Mine. 

„Lasst gut sein, Hauptmann Glenn. Der Besuch wurde uns bereits angekündigt.“

Der Kobold lässt den verdatterten Wachhauptmann stehen und tritt vor mich.

Schlossportal

Das Schlossportal

„Willkommen auf Schloss Talveymar, Menschengeborener. Wie ich hörte haben unglückliche Umstände euch durch die Schleier getragen. Da es stets der Wunsch meiner Herrin war, jeden hier willkommen zu heißen, stehen euch die Tore der königlichen Feste offen.“

Ich bin völlig überfordert. Die prächtigen Schlösser, die ich in den vergangenen Tagen sah, waren entweder von Seuche und Elend erfüllt oder von Ungastlichkeit.

Jetzt und hier, an den wohl ungastlichsten Ort, den ich mir vorstellen kann, werde ich auf einmal mit offenen Armen empfangen.

Der Kobold stellt sich mir schließlich als Godwin vor. Er sei der Kammerdiener seiner Majestät und früher auch der der Königin gewesen. Wortlos folge ich ihm durch die hohen Eisenbeschlagenen Tore in einen riesigen Innenhof.

Ein großer freier Platz ist vor dem Aufgang zum Schloss angelegt, darum befinden sich kleinere Bauten, Handwerkshütten, Gesindehäuser, Stallungen, eine Garnison. Wir überqueren den Platz und ich folge dem Kobold die Doppeltreppe hinauf zu einem prächtigen Portal in das das Bild eines verschlungenen Baumes mit zwölf Sternen darüber geschnitzt ist.

Auf einer Wink des kleinen Wesens öffnen sich die Flügel und ich stehe mitten in einem großen Saal. Säulen, in Form von Baumstämmen winden sich zur hohen Kuppel. Wandreliefs treffen sich in den Spitzbögen der Decke. Ich staune, obwohl mich dieser kalte Hauch nicht verlässt.

Ihr hättet es noch in den alten Tagen sehen müssen“, kommentiert der Kobold meine Blicke, „als noch nicht der Fluch des Schattens auf diesen Mauern lag.“

Ich schlucke. Auch hier also, im angeblich sicheren Herzen der Welt, ist dieser Schatten präsent.

Godwin geleitet mich durch die erste Halle, der eine zweite noch Größere folgt. Sie ist von der gleichen verspielten Pracht. An ihrem Ende liegt eine große Empore ein wenig erhöht. Ganz hinten an der wand stehen zwei goldene Sessel. Der ganze Thronsaal ist mit weißen Fahnen verhangen. Nur in der Mitte über den thronen leuchtet mir das Banner von Arvindûras entgegen.

Zeuge dafür, wer derzeit Herr in diesen Hallen ist.

Bis zum Abendessen ist noch ein wenig Zeit“, kommentiert Godwin. „Gedenkt ihr euch auszuruhen, bevor ihr der Einladung Seiner Majestät folgt, oder wollt ihr, dass ich euch das Schloss zeige?“

Einladung?“, frage ich.

Ja, mein Herr bittet Euch heute Abend an seiner Tafel mitzuspeisen. Natürlich kam ihm zu Ohren, dass ein Menschengeborener derzeit in Erui weilt. Er entschuldigt sich, dass er nicht früher Zeit hat euch zu begrüßen, darum schickt er mich.“

Ich versuche mir vorzustellen, wie es sein wird, diesen König zu treffen. Doch ich habe noch immer kein Bild von ihm im Kopf. Dann komme ich zu Godwins Frage zurück. Ich erkläre, dass ich mich nicht müde fühle und sehr gern sehen würde, wo ich hier genau bin.

Ende Teil 1 – Mit Teil 2 geht es weiter um 12:00 Uhr

von sabrinaslesetraeume Veröffentlicht in Blogtouren

Blogtour „Liebe Unplugged“: Tag 6 – Autoreniterview mit Sara Belin

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Hallo ihr Lieben,

im Rahmen der Blogtour zu Sara Belins Buch „Liebe unplugged“ habe ich die große Ehre diese Autorin für euch interviewen zu dürfen. Es war schön wieder einmal eine Autorin kennenzulernen, welche man vorher überhaupt nicht auf dem Plan hatte und ich hoffe, dass es euch nach dem Lesen des Interviews mit ihr genauso geht wie mir. Aber ich mag auch keine langen Reden schwingen und deshalb legen wir gleich los.

Das hier ist Sara:

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Um ihre Person macht die Autorin immer ein rechtes Geheimnis, so dass ich euch nur Folgendes erzählen kann: Sie ist vom Sternzeichen Waage und hat damit zwischen 24.9 und 23.10 Geburtstag. Obwohl sie ursprünglich aus Slowenien kommt, hat es sie inzwischen in unsere schöne Hauptstadt Berlin verschlagen, wo sie lebt und arbeitet. Bevor sie zum Schreiben kam war sie lange Zeit als Musikerin tätig. Inzwischen ist sie eine sehr engagierte Autorin, welche in einem wahnsinnigen Tempo veröffentlicht. Ihr erster Roman, der Auftakt zu ihrer Trilogie Bittersweet Moon, wurde ursprünglich gar nicht auf Deutsch verfasst, sondern von einem renommierten Verlag in ihrem Heimatland gedruckt. Nachdem das Buch allerdings sehr gut ankam, übersetzte sie es auch ins Deutsche und hat die Trilogie auf Wunsch der Leser dann auch restlich auf den Markt gebracht. Ihr Roman „Liebe unplugged“ erschien im August 2014 und gerade kam ihr Zweiteiler „Sommer in deinen Augen“ heraus.

Hallo Sara,
schön, dass ich dich für ein Interview ein wenig ausfragen darf. Ich bin schon sehr gespannt auf deine Antworten. Zuerst möchte ich fragen, ob es einen bestimmten Grund hat, dass du mit den Informationen über deine Person so spärlich umgehst. Das Wenige, was ich über deine Person zusammentragen konnte, habe ich mir aus vielen verschieden Internetseiten zusammensuchen müssen. Für mich nicht schlimm, aber dennoch sehr ungewöhnlich, dass die Biografie eines Autors so knapp gehalten ist. Erzähl doch mal.

Hallo Sabrina,
vielen herzlichen Dank für diese Chance! Der Hauptgrund, warum so wenig über mich im Internet zu lesen ist, ist mein Bedürfnis nach Privatsphäre. Deswegen schreibe ich auch unter dem Pseudonym und versuche Privates von meiner Tätigkeit als Autorin zu trennen. Trotzdem ist mir der Kontakt mit meinen Leserinnen sehr wichtig und auf meinem Facebookprofil kann man schon einiges von mir als Privatperson mitbekommen 😉

Dein erster Roman kam ja zuerst auf Slowenisch heraus und wurde dann von dir ins Deutsche übersetzt. Wie sieht es mit deinen anderen Büchern aus? Hast du diese auch alle in beiden Sprachen herausgebracht oder beschränkst du dich inzwischen auf die deutsche Sprache? Gibt es vielleicht sogar noch andere Sprachen in die deine Bücher übersetzt werden?

Ich habe mich gleich nach dem ersten Roman entschieden, nur noch auf Deutsch zu schreiben, weil das Lesepublikum in so einem kleinen Land wie Slowenien sehr sehr klein ist, ich wollte mit meinen Büchern aber mehr Leserinnen erreichen. Ich lebe ja auch schon sehr lange in Deutschland und manchmal träume ich sogar auf Deutsch, daher fand ich die Entscheidung richtig. Es tut mir nur leid wegen meiner slowenischen Leserinnen, die kein Deutsch sprechen, die würden ja liebend gerne auch andere Werke von mir lesen. Aber vielleicht kommt das auch noch…

Wie schwer war es für dich im deutschsprachigem Buchmarkt Fuß zu fassen? Ich sehe ja wie viel und wie schnell du so deine Bücher rausgebracht hast und man könnte fast das Gefühl bekommen, dass es wie von selbst ging, aber so war es wohl eher nicht oder? Was hast du alles getan, damit es geklappt hat und hast du Hilfe gehabt?

Ich dachte, außer Zeit und Energie, die ich für die Übersetzung investiert habe, kann ich nichts verlieren, höchstens gewinnen. Es war mehr oder weniger ein Experiment für mich, um zu sehen, ob ich mit meinem Schreiben auch deutsche Leserinnen begeistern kann. Es fing ganz klein und bescheiden an, ich habe viele Fehler gemacht ( unlektorierten Text hochgeladen, unprofessionellen Cover eingestellt, usw.), aber trotzdem habe ich sofort positive Resonanz von einer kleinen, aber feinen Leserinnengruppe erhalten. Meine ersten „Fans“ waren es auch, die mich dazu gebracht haben, noch Teil 2 und Teil 3 zu Bittersweet Moon zu schreiben. Ohne sie würde ich vielleicht zu schnell aufgeben und den Mut verlieren.

Auch einige erfolgreichen Kolleginnen haben mir wichtige Ratschläge gegeben und mich in meinem Bemühen bestärkt. Ich war ganz schön von Selbstzweifeln geplagt, vor allem wegen der Sprache. Ich dachte, es ist eigentlich verrückt und naiv von mir als Nichtmuttersprachlerin, den Schritt zu wagen und Autorin werden zu wollen. Aber ich hatte Glück und bin sehr sehr dankbar für jede Unterstützung, die ich auf meinem Weg gekriegt habe! Natürlich gehörte auch eine ordentliche Portion Ausdauer und Entschloßenheit dazu, denn nur Spaß am schreiben reicht leider nicht. Auch muss man das Privatleben oft etwas zurückstecken, wenn man sich dem Schreiben profesionell widmen möchte.

In deiner Trilogie „Bittersweet Moon“ geht es um Erotik und Musik, dieses Thema setzt sich auch in „Liebe unplugged“ fort. Ist diese Art des Schreibens in gewisser Weise eine Hommage an dein Leben als Musikerin?

Schreibst du so gerne in dieser Richtung, weil du dich darin auskennst und selbst wiederfinden kannst oder hat dies vielleicht doch einen ganz anderen Grund?
Die Musik ist wohl bemerkt eine Art roter Faden in meinen Büchern. Gewiss spielt eine Rolle dabei, dass ich ja selbst Musikerin bin und Musik meine ganz große Liebe ist. Ich betrachte Schreiben ähnlich wie die Musik- ihr Zauber besteht aus gespielten oder gesungenen Tönen und beim Schreiben sind es die Worte und Sätze, die Gefühle vermitteln, innere Bilder entstehen lassen, zum Träumen und Nachdenken verleiten … Ich als Person bin durch die Musik stark geprägt und das spiegelt sich in meinen Büchern mal weniger, mal stärker wieder. Gerade weil die Musik so ein wichtiger Teil meines Lebens ist, lasse ich sie gerne in meine Geschichten reinfließen.

Wie können wir uns dein früheres Leben als Musikerin eigentlich vorstellen? Bist du so richtig mit einer Band durch die Gegend getourt oder warst du eher in einer anderen Richtung unterwegs?

Ich fing mit fünf Jahren an Klavier zu spielen und bin von meiner Ausbildung her klassische Pianistin und Opernsängerin. Doch Rockmusik war immer schon meine besondere Leidenschaft. Mehrere Jahre bin ich als Sopranistin aufgetreten und als ich mich vor einigen Jahren aus privaten Gründen von der Bühne zurückgezogen habe, kam das Schreiben in mein Leben. Ich wollte ja schon immer Bücher schreiben, doch ich hatte nie die Zeit und die Muße dafür.

Ich weiß nicht, ob diese Frage erlaubt ist, da es gerade in Slowenien ja auch ein sehr heikles Thema zu sein scheint, für das mir als Deutsche vielleicht die richtige Sensibilität fehlt, aber es interessiert mich wirklich und ich denke, dass auch andere gerne mehr darüber erfahren würden. Ich habe immer wieder mitbekommen, dass gerade in Slowenien und anderen Ländern in diese Richtung reisende Musiker gleich als „Zigeuner“ – wobei mir der Begriff Sinti und Roma dann doch lieber ist – beschimpft werden und man ihnen das Leben enorm schwer macht. Hast du solche Erfahrungen auch machen müssen oder hast du das anders erlebt? Vielleicht kannst du uns ja einen kleinen Einblick geben.

Ich kann nur sagen, wie das in meiner Kindheit gewesen ist: wir haben damals tatsächlich „Zigeuner“ gesagt, doch das war nicht als Schimpfwort oder diskriminierend gemeint. In der Nähe von dem Ort, wo ich aufgewachsen bin, gab es eine große Roma- und Sinti-Siedlung und die gehörten einfach dazu, mit ihren Pferdewagen, Musik und den Frauen, die für etwas Essen aus der Hand gelesen haben. Aber das war noch in Jugoslawien, wo ganz viele verschiedene Völker ziemlich friedlich miteinander gelebt haben … Ich weiß nicht, wie die Situation heute ist, bin kein besonders politisch informierter Mensch und habe mit meiner Heimat auch nicht viel Kontakt.

Nun kommen wir nach diesem schweren Thema dann doch wieder zurück zu deinen Büchern. Mich würde es sehr interessieren, warum du ausgerechnet „Liebe unplugged“ für die Blogtour ausgesucht hast? Mich hat diese Entscheidung aufgrund deiner brandaktuellen Veröffentlichung des Zweiteilers „Sommer in deinen Augen“ ein wenig irritiert. Daher würde es mich interessieren ob du zu „Liebe unplugged“ eine ganz besondere Beziehung hast?

Die Entscheidung dafür war mehr oder weniger die Zielgruppe. Ich hatte das Gefühl, bei euch sind überwiegend ganz junge Leserinnen unterwegs, die sich mit einer Young Adult Geschichte besser identifizieren können. Aber vielleicht irre ich mich nur 🙂

Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen „Liebe unplugged“ zu schreiben? War die Geschichte einfach in deinem Kopf oder wie kommst du generell auf die Ideen für deine Bücher? Erzähl doch bitte mal ein wenig.

Die Geschichten für meine Bücher sind plötzlich da, ohne dass ich viel darüber nachdenken muss. Bittersweet Moon trug ich seit Jahren in meinem Kopf herum, bis ich es endlich aufs Papier gebracht habe.
Ich weiß zwar meistens noch nicht ganz genau wie eine Geschichte sich entwickeln wird, ich schreibe einfach los und bin selbst neugierig, was daraus werden wird. Oft dienen auch Ereignisse aus meinem eigenen Leben als ein kreativer Impuls oder Inspiration für die Story. In jedem meiner Bücher steckt ein großes Stück von mir selbst.

So nachdem wir nun wissen, wie deine Ideen so in deinen Kopf kommen, erzähl uns doch ein wenig darüber, wie du so arbeitest. Bist du so der Typ Mensch, der sich fürs Schreiben wochenlang hinter seinem Schreibtisch vergräbt oder schreibst du überall und nirgendwo? Hast du vielleicht sogar einen Lieblingsarbeitsplatz oder bestimmte Rituale?

Ich schreibe meistens an meinem Schreibtisch, im Sommer auch auf meiner Terrasse, oder im Park. Und im Winter auch mal in einem Café.
Am besten schreibe ich Morgens und Vormittags, wo mein Kopf noch frisch ist. Vor dem Schreiben höre ich oft Musik, um in die richtige Stimmung zu kommen, aber beim schreiben benötige ich absolute Stille, sonst bin ich sofort abgelenkt.

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Als Autorin erlebt man ja sicherlich so allerlei und ich fände es sehr schön, wenn wir das Interview mit einer lustigen Anekdote aus deinem Autorenleben schließen könnten, welche sich vielleicht im Zusammenhang mit deinen Büchern oder deinen Fans ergeben hat.

Ich fand es äußerts amüsant, als ich eine Mail von dem Ehemann einer Leserin erhalten habe, wo er sich bei mir bedankte, weil wegen meines Buches Turn me on! (Erfülltes Verlangen) seine Frau wieder mehr Lust auf die ehelichen Pflichten bekommen hat 🙂 Er bat mich, mehr von solchen Bücher zu schreiben 🙂

Oder ich fand es sehr rührend und bewegend, als eine Leserin schrieb, sie hatte gerade großen Liebeskummer und die Bittersweet Moon Trilogie half ihr dabei, von ihrer unglücklichen Liebe hinwegzukommen und ihre eigene Gefühle besser zu verstehen und zu verarbeiten.

Vielen Dank für das tolle Interview und deine Zeit liebe Sara. Ich wünsche dir natürlich für deine weiter Laufbahn alles erdenklich Gute und viel Erfolg.

Vielen herzlichen Dank! An dieser Stelle möchte ich noch kurz etwas zu meinen Leserinnen sagen: Ihr seid so toll! DANKE!!! ❤

Das wars dann leider auch schon wieder mit unserer Blogtour und ich hoffe, dass ihr alle Spaß hattet. Jetzt bleibt mir noch euch die Gewinnfrage zu stellen, damit ihr noch bis 23:59 heute Abend antworten konnt und morgen erfolgt dann die Auslosung.

Die Antwort auf meine Frage bitte einfach als Kommentar abgeben und schon seid ihr mit einem weiteren Los im Lostopf:

Was fandest du rückblickend auf die ganze Tour am interessantesten und warum?

Teilnahmebedingungen:

Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.

Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.

Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.

Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.

Wenn ihr weitere Lose sammeln wollt, dann schaut auch bei den anderen Themen noch rein:

BuchvorstellungVorstellung der Protagonisten Noemi und Myles
Interview mit den Protagonisten
Vorstellung der Schauplätze
Wie ein Lied entsteht – Von der Idee bis zur Aufnahme

Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt auf allen Blogs.

Blogtour “Der Stern von Erui” von Sylvia Rieß Tag 1 / Teil 3

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Nach der Besprechung mache ich mich noch einmal auf in mein Büro, um mir einen Plan über die Vernehmung zurechtzulegen. Nachdem ich die Fragen für Fenia vorbereitet habe, koche ich noch einmal Kaffee und esse eine Kleinigkeit, denn schließlich ist nicht abzusehen wie lange der Nachmittag wird. Danach bereite ich das Verhörzimmer vor. Normalerweise empfängt man Zeugen ja in seinem Büro, aber dieser Fall erscheint mir einfach zu komisch und ich ziehe den fensterlosen, kameraüberwachten Raum aus einem Bauchgefühl heraus vor.

Es dauert auch gar nicht lange und Fenia taucht zusammen mit ihrer Mutter auf. Auch wenn mir eigentlich ihre Eltern angekündigt waren, ist der Vater nicht in Sicht. Dies stört mich aber nicht weiter, denn Eltern neigen ohnehin dazu ständig dazwischen zu reden und es einem unnötig schwer zu machen. Daher ist mir diese Konstellation eindeutig lieber. Fenia ist eine dünne, sehr blasse junge Frau. An ihren Handgelenken kann man die Wundmale und Verletzungen immer noch mehr als deutlich erkennen. Kaum ist sie im Raum geht sie zu der Kiste mit den archivierten Gegenständen und stopft sie in einen mitgebrachten Lederbeutel. Mit den Worten „Das sind meine Sachen“ sind sie auch schon verschwunden, noch ehe ich so recht reagieren kann. Einzig ihr Verhalten mit dem Stein wundert mich ein wenig, denn obwohl sie es sehr eilig hat die Sachen an sich zu nehmen, fasst sie nicht diesen nicht mit der bloßen Hand an sondern benutzt den Leinenfetzen dazu.

Erst als sie die Sachen sicher verstaut hat, wendet sie sich zu Thomas, Matthäi und mir um. Auf die Frage, wie es ihr inzwischen geht, folgt nur ein langer, stummer Blick aus ihren blaugrüngrauen Augen. Dieser ist so durchdringend, dass ich ihn nicht ertragen kann und mich abwenden muss. Daher beschließe ich diese Frage zu übergehen und versuche es mit einer Anderen: „Fräulein Edani, könnten Sie mir bitte erzählen, was am Tag ihres Verschwindens vor 4 Jahren passiert ist?“. Doch statt Fenia antwortet ihre Mutter. Sie ist eine hübsche Frau mit einem dunklen Teint und schwarzem Haar, welches optisch so gar nicht zu dem honigblonden ihrer Tochter passen will. Doch ihre Schönheit wird durch ihre Verzweiflung getrübt als sie sagt : „Fenia hatte an diesem Nachmittag vor sich mit ihren Freunden zu treffen. Martin und sie hatten wohl ein paar Probleme von denen sie damals nie erzählt hat.“ Sie blickt zu ihrer Tochter, welche einfach nur still dasitzt und lediglich beim Namen Martin zusammenzuckt. Auf diese Frage habe ich leider nicht wirklich eine brauchbare Antwort erhalten, aber vielleicht klappt es ja mit meinen Nächsten besser. Doch egal ob ich sie frage wo sie war, wer sie so misshandelt hat oder wie sie sich befreien konnte, die Antwort ist jedes Mal nur eisiges Schweigen und ein Kopfschütteln. Doch schließlich erhebt sie ihre Stimme und sagt „Ich weiß das alles nicht. Genau das habe ich auch schon den Ärzten gesagt. Ich weiß ehrlich nicht, was ich hier soll, aber mit Matin und Johannes sind Sie auf dem Holzweg. Sie sollten die ganze Sache einfach auf sich beruhen lassen.“

 Danch möchte Fenia gerne gehen und die Sachen mitnehmen. Natürlich kann sie nicht einfach mit unseren Beweismitteln zur Tür hinausspazieren. Matthäi war schon lange aus dem Zimmer gegangen, denn er hatte wohl eingesehen, dass dieses Gespräch zu nichts führen würde. Thomas und ich würden jedoch nicht so schnell aufgeben. Es war offensichtlich, dass die Kleine etwas verbarg, hatte sie doch trotz ihrer angeblichen Gedächtnislücken Martin und Johannes gar zu schnell in Schutz genommen. Daher versuche ich es anders. Wenn man mit der verbockten Göre schon nicht reden konnte, dann wäre es vielleicht möglich mit ihr zu handeln. Ich zeige auf den Lederbeutel mit den Sachen und schlage ihr vor: „Wenn Sie uns verraten, was das für Sachen sind und wo Sie diese her haben, dann können Sie diese dafür auch mit nach Hause nehmen.“ Wütend schaut Fenia mich an und ihr Blick jagt mir einen Schauer über den Rücken. „Diese Sachen gehören mir und behandeln Sie mich gefälligst nicht wie ein dummes Kind. Ich habe Ihnen bereits gesagt, dass ich Ihnen nichts zu sagen habe und dabei bleibt es. Darum jetzt zum letzten Mal und in aller Deutlichkeit: Wenn Sie überleben wollen, lassen Sie mich in Ruhe“

 Auf den ersten Blick bin ich etwas perplex, denn so ein Verhalten habe ich nicht erwartet, dann aber poltere ich los: „Fräulein Edani, bei allem Verständnis für ihre Situation, aber das geht zu weit. Sie können nicht nach Lust und Laune Menschen, und erst recht keine Beamten, bedrohen. Mäßigen Sie sich ganz schnell und geben Sie auf der Stelle die Beweismittel wieder her, sonst müssen wir diese leider mit Gewalt wieder an uns bringen“. Aus den Augenwinkeln sehe ich Fenias Mutter neben ihrer Tochter immer mehr erbleichen und die Frau tut mir wirklich Leid, aber es gibt nun einmal Gesetze und Regeln und an die müssen sich alle halten. Nachdem Fenia verbockt bleibt und sich weigert die Sachen wieder rauszugeben, winke ich einen Kollegen herbei, der ihr diese abnehmen soll. Doch kaum ist er bei Fenia angelangt und will nach der Tasche greifen, liegt er auch schon auf dem Boden. Diese zarte Person scheint enorm geschickt und kräftig zu sein, auch wenn man ihr es nicht ansieht. Aber auf jeden Fall wird es jetzt Zeit andere Geschütze aufzuziehen. Thomas sorgt dafür, dass er und der Kollege aus dem Raum kommen. Sie werden sich um die Verstärkung kümmern, während die unliebsame Aufgabe die Zeit zu überbrücken und einen letzten verzweifelten Versuch zu unternehmen Fenia zur Vernunft zu bringen, an mir hängen bliebt.

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Fenia (von Dorothee Rund – http://dorothee-rund.de/)

 Mit einem Blick auf Fenia beschließe ich, dass es wohl besser ist sich direkt an die Mutter zu wenden, denn die Kleine scheint mir nicht wirklich zurechnungsfähig zu sein. „Ich weiß, dass ihre Tochter volljährig ist, Frau Edani, und Sie damit rein rechtlich gesehen nichts zu sagen haben, aber Sie täten ihrer Tochter einen großen Gefallen, wenn Sie sie zu Kooperation bringen. Tätlicher Angriff gegen einen Polizeibeamten und Diebstahl von Beweismitteln sind keine Kavalliersdelikte sondern Straftaten und da man nach ihrem Unfall leider an ihrer Geisteskraft zweifeln muss, ist mein Kollege unterwegs die große Maschinerie einzuschalten. Groß ist in diesem Fall gleichbedeutend mit einer Menge Polizisten, die ihre Tochter zur Not auch zu zehnt überrennen und einer Zwangseinweisung in der Psychiatrie. Wobei…“ ich mustere Fenia kurz „…vielleicht ist das ohnehin der beste Ort für sie. Länger als eine halbe Stunde kann es kaum dauern bis die große Mannschaft samt Ärzteteam hier ist und…“ ich zeige auf die glatten Wände ohne Fenster und die schwere Metalltür, welche nur von außen geöffnet werden kann „… selbst wenn sie mich umbringt, raus kommt sie hier ohnehin nicht.“

 

Fenias Mutter nickt nur resigniert. Die arme Frau scheint selbst total überfordert zu sein mit ihrer Tochter. So wie sich das Mädchen verhält kann man es ihr aber auch nicht verdenken, denn ihr Verhalten erinnert wenig an ein Normales. Vielmehr an ein in die Enge getriebenes Tier, welches aus Verzweiflung auf Angriff geht. Als ich die Sache mit dem Diebstahl erwähne, fährt Fenia mich an: „Das sind meine persönlichen Sachen. Damit können Sie überhaupt nichts anfangen oder beweisen, weil Sie es ohnehin nicht verstehen können“. Einen Augenblick überlege ich, ob es Sinn macht ihr das Recht bezüglich Beweismittel zu erläutern, aber dann lasse ich es bleiben, denn das Mädchen macht mir nicht den Eindruck als wäre es für Fakten zugänglich. Sie scheint in ihrer eigenen Welt mit eigenen Regeln zu leben.

 

Endlich rückt das Team an und der Raum füllt sich langsam mit Männern in schwerer Montur, Sanitätern und Ärzten. Als sich einer der Ärzte schließlich Fenia nähren will und dabei beschwichtigend auf sie einspricht, beginnt auf einmal der Fußboden zu beben. Die Sachen, die bei dem Handgemenge mit dem Kollegen auf dem Boden gelandet sind, beginnen plötzlich wie von Zauberhand zu schweben und ehe ich mich versehen kann, hält Fenia alles wieder in den Händen. In dem Moment als mir auffällt, dass das blaue Tuch von dem Stein gerutscht ist und ihre Finger ihn berühren, hört man einen lauten Knall auf dem Gang. „Sie sind hier“ flüstert Fenia. Während diese sich im Raum umblickt verstehe ich nicht ganz, was sie meint, fühle aber eine unsagbare Kälte von der Türe aus über mich hinwegkriechen.

 

„Mama, geh da weg“ tönt Fenias Schrei durch den Raum, während im gleichen Moment die Tür auffliegt und zwei Gestalten in dunklen Roben stürmen in den Raum. Sie scheinen nur aus wabernden Schatten zu bestehen. Fenias Mutter flieht zur hinteren Wand des Raumes, aber ich stehe mitten vor den seltsamen Wesen. Eines der beiden hebt sein Schwert, während sie Fenia anvisieren.

 

Während ich noch versuche die Situation zu verstehen, merke ich, dass sich der Raum mit Nebel zu füllen beginnt. All das dauert nur ein paar Sekunden. Ich glaube schon, dass mein letztes Stündlein geschlagen hat und die Klinge mich jeden Moment zerteilen wird, als Fenia plötzlich vor mich springt. In der Hand hat sie auf einmal eine silberne Klinge mit der sie den Schlag des Schattens abwehrt. Bevor ich mich noch wundern kann, woher sie die Waffe hat, schlägt der Nebel über mir zusammen und ich habe das Gefühl zu fallen, während eine Stimme in meinem Kopf klingt „Vielleicht verstehst du warum ich schweigen muss, wenn du es mit eigenen Augen siehst“.

 Ende Teil 3

So ihr Lieben,

dass wars für heute erst mal von mir. Morgen geht die Tour direkt bei der Autorin weiter, da wir einen Ausfall zu verzeichnen haben. Viel Spaß weiterhin mit unserem Abendteuer und wir sehen uns am Tag 6 wieder.

Eure Sabrina

von sabrinaslesetraeume Veröffentlicht in Blogtouren

Blogtour “Der Stern von Erui” von Sylvia Rieß Tag 1 / Teil 2

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Noch ehe ich ein „Herein“ zustande bringe, steht Thomas auch schon in meinem Büro. „Ein krasser Fall“ tut er seine Meinung kund und ich nickte zustimmend. Er reicht mir eine Tasse Kaffee und einen Schokodonut. „Falls du noch Fragen hast, der Chef kommt heute Mittag auf einen Sprung vorbei. Danach können wie alles Weitere für die Aussage nachher besprechen“, meint er, während mein Blick zunehmend verwirrter wird. „Von welcher Aussage redest du?“, frage ich, wobei ich den Donut schnell esse, denn wer weiß, wann dafür wieder Zeit ist.

Thomas mustert mich zunächst sehr ausgiebig und bleibt mir eine Antwort schuldig. Als ich schon anfange zu überlegen, ob ich es etwas falsch gemacht habe, tippt er schließlich auf das Foto von Fenia. „Sie kommt nachher mit ihren Eltern vorbei“, sagt es und verschwindet zur Tür hinaus, während mein Blick noch einmal auf das Datum des Fotos fällt, welches vor zwei Wochen lautete.

Da ich noch ein wenig Zeit bis Mittag und damit auch bis Matthäis Ankunft habe, mache ich mir auf meinem Block weitere Notizen, damit ich auch ja keine meiner Fragen vergessen würde.

 

Mittagsbesprechung

Thomas, einige Kollegen, die ich noch nicht kannte, und ich haben uns in Matthäis Büro eingefunden. Natürlich hat der Alte nichts Besseres zu tun, als mich gleich einmal zu prüfen und lässt mich für die Kollegen die Geschehnisse vor 4 Jahren zusammenfassen. Danach übernimmt er selbst und setzte sie über die neuesten Ereignisse in Kenntnis. Leider verrät er dabei kaum mehr als ohnehin schon in der Akten stand.

Als es endlich ans Fragenstellen ging platze ich bald, denn ich bin entsprechend vorbereitet und habe mir schon soviel den Kopf zerbrochen, dass ich unbedingt Antworten benötige. Natürlich habe ich mir auch meinen Notizblock wieder bereit gelegt, so dass ich auch alle Antworten mitschreiben kann, um nur nichts zu vergessen. Doch bevor ich loslegen kann, haben einige Kollegen noch Rückfragen zu den Geschehnissen vor 4 Jahren. Auch wenn die Dinge, welche in der Akte standen, mehr als dürftig waren, so versuchte ich sie doch mit  den Informationen zu füttern, in der Hoffnung, dass sie bald fertig wären und endlich ich an der Reihe war.

Dann war es soweit und ich schoss ein Bombardement an Fragen auf Matthäi ab. „Wer genau hat Fenia eigentlich gefunden und wo war das denn?“ Kaum hat Matthäi antworten können, dass Jan Karstens, ein Nachbarsjunge, die verletzte Fenia an dem kleinen Waldsee gefunden hat, wo man vier Jahre vorher diese Leiche entdeckte, schiesse ich schon weiter „Wie kam es eigentlich, dass man mit der Befragung 2 Wochen gewartet hat, anstatt sie im Krankenhaus durchzuführen?“ Unwirsch fährt mir der Chef über den Mund „Ich dachte, Sie hätten die Akten gelesen. Meinen Sie nicht, dass es eher an ein Wunder grenzt, dass nach den schweren Verletzungen in der Kürze der Zeit überhaupt eine Aussage machen kann. Knochenbrüche an allen Stelle, die Schädelverletzungen, Verdacht auf Gehirnblutungen und noch viel mehr. Jeder normale Mensch wäre damit nur eins – nämlich tot.“

Peinlich berührt schaue ich zu Boden. Ja er hat schon Recht, aber was muss er mich nun so blöd anmachen? Wut kocht in mir hoch und verdrängt die Scham langsam. Was fällt dem Alten eigentlich ein mich so blöd anzumachen? Schließlich ist das Mädchen auch sicherlich nicht aus dem Koma aufgewacht und sofort zur Klinik rausspaziert. Wenn man sie nach nur 2 Wochen entlassen konnte, dann hätte es sicherlich auch eine Möglichkeit zur Befragung gegeben, aber was solls. Sollte der Alte sich zusammenspinnen. Mühsam dränge ich die Wut zurück, hebe den Kopf und sehe ihn wieder an. Schließlich habe ich noch mehr Fragen.

 

Gibt es irgendwelche Hinweise auf den Aufenthaltsort von Fenia in den letzten Jahren?“ löchere ich daher weiter und versuche die Demütigung einfach zu übergehen. Resigniert schüttelt Matthäi den Kopf „Nein, es gibt weder Anhaltspunkte darüber wo sie war noch wie sie dort hingekommen ist. Gewiss ist nur, dass sie nicht gelaufen sein kann“. Ich nicke. Natürlich, mit diesen Verletzungen hatte sie sich sicherlich nirgendwohin bewegt, doch was war eigentlich mit den beiden Männern? „Gibt es irgendwelche Hinweise auf den Verbleib von Martin und Johannes? Oder gar Hinweise darauf, dass sie damit irgendetwas zu tun haben?“ Matthäi zuckt die Schultern „Da fragen Sie mich was. Keine Ahnung, wo die Beiden abgeblieben sind. Von ihnen fehlt weiterhin jede Spur. Dieser Martin jedoch steckt tief in der Sache mit drin. Fenias Kleidung war überall mit seinem Blut verschmiert. Zumindest das konnten wir bereits durch den Vergleich mit alten Laborproben abklären. Von diesem Johannes gibt es keine Spuren, aber es hätte mich auch gewundert, wenn er sich zu so einer Tat hätte hinreißen lassen. Das passt nicht zu seinem Profil. Trotzdem gab es früher nie etwas, was der eine von beiden ohne den anderen gemacht hat.“.

Frustriert seufze ich leise. Dieser Fall ist verworrener wie der gordische Knoten und es scheint überhaupt keine Möglichkeit zu geben, ihn zu lösen. Ich setze zu einem letzten Versuch an. „Wurde der Tatort denn untersucht? Hat man irgendetwas gefunden, dass mit dem Fall in Zusammenhang stehen könnte und einem weiterhelfen könnte?“Während ich auf die Antwort warte, gleitet mein Bild einmal mehr zu dem Bild von diesem Waldsee, der so viele Rätsel aufgibt.

Nebelsee

Waldsee (von Dorothee Rund – http://dorothee-rund.de)

Da nickt Matthäi endlich einmal und holt eine Box mit Gegenständen hervor. „Nun gefunden haben wir tatsächlich einiges. Nur was wir damit anfangen sollen, bleibt mir ein Rätsel. Vielleicht kann die Befragung von Fenia Aufschluss über diese seltsame Ansammlung von Gegenständen bringen.“

Er schiebt mir die Kiste zu. Mein Blick hinein lässt mich verstehen, was er mit kurioser Ansammlung meint. Darin befinden sich:

eine Halskette mit einem goldenen Kreuz

-ein goldener Ring

ein dunkelblauer, blutgetränkter Stofffetzen, scheinbar aus grobgewebten Leinen

ein weißlicher Kiesel, etwas durchsichtig, quarzähnlich, passt in eine Faust

ein Holzkästchen mit Schnitzereien

Nachdem es offensichtlich keine weiteren Fragen gab und ich mir die Erlaubnis eingeholt hatte die Sachen mit zur Befragung zu nehmen, machte ich mich damit auf in mein Büro. Dort begann ich anhand meiner Notizen und der Gegenstände Fragen für das Gespräch vorzubereiten.

Ende Teil 2 (Fortsetzung um 17 Uhr)

von sabrinaslesetraeume Veröffentlicht in Blogtouren

Blogtour „Der Stern von Erui“ von Sylvia Rieß Tag 1 / Teil 1

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Hallo ihr Lieben,

herzlich willkommen zur Blogtour rund um „Der Stern von Erui -Heimkehr-“ von Sylvia Rieß.

Dafür bin ich diesmal nicht einfach nur Sabrina, sondern schlüpfe in die Rolle des jungen Kommissars Andreas Hüfner.

Als dieser neige ich eigentlich nicht dazu an irgendwelche Dinge zu glauben, die man als übersinnlich beschreiben könnte, und auch die Existenz einer Parallelwelt habe ich bislang für absoluten Humbug gehalten. Aber jetzt kommen mir doch die ersten Zweifel. Warum?

Ich habe die Ereignisse extra in meinem Tagebuch für dich festgehalten. Da kannst du dein blaues Wunder erleben!

Mir hat dieser kleine ‚Ausflug‘ im übrigen voll und ganz gereicht. Könige, Schatten, Krieg und Verzweiflung. Nein Danke. Doch für die, die nun neugierig geworden sind, wartet der Roman um euch die ganze Geschichte zu erzählen.
(Kleine Anmerkung für die Leser der Blogtour. Es lohnt sich jeden Beitrag gut zu lesen, denn am Ende wird es ein Quiz geben, welches ihr lösen müsst, um euch einen der tollen Gewinne zu sichern)

Erster Eintrag 

Es ist Dienstag. Eine Woche bin ich nun schon bei der Mordkommission. Gelangweilt nehme ich wie jeden Tag die Arbeit auf. Nichts ist zu tun in diesem Nest! Von daher bleiben mal wieder nur die Akten längst vergangener Fälle. Zumindest erhalte ich so einen Einblick in die Arbeit von Hauptkommissar Matthäi und Thomas Meininger. Letzterer wird nach Matthäis Pensionierung dann mein Partner, aber auch Chef werden. Doch das kann dauern, denn der Alte lässt sich längst nicht so einfach in den Ruhestand abschieben, wie man sich wünschen würde.

 

Einige Tage später

Huch, was ist denn jetzt hier los? Matthäi scheint nach einem Telefonat ganz aufgebracht zu sein. „Strengste Geheimhaltung!“ und „Halt mir bloß die Presse weg!“ hat er ins Telefon gebrüllt und nach dem Auflegen „Kann doch gar nicht sein“ gemurmelt. Dann ist er aufgesprungen und wie von der Tarantel gestochen nach Irgendwo verschwunden.

 

Heute

Zwei lange Wochen sind seit dem Telefonat vergangen und trotzdem bin ich kaum schlauer als am Tag des Anrufs. Man hat mir mal wieder keine Informationen gegeben und langsam macht sich auch bei mir zugegebenermaßen der Unmut breit, denn es scheint nicht so, als würde mich hier irgendjemand ernst nehmen. Einfach frustrierend ist das! Eine Beförderung soll das sein? Da hat ja jeder Streifenpolizist einen interessanteren Job.

Gerade wie ich so in meinen trübsinnigen Gedanken versinken will, kommt auf einmal Matthäi in mein Büro gestürmt und knallt mir eine dicke Akte auf den Tisch. Wobei dick noch untertrieben scheint, denn die Akte ist so prall gefüllt, dass kaum nachdem sie den Tisch berührt hat schon die Hälfte des Inhalts auf diesem verteilt ist, da die Akte die Mengen einfach nicht fassen konnte. Während ich noch etwas ungläubig auf das Chaos vor mir blicke, keift Matthäi nur „Heute Mittag Besprechung. Punkt 12. Und wehe sie haben den Inhalt dann nicht parat. Und zwar aus dem Efef“ und schon ist er wieder zur Tür hinaus.

Der spinnt doch, der Alte“ schießt es mir durch den Kopf, aber neugierig bin ich schon. Schließlich muss diese Akte schon wirklich etwas Besonderes sein, wenn Matthäi so einen Wirbel darum macht. Beherzt schlage ich sie auf und lese:

 

Akte Mordfall Fenia Edani

Aktennummer: F9378/573XC

Ermittlungsstatus: ungelöst

Ein Mordfall also und noch dazu ein ungelöster, aber warum gab es auf einmal diesen Stress? Man hatte in den letzten Tagen weder einen Mordverdächtigen in einem anderen Fall festgenommen, so dass eine Querverbindung auszuschließen war, und auch ein Mord war, solange ich in diesem Kommissariat arbeite, nicht gemeldet worden. Ich schlage noch einmal den Deckel um und stelle fest, dass der Fall nun beinahe vier Jahre alt ist. Seltsam das alles. Schnell mache ich mich an die weitere Aktenlektüre, denn schließlich war meine Zeit knapp bemessen. Am Ende hatte ich folgendes auf meinem Notizzettel stehen:

Ein Mädchen und zwei Jungen aus einer kleinen Ortschaft in der Nähe wurden vor knapp vier Jahren vermisst gemeldet.

Das Mädchen – Fenia Edani – war 14, Tochter einer Ärztin und eines Bankdirektors

Die Jungen – Martin und Johannes – waren 16, Waisenkinder, lebten in einem Heim für Problemkinder und machten dauernd Ärger. Sie hatten dieselbe Clique, dieselben Gewohnheiten und Hobbies. Charakterlich jedoch stark verschieden.

Martin: Kopf der Clique (bestand aus ihnen und zwei weiteren Jungs), streitsüchtig, wankelmütig, aufbrausend, schlecht in der Schule, genoss dennoch die Sympathien der Gleichaltrigen (sehr charismatisch)

Johannes: Zurückhaltend, still, überdurchschnittlich intelligent, strebsam -> Mitläufertyp

Fenia und Martin waren zum Zeitpunkt des Verschwindens seit 3 Monaten ein Paar.

4 Wochen hat man erfolglos gesucht. Dann hat man in einem Waldsee in der Nähe von Fenias Wohnort eine Leiche gefunden. Stärkste Verbrennungen, zertrümmerter Schädel -> vollkommen unmöglich sie genau zu identifizieren.

Eine ganze Reihe an Indizien und zusammenhängen, die mehr als nur Zufall vermuten ließen, führten letztendlich dazu, dass man die Leiche als Fenia Edani zur Bestattung freigab.

 

Der Rest der Akte bestand aus einem Wust an Zeitungsartikeln, welche allesamt die beiden Jungen beschuldigten Fenia ermordet zu haben. Mit einem Blick auf die Uhr beschloss ich nach ungefähr dem zehnten Artikel, der sich so überhaupt nicht von seinen Vorgängern unterschied, bei den restlichen nur noch die Schlagzeilen zu überfliegen und sie mir nur dann genauer zu Gemüte zu führen, wenn es unbedingt erforderlich sein würde.

 

Da fiel mein Blick auf einmal auf eine neue Mappe, welche so dünn und unscheinbar in dem Chaos versunken war, dass ich sie beinahe übersehen hätte.  Neugierig zog ich sie heraus und traute meinen Augen kaum. Zusammen mit einigen Arztberichten fielen mir einige Phantomzeichnungen und ein Foto in die Hände. Die ersten Beiden zeigten zwei Männer um die 20. Ich kramte die alten Fahndungsfotos der drei Teenager hervor und kam zu dem Schluss, dass ein sehr begabter Phamtombildzeichner hier versucht hatte Martin und Joe ein wenig älter darzustellen.

 Foto Martin älterFoto Joe älter

Fahndungsbild MartinFahndungsbild Johannes

Doch, so könnten sie wirklich heute aussehen.

Bei dem Foto musste ich kurz schlucken. Es war das Bild einer jungen Frau, ca. 18 Jahre. Fast augenblicklich war mir klar, dass es sich dabei um Fenia Edani handeln musste. Auch wenn sie sich mit den Jahren sehr verändert hatet, so bestand doch kein Zweifel.

Foto Fenia älterFahndungsbild Fenia

Schnell las ich den dazugehörigen Arztbericht des Marienkrankenhauses, der sich folgendermaßen zusammenfassen ließ:

 Frau – unbekannt – wurde vor 2 Wochen komatös eingeliefert. Wundmale an Hand- und Fußgelenken fallen ebenso sofort ins Auge wie Hämatome am ganzen Körper. Außerdem gab es multiple Rippenfrakturen und das MRT zeigte mehrere Mikrofrakturen des Schädels und damit einhergehend ein Hirnödem.

 Das Mädchen hatte richtig was abbekommen, wurde mir klar. Man konnte wirklich von Glück sprechen, dass sie dies überhaupt überlebt hatte, denn die Verletzungen schienen mir alle doch sehr schwerwiegend zu sein. Dass das Auftauchen seiner vermeintlichen Toten meinen Chef aus der Fassung gebracht hatte, konnte ich nun verstehen. Doch vieles blieb immer noch seltsam.

Bevor ich jedoch dazu komme, mir darüber Gedanken zu machen, klopft es an meiner Tür.

Ende Teil 1 (Die Fortsetzung gibts ab 12:00 Uhr)

Die tollen Bilder sind alle von der Graphikerin Dorothee Rund

von sabrinaslesetraeume Veröffentlicht in Blogtouren

Blogtour „Another Way to Happiness“ – Tag 4

Hallo ihr Lieben

und herzlichen Willkommen zu Tag 4 der Blogtour. Wer sich heute zu mir verlaufen hat, darf sich über eine Vorstellung der Schauplätze freuen. Wie ihr ja inzwischen mitbekommen habt, spielt das Buch in England, nämlich in Greenwich und Blackwall. Aber wo ist das eigentlich? Und gibts dort etwas besonderes zu sehen? Das erfahrt ihr jetzt:

New-York - Greenwich Village

Greenwich ist euch allen sicherlich schon einmal im Geografieunterricht über den Weg gelaufen, denn schließlich verläuft der Nullmeridian durch die Sternwarte dieses Stadtteil im südöstlichen London. Auch die Abkürzung „GMT“ die uns spätestens bei einer Urlaubsreise in fernere Länder über den Weg läuft, lässt sich auf das frühere, südlich der Themse gelegene, Marinezentrum zurückführen, denn sie bedeutet nichts anderes als „Greenwicht Mean Time“ (zu deutsch: mittlere Greenwich-Zeit). Doch natürlich hat der Stadtteil, welcher bereits seit 1997 UNSECO-Weltkulturerbe ist, mehr zu bieten als nur eine Sternwarte, auch wenn diese heute als Museum genutzt wird.

Greenwich Park ist einer der royalen Parks, welcher als Jagdgrund für den Palace of Placentia angelegt wurde. Dieser hat leider für die royale Familie nach mehreren Generationen der Nutzung ausgedient und wird heute stattdessen als Universität und Musikhochschule genutzt. Nichts desto Trotz: Der Park bleibt royal und hat außerdem noch das Ranger’s House mit der Gemäldesammlung von Julius Wernher und das National Maritime Museum, das weltgrößte Schifffahrtsmuseum, zu bieten.

Aber nicht nur im Greenwich Park ist etwas geboten. Im Stadtzentrum von Greenwich ist, neben zwei Theatern, auch das Fan Museum zu finden, das einzige Museum auf der Welt für Fächer. Am Ufer der Themse ist außerdem die Cuty Sark, ein Museumsschiff, zu bewundern und ein Besuch im Royal Navy Collage, der ehemaligen Militärakademie, welche heute teilweise von der Universität und der Musikhochschule genutzt wird, rundet den Besuch in diesem, schon in der Bronzezeit besiedelten, Stadtteil Londons ab.

Blackwall, East London

Wenn ihr in Greenwich alles gesehen habt, reicht es einmal die Themse zu überqueren, oder sollte ich besser sagen unterqueren, denn dafür nutzt ihr am besten den Blackwall-tunnel, der diesen Stadtteil mit Blackwall verbindet und schon steht ihr mitten im Stadtgebiet um die Blackwall Stairs. Blackwall, dessen Name sich auf die schwarze Farbe der Flussbefestigungsanlagen, die im Mittelalter gebaut wurden, zurückführt, war vor allem zur Zeit der Kolonialisierung Amerikas der Wohnsitz wichtiger Männer. Horatio Nelson, Walter Raleigh und First Viscount Nelson seien nur einige Beispiele hierfür und auch die Schiff der London Compony, welche zur Kolonialsierung verwendet wurden, liefen in diesem Stadtteil aus. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden hier die East India Docks gebaut, welche aber schnell wieder an Bedeutung verloren und heute fast gänzlich zugeschüttet sind. Während die zugeschütteten Stellen als Wohngebiete genutzt werden, ist das einzige verbleibende Hafenbecken inzwischen ein Naherholungs – und Naturschutzgebiet. Auch die Industrie hat sich weitestgehend auf Blackwall zurückgezogen, so dass es sich hier mittlerweile fast um ein reines Wohngebiet handelt.

Ich hoffe, dass ich euch einen kleinen Einblick in die Gegend unserer Geschichte geben konnte und euch auch ein wenig neugierig gemacht habe auf Greenwich und Blackwall. Wenn ihr auch die anderen Beiträge noch nicht gelesen habt, dann findet ihr sie hier noch einmal im Überblick:

Blogtour Banner 2

Buchvorstellung

Vorstellung der Protagonisten Jessica und Fabrizio

Interview mit den Protagonisten Jessica und Fabrizio

Vorstellung der Schauplätze

Autoreninterview

Wie viel Realität steckt in der Geschichte?

Wie ihr auf den anderen Blogs sicherlich schon mitbekommen habt, gibt es auch ein tolles Gewinnspiel:

1. Preis – ein signiertes Taschenbuch
2. Preis – ein Ebook – im Wunschformat
3. Preis – ein signiertes Lesezeichen

Ihr könnte hierfür auf jedem Blog Lose sammeln (1 Los pro Blog) und am Ende kommen alle Teilnehmer in einen Topf. Um mein Los zu erhalten, beantwortet mir doch einfach folgende Frage:

Welchen Ort in diesen Vierteln würdest du nachdem du den Artikel gelesen hast am liebsten selbst besuchen und warum?

Natürlich gibt es auch noch Kleingedrucktes:

Gewinnspielbedingungen:

– Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren, oder mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberechtigten
– Bewerber erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden (Gewinnerpost) und das ihre Adresse dem Verlag/Autorin zwecks Gewinnversands übermittelt wird.
– Es werden nur Beiträge mit einer gültigen Kontaktmöglichkeit berücksichtigt
– Keine Barauszahlung der Gewinne möglich
– Keine Haftung für den Postversand
– Teilnahmeschluss ist am 13.6.2015 um 23:59 Uhr

So und jetzt wünsche ich euch noch viel Spaß bei der restlichen Blogtour!

Eure
Sabrina

von sabrinaslesetraeume Veröffentlicht in Blogtouren