Blogtour „Liebe Unplugged“: Tag 6 – Autoreniterview mit Sara Belin

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Hallo ihr Lieben,

im Rahmen der Blogtour zu Sara Belins Buch „Liebe unplugged“ habe ich die große Ehre diese Autorin für euch interviewen zu dürfen. Es war schön wieder einmal eine Autorin kennenzulernen, welche man vorher überhaupt nicht auf dem Plan hatte und ich hoffe, dass es euch nach dem Lesen des Interviews mit ihr genauso geht wie mir. Aber ich mag auch keine langen Reden schwingen und deshalb legen wir gleich los.

Das hier ist Sara:

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Um ihre Person macht die Autorin immer ein rechtes Geheimnis, so dass ich euch nur Folgendes erzählen kann: Sie ist vom Sternzeichen Waage und hat damit zwischen 24.9 und 23.10 Geburtstag. Obwohl sie ursprünglich aus Slowenien kommt, hat es sie inzwischen in unsere schöne Hauptstadt Berlin verschlagen, wo sie lebt und arbeitet. Bevor sie zum Schreiben kam war sie lange Zeit als Musikerin tätig. Inzwischen ist sie eine sehr engagierte Autorin, welche in einem wahnsinnigen Tempo veröffentlicht. Ihr erster Roman, der Auftakt zu ihrer Trilogie Bittersweet Moon, wurde ursprünglich gar nicht auf Deutsch verfasst, sondern von einem renommierten Verlag in ihrem Heimatland gedruckt. Nachdem das Buch allerdings sehr gut ankam, übersetzte sie es auch ins Deutsche und hat die Trilogie auf Wunsch der Leser dann auch restlich auf den Markt gebracht. Ihr Roman „Liebe unplugged“ erschien im August 2014 und gerade kam ihr Zweiteiler „Sommer in deinen Augen“ heraus.

Hallo Sara,
schön, dass ich dich für ein Interview ein wenig ausfragen darf. Ich bin schon sehr gespannt auf deine Antworten. Zuerst möchte ich fragen, ob es einen bestimmten Grund hat, dass du mit den Informationen über deine Person so spärlich umgehst. Das Wenige, was ich über deine Person zusammentragen konnte, habe ich mir aus vielen verschieden Internetseiten zusammensuchen müssen. Für mich nicht schlimm, aber dennoch sehr ungewöhnlich, dass die Biografie eines Autors so knapp gehalten ist. Erzähl doch mal.

Hallo Sabrina,
vielen herzlichen Dank für diese Chance! Der Hauptgrund, warum so wenig über mich im Internet zu lesen ist, ist mein Bedürfnis nach Privatsphäre. Deswegen schreibe ich auch unter dem Pseudonym und versuche Privates von meiner Tätigkeit als Autorin zu trennen. Trotzdem ist mir der Kontakt mit meinen Leserinnen sehr wichtig und auf meinem Facebookprofil kann man schon einiges von mir als Privatperson mitbekommen 😉

Dein erster Roman kam ja zuerst auf Slowenisch heraus und wurde dann von dir ins Deutsche übersetzt. Wie sieht es mit deinen anderen Büchern aus? Hast du diese auch alle in beiden Sprachen herausgebracht oder beschränkst du dich inzwischen auf die deutsche Sprache? Gibt es vielleicht sogar noch andere Sprachen in die deine Bücher übersetzt werden?

Ich habe mich gleich nach dem ersten Roman entschieden, nur noch auf Deutsch zu schreiben, weil das Lesepublikum in so einem kleinen Land wie Slowenien sehr sehr klein ist, ich wollte mit meinen Büchern aber mehr Leserinnen erreichen. Ich lebe ja auch schon sehr lange in Deutschland und manchmal träume ich sogar auf Deutsch, daher fand ich die Entscheidung richtig. Es tut mir nur leid wegen meiner slowenischen Leserinnen, die kein Deutsch sprechen, die würden ja liebend gerne auch andere Werke von mir lesen. Aber vielleicht kommt das auch noch…

Wie schwer war es für dich im deutschsprachigem Buchmarkt Fuß zu fassen? Ich sehe ja wie viel und wie schnell du so deine Bücher rausgebracht hast und man könnte fast das Gefühl bekommen, dass es wie von selbst ging, aber so war es wohl eher nicht oder? Was hast du alles getan, damit es geklappt hat und hast du Hilfe gehabt?

Ich dachte, außer Zeit und Energie, die ich für die Übersetzung investiert habe, kann ich nichts verlieren, höchstens gewinnen. Es war mehr oder weniger ein Experiment für mich, um zu sehen, ob ich mit meinem Schreiben auch deutsche Leserinnen begeistern kann. Es fing ganz klein und bescheiden an, ich habe viele Fehler gemacht ( unlektorierten Text hochgeladen, unprofessionellen Cover eingestellt, usw.), aber trotzdem habe ich sofort positive Resonanz von einer kleinen, aber feinen Leserinnengruppe erhalten. Meine ersten „Fans“ waren es auch, die mich dazu gebracht haben, noch Teil 2 und Teil 3 zu Bittersweet Moon zu schreiben. Ohne sie würde ich vielleicht zu schnell aufgeben und den Mut verlieren.

Auch einige erfolgreichen Kolleginnen haben mir wichtige Ratschläge gegeben und mich in meinem Bemühen bestärkt. Ich war ganz schön von Selbstzweifeln geplagt, vor allem wegen der Sprache. Ich dachte, es ist eigentlich verrückt und naiv von mir als Nichtmuttersprachlerin, den Schritt zu wagen und Autorin werden zu wollen. Aber ich hatte Glück und bin sehr sehr dankbar für jede Unterstützung, die ich auf meinem Weg gekriegt habe! Natürlich gehörte auch eine ordentliche Portion Ausdauer und Entschloßenheit dazu, denn nur Spaß am schreiben reicht leider nicht. Auch muss man das Privatleben oft etwas zurückstecken, wenn man sich dem Schreiben profesionell widmen möchte.

In deiner Trilogie „Bittersweet Moon“ geht es um Erotik und Musik, dieses Thema setzt sich auch in „Liebe unplugged“ fort. Ist diese Art des Schreibens in gewisser Weise eine Hommage an dein Leben als Musikerin?

Schreibst du so gerne in dieser Richtung, weil du dich darin auskennst und selbst wiederfinden kannst oder hat dies vielleicht doch einen ganz anderen Grund?
Die Musik ist wohl bemerkt eine Art roter Faden in meinen Büchern. Gewiss spielt eine Rolle dabei, dass ich ja selbst Musikerin bin und Musik meine ganz große Liebe ist. Ich betrachte Schreiben ähnlich wie die Musik- ihr Zauber besteht aus gespielten oder gesungenen Tönen und beim Schreiben sind es die Worte und Sätze, die Gefühle vermitteln, innere Bilder entstehen lassen, zum Träumen und Nachdenken verleiten … Ich als Person bin durch die Musik stark geprägt und das spiegelt sich in meinen Büchern mal weniger, mal stärker wieder. Gerade weil die Musik so ein wichtiger Teil meines Lebens ist, lasse ich sie gerne in meine Geschichten reinfließen.

Wie können wir uns dein früheres Leben als Musikerin eigentlich vorstellen? Bist du so richtig mit einer Band durch die Gegend getourt oder warst du eher in einer anderen Richtung unterwegs?

Ich fing mit fünf Jahren an Klavier zu spielen und bin von meiner Ausbildung her klassische Pianistin und Opernsängerin. Doch Rockmusik war immer schon meine besondere Leidenschaft. Mehrere Jahre bin ich als Sopranistin aufgetreten und als ich mich vor einigen Jahren aus privaten Gründen von der Bühne zurückgezogen habe, kam das Schreiben in mein Leben. Ich wollte ja schon immer Bücher schreiben, doch ich hatte nie die Zeit und die Muße dafür.

Ich weiß nicht, ob diese Frage erlaubt ist, da es gerade in Slowenien ja auch ein sehr heikles Thema zu sein scheint, für das mir als Deutsche vielleicht die richtige Sensibilität fehlt, aber es interessiert mich wirklich und ich denke, dass auch andere gerne mehr darüber erfahren würden. Ich habe immer wieder mitbekommen, dass gerade in Slowenien und anderen Ländern in diese Richtung reisende Musiker gleich als „Zigeuner“ – wobei mir der Begriff Sinti und Roma dann doch lieber ist – beschimpft werden und man ihnen das Leben enorm schwer macht. Hast du solche Erfahrungen auch machen müssen oder hast du das anders erlebt? Vielleicht kannst du uns ja einen kleinen Einblick geben.

Ich kann nur sagen, wie das in meiner Kindheit gewesen ist: wir haben damals tatsächlich „Zigeuner“ gesagt, doch das war nicht als Schimpfwort oder diskriminierend gemeint. In der Nähe von dem Ort, wo ich aufgewachsen bin, gab es eine große Roma- und Sinti-Siedlung und die gehörten einfach dazu, mit ihren Pferdewagen, Musik und den Frauen, die für etwas Essen aus der Hand gelesen haben. Aber das war noch in Jugoslawien, wo ganz viele verschiedene Völker ziemlich friedlich miteinander gelebt haben … Ich weiß nicht, wie die Situation heute ist, bin kein besonders politisch informierter Mensch und habe mit meiner Heimat auch nicht viel Kontakt.

Nun kommen wir nach diesem schweren Thema dann doch wieder zurück zu deinen Büchern. Mich würde es sehr interessieren, warum du ausgerechnet „Liebe unplugged“ für die Blogtour ausgesucht hast? Mich hat diese Entscheidung aufgrund deiner brandaktuellen Veröffentlichung des Zweiteilers „Sommer in deinen Augen“ ein wenig irritiert. Daher würde es mich interessieren ob du zu „Liebe unplugged“ eine ganz besondere Beziehung hast?

Die Entscheidung dafür war mehr oder weniger die Zielgruppe. Ich hatte das Gefühl, bei euch sind überwiegend ganz junge Leserinnen unterwegs, die sich mit einer Young Adult Geschichte besser identifizieren können. Aber vielleicht irre ich mich nur 🙂

Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen „Liebe unplugged“ zu schreiben? War die Geschichte einfach in deinem Kopf oder wie kommst du generell auf die Ideen für deine Bücher? Erzähl doch bitte mal ein wenig.

Die Geschichten für meine Bücher sind plötzlich da, ohne dass ich viel darüber nachdenken muss. Bittersweet Moon trug ich seit Jahren in meinem Kopf herum, bis ich es endlich aufs Papier gebracht habe.
Ich weiß zwar meistens noch nicht ganz genau wie eine Geschichte sich entwickeln wird, ich schreibe einfach los und bin selbst neugierig, was daraus werden wird. Oft dienen auch Ereignisse aus meinem eigenen Leben als ein kreativer Impuls oder Inspiration für die Story. In jedem meiner Bücher steckt ein großes Stück von mir selbst.

So nachdem wir nun wissen, wie deine Ideen so in deinen Kopf kommen, erzähl uns doch ein wenig darüber, wie du so arbeitest. Bist du so der Typ Mensch, der sich fürs Schreiben wochenlang hinter seinem Schreibtisch vergräbt oder schreibst du überall und nirgendwo? Hast du vielleicht sogar einen Lieblingsarbeitsplatz oder bestimmte Rituale?

Ich schreibe meistens an meinem Schreibtisch, im Sommer auch auf meiner Terrasse, oder im Park. Und im Winter auch mal in einem Café.
Am besten schreibe ich Morgens und Vormittags, wo mein Kopf noch frisch ist. Vor dem Schreiben höre ich oft Musik, um in die richtige Stimmung zu kommen, aber beim schreiben benötige ich absolute Stille, sonst bin ich sofort abgelenkt.

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Als Autorin erlebt man ja sicherlich so allerlei und ich fände es sehr schön, wenn wir das Interview mit einer lustigen Anekdote aus deinem Autorenleben schließen könnten, welche sich vielleicht im Zusammenhang mit deinen Büchern oder deinen Fans ergeben hat.

Ich fand es äußerts amüsant, als ich eine Mail von dem Ehemann einer Leserin erhalten habe, wo er sich bei mir bedankte, weil wegen meines Buches Turn me on! (Erfülltes Verlangen) seine Frau wieder mehr Lust auf die ehelichen Pflichten bekommen hat 🙂 Er bat mich, mehr von solchen Bücher zu schreiben 🙂

Oder ich fand es sehr rührend und bewegend, als eine Leserin schrieb, sie hatte gerade großen Liebeskummer und die Bittersweet Moon Trilogie half ihr dabei, von ihrer unglücklichen Liebe hinwegzukommen und ihre eigene Gefühle besser zu verstehen und zu verarbeiten.

Vielen Dank für das tolle Interview und deine Zeit liebe Sara. Ich wünsche dir natürlich für deine weiter Laufbahn alles erdenklich Gute und viel Erfolg.

Vielen herzlichen Dank! An dieser Stelle möchte ich noch kurz etwas zu meinen Leserinnen sagen: Ihr seid so toll! DANKE!!! ❤

Das wars dann leider auch schon wieder mit unserer Blogtour und ich hoffe, dass ihr alle Spaß hattet. Jetzt bleibt mir noch euch die Gewinnfrage zu stellen, damit ihr noch bis 23:59 heute Abend antworten konnt und morgen erfolgt dann die Auslosung.

Die Antwort auf meine Frage bitte einfach als Kommentar abgeben und schon seid ihr mit einem weiteren Los im Lostopf:

Was fandest du rückblickend auf die ganze Tour am interessantesten und warum?

Teilnahmebedingungen:

Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.

Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.

Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.

Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.

Wenn ihr weitere Lose sammeln wollt, dann schaut auch bei den anderen Themen noch rein:

BuchvorstellungVorstellung der Protagonisten Noemi und Myles
Interview mit den Protagonisten
Vorstellung der Schauplätze
Wie ein Lied entsteht – Von der Idee bis zur Aufnahme

Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt auf allen Blogs.

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Interview mit Boris Pfeiffer

Hallo ihr Lieben,

 heute ist es soweit und ich darf euch ein weiteres Interview präsentieren. Heute zu Gast habe ich Boris Pfeiffer, worüber sich besonders mein Sohn besonders gefreut hat, da Boris der Lieblingsautor von meinem Zwerg ist. Daher hat natürlich auch mein Kleiner ein paar Fragen an den Autor gehabt und ich muss sagen, ich wäre wohl auf die eine oder andere Frage selbst nicht gekommen.

 Jetzt aber genug von mir und Interview ab!

 Das hier ist Boris:

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Boris Pfeiffer ist am 21. August 1964 geboren und den meisten von uns als Kinderbuchautor ein Begriff. Doch dass dieser Mann, welcher sogar schon eine Weile in Italien lebte, zuvor Theaterregisseur war, wissen die Wenigsten, obwohl er für sein Stück „Ich knall euch ab“ mit dem 1. Preis und dem Publikumspreis des Kinder- und Jugendtheaters NRW ausgezeichnet wurde und sein Stück „Wehr dich, Mathilda“ 2007 lange Zeit des bestbesuchte Stück am Berliner GRIPS-Theater war.

Doch nicht nur in Sachen Theater war Boris unterwegs, nachdem er an der Film- und Fernsehakademie Berlin Drehbuch studiert hat, konnte er auch mit dem Kurzfilm „Drachenblut“ beim 36. World-Film Festival in Texas gewinnen. Doch nach einigen Drehbüchern und Plots für bekannte Fernsehserien hatte Boris vom Fernsehen genug und wandte sich – zum Glück für uns – seiner Karriere als Kinderbuchautor zu.

Er erfand nicht nur zusammen mit André Marx die 15-teilige Reihe „Das Wilde Pack“ und schrieb über 30 Bände der Kultreihe „Die drei ??? Kids“, sondern auch die „Akademie der Abenteuer“, „Unsichtbar und trotzdem da!“, „Ein Pony namens Buttermilch“, „Baby im Bauch?“ und „One Night Stand“ sind seiner Feder entsprungen. Insgesamt kann man daher ohne schlechten Gewissens sagen, dass er einer der bekanntesten lebenden deutschen Kinderbuchautoren ist und gerade viele Jungs durch ihn den Weg zum Lesen gefunden haben.

Natürlich habe auch ich schon einiges von ihm gelesen. Hier gehts zu meinen Rezensionen:

 Das Wilde Pack:

Band 1: Das wilde Pack
Band 2: Das wilde Pack und der geheime Fluss
Band 3: Das wilde Pack schmiedet einen Plan
Band 4: Das wilde Pack lässt es krachen

Die Akademie der Abenteuer – Die Knochen der Götter

Hallo Boris,

es freut mich sehr dich hier zu haben und dir zusammen mit meinem Sohn einige Fragen stellen zu dürfen. Besonders aufgefallen ist mir bei deinen Büchern, dass sie immer einen Hintergrund haben neben der Unterhaltung. Sie sollen Kindern zeigen, wie sie manche Situationen meistern können, aber auch, wie sie mit ihrem Umfeld umgehen sollen. Auch wenn man auf deine Theaterstücke zurückblickt, findet man immer wieder solche Botschaften. Ich persönlich finde es klasse, dass du dich dieser Verantwortung als Autor stellst, einer, dem bewusst ist, dass seine Bücher Einfluss haben. Doch von dir möchte ich wissen, was dich dazu bewegt hat, diese Botschaften in die Bücher einzubauen und natürlich auch, welche sie für dich selbst haben? Welchen Einfluss haben sie auf deine Arbeiten? Überlegst du gezielt welche Botschaften du in ein Buch packen willst oder sind sie nur Nebenprodukte, die sich so ergeben?

Die Botschaften, wie du sie nennst, sind natürlich keine Nebenprodukte meiner Geschichten. Sie sind der Kern, um den sich meine Geschichten drehen. Aber gleichzeitig stelle ich sie nicht in den Vordergrund. Mir gefällt sehr gut und ich bin dir dankbar, dass du das, was in meinen Geschichten die untergründige Hauptrolle spielt, erkennst und für dich ganz weit nach vorne stellst. Aber das muss natürlich nicht jeder Leser und nicht jede Leserin tun. Wer diesen Fluss, diese Gedanken, in meinen Geschichten entdeckt, dem werden sie möglicherweise Freude bereiten und den und die werden sie bereichern. Aber das muss nicht sein. Jeder darf meine Geschichten auch einfach als Abenteuergeschichten oder buntes Leben lesen. Wer darüber hinaus noch mehr entdeckt, dem bin ich dankbar. Sehr dankbar. Denn dieser Mensch hat für sich entdeckt, warum ich so gerne schreibe.

Du hast dich entschieden deine Karriere bei Theater und Film an den Nagel zu hängen und dich vollends der Kinderliteratur zu verschreiben. Warum denn eigentlich? Viele Autoren sagen, dass es ihr größter Traum wäre für Film und Fernsehen zu arbeiten, ihre Werke als Film oder Serie über die Leinwände dieser Welt flimmern zu sehen. Du hattest es geschafft, dass du erfolgreich sowohl die deutschen Theaterbühnen als auch die Drehbücher fürs Fernsehen geschrieben hast und dennoch hast du alles aufgegeben. Warum waren gerade Kinderbücher ein so reizvolles Thema, dass du dich trotz Auszeichnungen aus Theater und Film zurückgezogen hast?

In der Zeit, als ich für das Fernsehen schrieb, bekam ich die Möglichkeit, für entsetzlich dummes Zeug extrem viel Geld zu verdienen. Ich verfiel dem Geld und ich begann, alles was ich schrieb, in Geld aufzuwerten. Ich zählte das Geld, das ich für meine Arbeit bekam. Und ich sah, dass ich reich werden würde. Gleichzeitig sah ich aber auch, dass ich meine Seele verkaufen musste. Wenn ich damals nicht begonnen hätte zu hinterfragen, was ich für das viele Geld tat, dann wäre ich ein skrupelloser reicher Mann geworden. Ich hätte wahnsinnig dummes Zeug geschrieben, um dafür sehr viel Geld zu bekommen. Und ich bekam das Gefühl, dass ich mir nicht im Spiegel in die Augen sehen könnte, wenn ich das täte. Darum habe ich damals beschlossen, nicht weiter für Geld zu arbeiten, sondern mir einen Freiraum zu suchen, in dem ich genug Geld verdienen würde, um zu überleben, aber nicht alles für Geld tun müsste. Es ist nicht leicht, diese Entscheidung zwischen Geld und freier Arbeit immer anständig aufrechtzuerhalten. Diese Frage beschäftigt mich immer wieder. Wenn ich ganz ehrlich bin, verachte ich das Geld. Und ich verachte die Menschen, die ihr Leben nach dem Geld ausrichten. Vielleicht verachte ich sie auch nicht, sondern bin nicht ihrer Meinung. Ich treffe viele Menschen im Leben, Menschen, die viel Geld verdienen, und Menschen, die weniger Geld verdienen oder sehr wenig. Manche der Menschen, die viel Geld verdienen, sagen, dass es Luxus wäre, mit diesem vielen Geld anderen zu helfen. Aber kaum einer tut es. Die meisten reisen dann doch nur in die Karibik. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass Geld korrumpiert. Ich versuche, dieser Korruption immer wieder auszuweichen. Ich bin nicht reich. Man wird mit Kinderbüchern nicht reich, es sei denn, man landete einen Weltbestseller. Und ich habe mir geschworen, dass ich, wenn ich das tue, mit dem Geld für diesen Weltbestseller etwas tun werde, was nicht für mich ist.

Du hast schon eine solche Anzahl an Büchern geschrieben, dass man einfach nur staunen kann, aber sei mal ehrlich zu uns: Woher nimmst du diese vielen Ideen? Was inspiriert dich und wie gehst du damit um wenn dir mal wirklich nichts einfallen will oder du eine Schreibblockade hast?

Ich bin ein Mensch, der reich an Ideen ist. Ich habe jeden Tag, wenn ich die Ruhe habe sorglos zu denken, ein Dutzend Ideen. Geschichten rasen auf mich zu und ich habe die Fähigkeit, mir in einem Tag sieben oder acht oder neun oder zwölf Geschichten oder auch nur eine gewaltige Geschichte auszudenken. Eine Schreibblockade hatte ich nur ein einziges Mal im Leben. Und ich habe sie nach drei Wochen glücklich überwunden. Wenn ich mich nicht um Bürokratie, um Organisationen, um den Umgang mit diesem oder jenem kümmern müsste, wenn ich den ganzen Tag schreiben und Geschichten erfinden dürfte, dann könnte ich wahrscheinlich alle paar Tage eine große Geschichte erfinden. Die Ideen nehme ich irgendwo aus dem Umfeld dieser Welt um mich herum. Sie sprudeln mir zu. Sie belagern mich. Sie sind meine Freunde. Sie lieben mich. Und ich liebe sie.

Wie schafft man es eigentlich als Mann erfolgreich Bücher für Mädchen zu schreiben? Die Kinderträume von Mädchen und Jungs sind doch sehr verschieden und von der Gegenseite oft auch nicht immer nachzuvollziehen. Wie gelingt es dir, dich so gut in die Welt von kleinen Mädels hineinzuversetzen, dass du genau das Schreiben kannst, was sie sich wünschen?

Diese Frage finde ich befremdlich. Warum sollte ich mir ein Mädchen, seine Gedanken, eine Frau, ihre Gedanken, warum sollte ich mir das alles nicht vorstellen können? Ich bin ein Mensch. Natürlich kann ich mir eine Frau nicht weniger stark vorstellen als einen Mann. Ich bin beides. Ich bin ein Mensch, und in mir leben Frauen und Männer. Diese Frage finde ich wirklich verwunderlich.

Ich weiß, dass ich dir bei einem Fragefreitag auf Lovelybooks schon einmal diese Frage gestellt habe, doch nachdem es eine der ersten Fragen war, die auch mein Sohn und sein bester Freund hatten, habe ich mir gedacht, dass ich sie einfach noch einmal stellen muss, denn sie scheint ein größeres Thema bei deinen Lesern zu sein. Die Frage nach den Namen. Wie kommst du nur immer auf diese ganzen ausgefallenen Namen. Manchen davon kennt man aus der Bibel, der Geschichte, andere habe ich davor noch nie gehört und trotzdem sind sie richtig schön. Erzähl uns doch mal ein wenig über die Namensgebung deiner Romanfiguren bitte.

Die Namen meiner Figuren kommen zu mir. Manchmal sehe ich sie im Traum. Plötzlich taucht eine meiner Figuren nachts im Schlaf, in einem Traum, vor mir auf. Buchstabe für Buchstabe. Und dann sehe ich diesen Namen vor mir. Oder ich sehe den ganzen Namen. Beleuchter plötzlich vor mir auf, ich sehen vor mir, ich höre ihn, er steht mir vor Augen. Es ist so einfach. Es passiert genauso. Die Namen meiner Figuren schreiben sich vor meinem inneren Auge von selbst auf.

Wo wir dann grade schon mal bei den Figuren sind. Welches ist dein absoluter Lieblingscharakter von den Figuren, die du selbst erfunden hast? Na und das warum würden wir natürlich auch sehr gerne wissen.

Ich habe kein Lieblingscharakter. Ich liebe alle meine Figuren. Die Guten und die Bösen. Ich liebe sie alle. Sie alle kommen aus mir.

Kein Autor ist ohne Bücher aufgewachsen, daher hattest du sicherlich auch in deiner Kindheit deine ganz eigenen Romanhelden, welche dich geprägt haben. Erzähl uns doch mal, wer hat den kleinen Boris geprägt und welche Botschaften hatten deine liebsten Kinderbuchhelden für dich?

Es gibt ein paar, und meine wichtigsten waren Jim Knopf, Lukas, der Lokomotivführer, Pipi Langstrumpf und die orangefarbenen Katze. Sie haben mich geprägt. Michel hat mich auch geprägt. Und die Kinder, mit denen ich gespielt habe, sie haben mich auch geprägt. Die Kinder, die ihre mehr oder weniger verrückten Elternhäuser oder armen Elternhäuser oder hilflosen Elternhäuser mehr oder weniger überlebt haben oder versucht haben zu überleben oder hinter sich gebracht haben – sie alle sind meine Vorbilder, wenn du so willst. Sie alle werde ich nie vergessen. Für sie alle schreibe ich. Mein Leben lang.

Wenn du an die Prints deiner Kindheit zurückdenkst und an die Veränderung des Leseverhaltens heutzutage, fällt dir sicherlich so wie mir eine erhebliche Veränderung auf. Viele Kinderbücher kommen heute ganz selbstverständlich als eBook heraus und viele Kinder hantieren schon ganz selbstverständlich mit ihrem eReader. Wie stehst du selbst dieser Entwicklung gegenüber? Ist ein eReader wirklich die Lösung für Kinder oder teilst du meine Ansicht, dass man einem Kind lieber ein Print in die Hand drücken sollte?

Ehrlich, ich bin da total meinungslos. Ich selbst ziehe Bücher auf Papier 100 % vor. Aber, ich verkaufe meine Bücher genauso als E-Book wie als Print. Welchen Unterschied sollen wir machen? Ich würde nie mit einem E-Book schlafen gehen, um noch ein paar Seiten zu lesen. Aber, sollen wir irgendjemand zu diesem oder zu jenem erziehenden? Nein! Lass sie machen.

Du gehst auf deiner Seite sehr offen mit vielen Seiten deines Privatlebens um, so auch mit deiner Scheidung. Dennoch blieb bei uns eine große Frage offen. Hast du denn eigentlich eigene Kinder, welche deine schönen Geschichten mit derselben Begeisterung lesen wie deine Fans?

Ich habe keine Kinder und alle meine Neffen und Nichten sprechen Italienisch, so dass sie meine Bücher nicht lesen können. Denn meine Bücher sind nicht auf Italienisch übersetzt. Das ist schade. Wir haben ein paar italienische Verlage angefragt, ob sie meine Bücher übersetzen wollen. Aber keiner war bisher bereit, genauso wenig wie auf Englisch. Was du hier fragst, ist eine Frage an die Zukunft. Sie möge Sie beantworten.

Wir haben mitbekommen, dass du zusammen mit Bundesligavereinen Lesungen für Kids veranstaltet hast und diese kamen auch super an. Nun hat diese Lesung sicherlich der eine oder andere aus diversen Gründen verpasst. Wann können dich denn die Kids mal wieder irgendwo live und in Farbe erleben?

Ich lese laufend und immer wieder. Ich bekomme mehr Anfragen für Lesungen, als ich gestalten kann. Guckt im Internet, guckt in den Zeitungen, guckt im Fernsehen und guckt auf den Websites. Irgend eine Lesung von mir werdet ihr sicherlich finden. Und dann kommt.

Nun ist es wieder Zeit für eine Runde Entweder – Oder. Bitte entscheide dich für jeweils eine Option (gerne darfst du auch dazu sagen warum)

  1. Hunde oder Katze?

Ich will Hund und Katze, ich bin mit beiden aufgewachsen

  1. Blumen oder Pralinen?

Blumen

  1. Traum oder Wirklichkeit?

Bitte beides

  1. Morgenmuffel oder Morgenmensch?

 Morgen Mensch und Morgenmuffel und Abend Liebhaber und Nachteule

  1. Deutschland oder Italien?

Klar, natürlich beides

  1. Pferde – ja oder nein?

Nein

  1. Lego oder Playmobil?

Lego

  1. Eis oder Schokolade?

Eis und Schokolade

  1. Faul oder fleißig?

Bin ich auch beides

  1. Schwimmen oder Eislaufen?

Schwimmen

Nun sind wir leider auch schon wieder fast am Ende angelangt allerdings haben wir noch 2 Fragen, welche uns auf der Seele brennen. Was hast du denn so als nächstes für Bücher für uns geplant. Mit welchen tollen Erscheinungen von dir dürfen wir denn so rechnen?

Ich habe zwei Romane in mir, die ich schreiben werde. Drachenretter, ein Roman, für den mit der Carlsen Verlag grade abgesagt hat. Und wo ich jetzt sehen werde, wo ich ihn veröffentliche oder auch einfach nur für mich schreibe. Und die Unvollkommenen, einen Roman, in dem Graffiti lebendig werden. Dieser wird im Kosmos Verlag erscheinen.

Und last but not least wäre es schön, wenn du uns vielleicht ein oder zwei lustige Anekdoten aus deiner Autorenlaufbahn erzählen würdest, denn schließlich ist Lachen ja gesund und daher würden wir das Interview auch sehr gerne lachend schließen.

Geschichten zum Lachen? Ich hoffe sehr, dass ihr in meinen Büchern die eine oder andere Stelle zum Lachen findet. Es ist Mitternacht und ich habe Moment überhaupt keine Lust, lustige Anekdoten zu erzählen. Nein, ich werde jetzt nicht zum besten geben, was sich irgendwie komisch finde. Ich lache gerne mit jedem persönlich, wenn wir uns treffen aber heute in diesem Interview habe ich keinen Bock dazu. Ich umarme euch, liebevoll.

 Vielen Dank Boris, dass du dir soviel Zeit genommen hast für uns und unsere Fragen genommen hast. Wir wünschen dir weiterhin alles Gute und viele Ideen für deine kommenden Projekte.

Interview mit Sylvia Rieß + Gewinnspiel

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich mal wieder ein ganz besonderes Interview für euch. Sylvia Rieß ist Jungautorin und gerade dabei mit dem ersten Teil ihrer Trilogie „Der Stern von Erui“ ihr Debüt zu geben. Während ich es persönlich immer noch sehr schade finde, dass ich als Nicht-eBook-Leser da Buch leider nicht lesen kann, könnt ihr aber dafür in den Genuss kommen. Als kleinen Trost habe ich dafür ein exklusives Interview bekommen und darf Sylvia und ihr Buch ein wenig vorstellen. Na wenn das kein Ausgleich ist *grins*. Was mir bei ihr wirklich sehr positiv aufgefallen ist, war der enorm große Austausch und die Motivation, die sie allein in dieses Interview gesteckt hat. Wir haben wirklich viel Zeit damit verbracht Mails auszutauschen und alles genau geplant. Das hat mich auf jeden Fall sehr beeindruckt und ich kann nur sagen, wenn sie ihr Buch mit genauso viel Motivation und Perfektion angegangen ist, kann es nur ein Knaller werden. Jetzt aber erstmal genug geschwaffelt und wir fangen endlich an bevor ich euch ien Ohr abkaue.

Das hier ist Sylvia:

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Copyright Sylvia Rieß

Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten euch die Autorin selbst vorzustellen, habe ich das diesmal ihr überlassen. Also Bühne frei für Sylvias Vorstellung:

Geboren wurde ich am 4. Oktober 1985 in Wetzlar im schönen Mittelhessen. Aufgewachsen bin ich ein paar Kilometer flussabwärts in einem 1400­Seelen­Nest an den Ufern der Lahn. Schon in der Grundschule habe ich gern eigene Geschichten geschrieben, natürlich über Tiere, von meinen eigenen Ponys am liebsten.
1996 wechselte ich auf die Marienschule in Limburg. Die langen Zugfahrten nutzte ich zum Tagträumen und oft schrieb ich später auf, was mir dabei in den Sinn kam. Bis zu meinem Abitur 2005 hatte ich auch bereits so viele Mitschülerinnen mit meinen versponnenen Ideen genervt, dass ich in der Abizeitung von 68% meines Jahrgangs den Titel ‚zukünftige Erfolgsautorin‘ verliehen bekam. (Das werden wir ja dann erstmal noch sehen müssen 😉 )
So um diese Zeit ist auch die erste Version meines Sterns von Erui fertig gewesen. Mit gerade einmal 300 Seiten. Den meisten meiner Freunde hat es gefallen, bis auf einen, sehr guten Freund. Der fand es ’naja, ganz nett‘.
Anschließend ging ich ein halbes Jahr nach Neuseeland, die Welt erkunden. Danach, das wusste ich schon, würde mein Tiermedizinstudium mir nicht viel Zeit lassen. Im Herbst 2006 zog ich dafür dann auch schließlich nach München, wo ich die nächsten zwei Jahre leben sollte. Die Kritik an meinem Werk ließ mir aber keine Ruhe und ich begann in jeder freien Minute, die Uni und Pferde mir ließen, zu schreiben. Es hat lange gedauert, bis ich einen neuen Anfang für die Geschichte fand, die mir so am Herzen lag. Dann aber flossen die Worte wieder.
2008 wechselte ich die Uni zurück nach Gießen in Mittelhessen, zurück an die Ufer der Lahn. Ich studierte und schrieb und aus dem Freund, der mich mit meinem Werk in die Sinnkrise gestürzt hatte, wurde am 06.05.2011 schließlich mein Mann. Ich zog zu ihm nach Darmstadt, beendete mein Studium, begann zu arbeiten. Beim Schreiben hat er mich immer unterstützt und ist maßgeblich daran beteiligt, dass ich über all den Selbstzweifeln und dem dauernden Gefühl, nicht gut genug zu sein, doch nie aufgab.
Heute leben wir, samt Katzen und Pferden, einmal mehr im schönen Lahntal, aus dem wir beide stammen und nie wieder wegwollen. Als Tierärztin in einer Praxis für Kleintiere und Pferde ist meine Zeit oft begrenzt. Nichtsdestotrotz ist der ‚Stern von Erui‘ von damals dreihundert auf nunmehr fast 1700 Seiten in drei Bänden gewachsen. Seit Anfang des Jahres stehen bei mir alle Fahnen auf Selfpublishing und ich stehe damit kurz davor, mir den Traum zu erfüllen, den ich als kleines Mädchen schon immer hatte: Tierarzt und Schriftsteller zu sein.

Hallo Sylvia,
schön, dass ich dich so exklusiv interviewen darf. Es ist mir tatsächlich eine große Ehre, denn wann hat man schon einmal die Gelegenheit mit einer Jungautorin zu sprechen, welche kurz vor ihrer ersten Veröffentlichung steht. Bevor wir uns gleich deinem Buch zuwenden, erst mal eine Frage vorweg. Wie fühlst du dich jetzt wo alles konkret wird? Bist du sehr aufgeregt oder noch ganz entspannt?

Ganz Ehrlich? „AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!! Ich sterbe. Hilfe, Ich will nicht.“
Das sind so die Gedanken, die mir am meisten durch den Kopf gehen.
Diese Geschichte trage ich einfach schon so lang in mir herum, und sie ist mir so ans Herz gewachsen, dass ich tierisch Schiss davor habe, dass sie nicht gefallen könnte. Aber auf der anderen Seite drängelt sie halt auch ganz doll erzählt zu werden. Also muss ich da wohl durch.

Ein hübsches Cover habt das Buch doch schon mal und ich freue mich total, dass ich es euch schon mal zeigen darf:

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Nachdem ich jetzt einige Kurzbeschreibungen zu deinem Stern von Erui gelesen habe: Was hat sich denn nun letztlich als Klappentext durchgesetzt und warum?

“Drei Zeichen dir gaben die Himmel fern,
drei Zeichen die Welten zu weisen:
ein Rad, ein Kreuz, einen letzten Stern.
Prinzessin Aljana, so soll man dich heißen.”
Als ein Kind den ersten Traum der Menschheit träumte, da erwachte hinter den Nebelschleiern das magische Reich Erui. In dieser Welt, in der einst alles möglich war, konnten die Menschen all jenem begegnen, was sich ihre Herzen nur vorzustellen vermochten.
Doch die dunklen Abgründe, die in jeder menschlichen Seele lauern, haben die Welt der Träume verdorben und tief ins Vergessen getrieben.
Fenia Edani weiß das besser als jeder andere. Sie blickte durch die Schleier und erkannte, dass manche Dinge lieber nie die Gedanken verlassen hätten, aus denen sie geboren wurden.
Niemals mehr will sie in die Welt zurückkehren, nach der ihr Herz sich so sehnsüchtig verzehrt. Doch nur dort kann sie finden, was ihre Seele heilen lässt. Nur dort kann sie dem Weg folgen, den die Lieder der alten Zeit ihr vorbestimmt haben; dann, wenn der Stern von Erui aufs Neue erglüht.

Ich hatte viele Varianten eines Klappentextes geschrieben und auch mit anderen Autoren besprochen. Eine, die ich lange favorisiert habe, musste schließlich meinem alten Favoriten weichen. Es ist schwierig, ein Buch mit so vielen Charakteren und so vielen Handlungssträngen auf ein Minimum zu kondensieren, ohne dass es zu platt wird. Ich finde dieser Text erzählt genug über das, was einen erwartet, sowohl das phantastische als auch das tragische, ohne die Wendungen und Pointen der Geschichte zu spoilern.

Der Klappentext verrät ja noch nicht so viel. Also was genau ist es, was dein Werk so besonders macht? Warum soll ich dein eBook kaufen und nicht das links oder rechts daneben?

Es verrät so wenig, weil es den Leser immer wieder überraschen will. Es kokettiert mit so manchem Klischee, nur um es auf ein paar Seiten ganz unerwartet zu zerschlagen. Wer Highfantasy liest, der sucht nach tapferen Ritter in strahlenden Rüstungen, nach schönen Prinzessin, die gerettet werden wollen, nach Monstern, die es zu besiegen gilt.
Was aber, wenn die tapferen Ritter nicht die sind, die unsere Prinzessin retten können? Wenn sie ganz allein die Stärke dazu finden muss? Was, wenn der Mann ihres Herzens nicht an ihrer Seite stehen kann, weil das Schicksal sich leider nicht immer ans Drehbuch hält? Was wenn die Monster auf den zweiten Blick nicht die Bösen sind und wir erkennen müssen, dass die wahren Monster in uns lauern?
Einmalige Charaktere mit Witz, mit Charme, mit viel Mut und viel Menschlichkeit, das man mit ihnen lachen und weinen kann, das erwartet meine Leser und ich denke, das macht mein Buch ganz besonders.

Für welche Formate wird es dein Werk eigentlich zu kaufen geben? Besteht die Chance, dass du mit BoD (Books on Demand) eine Zusammenarbeit beginnst, damit Leute wie ich auch in den Genuss kommen dein Werk zu lesen? Denn natürlich bin ich jetzt umso neugieriger, nachdem ich mit dir das Interview machen durfte.

Es soll natürlich auf Amazon erscheinen, daneben auch im iTunes Store von Apple, und Tolino hat ja jetzt auch seit ein paar Tagen ein Selfpublisher-Portal. Wenn da die Kinderkrankheiten raussind, wird es auch dort erscheinen.
BoD vermutlich eher nicht. Aber natürlich ist es mein ganz großer Traum, den Stern von Erui gedruckt in meinen Händen zu halten. Erste Verhandlungen mit einer Druckerei habe ich schon geführt. Es muss nur die Nachfrage da sein, dann werde ich wohl auch dort in den Selbstverlag gehen. Da die Vorfinanzierung schwierig ist, hatte ich schon einmal Crowdfunding in Erwägung gezogen. Das wird sich dann aber wohl ergeben, wenn ich sehe, ob es überhaupt unter den Lesern ankommt.

Nun nachdem wir nun eher das Ganze außenrum geklärt haben, wollen wir doch einmal einen Blick in den Trailer werfen, bevor wir uns dem Buch genauer widmen:

Ich habe gesehen, dass deine Charaktere eher ausgefallene Namen haben. Wie bist du darauf gekommen? Haben sie etwas mit deinem Umfeld zu tun oder sind sie frei erfunden? Ach ja und wo wir gerade bei Umfeld sind. Gibt es Figuren, die in irgendeiner Art, seien es nun Aussehen, Charakter oder Vorlieben,  an dich oder jemanden aus deinem Umfeld angelehnt sind?

Lach* Meine Geschichte hat es eher umgedreht gemacht. Ich kenne die Charaktere quasi seit ich 14 bin, ich weiß fast alles über sie, wie sie aussehen und was sie mögen. Dann traf ich mit achtzehn einen Jungen, der meinem männlichen Hauptcharakter zum Verwechseln ähnlich sah. Vom Charakter ähnelten sie sich erst, wenn man ihn besser kannte. Rate, mit wem ich heute verheiratet bin 😉 Meine Illustratorin konnte es deswegen auch nicht lassen, sein Gesicht für ihre Skizzen zu verwenden.
Zu den Namen: Nun es gibt Menschen, die haben normale Namen wie Sara oder Fenia und dann gibt es die Magischen, die haben teils ausgedachte Namen wie Dûrowinn und teils alte Namen, die mir sehr gut gefallen wie Llewellyn. Aber bei den Hauptcharakteren kann man sich auch sicher sein, dass sie nicht zufällig irgendeinen Namen tragen 🙂

Ich weiss, dass man Autoren nicht miteinander vergleichen soll normalerweise dennoch gibt es sehr viele Zweifler an der Qualität und an dem Können von Selfpublishern überhaupt. Was denkst du, welche Geschichten sollten einem ungefähr so inhaltlich liegen, damit einem dein Werk gefällt? Natürlich wird es anders sein, schließlich ist es dein Werk und nicht ein Abklatsch, aber Phantasy ist ja inzwischen ein so großes Genre, dass ich auch als wirkliche Liebhaberin schlichtweg nicht mehr an jeder Richtung Gefallen finden kann.

Puh, das ist eine schwierige Frage.
Wer Welten liebt wie die von Tolkien, riesig, mit ihrer ganz eigenen Geschichte, der wird bei mir finden, was er sucht. Erui ist ja schon so lange in meinem Kopf.
Vom Schreibstil her mochte ich immer schon die Knackigkeit und die Action aus den Hohlbein-Werken, drifte aber auch manchmal in Fabulöse und Mystifizierende ab, wie Marion Zimmer Bradley. Ich denke allerdings, dass meine Erzählweise auch etwas sehr eigenes hat, denn die Geschichte ist wie ein Rätsel verschachtelt aufgebaut. Man muss sich darauf einlassen und wird immer wieder überrumpelt. Bisher hat meinen Testlesern aber genau das sehr gut gefallen.

In welchen Zeitabständen möchtest du die Trilogie eigentlich auf den Markt bringen? Das eher alte Konzept ist ja ein Buch pro Jahr. Inzwischen gibt es aber immer mehr Autoren, welche ihre Bücher in Abständen zwischen 2 und 4 Monaten auf den Markt werfen und auch das scheint zu funktionieren. Wie hast du es denn geplant?

Teil zwei „Schattenkriege“ und Teil drei „Sternenstaub“ sind schon geschrieben. Es fehlt der Feinschliff. Da ich allerdings nicht von der Schriftstellerei lebe und meine Brötchen Vollzeit als Tierärztin verdiene, hängt es auch davon ab, wieviel Zeit der Job mir lässt. Ich hoffe aber, dass ich sie im Abstand von 5-6 Monaten rausbringen kann.

Viele Bücher von Verlagen haben ja eine Altersempfehlung. Wie würdest du dein Buch selbst einschätzen? Ab wie viel Jahren würdest du es empfehlen? Würdest du sagen, dass es eher die Art Phantasy ist, die nur ein Geschlecht anspricht oder ist das Buch für Mädchen und Jungs gleichermaßen geeignet?

Wenn ich es in eine Kategorie stecken müsste würde ich schon sagen Young-Adult, wobei die Betonung auf Adult liegt. Band eins ist noch nicht so dramatisch, aber ab dem zweiten wird’s manchmal recht düster.
Geschlecht, da fragst du mich was. Ich habe bewusst versucht für beiderlei Geschlecht zu schreiben, denn ich mag weder das übertrieben romantisch, zuckersüße, was manche Romantasy enthält, noch das düster schmutzig und schlüpfrige aus so manchen ‚männlich‘ geprägten Roman. Es gibt also einen Hauch Romantik und Kitsch mit einer gehörigen Prise Schildgeklapper und Schwertergeklirr.

Mich interessiert immer brennend, wo hast du eigentlich geschrieben? Hattest du einen Ort, der dich besonders inspiriert hat oder warst du vielleicht auch einfach nur immer an einem anderen Ort, um neue Eindrücke zu gewinnen? Oder bist du so etwas wie ein „Schreibtischautor“, der sich zu Hause einen Arbeitsplatz eingerichtet hat und sich dort vergräbt?

Frag mich lieber zu was ich am besten geschrieben habe, denn das wo konnte ich mir oft nicht aussuchen. Den Laptop hatte ich zu Studienzeiten immer dabei. Da ich sehr lange Zugfahrten hatte, habe ich die oft genutzt. Es war für mich egal, wo ich war und wer um mich rumsaß. Sobald ich Enya und den Herr der Ringe Soundtrack auf den Ohren hatte, fing mein Kopf an zu denken.
Später im Beruf kamen mir die richtig guten Ideen dann oft beim Autofahren und Radiohören zwischen zwei Terminen. Abends hab ich das dann alles zu Papier/Tastatur gebracht.

Bevor ich dir noch meine zwei liebsten Fragen stelle, musst du jetzt aber weit ab von deinem Roman durch mein Entweder – Oder Spiel. Da müssen alle durch. Es ist auch ganz einfach entscheide ich einfach für eine der angebotenen Optionen und gerne darfst du mir auch noch kurz dazu schreiben warum.

1.    Kartoffeln oder Reis?

Kartoffeln

2.    Frühling oder Sommer?

Frühling

3.    Print oder eBook?

Print (Hardcover, mit Vorsatzpapier, Covereinband und Prägestempel auf dem Buchrücken, Jawoll)

4.    Laptop oder Desktop-PC?

Laptop

5.    Fleisch oder Fisch?

Fleisch … zu meiner Schande. Ich liebe es, auch wenn ich mit einem Vegetarier verheiratet bin.

6.    Fahrrad fahren oder Schwimmen?

Schwimmen

7.    Europa oder Amerika?

Europa

8.    Filme oder Serien?

Beides

9.    Sekt oder Wein?

In der Reihenfolge 😉

   10.    Tierärztin oder Autorin?

Autorin im Herzen, Tierärztin, weil ich die kleinen Dinger nicht leiden sehen kann (Wobei kleine Dinger auch gerne 500-1000kg wiegen dürfen)

Vielen Dank und nun kommen wir zu Frage Nummer 1: Erzähl uns ein bisschen von den Geschehnissen während deiner Schreibphase. Was war das lustige Erlebnis, das du beim Schreiben der Trilogie hattest? Und was war das Traurigste?

Das Lustigste hatte ich jetzt vor kurzem erst, als mein bester Freund, der es jetzt erst liest, rummoserte ob das fettgeschriebene ER im ersten Abschnitt des Buches ein Fehler sei, oder so ne plumpe Androhung wie ‚Du-weißt-schon-wer‘. Dann fragte er mich noch, ob ER denn auch glitzern würde, wie so manch anderer Romanheld. Da musste ich lachen.
ER ist keine Tippfehler. ER glitzert auch nicht. Sowas von nicht. Eher das Gegenteil, also Antiglitzer … aber das werdet ihr noch erlesen.

Das Traurigste, auf mein Buch, oder auf meine Leben bezogen? Ich bezieh es mal auf mein Buch. Das Traurigste ist wirklich, dass mir klar wird, dass die Welt, die mich soviele Jahre in Gedanken begelitet hat, bald ihre Geschichte zuende erzählt hat. Das ist, wie wenn man einen alten Freund gehen lassen muss und nicht weiß, ob man ihn nochmal wiedersieht.

Und nun meine allerliebste Lieblingsfrage zum Schluss: Leseproben sind etwas feines, aber es sind eben nur Leseproben und alles muss erst in Fahrt kommen. Würdest du uns eine Kostprobe aus einer Stelle deines Buches geben an der schon richtig die Post abgeht und das ganze Geschehen schon am toben ist? Büüüüddddee *liebschau*

Ich soll also spoilern? Soso 😉 Na dann hier bitte:

„Der Schattenfürst hatte nun auch die erste Überraschung verwunden und zog mit einem breiten Grinsen seine eigene Klinge.
„Geh weg, weg von ihm. Er wird dich umbringen!“, dachte sie verzweifelt.
Doch diesmal kam statt einer weiteren lauten Antwort nur noch ein Gedanke zurück.
„Vergiss nicht, was ich dir versprochen habe.“
Tränen rannen über ihre Wangen.
„Llewellyn!“, drang es aus ihrer Kehle hervor.
Er setzte dem Schatten noch mit zwei flinken Hieben zu, denen dieser allerdings auswich, als sei es nur ein Tanz, dessen Schritte er bereits auswendig kannte. Er bot dem jungen König eine vermeintliche Schwachstelle dar. Llewellyn, der die Absicht dahinter nicht durchschaute, nutzte die günstige Gelegenheit, machte einen Ausfallschritt nach vorn, um den Kontrahenten in die ungeschützte Seite zu treffen, als er spürte, wie dessen Klinge sich ihm in die Brust bohrte.
Bis zum Heft trieb der Schattenfürst den dunklen, kalten Stahl hinein.
„NEIN!“, gellte ein verzweifelter Schrei über das steinige Feld am Fuß der Schattenberge, während Thoran mit ansah, wie der Körper des Feenkriegers in sich zusammensackte und eine Lache aus dunklem Blut sich auf die Steine ergoss.
Er sah den entsetzten Blick der jungen Frau. Ein Schmerz lag darin, tiefer, als jemals einer empfunden worden war, und er traf den Drachen ins Herz, sodass er das Gefühl hatte gleichermaßen von einer Klinge aufgespießt zu werden. Er bäumte sich auf aus seinem Traum, legte die mächtigen Klauen auf die Brust und schrie vor nie gekannter Pein.
Im nächsten Moment begann der Traum ihm allerdings zu entgleiten. Er sah bloß noch wie der Schatten sein Schwert zurückzog und sinken ließ. Er schritt über den toten Körper des gefallenen Gegners hinweg auf die junge Frau zu, deren Blick allein dem Leichnam ihres Liebsten galt. Der Schmerz in Thorans Brust ebbte ab. Dann legte sich ein blutdurchtränkter roter Nebel über die Szene und der Drache erwachte.

Vielen Dank Sylvia, dass du dir für die Beantwortung meiner Fragen soviel Zeit genommen hast und natürlich wünsche ich dir auch ganz viel Glück und unheimlich viele Leser für den Stern von Erui.

So meine Lieben und nun kommen wir zum Gewinnspiel.

Zu gewinnen gibt es:

1x Der Stern von Erui (Format mobi oder pdf) – vielen Dank Sylvia, dass du uns das sponsorst

und

1x einen Umschlag mit Goodies aus meinem Fundus

sollten sich überraschenderweise mehr als 30 Leute bewerben, lege ich ein weiteres Exemplar von „Der Stern von Erui“ per Amazongutschein drauf (hier ist nur mobi möglich)

Und wie könnt ihr gewinnen?

Auch das ist recht einfach:

Um in den Lostopf zu springen, schreibt einfach, was euch davon überzeugt hat, dass ihr Sylvias Debüt unbedingt lesen wollt und was ihr denkt, dass euch so erwartet. Wollt ihr euch noch ein weiteres Los sichern, dann teilt das Gewinnspiel und hinterlasst einen Link dazu. Darüber würden wir uns natürlich besonders freuen, damit Sylvias Buch ein bisschen an Reichweite gewinnt.

Bitte gebt in irgendeiner Form eine Emailadresse an (dies geht auch im Kommentarformular direkt. Diese wird nicht öffentlich angezeigt), damit ihr im Gewinnfall benachrichtigt werden könnt.

Kommentare, welche keine Mailadresse oder die Aufgabe nicht enthalten, werden von der Verlosung ausgeschlossen.

So nun noch schnell kompakt das Rechtliche:

1. Das Gewinnspiel läuft bis 9.5.15 um 23:59. Die Verlosung wird am 10.5.15 vorgenommen und die Gewinner benachrichtigt.

2. Teilnahme ab 18 oder mit Einverständniserklärung (per Mail an mich senden) der Eltern

3. Versand des Goodieumschlags erfolgt nur innerhalb Deutschlands (Ausland gerne bei Übernahme der Mehrkosten). Das EBook kann selbstverständlich international versandt werden.

4. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und Haftung für den Postweg wird nicht übernommen.

Viel Spaß auf beim Mitmachen und natürlich freuen Sylvia und ich uns schon auf eure Kommentare.

Interview mit Jürgen Seibold

Hallo ihr Lieben,
nachdem ich bereits an zwei Leserunden zu Jürgen Seibolds Büchern teilgenommen habe, wird mir nun die Ehre zu Teil, dass ich ein Interview mit ihm führen darf. Für mich persönlich ist dieses Interview etwas sehr außergewöhnliches, denn Jürgen ist schon ein Autor der Superlative, was seine Zeit in diesem Beruf und auch die Anzahl seiner Veröffentlichungen angeht. Daher freut es mich umso mehr, dass er mir soviel Vertrauen entgegenbringt und ich euch dieses Interview präsentieren darf. Daher spanne ich euch nun auch nicht mehr länger auf die Folter und lege mal los:

Das hier ist Jürgen:

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Copyright by Stefanie de Buhr

 Jürgen Seibold, Baujahr 1960, hat sich von Grund auf dem Schreiben verschrieben und begann seine Karriere 1983 als freier Journalist. Er arbeitete nicht nur für verschiedenste Regionalblätter sondern auch für namenhafte Zeitungen und Zeitschriften wie Computer Bild, Stern und Süddeutsche. Außerdem hat er einen eigenen Verlag für Mediengestaltung (Seibold Medien). 1989 begann er mit der Veröffentlichung von Musikerbiografien, z.B. über Bryan Adams, Die Toten Hosen und die Kelly Family. Außerdem gehörten Sachbücher über Filmthemen und DVD-/CD-Kritiken zu seinem Repertoire. Seit 2007 schreibt Jürgen auch Unterhaltungsliteratur. Es begann alles mit dem Krimi „Endlich ist er tot“ aus der Endlich-Reihe. Allein diese Reihe hat es bis heute auf 7 Bände geschafft, doch sie ist nicht die Einzige. Es gibt außerdem eine Krimireihe rund um den ermittelnden Bestatter Froehlich (bislang 4 Bände), eine um den LKA-Beamten Stefan Lindner (bisher 3 Bände) und eine bis jetzt 3 bändige Reihe mit Kommissar Hansen in der Hauptrolle. Außerdem hat er noch einen historischen Roman (Der arme Konrad) und einige Komödien veröffentlicht. Als wäre das nicht genug wurden auch noch einige Theaterstücke von ihm gezeigt, so dass man wirklich sagen kann, dass Jürgen ein Ausnahmeautor ist. Privat ist er verheiratet und hat 2 Söhne.

Ich selbst habe 2 seiner Bücher gelesen und rezensiert:

  1. Der arme Konrad (historisch)
  2. Landpartie (Hansens dritter Fall)

 

Hallo Jürgen, schön, dass du dir die Zeit nimmst und dich für ein Interview zur Verfügung stellst. Ich freu mich wirklich dich bei mir zu haben. Ich muss dich auch gleich mit der ersten Frage überfallen, denn ich habe einfach nur noch Bauklötze gestaunt als ich die Menge deiner Veröffentlichungen und die kurzen Zeitabstände gesehen habe. Wie machst du das? Woher nimmst du die ganzen Ideen und vor allem wie schaffst du es soviel und so gut zu schreiben, dass du diese enormen Mengen an Veröffentlichungen schaffst?

Na ja, seit ich 2012 das Romaneschreiben zu meinem Hauptberuf gemacht habe, mache ich ja den lieben langen Arbeitstag über nichts anderes mehr – da kommt dann schon der eine oder andere Satz zusammen. Ideen habe ich noch reichlich, manche tragen nur eine Kurzgeschichte, aber auch für Bücher habe ich noch genügend Pläne und Konzepte. Und wenn man mal ins Erzählen kommt, läuft es halt. Wenn dann noch Bücher dabei herauskommen, die dir und anderen gefallen: sehr schön, freut mich – und da mach ich doch gleich noch viel lieber damit weiter.

Du schreibst überwiegend regionale Geschichten. Hat das einen bestimmten Grund, warum du dich so explizit deiner Heimat als Schauplatz verschrieben hast?

Das ist eher dem Umstand geschuldet, dass mein erster Roman 2007 im Silberburg-Verlag ein Regionalkrimi war. Der lief gut, der nächste auch – und dann kam der Verlag mit der Idee, doch mal eine Regionalkomödie zu schreiben. Da kommt dann eins zum anderen. In meinem Psychothriller KINDER, meinem ersten Buch für den Piper-Verlag, war das etwas anders: Der spielte in einer fiktiven Stadt irgendwo in Baden-Württemberg – aber um ehrlich zu sein: Auch da hatte ich während des Schreibens einen bestimmten Ort vor Augen. Inzwischen ist das auch etwas weiter gefasst: eine meiner Krimiserien spielt im Allgäu, und ich hätte da schon auch noch ein paar Ideen zu Schauplätzen ganz woanders …

Wenn ich in deiner Bibliographie so zurückblicke, dann hast du ja sehr lange eher Sachbücher und Biographien geschrieben. Wie kam es dazu, dass du den Schritt in die Unterhaltungsliteratur gewagt hast?

Ich bin gelernter Journalist, habe mich dann als Musik- und Filmjournalist selbstständig gemacht, und daraus hat sich der erste Auftrag für eine Musikerbiographie ergeben. Das war toll damals, eine großartige Chance, mal länger an einem Thema dranzubleiben. Aber vor allem die Biographien, die ich nicht mit den Musikern oder Bands zusammen, sondern nur über sie geschrieben habe, brachten viel Arbeit daran mit sich, auch ja alle Zitate und Quellen sauber zu belegen, damit einem niemand an den Karren fahren kann. Na ja … du kannst dir vermutlich vorstellen, wovon ein Autor dann zu träumen beginnt, wenn er mal wieder seitenweise Quellenverzeichnisse schreibt: von Geschichten, die er selbst erfinden darf und nicht großartig mit Zitaten belegen muss.

Schreibst du heute auch noch Musikerbiographien und Sachbücher oder hast du mit diesem Kapitel abgeschlossen und hast dich vollends der Unterhaltungsliteratur gewidmet?

Vor einer Weile habe ich mal wieder an einer Musikerbiographie mitgeschrieben, weil einem Kollegen der Terminkalender um die Ohren geflogen. Das hat Spaß gemacht, aber an Romanen habe ich inzwischen noch mehr Freude.

In großes Erstaunen hat mich auch die Tatsache versetzt, dass du neben Krimis auch noch einen historischen Roman geschrieben hast und Komödien schreibst. Wie kriegst du den Spagat zwischen diesen vollkommen verschiedenen Genres, die sich ja nicht nur durch die Geschichten, sondern auch durch anderen Stil und Techniken unterscheiden hin?

Ach, so unterschiedlich ist das gar nicht. Ich recherchiere für alle meine Bücher recht gründlich – das gilt für Krimis und für Komödien, und mehr noch für den historischen Roman. Der hat mir meinen Terminplan ordentlich durcheinander gebracht, weil man da ja nicht einfach mal nach Stuttgart oder ins Allgäu fahren kann, um sich eben mal was anzusehen – 1500 ist ziemlich weit entfernt … Mehr Unterschied macht der Stil, in dem die Genres erzählt werden – wobei sich meine Krimis und die Komödien in manchem ähnlich sind, weil ich auch in den Krimis gerne ein bisschen Humor unterbringe. Der historische Roman war da anders – witzigerweise hatte ich das Gefühl, dass ich während des Schreibens von DER ARME KONRAD allmählich in einen saftigeren, deftigeren Stil geraten bin. Es war interessant, das an mir zu beobachten.

Ich weiß schon, dass es heutzutage ja schon fast verpönt ist von Geld zu reden, aber mal ehrlich: Kann man von der Unterhaltungsliteratur wirklich besser leben als von Sachbüchern oder verkaufen sich diese doch besser als man bei den Worten „Sachbuch“ und „Biographie“ schätzen würde?

Mit dem Vergleich tu ich mir schwer. Mein bisher bestverkauftes Buch ist immer noch eine meiner Musikerbiographien, die ging gut 300.000 mal über die Theken und hat entsprechend Tantiemen eingespielt. Ganz so weit bin ich mit meinen Romanen noch nicht, aber es darf gern in diese Richtung gehen. Sachbücher oder Biographien musst du außerdem sicher unterteilen nach den Themen, die sie behandeln: Wenn Hape Kerkeling pilgern war und toll darüber erzählt, finden das natürlich mehr Leute spannend, als wenn jemand das Paarungsverhalten des Juchtenkäfers aufdröselt.

Wie integrierst du deine Familie eigentlich in den Alltag eines Schriftstellers? Ich stelle mir es bei der Vielzahl an Veröffentlichungen wirklich schwer vor noch Zeit für Familie und Freunde einzuplanen?

Das geht eigentlich – wobei man da mal meine Familie fragen müsste, vielleicht sehen die das anders. Aber im Grunde genommen habe ich einen normalen Arbeitstag: Morgens geht‘s an den Schreibtisch, mittags wird gegessen, nachmittags wieder geschrieben, recherchiert und telefoniert, abends ist frei – oder es steht eine Lesung an. Da bleibt schon noch Zeit für ein Privatleben. Ich glaube, anders würde das auf Dauer auch nicht gutgehen.

Nachdem du ja selbst Mediengestaltung anbietest, kam natürlich dann auch die Frage auf, ob du deine Cover alle selbstgestaltest. Erzähl doch mal!

Nein, die Cover gestalten die Verlage beziehungsweise deren Grafiker – ich finde, die machen das auch super. Natürlich werde ich gefragt, ob mir die Entwürfe gefallen, aber bisher konnte ich immer nur grinsend nicken. Was ich dagegen selbst bastle, sind die Plakate, Flyer und Onlinematerialien – und es macht Spaß, dafür gelegentlich wieder in einen meiner alten Jobs einzutauchen.

Hast du eigentlich besondere Rituale mit denen du ein abgeschlossenes Skript oder eine Neuerscheinung feierst?

Ach, nein – ein bisschen durchatmen, mal einen Tag oder zwei den Gang rausnehmen, mehr eigentlich nicht. Obwohl … eins fällt mir doch ein: Ich höre gerne eine bestimmte CD, während ich ein Buch schreibe, und die dann immer wieder, um eine bestimmte Schreibstimmung zu halten. Wenn ich dann ein Buch fertig habe, höre ich mir diese CD noch ein-, zweimal an, ohne dabei irgendetwas zu arbeiten – dann ist sie wieder … „sauber“ und ich kann sie gelegentlich auch privat mal wieder hören, ohne sofort loszuschreiben.

Wir haben uns über die Leserunden auf Lovelybooks kennengelernt. Warum genau veranstaltest du diese eigentlich? Was nimmst du als Autor aus den Kommentaren der Leser mit und inwiefern hilft dir das bei deiner Arbeit?

 

Ein Portal wie Lovelybooks ist eine schöne Möglichkeit, mit Lesern in Kontakt zu kommen, ähnlich wie mit meinen Lesungen und den Buchtouren, die ich mit kleineren Gruppen zu meinen Romanschauplätzen unternehme. Ich hab das ganz gern – und du wirst ja gemerkt haben, dass ich mich recht fleißig an diesen Leserunden beteilige. Im Fall von Lovelybooks kommt noch dazu, dass einen da keiner anpampt, wie es manchmal online üblich ist. Wenn Kritik kommt, ist sie meistens sehr konstruktiv – manches kann man dann annehmen, um daraus zu lernen, und manches kann ich in der Diskussion vielleicht auch so erklären, dass verstanden wird, was ich mit diesem oder jenem Detail eigentlich gemeint habe. Tja, und wenn eine solche Erklärung nötig ist, weiß ich auch gleich: Das hättest du im Buch wohl besser formulieren können.

Bitte beantworte mir jetzt noch folgende „entweder – oder“ –Fragen:

  1. Prints oder eBooks?

Eher gedruckte Bücher – ich bekomme das Papierlesezeichen nie so richtig in den eBook-Reader.

  1. Schwarz oder weiß?

Für Espresso schwarz, für T-Shirts beides: mit schwarzen trete ich im Krimidinner auf, mit weißen bei meinen Lesungen.

  1. Frühling oder Herbst?

Frühling. Herbst ist schon auch schön, aber im Frühling geht einfach alles wieder so richtig los.

  1. Sport oder Couch?

Oje … eigentlich Sport, und dann landet man doch wieder nur auf der Couch …

  1. Krimi oder historischer Roman?

Meistens eher historische Romane – vermutlich, weil ich mit Krimis schon beruflich viel zu tun habe.

  1. Ehrgeizig oder anspruchslos?

Ich hoffe, dass beides auf mich zutrifft: Ehrgeizig bin ich, wenn es darum geht, sich noch ein bisschen mehr Mühe mit einem Buch oder einer Geschichte oder einer Lesung zu geben – aber wenn man mit netten Leuten zusammensitzt, brauche ich sonst nicht mehr viel.

  1. Direkt und offen oder versteckt und angedeutet?

„Direkt und offen“ ist mir im persönlichen Umgang lieber, in den Krimis darf vieles lange natürlich nur angedeutet werden.

  1. Lego – ja oder nein?

Ich selbst schon länger nicht mehr – aber ich bin beeindruckt, wie gut meine Jungs alles Mögliche aus Lego bauen.

  1. Wein oder Bier?

Kommt drauf an: Grillen und Fußballschauen geht mit Bier besser, Gespräche und ein schönes Essen eher mit Wein.

  1. Wien oder Paris?

Oh: oder? Schade – ich finde beide Städte super.

 Nachdem ja dein neuster Krimi „Landpartie“ ein Fall für Kommissar Hansen ist, auf was dürfen wir uns denn als nächstes freuen?

In diesen Wochen (22. April) erscheint mit SAG NIEMALS NOI meine dritte in Stuttgart und Umgebung angesiedelte Komödie. Da lernen sich der Schwabe Nick und die Badenerin Lara (beide um die 30) kennen und lieben, zerstreiten sich und haben dann einen recht weiten und turbulenten Weg bis zum Happy-End. Der Ich-Erzähler Nick hat übrigens – wie der Titel vielleicht schon andeutet – einen kleinen James-Bond-Tick … Außerdem schreibe ich im Moment gerade den fünften Krimi um meinen Bestatter Gottfried Froelich (erscheint im Oktober) und danach den vierten Fall für Kommissar Hansen (erscheint im Januar). Mir wird‘s also bis auf Weiteres nicht langweilig.

Gibt es etwas, dass du deinen Lesern noch unbedingt sagen möchtest?

Danke fürs Lesen – und erzählt es weiter, falls euch eines meiner Bücher gefallen hat. Vielleicht sehen wir uns ja mal auf einer meiner Lesungen, oder ihr macht ein Krimidinner oder eine Wanderung durchs Buch mit?

Weil die Dinge einfach schöner sind, wenn sie mit einem Lachen enden, erzähl uns doch bitte zum Schluss das witzigste Erlebnis, dass du in deiner Autorenlaufbahn so hattest.

DAS witzigste Erlebnis wüsste ich jetzt gar nicht auf Anhieb, weil es immer wieder spaßige, skurrile und einfach schräge Sachen gibt, die mir begegnen. Immerhin kann ich das gleich im nächsten Buch verarbeiten – wie diese ziemlich spezielle Einlage: Eine Gruppe von politischen Aktivisten war der Meinung, dass mich einzelne Dialoge in meinem historischen Roman DER ARME KONRAD als Knecht des Kapitals und als obrigkeitshörig entlarven. Dazu haben sie dann immer wieder Handzettel verteilt – einer wurde auch mir in die Hand gedrückt, als ich nach einer Lesung nach Hause ging. Ich hätte dem guten Mann gern verraten, wem er da diesen Handzettel gegeben hat – aber der war leider schon wieder hinter der nächsten Hausecke verschwunden. Ihr könnt ja mal SAG NIEMALS NOI daraufhin durchlesen, was daraus in der Komödie geworden ist.

Vielen Dank für deine Zeit und für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen, Jürgen und natürlich viel Spaß und Erfolg weiterhin.

Danke, das hat Spaß gemacht. Vielen Dank für die guten Wünsche – und mach du bitte unbedingt mit deinem Blog weiter! Viel Erfolg damit.

4. Advent – Isabella Rameder und ihre Engelsbücher

Hallo ihr Lieben,

jetzt ist es bald soweit. Nur noch 3 Tage bis Weihnachten und ihr habt sicher alle Hände voll zu tun. Dennoch möchte ich euch natürlich auch heute ein besonderes Highlight präsentieren, denn die liebe Isabella Rameder war so lieb mir ein paar Frage zu beantworten und ich darf euch hier die ersten beiden Bände ihrer Engelsreihe vorstellen.

Also viel Spaß mit ihr.

Eure

Sabrina

Das hier ist Isabella

I.R.Christmas

Sie wurde im Sommer 1978 in Wien geboren und war schon immer ein Kind der Stadt. Seit ihrem ersten geschriebenen Wort träumte sie davon einen Roman zu schreiben. Die städtische Bibliothek war ihr Lieblingsort. Die Bücher mein Zugang in die Welt der Fantasie. Frei nach dem Motto: Wer liest, kann alles sein. Wer liest, kennt keine Grenzen.

Nach dem Abschluss des Gymnasiums studierte sie Germanistik und Journalistik in Wien und veröffentlichte einen Band mit Kurzgeschichten aus ihrer Jugendzeit. Danach verlor sie ihren Kindheitstraum aus den Augen und machte zehn Jahre alles andere … nur nicht schreiben. Eines schönen Tages sorgte das Schicksal dafür, dass es sie (einen eingefleischten Stadtmenschen) und ihre Familie in ein kleines Dorf im Herzen Bayerns verschlug. Anfangs war sie geschockt und litt an fürchterlichem Heimweh. Die Einsamkeit und die herrliche Landschaft hielten jedoch eine besondere Überraschung für sie bereit … sie fand die Ruhe zum Schreiben wieder, die Natur inspirierte sie unglaublich. Die Geschichten nahmen eine Form an und alles kam in einen Fluss, der nicht mehr zu stoppen war. Jetzt kann sie sich nicht mehr vorstellen von dort weg zu gehen und etwas anderes zu machen als zu schreiben. Neue Ideen hat sie bereits sehr viele gesammelt. Nach dem Abschluss der „Erzengels“-Trilogie ist vorerst mal Schluss mit dem Genre Fantasy. Ihr neues Projekt ist ein Mystery-Grusel-Liebesroman mit Bayern-Bezug. Dieser Roman soll im Herbst 2015 erscheinen.

Die Erzengeltrilogie

Band 1:

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„Es ist nie zu spät seinem Herzen zu folgen. Niemals.“

Als die junge Luisa am Tag des prophezeiten Weltuntergangs in der Kapelle ihres Dorfes auf vier Erzengel trifft, ändert sich ihr Leben schlagartig. Auf dem Gutshof ihrer Eltern tummeln sich plötzlich nicht nur attraktive Engel und zauberhafte Naturgeister, sondern auch deren düstere Gegenspieler, die gefallenen Engelswächter. Luisa verliebt sich Hals über Kopf in Erzengel Raphael und gerät dadurch in allerhöchste Gefahr. Gemeinsam mit der Engelschar begibt sie sich in einen Kampf gegen das Böse und stellt sich dem Ruf ihres Herzens – mit unerwarteten Folgen …

Band 2:

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„Du kannst sein, wer du sein willst. Jetzt!

Seltsame Vorfälle ereignen sich im Nachbarort. Immer wieder wird ein Name damit in Verbindung gebracht: Luisa Breitner. Wer ist sie und was hat sie zu verbergen? Die Neugier der jungen Journalistin Lieselotte Siebenschläfer ist geweckt. Völlig unerwartet lässt sich ein attraktiver Fremder namens Adrian im Dorf nieder. Lieselotte findet heraus, dass er als Privatdetektiv mit der Beschattung von Luisa beauftragt wurde. Fasziniert von weiteren Entdeckungen heftet sie sich an seine Fersen. Je näher sie sich kommen, umso tiefer verstrickt sich Lieselotte in dunkle Machenschaften. Als sie Adrians unheilvolles Geheimnis entdeckt, ist es für eine Umkehr längst zu spät …

Zu Band 2 findet ihr hier auch eine Rezension von mir.

Natürlich hatte ich auch ein paar Fragen an Isabella, welche sie mir in Rekordzeit beantwortet hat. Eine so fixe Antwort kam mir euch noch nie unter.

Sabrina:

Im Vergleich zu Band 1 wechseln ja die Protagonisten (was ein unabhängiges lesen wirklich sehr einfach macht). Wie kam es dazu, dass du Lotti soviel Raum gegeben hast und Luisa dann eher eine wichtige Figur aber eben eher eine Randfigur wurde?

Isabella:

Ich konnte die Geschichte von „Engelsherz“ sehr schwer abschließen und wollte unbedingt weiterschreiben, aber ich wollte auch gern etwas Neues beginnen. Dann kam mir die Idee mit dem Spin-off. So konnte ich in ein neues Abenteuer starten und musste Paul und Luisa nicht vollends loslassen. Ich mag die beiden so richtig gern. Wobei ich Rian und Lilo auch sehr ins Herz geschlossen habe.

Sabrina:

Ist Band 2 der letzte Band oder planst du Luzifers Rückkehr und einen dritten Teil? (Anmerkung: Bis dato wusste ich nicht, dass es eine Trilogie ist)

Isabella:

Es wird einen 3. und letzten Teil geben, der „Engelsliebe“ heißt und voraussichtlich am 1. März 2015 erscheint.

Sabrina:

Wie kamst du eigentlich auf diese ungewöhnliche Idee? Beschäftigst du dich auch privat gerne mit Esoterik und Okkultem?

Isabella:

Als ich das Schreiben wieder für mich entdeckte, war meine Tochter gerade 2 Jahre alt und wollte mittags nur im Kinderwagen einschlafen. Ich habe also viele Monate spazierend verbracht und während sie schlief, hab ich mir in aller Ruhe Geschichten ausgedacht. Da ich immer wieder am benachbarten Gutshof, der alten Kapelle und all den Orten vorbeikam, hab ich diese Schauplätze verwendet. Ich habe mich vor „Engelsherz“ auch sehr gern mit Esoterik und Okkultem beschäftigt, aber niemals mit Engeln. Als dann meine Idee mit den vermenschlichten Erzengeln geboren war, begann ich mich in das Thema einzuarbeiten. Ich habe wirklich viel dazu gelesen und recherchiert.

Sabrina:

Gibt es die Gefängnisinsel und die Kirche (samt Inhalt) wirklich oder sind sie frei nach deiner Phantasie geschaffen?

Isabella:

Ja, die Isola di Gorgona gibt es wirklich und es ist auch tatsächlich die letzte Inselhaftanstalt Italiens. Nur Luzifers Haus steht nicht auf dieser Insel 😉 Auch die Kirche und ihr Innerstes sind nicht frei erfunden. Allerdings ist Livorno einer der wenigen Orte, an denen ich nicht persönlich war. Da musste ich mir mit Google und YouTube weiterhelfen. Ich schreibe gern über Plätze, an die ich auch gereist bin. Die Plätze von „Engelsherz“ habe ich fast alle „live“ gesehen und zwar vor vielen Jahren, als ich mit einem Rucksack (leider ohne sexy Engel) durch Portugal gereist bin. Das Hotel Fantasia gibt es aber leider nicht (aus Teil 1). Das entstammt meiner Phantasie, wie der Name schon sagt.

Das waren meine Fragen an Isabella und ich würde euch wirklich empfehlen, dass ihr euch ihre Bücher einmal anschaut, denn sie gehört definitiv zu den Indieautoren, welche sich einen Verlag verdient hätten und deren Bücher sicher etwas sind mit dem man eine breite Masse begeistern kann.

Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Isabella für die Zeit, die du mir geschenkt hast, obwohl es kurz vor Weihnachten ist. Vielen Dank und natürlich weiterhin ganz viel Erfolg.

1. Advent – Ghila Pan und ihr Eulenrätsel

Hallo meine Lieben,

es ist einfach nur Wahnsinn wie die Zeit vergeht. Jetzt haben wir schon wieder den ersten Advent. Dieses Jahr habe ich mir für euch an jedem Adventssonntag etwas besonderes überlegt und zum Glück auch ein wenig Unterstützung bekommen, so dass diese Aktion möglich sein wird.

Für den ersten Adventssonntag hat sich die Autorin Ghila Pan Zeit genommen und mir ein paar Fragen beantwortet. Außerdem darf ich euch ein wenig von ihrem Roman „Das Eulenrätsel“ zeigen.

So aber nun genug geredet. Schauen wir uns doch lieber Ghila und ihr Eulenrätsel an.

Das ist Ghila:

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Ghila Pan

Sie ist mindestens genauso erfrischend anders wie es auf dem Bild wirkt. Eigentlich hatte ich ja mit einem kurzen Steckbrief anfangen wollen über sie, aber passend zu dem Titel ihres Buches „Das Eulenrätsel“ macht sie auch um ihre eigene Person ein wenig ein Rätsel. Sie hat mir verraten, dass sie alt genug ist und außerdem noch Musikerin. Solltet ihr etwas von ihrer Musik anhören wollen, so könnt ihr hier eure Neugierde befriedigen. Sonst ist diese sehr sympathische Frau in festen Händen und lebt mit Partner und Sohn im schönen Salzburg, wo sie freiberuflich als Physiotherapeutin arbeitet. Doch genug der Daten, denn Ghila hat ein Gedicht über ihre Person verfasst, welches sie selbst am besten beschreibt:

Ich Bin

Die weise Eule

Bin die Mutter der Zeit

Gebär meine Kinder zu heilen bereit.

   Bin die Alte, die weiß, wann das Neue beginnt

Bin die Junge,

Die lacht, rennt, pfeift

Wie der Wind.

Bin nicht Tier, bin nicht Mensch,

Bin nicht Geist, bin nicht Ding,

Bin keine, die jemals ein Gedanke einfing.

Ich bereite die Flügel aus Freude mir,

Bin in keinem – und jedem zu Hause –

Ob Mensch oder Tier.

Aus meiner Feder rinnt Blut von vergessenem Land

An das zu erinnern sind meine Schreiber gesandt:

   Denen erzähl ich Geschichten – wie in langen Gedichten-,

Denen schenk ich den Reim, zu setzen den Keim.

Ich singe mein Lied von der Weisheit und ihrem

Ewigen Stand.

 

So hört die Geschichte,

Die ich euch berichte:

Ich bin, was alle wissen und keinem bekannt,

Eine zeitlose Göttin in neuem Gewand.

Gebrauche dein Herz und deinen Verstand.

Tochronoth bin ich

Tochronoth heiß ich

 

Tochronoth werd ich genannt.

Copyright © Ghila Pan

Damit sollte eigentlich auch genug über Ghila selbst gesagt sein, denn wir wollen uns schließlich ihrem Werk zuwenden. Bevor ich euch ein wenig über die Hintergründe erzähle, möchte ich euch erst einmal gerne den Klappentext zeigen, damit jeder weiss wovon wir sprechen:

Was ist wirklich ‚wirklich‘?

Diese Frage stellen sich auch Lisa und Alwin Richard. Eigentlich wollen die beiden einen entspannten Urlaub auf Hawaii verbringen. Doch plötzlich befindet sich Lisa, die einen unveröffentlichten Roman geschrieben hat, wieder mitten in ihrem Buch – und an seinem Schauplatz, den schottischen Highlands. Ihre Romanfiguren gehen ihr nicht mehr aus dem Kopf und beginnen ihr Leben maßgeblich zu beeinflussen, bis Lisa und ihr Mann in ein ein gefährliches Abenteuer geraten.

Aber Lisa ist keine gewöhnliche Frau. Sie kann sich drehen und Flügel wachsen lassen.

Auch ahnen vorerst weder Elester Claw, die Flohspinne Tarantilli, noch der BMS– (Bird-Message-Spatz) Posi, dass ihre Verbannung gemeinsam mit einigen weiteren Romanfiguren Lisas in ein ‚Nichtiges Reich‘ – irgendwo über den Wolken Schottlands – ein Ende haben soll.

Nicht nur für Eulalia Birdwitch, die in ständiger Angst vor dem Tod lebt, wäre der Blick in seelische Abgründe und Welten monströser Wesen ein anderer gewesen, hätte sie etwas mehr gewusst…

Na? findet ihr das nicht genauso spannend wie ich? Wollt ihr eine Leseprobe oder gleich das ganze EBook? Na dann schaut doch einfach mal hier rein. Als Taschenbuch müssen wir uns leider noch etwas gedulden, aber ich kann schon einmal berichten, dass Ghila in Verhandlungen steht, sodass wir die niedliche Eulalia hoffentlich bald auch in unserem Bücherschrank begrüßen dürfen.

Viele von euch möchten immer gerne wissen, was hinter den Geschichten steckt, wie man auf die Idee kam und wie der Schaffensprozess war und diesmal gibts auf all diese Fragen eine Antwort, denn Ghila hat sich ausgiebig dazu in einem kleinen Essay Zeit genommen:

Herbst 2010 (Beginn der Arbeit am ‚Eulenrätsel’):

Sieben Jahre sind vergangen.

Jahre der kleinen Schritte, der Luftsprünge, der Pfützenlandungen, der großen Anläufe. Endlich wurde für das kleine Mädchen und mich deutlich, was damit gemeint war: ‚Am Anfang beginnen‘. In mehrerer Hinsicht: Zur Welt kommen, zur Sprache kommen, fällt mir dabei ein oder ‚Bismillah‘, ein persisches Mantra für guten Beginn. Oder die Namen der Figuren und ihre Geschichten, die ich als kleines Mädchen erfunden und geschrieben, doch aus einem eigenartigen Gefühl der Schuld damals verbrannt habe. Ich besuchte ja auch eine katholische Klosterschule. Man musste sich einfach schuldig fühlen, wenn zu viel Lebenslust und eigene Geschichten im Spiel waren. Als Mädchen ganz besonders.

„Wie siehst du das heute?“, frage ich das kleine Mädchen.

Sie verzieht den Mund und spannt einen imaginären Bogen. Artemis hat gerade einen Eber abgeschossen. Doch das ist vermutlich schon wieder eine andere Geschichte. Also zurück zum Anfang.

 

Und sieben Jahre sind ’seither‘ vergangen.

Für mich begann es in der Nacht des 12. 12. 2003 mit einem Traum. Ein paar Jahre später hielt ich ein Buch in Händen, das es nur einmal auf dieser Welt gibt.Da zwinkert eine Eule und die Kleine weiß, dass die Zeit reif ist. Es muss nun endlich erzählt werden, was die Nichtveröffentlichung von, letztendlich, vierhundert druckerschwarztriefenden Seiten zur Folge hatte. Welche Konsequenzen sich daraus für fünfundvierzig sehr individuelle Individuen ergaben! Ein verheerendes Schlammassel, das sogar eine Göttin, die einer Welt jenseits christlicher Nomenklatur entsprungen war, über Schuld und Sühne nachdenken ließ!

Tochronoth, wie sie genannt wird, hat einen großen Vorteil: Sie ist unter anderem die Göttin der Zeit. Also kann sie damit spielen, so wie sie mit meiner Zeit spielt. Ich hoffe, der Guten gelingt es, die fünfundvierzig sehr individuellen Individuen aus ihrer Nichtigkeit zu befreien.

 

Die Zeit. Tja, ein Jammer! Meist scheint man älter zu werden, Kinder werden erwachsen. Erwachsene sind keine Kinder mehr, sondern ernste Ernstzunehmende. Damit wird das Leben sehr kompliziert. Ich erspare mir eine Aufzählung all der Verantwortlichkeiten und Kompliziertheiten, die auf einen zukommen! Das kleine Mädchen lächelt mich die ganze Zeit so unverschämt liebenswürdig an. Was soll man da noch sagen? Rotznase, Kleine, du hast ja keine Ahnung.

 

– Doch – in Wahrheit wissen wir es beide besser: sie hat bei weitem mehr Ahnung: sie ist seit langer Zeit dieselbe geblieben, die sie von jeher war, oder auch mit einem Jahr, drei Jahren, zehn Jahren. Die Kleine hat es immer schon am Besten gewusst und nimmt mir meine Besserwisserei nicht ab. Ich mir selbst übrigens auch nicht. Darum habe ich mich dafür entschieden, das kleine Mädchen entscheiden zu lassen, wann die Zeit reif ist. Und sie hat mir mit einiger Deutlichkeit erklärt, dass sie es langweilig findet, wenn unsere Geschichten verbrannt werden oder unsere Figuren in einem Roman spielen, dessen Grundidee eine andere mit Recht als ihr geistiges Eigentum bezeichnet.

Jetzt appelliert die Kleine an meine Verantwortlichkeit als ernstzunehmende Erwachsene und an meine Fähigkeit, einfache Dinge kompliziert auszudrücken, und rät mir, die weißen Buchstabenfelder auf dem schwarzen Tastaturfeld konsequenterweise täglich zu drücken. Nicht ich finde Zeit dazu, die Zeit findet mich dazu. Da hat sich Tochronoth ja die Richtige ausgesucht!

 

Nun gut, da ich auch nichts anderes als eine Frau, Mutter, Geliebte, Mückentöterin, Dombackspielerin, Physiotherapeutin, ehemalige Hainburger Au-Aktivistin, Kulturpessimistin, Ekstatikerin, Anglophile, Liedtextverfasserin, Nachtkieferschienenträgerin, Sängerin, Mobilfunkhasserin, ‚Zauberberg‘-Leserin, Fischsuppenesserin, Dichterin und damit dennoch an eine bessere Welt Glaubende, Anarchistin, Mystikerin, Liebende, Verliebte, und dem geschriebenen Wort Verfallene bin, überlasse ich nun Lisa Richard die hauptsächliche Verantwortung für das weiterführende Geschehen. Soll diese Dame doch sehen, wie sie mit mir, dem kleinen Mädchen und mit weiß Göttin und Gott noch wem zurechtkommt!

Ergänzen möchte ich zum besseren Verständnis einfach, dass dieses erste Werk von Ghila eine Fan Fiction war. Doch letztendlich war es eben jene Geschichte, welche Lias und Ghila zusammenbrachte und sie motivierte die Schreiberei, welche sie schon in ihrer Jugend geliebt hatte, wieder aufzunehmen.

Jetzt werden sich viele von euch vermutlich zu Recht fragen, ob sie denn nun auch eine Antwort bekommen haben oder nur weitere Fragen in den Raum gestellt wurden. Nun das kann ich euch selbst nicht so genau sagen. Was ich euch sagen kann ist, dass Ghila eine sehr nette und sympathische Person ist, dass ich großen Spaß an der Arbeit mit ihr hatte und das ich es jederzeit wiederholen würde. Allerdings weiss ich auch, dass sie eine sehr rätselhafte Person ist, welche diese Geheimnisse aber gerne um sich herumwindet und dadurch auch zu etwas sehr einzigartigem wird in der Autorenwelt. Lasst euch darauf ein, rätselt mit ihr und nehmt die Dinge wie sie kommen, ihr werdet zusammen viel Spaß haben.

Abschließend möchte ich mich natürlich von bei Ghila bedanken, dass du soviel Geduld, Zeit, Matrial und Freundlichkeit in unsere gemeinsame Arbeit gesteckt hast. Vielen Dank.

Liebe Grüße

Sabrina

Darf ich bitten? Regina Gärtner im Interview

Bloggeraktion

Hallo ihr Lieben,

das hier ist mein vierter Beitrag im Rahmen der Aktion „Darf ich bitten? Deutschsprachige Autoren im Interview“.

Dieses Mal ist es mir eine Ehre Regina Gärtner auf dem heißen Stuhl gehabt zu haben, aber keine Sorgen: Niemand kam bei diesem Interview zu schaden (außer vielleicht mein Laptop, der wieder ein paar Überstunden schieben musste). Ich bin immer wieder erstaunt, wie lieb doch die ganzen Autoren sind und auch Regina hat da keine Ausnahme gebildet. Ich hatte sehr viel Spaß mit ihr im Interview und auch bei der Klärung der ganzen Organisation. Man kam sich nie als Bittsteller vor sondern immer als ein ernstgenommener Gegenüber und auch in seiner Arbeit sehr ernstgenommen, was ich auf jeden Fall sehr schön fand, denn da macht die Zusammenarbeit gleich noch mehr Spaß. Aber genug geredet.

Das ist Regina:

regina gaertner

Das Regina anders ist und sich nicht so leicht in eine Schublade stecken lässt zeigt schon ihre Homepage. Während andere Autoren einfach ihre Eckdaten als Steckbrief schreiben, bekommt man bei ihr einen Steckbrief der besonderen Art. Nicht nur, dass sie einen fleissig rechnen lässt und Recherche betreiben, wenn man genaueres wissen will, auch auf die damals aktuellen Ereignisse nimmt sie Bezug und man erfährt teils auch gleich, wie diese ihr Leben beeinflußt haben. Dieser Steckbrief ist auf jeden Fall einen Blick wert. Auch ihr aktuelles Werk „Unter dem Südseemond“ ist etwas exotisches auf dem Buchmarkt und verdient daher einen besonderen Blick. Eine Geschichte um die Jahrhundertwende des 20 Jhd. Deutschland ist noch eine Kolonialmacht und hat auch noch Deutsch-Samoa unter sich. Die june Alma wandert dahin aus. Eine ungwöhnliche Geschichte, welche einmal an einem ganz anderen Ort spielt und auf jeden Fall mal einen genaueren Blick wert ist.

Aber schaut doch einmal selbst:

Schon allein das Cover ist einfach klasse und lädt dazu ein dieses Buch als Urlaubslektüre mitzunehmen oder gemütlich im Liegestuhl zu geniessen, aber damit ist es ja nicht genug, denn auch die Beschreibung macht einfaach nur Lust auf mehr:

1899: Gegen ihren Willen wird die junge Alma vom Vater
mit einem Mann verheiratet. Hermanns Pioniergeist und
sein Wunsch nach gesellschaftlichem Aufstieg führen die
beiden von Köln nach Deutsch-Samoa. Die Inseln im

Südpazifik wurden gerade zum deutschen Schutzgebiet erklärt.

Obwohl die weißen Strände und die grünen Hügel der Insel
wie die pure Idylle wirken, muss Alma sich einer
unaufhörlichen Folge von Schicksalschlägen stellen.

Wird sie in dieser exotischen Welt je ihr Glück finden,
oder bleibt sie für immer eine Gefangene
der Entscheidung anderer Menschen?

Denn der Mann, den Alma wirklich liebt, lebt weit entfernt.

Und die Familie, aus der sie herausgerissen wurde,

hütet ein Geheimnis, das Alma noch bis ans andere Ende

der Welt verfolgt.

Es ist die Geschichte einer Frau am Anfang des 20. Jahrhunderts, die unglaubliche Dinge erlebt.

Es ist die Geschichte einer verbotenen Liebe.

Es ist die Geschichte einer Familie, die mehr als ein Geheimnis hütet.

Es ist die Geschichte aus einer Zeit, als das Deutsche Reich aufbrach, eine Weltmacht zu werden.

Es ist die Geschichte von zwei idyllischen Inseln mitten im Südpazifik.

Es ist die Geschichte von Abenteuern, von großen Schicksalsschlägen, von Lügen und Intrigen, von Glück und Unglück.

Es ist eine mitreißende Geschichte aus dem kolonialen Deutsch-Samoa.

Aber vor allem ist es die Geschichte von Alma.

Ihr seht also, es ist keine 0815-Geschichte sondern ein ganz besonderes Buch, welches auf jeden Fall unsere Aufmerksamkeit verdient hat und mit seinen knapp 600 Seiten ist es für 9,99€ auch bei weitem in einem super Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich würde euch ja gerne eine Rezension davon stellen, aber leider war das bei mir zeitlich nicht mehr drin, aber bei Gelegenheit werde ich das nachholen, denn ich persönlich freue mich schon sehr darauf es lesen zu dürfen.

So bevor ich mich jetzt aber vollkommen unter dem Südseemond vergehe, lasse ich euch doch mal besser an dem Interview mit Regina teilhaben, sonst wird das heute nichts mehr. Viel Spaß:

Sabrina:

Wie hast du dein Talent fürs Schreiben entdeckt?

Regina:

Irgendwann merkt man, dass man etwas gut kann. Man schreibt gerne. Dann schreibt man viel. Irgendwann liest man eine Geschichte, die man gerne selbst geschrieben hätte. Die Geschichten kommen von alleine. Sie finden dich. Und so entwickelt es sich allmählich.

Ich hab schon mit zwölf Jahren angefangen, zu schreiben, dann für die Schülerzeitung, dann als Freie Mitarbeiterin bei einer Zeitschrift, und so weiter. Ich glaube aber, dass es bei jedem Autor anders ist.

 Sabrina:

Du hast in der Laufbahn ja einige Veränderungen mitgemacht. Zuerst hast du einen Krimi verlegt, dann Kurzgeschichten und ganz aktuell einen Auswandererroman, der um 1900 spielt. Von diesem wird es März nächsten Jahres ja auch eine Fortsetzung geben. Würdest du sagen, dass du nun die Richtung gefunden hast, die dir liegt und Spaß macht oder bist du noch auf der Suche?

Regina:

Ich möchte mich gar nicht auf ein Genre festlegen. Ich schreibe, was mir gefällt und was ich selbst auch gerne lese. Und es ist definitiv so, dass die Geschichten zu mir kommen. Ich habe niemals nach dem einen Genre gesucht. Im Gegenteil: Wenn ich in verschiedenen Genres schreiben kann, ist das ein großer Schatz. Ein Talent und auch ein Zeichen dafür, dass ich das Schreibhandwerk beherrsche. Am ehesten kann ich sagen, dass ich gerne das schreibe, was ich gerne lese. Ich habe Ideen für jede Menge Bücher. Die Schwierigkeit liegt eher darin, mich zu begrenzen.

Aber natürlich muss man sich seinen Autorennamen aufbauen, bei den Lesern, und bei den Verlagen. Deshalb muss man sich eher beschränken.

Sabrina:

Wie kamst du gerade auf die Idee ein Auswandererszenario um 1900 zu schreiben? Was war deine Inspiration?

Regina:

Auswandern ist ja auch heute noch oder wieder ein interessantes Thema, auch wenn die Ausgangsposition heute eine ganz andere ist. Heute gehen nicht die armen Leute, die in anderen Ländern ihr wirtschaftliches Glück oder ihre religiöse oder politische Freiheit suchen.

Die deutschen Kolonien sind seit knapp zwanzig Jahren ein Thema, was mich zunehmend mehr interessiert hat. Die Vorstellung, Deutschland in der Fremde, ob nun Afrika, Asien oder in der Südsee zu finden, hat mich fasziniert. Deutschlands Kolonialgeschichte ist ja eher kurz und bescheiden, und dennoch unglaublich spannend.
Dass der Handlungsort Samoa – die Perle der Südsee, wie man sie damals nannte – wurde, hat dann etwas mit der gezielten Recherche zu tun, die ich für das Buch betrieben habe.
Hier gab es am ehesten die Verbindung nach Australien, die ich gerne wollte. Und mit keiner Kolonie verbindet sich diese träumerische Vorstellung von türkisblauem Meer, weißen Palmenstränden und wunderschönen Menschen mehr als mit Samoa. Gleichzeitig war hier aber ein großer Handelsposten und es gab die Briten und Amerikaner, die ebenfalls Anspruch auf die Inseln erhoben. Also, die idealen Voraussetzungen für einen Roman, der sowohl idyllisch, als auch spannend werden sollte.

Sabrina:

Du hast ja auch beruflich immer geschrieben für Presse und ähnliches. Hat das deine Lust privat auch noch zu schreiben gemindert oder war es eher ein großes Übungsfeld für dich?

Regina:

Wahrscheinlich habe ich mir die Jobs, in denen ich viel schreiben musste, ausgesucht, weil ich schon immer schreiben wollte. Wenn man etwas gerne tut, und auch gut kann, ist es ja keine zusätzliche Belastung. Dann ist es eher so, dass es eine Freude ist, endlich auch noch privat schreiben zu dürfen. Da spielt eher der Zeitfaktor eine Rolle. Die Lust ist da.

Sabrina:

Machst du auch Lesungen? Wenn ja, wann kann man sich von dir wieder begeistern lassen?

Regina:

Ich habe zum Erscheinen vom Südseemond einige Lesungen gemacht. In der Anfangsphase sind es immer mehr Veranstaltungen. Wenn im März 2015 „Der Glanz von Südseemuscheln“ erscheint, dann wird es sicher auch wieder mehr Lesungen geben.

Sabrina:

Wo wir gerade beim Lesen sind. Liest du selbst auch gerne? Wenn ja, was denn?

Regina:

Ich lese furchtbar viel und quer Beet. Gerade lese ich die >Tribute von Panem<. Davor einen deutschen Thriller, davor einen amerikanischen Mysterie-Thriller und einen historischen Roman von einer netten HOMER-Kollegin.

Zudem lese ich natürlich furchtbar viel Sekundärliteratur, die ich für meine Recherche brauche. Im Moment lese ich ein Buch über das Leben von Seeleuten im 19. Jahrhundert. Das ist auch furchtbar spannend.

Sabrina:

Natürlich kann sich im Leben nicht alles um Bücher drehen. Was treibst du denn, wenn du gerade nicht arbeitest?

Regina:

Ich schwimme für mein Leben gerne, ich reise gerne, wenn das Portemonnaie es zulässt. Und am liebsten verbringe ich meine Zeit mit Freunden. Ach ja, erwähnten ich, dass ich verheiratet bin? Die meiste Zeit verbringe ich mit meinem Mann, am liebsten auf der Terrasse oder im Garten. Dort mache ich meinem Namen wirklich alle Ehre.

Sabrina:

Wenn du abseits der Arbeit unterwegs bist und deinen Hobbys nachgehst, lässt du dann die Arbeit komplett außen vor oder hast du immer etwas zum Schreiben dabei, um Eingebungen und Ideen festhalten zu können?

Regina:

Absolut. Ich hab immer und überall einen Block dabei, oder spreche Ideen auf mein Handy. Neben meinem Bett liegt griffbereit eine Kladde, um auch nachts schnell Ideen aufschreiben zu können. Zur Not schreiben ich auch auf Taschentücher oder zerreiße Papierpackungen, wenn ich nichts anderes zur Hand habe. Es ist extrem ärgerlich, eine gute Idee zu vergessen.

 Sabrina:

Du bist ja selbst studierte Germanistin. Würdest du sagen, dass es dir viel geholfen hat für deine Schriftstellerei oder läuft das eher unter nice to have?

Regina:

Nice to have. Ich habe zwar das Analysieren von Text gelernt, was mir tatsächlich auch ein wenig weiterhilft. Aber was ich gar nicht gelernt habe, ist Schreiben.

Da bin ich ein wenig neidisch auf die Anglistikstudenten in Amerika. Die müssen während ihres Studiums Schreiben lernen. Dort steht das Schreiben auf einer professionelleren Basis. Das kommt hier in Deutschland gerade erst seit ungefähr zehn Jahren.

Schreiben und gute und spannende Geschichten zu erzählen, muss man lernen, aber man kann es aber auch lernen. Das ist ein wichtiger Tipp für Nachwuchsautoren: Einfach nur schreiben und glauben, das reicht, ist fatal. Es sei denn, man will nur für sich schreiben, dann ist es okay. Man kann Schreiben lernen, man muss es aber auch lernen. Und gut schreiben beginnt mit: viel lesen!

Sabrina:

Was würdest du einem Jungautoren an Tipps mit auf den Weg geben, wenn er dich um Rat frägt? Würdest du es überhaupt tun oder setzt da auch ein gewisses Konkurrenzdenken ein?

Regina:

Ich weiß, dass es viele Autoren gibt, die so ticken – Konkurrenzdenken. Ich finde das blöd. Ich hätte mir gewünscht, dass ich in meiner Anfangszeit mehr Autorenkollegen begegnet wäre, die mir Dinge erklärt hätten. Wann immer ich z.B. auf Seminaren, Lesungen oder Autorentreffen bin, erzählen ich gerne und freimütig.

Was ich natürlich nicht machen kann, ist eine persönliche Autorenberatung. Ich bekomme des Öfteren per Mail oder auf Facebook Fragen gestellt. Oft auch Fragen von so grundsätzlicher Art, die jetzt gar nichts mit persönlichen Erfahrungen im Verlagsbereich zu tun haben, die ich schlichtweg aus Zeitgründen nicht beantworten kann. Ich kann mal gerne eine Stunde bei einem Autorentreffen etwas erzählen, aber ich kann nicht jeden Tag zwei Stunden auf Facebook hin und herschreiben. Das geht einfach nicht.

Mein erster Tipp ist immer: jeder, der sich wirklich fürs Schreiben interessiert, sollte gute Seminare besuchen und sich mit anderen Autoren vernetzen. Wirklich: Besucht gute Seminare! Zum Beispiel bei der Bundesakademie in Wolfenbüttel oder die Leipziger Textmanufaktur.

Mein zweiter Tipp: Und es gibt viele gute Infoseiten, wie z.B. die Seite von Petra Schier oder bei der Autorenwelt, da bekommt man schon einen guten Einblick in die Branche.

Mein dritter Tipp: Wenn man ernsthaft, also professionell, schreiben will, sollte man eins können: Recherchieren! Man kann sich ziemlich viele Infos schon im Netz finden. Man muss sich nur selbst die Arbeit machen.

Sabrina:

Möchtest du deinen Lesern abschließend noch irgendetwas sagen?

Regina:

Es ist ein wahnsinniges Gefühl, wenn man merkt, die Geschichte, für die ich mein Herzblut gegeben habe, kommt beim Leser an. Es gibt kaum ein schöneres Gefühl, mitzuerleben, wie die Figuren in den Köpfen der Menschen lebendig werden. Wie die Emotionen fremde Menschen mitreißen, um ein Teil meiner Geschichte zu werden, das begeistert mich immer wieder aufs Neue. Wenn ich lese, dass jemand für meine Geschichte früher aufsteht, oder einen Termin sausen lässt, oder statt mit dem Auto zu fahren, den Zug nimmt, damit sie mein Buch zu Ende lesen kann, ist das ist phänomenal. Ich danke euch dafür!

Vielen lieben Dank Regina für das Interview und deine Zeit. Es hat mir viel Spaß gemacht und ich wünsche dir auf deinem Weg weiterhin viel Erfolg und viele Leser.

Darf ich bitten? Frank Goldammer im Interview

Bloggeraktion

Hallo ihr Lieben,

bei mir geht es gerade Schlag auf Schlag und schon sind wir beim dritten Interview der Bloggeraktion „Darf ich bitten? Deutschsprachige Autoren im Interview“.

Diesmal habe ich die Ehre mit Frank Goldammer reden zu dürfen. Er hat mir alle Fragen sehr nett und zuverkommend beantwortet und auch beim Autorenfoto durfte ich wählen. Allgemein war er sehr nett und lieb, obwohl sicher die eine oder andere Antwort in dem Interview eher das Gegenteil vermuten lässt. Bei ihm muss ich mich aber tatsächlich dann auch noch bedanken, denn er war sehr geduldig mit mir, da sich durch meinen Umzug irgendwie die Antworten alle immer in etwas hingezogen haben und Frank ja auch selbst genug Stress hat. So aber nun genug geplaudert,

Das ist Frank:

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Frank ist als Maler und Lackierer eigentlich genau das Gegenteil von dem, was man sich unter einem Schriftsteller vorstellt. Er hat nie studiert und auch das Schreiben nicht gelernt. Dennoch hat er mit seinen Büchern Erfolg. Er ist ein perfektes Beispiel dafür, dass man manche Dinge nicht lernen braucht, wenn sie einem in die Wiege gelegt werden. Mit dem Mysterythriller Vergissmeinnicht gab er 2006 sein Autorendebüt und hat seit dem mit Steingeist, Blätterrausch und Eiskind/Froschkäfig noch 3 weitere Bücher in einem Genremix aus Psychologie, Mystery, Horror, Thriller und Krimi herausgebracht. Mal mehr das eine, mal mehr das andere, aber definitiv nie vergleichbar. Mit 45 Gründe, sich das Leben zu nehmen hat er auch noch eine Sammlung von 45 Kurzgeschichten veröffentlicht, welche satirische Blicke auf Situationen unseres Alltags wirft. Sein aktuellstes Werk jedoch ist ein Endzeitepos in 2 Teilen. Unter dem Namen Felbwebel – Die elfte Plage und Feldwebel – Der schwarze Fluss erschienen diese beim Dresdner Buchverlag. Wenn ihr wissen wollt, was Frank sonst noch so treibt, dann schaut euch doch einfach seine Autorenseite an.

Ich für meinen Teil, habe jetzt aber genug erzählt und zeige euch lieber mein Interview mit Frank, deswegen seid ihr ja schließlich da. Also auf gehts.

Sabrina:

Was hat dich zum Schreiben gebracht und warum ausgerechnet dieses Genre?

Frank:

Ich war schon immer sehr mitteilsam, mit sehr ausgeprägter Fantasie, wenn man meiner Mutter Glauben schenken darf. Zuerst habe ich gemalt, habe mich mit Grafik, Aquarell, Acryl und Ölfarbenmalerei beschäftigt, bis ich mit Anfang 20 erkannte, dass ich zwar etwas talentiert war, jedoch nicht so sehr um damit etwas „erreichen“ zu können. Nach einem Jahr Nichtstun, Langeweile und Modellflugzeug zusammenbasteln, begann ich einfach ein Buch zu schreiben und erkannte nach wenigen Worten was mir bis dahin gefehlt hatte im Leben. Ich bin nicht nur in einem Genre tätig, schreibe Krimi, Utopie, Mystery, Science Fiction, Gegenwartsliteratur und Satire auch wenn noch nicht in jedem dieser Genres etwas veröffentlicht wurde.

Sabrina:

Wie kommst du denn auf deine Ideen? Hast du einen Lieblingsschreibplatz oder eine Muse?

Frank:

Ideen sind einfach da, das kann ich nicht beschreiben. Ich sehe etwas, höre etwas, spinne einen Gedanken weiter und zack, ist die Idee da. Manchmal ist es ein ganzer Roman, manchmal nur die erste Seite, manchmal nur der Hintergrund auf dem ein Roman spielen soll, ein Grundgefühl sozusagen. Mein Lieblingsschreibplatz ist mein winzig kleines Schreibkämmerchen und meine Muse ist mein ewiger Drang nach Anerkennung Anderer.

Sabrina:

Wo wir gerade bei Ideen sind… Dein Endzeitthriller hebt sich ja doch mit seiner Idee sehr aus der Masse heraus. Wie kamst du gerade darauf Affen einzubauen?

Frank:

Menschenaffen faszinieren mich, eben weil sie so menschlich sind und weil wir sie nur aufgrund vollkommen veralteter Ansichten als Tiere einordnen. Ich denke es fehlt ihnen nicht viel (Intelligenz) um die Schwelle zum Menschsein zu überschreiten. Dies habe ich in meinem Buch einfach etwas beschleunigt um dann jedoch mit der Frage zu spielen, was tun sie dann. Denn wie man sieht ist die Menschheit im Allgemeinen kaum in der Lage etwas wirklich Sinnvolles mit dieser Intelligenz anzustellen. Schon die geringsten Anlässe verursachen Mord und Totschlag.

Sabrina:

Interessant finde ich ja auch dein Buch „45 Gründe“. Es hebt sich komplett aus allen anderen deiner Veröffentlichungen heraus. Wie kam es dazu, dass du gerade in diese Richtung etwas veröffentlicht hast?

Frank:

Satirische Kurzgeschichten schreibe ich schon seit Beginn. Um meine Lesungen aufzulockern, las ich immer ein paar vor und schließlich baten mich viele Leute sie zu veröffentlichen. Das habe ich dann getan und mit aller Wahrscheinlichkeit wird es wohl 2015 sogar noch einen zweiten Band geben.

Sabrina:

Wie perfektionistisch bist du denn beim Schreiben? Kannst du auch mal alle Fünfe gerade sein lassen oder muss es kleinste Detail stimmig sein?

Frank:

Ich bin gar nicht perfektionistisch, zumindest wenn es um Grammatik und Orthografie geht. Ich will, dass die Story passt und nichts langweilig ist. Alles andere ist Arbeit für mich, die man getrost anderen überlassen kann. Wenn ich jedoch beim Schreiben merke, dass etwas in eine Richtung läuft die ich nicht wollte, kann es passieren, dass ich viele viele Seiten lösche und an dem Punkt neu beginne, an dem noch alles in Ordnung war.

Sabrina:

Auch wenn der zweite Band deines Endzeitthrillers ja gerade erst rauskam, so hast du sicher schon wieder das nächste Projekt laufen. Dürfen wir erfahren, um was es geht?

Frank:

Das ist schnell gesagt, noch dieses Jahr erscheint eine Neuauflage meines ersten Roman „Vegissmeinnicht“, nächstes Jahr ein Krimi und ein noch geheimes Projekt und die oben genannten Kurzgeschichten. Desweiteren schreibe ich fast jedes Jahr zu meinen „bestellten“ Romanen, immer noch einen den ich zuerst nur für mich schreibe, in der Hoffnung, dass ihn mal jemand kauft irgendwann. Zurzeit bin ich wieder an einem Mysterythriller.

Sabrina:

Auf welches deiner Werke bist du eigentlich besonders stolz und aus welchem Grund?

Frank:

Kann ich nicht sagen. Jedes Buch ich wichtig für mich. Aber ich zweifle auch sehr oft und bin wirklich überrascht wenn mich jemand für einen Roman lobt.

Sabrina:

Was würdest du als deine persönlichen Stärken und Schwächen sehen?

Frank:

Meine Stärke ist wohl extreme Hartnäckigkeit wenn es darum geht, auch schlechte Phasen beim Schreiben zu überwinden. Vielleicht auch meine Fantasie. Außerdem zwinge ich mich jeden Tag in jeder möglichen Minute zu schreiben. Meine Schwächen schließen sich da aber direkt an, denn vielleicht ist letzteres ja auch ganz schön beknackt. Außerdem hadere ich oft mit mir, vielleicht auch ganz unnötig und ich lasse mich von einer schlechten Kritik schnell zu Boden ziehen, selbst wenn hundert gute dagegen stehen. Aber möglicherweise sind diese Zweifel eigentlich meine Stärke.

Sabrina:

Natürlich muss ich als Buchblogger einfach fragen ob du selbst liest und wenn ja welches Genre hat es dir besonders angetan?

Frank:

Leider lese ich aus Zeitmangel nicht mehr allzu viel und wenn dann Bücher die ich immer gerade für mein neuestes Projekt benötige. Ansonsten fühle ich mich schon sehr zu Mystery hingezogen. Ich mag aber auch Hemingways Romane und Kurzgeschichten sehr gern. Und ich liiiiiebe Mark Twain.

Sabrina:

Wenn ich dir einen Jungautoren hinstellen würde, welchen Tipp würdest du ihm geben bzw. würdest du ihm Tipps geben oder ist das Konkurrenzdenken in der Autorenszene auch so groß wie anderswo?

Frank:

Ich würde zu ihm sagen, hau ab. Nein, ich würde sagen, halte aus, schaff dir ein dickes Fell an, ertrage Absage um Absage und besserwisserische Kommentare, schreibe weiter und weiter. Und wenn du es nichts aushältst bist du kein Schriftsteller, such dir etwas anderes. Bisher habe ich die Autorengemeinschaft eher als eine Art große, leicht angetrunkene Familie kennengelernt.

Sabrina und Frank:

Vervollständige doch bitte folgende Sätze für mich

Wenn ich nicht schreibe verbringe ich meine Zeit am liebsten mit…übers Schreiben nachdenken und den Kindern

Wenn ein Skript mich total nervt und ich nicht vorankomme, dann… schreibe ich einfach weiter, weil mir beim schreiben die besten Ideen kommen, auch auf die Gefahr vieles löschen zu müssen

Bücher sind für mich… ein Mittel um andere Menschen angenehm zu unterhalten

Mein Lebensmotto ist: vergiss was hinter dir liegt

Wenn ich mich zwischen eBook und Printbuch entscheiden muss, dann… hätte ich mich vor ein paar Jahren noch lauthals für Print entschieden, doch einfach aus praktischen Gründen und weil ich ein halbes Dutzend mal mit einer gefühlten Million Bücher umgezogen bin, steht es mittlerweile 50-50

Dekoration gehört zu meiner Wohnung wie… ein hübscher Heliumballon ins Kakteenfeld

Sabrina:

 Möchtest du deinen Leser sonst noch etwas sagen?

Frank:

Kauft meine Bücher. Und verborgt sie nachher nicht. Danke!

Das wars nun leider auch schon wieder von Frank und mir. Ich danke ihm an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für das Interview und natürlich für die Zeit, die er hineininvestiert hat. Vielen Dank.

Darf ich bitten? Janet Clark im Interview

Bloggeraktion

Hallo zusammen und auf gehts in die zweite Runde meiner Beiträge zur Bloggeraktion „Darf ich bitten“ Deutsprachige Autoren im Interview“.

Dieses Mal habe die Ehre mit Janet Clark sprechen zu dürfen. Für mich eine ganz besondere Erfahrung, da ich noch nie mit einer so erfolgreichen Autorin persönlich Kontakt hatte, geschweige denn die Ehre hatte ihr Fragen zu stellen. Daher hatte ich auch einen Heidenrespekt als ich das Interview ausgearbeitet habe und wollte nur nichts falsch machen. Aber Janet hat mich total überrascht. Sie war super freundlich und hat mir meine Fragen auch ganz ausführlich beantwortet, überhaupt gab es keinen Grund Angst zu haben. So nun spanne ich euch aber nicht länger auf die Folter und fange mal mit dem Interview an.

Das hier ist Janet:

JC Wald

Ja schaut mal wie sie lachen kann. Bei diesem Strahlen käme man gar nicht darauf, dass sich hinter dem Bild eine sehr erfolgreiche Autorin von Psychothrillern verbirgt. Ihr aktuellstes Werk ist der Jugentriller „Singe, fliege Vöglein stirb“, welches erst im März herauskam. Außerdem hat sie für Jugendliche noch „Sei lieb und büße…“ und „Schweig still süßer Mund“ herausgebracht. Für alle drei gilt eine Leseempfehlung ab 14 Jahren. Aber auch Erwachsene kommen bei ihr mit „Rachekind“ und „Ich sehe dich“ voll auf ihre Kosten. Bereits Anfang 2015 soll ein weiteres Buch von ihr Erscheinen. Ein paar kleine Einblicke gewährt sie uns aber schon heute. Wenn ihr aber genauestens  über alles informiert sein wollt, dann schaut doch regelmäßig auf Janets Autorenseite, dort gibt es immer Aktuelles zu lesen.

So und nun genug Geschwätz von mir und auf zum Interview sonst gibt das heute nichts mehr 😉

Sabrina:

Hallo Janet,

schön, dass du dir Zeit für uns nimmst. Na dann erzähl doch mal, wie bist du zum Schreiben gekommen und wieso ausgerechnet auf das Thrillergenre?

Janet:

Über das Geschichtenerfinden beim Laufen und Wandern zur Bespaßung meiner Kinder. Warum Thriller? Ich lese sie gerne und meine erste Kurzgeschichte habe ich 2006 im Rahmen eines Krimiwettbewerbs geschrieben. Die gewann einen Preis, doch der echte Gewinn war die Veröffentlichung und damit mein Einstieg in die Welt des Schreibens. Bis zu meinem ersten Roman hat es von da an zwar noch ein paar Jahre gedauert, zunächst musste ich ja das Handwerk lernen und dann war da noch … ach ja: eine Familie und ein Vollzeitjob 🙂 . Letzteren habe ich 2009 in Teilzeit umgewandelt, um an meinem Roman zu arbeiten, der 2011 beim Heyne Verlag erschienen ist. Ein langer und teils ziemlich steiniger Weg also.

Sabrina:

Du schreibst auf deiner Homepage, dass du Anfang nächsten Jahres einen neuen Jugendthriller veröffentlichen wirst. Verrätst du uns auf was wir uns gefasst machen können?

Janet:

🙂 🙂 🙂 (Autorin freut sich gerade) Hach! Ich bin gerade so in der Geschichte, dass ich jetzt am liebsten lossprudeln möchte, um von meinen derzeitigen besten 5 Freunden zu erzählen, den 5 Helden und Heldinnen der Geschichte, die mich derzeit Tag und Nacht begleiten, und auch noch eine Zeitlang begleiten werden, da es sich um eine Kurzserie (4 Bände) handelt. Es wird ganz, ganz anders als die bisherigen Jugendthriller (keine Blümchen) und es ist eine Mischung aus Abenteuer, Thriller und Lovestory.

Sabrina:

Du veröffentlichst sowohl bei Heyne als auch bei Loewe Bücher. Hat das einen bestimmten Grund, dass du dich nicht auf einen festlegst?

Janet:

Der ist sehr einfach: Heyne verlegt nur Bücher für Erwachsene und Loewe nur für Jugendliche. Ich persönlich schreibe aber beides gern.

Sabrina:

Deine Bibliographie liest sich sehr gut und vor allem ohne wirklich Rückschläge. Täuscht der Schein, hattest du einfach das nötige Quäntchen Glück oder wie siehst du das selbst?

Janet:

Ich hatte mit Sicherheit Glück – und zwar vor allem, weil ich sehr früh meine Schreiblehrerin, die mit Preisen überhäufte Autorin Lisa-Marie Dickreiter getroffen habe, von der ich das Handwerk lernen durfte und noch immer lerne. Ohne sie hätte auch ich den Fehler gemacht, den die meisten Neuautoren machen: Sie bieten ihr Buch an, bevor es den Ansprüchen eines Publikumsverlages entspricht. Dass ich sowohl mit meinem ersten Erwachsenenbuch, als auch mit meinem ersten Jugendbuch auf Anhieb in einer Auktion gelandet bin (d.h. mehrere Verlagen bieten um ein Buch) hat weniger mit Glück zu tun, als mit extrem harter Arbeit und der Bereitschaft, Kritik anzunehmen und umzusetzen. Und Rückschläge … die gab es! Wenn ich für ein Buch „alles gegeben“ habe und es dann einen „schlechten“ Programmplatz bekommt und trotz euphorischer Rezensionen nicht flächendeckend im Buchhandel landet, ist das sehr bitter.

Sabrina:

Wie siehst du dich selbst als Autorin? Hat sich viel für dich durch den Erfolg verändert?

Janet:

Erst mal ist das Wort „Erfolg“ sehr weit auslegbar. Ich bin sicherlich erfolgreich, allein die Tatsache, dass ich vom Schreiben leben kann, katapultiert mich in die Top 5-10% der Autoren. Dennoch verdiene ich nach wie vor weniger als früher in meinem Job als Marketingchefin und arbeite gleichzeitig deutlich mehr. Wenn andere sich abends vor den Fernseher setzen, gehe ich an meinen Schreibtisch zurück, und das an 300 Abenden im Jahr. Wenn wir von einer Einladung zurückkommen oder Gäste haben, gehe ich danach nicht ins Bett, sondern … an meinen Schreibtisch zurück und hole bis tief in die Nacht die Zeit auf. Am Wochenende und in den Ferien verbringe ich jeden Tag mindestens vier Stunden am Laptop, während die anderen sich vergnügen. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass ich eine kleine Tochter habe, die einen bestimmten Anteil des Tages in Anspruch nimmt, was mir sehr wichtig ist. Trotzdem ist das permanente Arbeiten, wenn andere ihre Freizeit genießen ein hoher Preis, den man wohl nur zu zahlen bereit ist, wenn man für das Schreiben ein große Leidenschaft aufbringt.

Sabrina:

Was war der schönste Moment deiner Autorenkarriere?

Janet:

Ich glaube, der Moment, als mein Agent mir mitteilte, dass mein Debüt in einer Auktion mit mehreren großen Publikumsverlagen gelandet ist. Ich bin vor Freude buchstäblich im Kreis gehüpft.

Sabrina:

Wie würdest du selbst deine Stärken und Schwächen sehen?

Janet:

Meine Stärken: Ich bin ein empathischer Mensch, was beim Schreiben insofern hilfreich ist, da ich mich sehr gut in meine Figuren und deren Leid und Freude hineinversetzen kann. Ich bin sehr hilfsbereit, was allerdings auch eine Schwäche ist (nicht Nein sagen), da es mich oft in zeitliche Engpässe treibt. Ich bin extrem fleißig (siehe oben 🙂 ) und eine Kämpfernatur – wenn ich nach einem Rückschlag, egal welcher Art, zu Boden gehe und kurz vor dem Aufgeben bin, rapple ich mich jedes Mal relativ schnell wiederauf, kremple die Ärmel hoch und denke mir: Und jetzt erst recht.

Meine Schwächen: Ich nehme mir immer zu viel vor und habe bis heute nicht begriffen, dass der Tag auch für mich nur 24 Stunden bereit hält und man ein paar davon schlafen sollte. Ich bin viel zu spontan, um Routinen zu etablieren – negativ kann man das auch als: sie ist chaotisch bezeichnen. Wobei mein Chaos zumindest hervorragend durchorganisiert ist :-).

Sabrina:

Von einigen erfolgreichen Autoren hört man ja immer wieder, dass sie sich gegenseitig helfen und Tipps geben. Wie hältst du das? Machst du alles selbst oder hast du auch solche „Partnerautoren“?

Janet:

Genauso ist das. Ich habe immer Testleser, das ist ungeheuer wichtig und ich lese auch Test. Ich habe schon einigen KollegInnen auf die eine oder anderen Weise unter die Arme gegriffen, engagiere mich auch in einem Autorinnennetzwerk, den „Mörderischen Schwestern“. Man bekommt Hilfe und gibt sie weiter. Das gehört für mich dazu. 

Sabrina:

Veranstaltest du eigentlich auch Lesungen außerhalb von Messen? Wenn ja, wann darf man sich wieder gebannt an deine Lippen hängen?

Janet:

Ich habe sogar sehr viele Lesungen außerhalb von Messen. Deine Frage erinnert mich daran, dass ich dringend meine Webseite mit diesen Terminen aktualisieren muss. Die geht vor Abgabeterminen nämlich immer völlig unter.

Sabrina:

Was machst du eigentlich, wenn du nicht gerade schreibst oder für deine Bücher unterwegs bist?

Janet:

Äh. Schlafen? Nein, nur Spaß. 🙂 Ich verbringe Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Und dann kommt Sport: Laufen, Yoga, auch mal Golfen und Wandern (derzeit zu Zeitintensiv) und vor einiger Zeit habe ich meine Freude am Motorradfahren wiederentdeckt. Das Schöne daran ist, dass man all diese Dinge mit Familie und Freunden perfekt verbinden kann. Wer sich wundert, dass hier nicht „Lesen“ steht: Das gehört inzwischen zu meinem Beruf!

Sabrina:

Gibt es noch etwas, dass du deinen Lesern abschließend sagen möchtest?

Janet:

Ich bedanke mich für die vielen positiven Rückmeldungen und die Treue meiner Fans, ohne dich ich das Schreiben nicht zum Beruf hätte machen können. Ihr habt mir einen Traum ermöglicht und deshalb ist mir auch keine Nachtschicht zu lang, um für euch auch in Zukunft solche Bücher zu schreiben, die weiterhin eure Treue verdienen!

 Ich danke Janet an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für das tolle Interview. Es hat wirklich Spaß gemacht!

Darf ich bitten? Laura Kneidl im Interview

Bloggeraktion

Hallo zusammen und herzlich willkommen zu meinem ersten Autoreninterview im Rahmen der Bloggeraktion „Darf ich bitten? Deutsprachige Autoren im Interview“

Mit meiner reizenden Interviewpartnerin Laura Kneidl habe ich wirklich großes Glück gehabt, denn sie war sehr nett und zuvorkommend und es hat wirklich großen Spaß gemacht sie zu interviewen. Aber das interessiert euch sicherlich nur am Rande, ob ich meinen Spaß hatte. Ihr wollt vielmehr wissen, wer denn diese Laura ist mit der man soviel Spaß haben kann. Na das will ich euch gerne verraten.

Das ist Laura:

Kneidl_Foto

Copyright: Larissa Kneidl

Laura ist eine junge Autorin, gerade mal 24 Jahre alt und – sehr zu meiner Freude – auch eine wachsechte Fränkin wie ich und aus der Nähe von Erlangen. Inzwischen hat es sie leider nach Stuttgart verschlagen, wo sie Bibliotheks- und Informationsmanagment studiert. Bis jetzt sind von ihr „Light & Darkness“ (Taschenbuch) und „Blood & Gold“ (eBook) erschienen, wobei zu Letzterem bereits im Oktober eine Fortsetzung herauskommt. Auf ihrer Autorenseite könnt ihr euch sowohl über ihre Arbeit und Bücher informieren, als auch exklusiv signierte Taschenbücher bestellen. Also schaut ruhig mal vorbei. Ich kann euch versprechen, dass sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt.

So nun habe ich euch aber wohl lange genug auf die Folter gespannt und hier ist nun das versprochende Interview mit Laura:

Sabrina:

Hallo Laura,

vielen Dank, dass ich dich interviewen darf für meine Leser. Ich finde es immer sehr spannend junge und recht unbekannte Autoren kennenzulernen und ich denke, dass geht den meisten meiner Leser genauso. Daher wollen wir sie mal nicht noch länger warten lassen, sondern gleich mit der Fragerunde beginnen 😉

Ich weiss, dass du ja unter anderem auch Buchbloggerin bist. Erzähl doch mal wie du vom lesen zum schreiben gekommen bist.

Laura:

Also ich muss wohl betonen, dass ich Buchbloggerin war. Ich habe lange versucht das Bloggen und das Schreiben unter einem Hut zu bekommen, aber nun musste ich mir kürzlich eingestehen, dass mir die Zeit nicht für beides reicht. Und ich bin niemand, der Dinge gerne halbherzig macht, und bevor ich nur alle 3 Monate eine Rezension schreibe, lass ich es lieber bleiben. Zum Lesen und Schreiben bin ich ziemlich zeitgleich gekommen, nämlich 2008 durch Twilight. Zuerst waren es nur FanFictions die ich geschrieben habe, aber schon Ende 2009 wurden daraus eigene Geschichten. Den Buchblog, wie er bis kürzlich existiert hat, gibt es zwar erst seit Ende 2010, aber auch schon zuvor habe ich auf einer Webseite rezensiert.

Sabrina:

Die Geschichte wie du es geschafft hast „Light & Darkness“ zu veröffentlichen liest sich ja sehr abenteuerlich (Alle die sie nicht kennen, finden sie hier). Würdest du neuen Autoren raten es erstmal bei einem Printverlag zu versuchen wie du/deine Agenten oder würdest du ihnen einen eBook Verlag ans Herz legen?

Laura:

Oh, ich würde es mir nicht anmaßen auf diese Frage eine Antwort zu geben. Jeder Autor muss für sich und seine Geschichte den richtigen Weg finden. Manche Autoren fühlen sich mit Agentur und großem Publikumsverlag wohl, andere mögen kleine Verlage und wieder andere nehmen den ganzen Publikationsprozess lieber selbst in die Hand. Hier gibt es auch kein Richtig oder Falsch. Ich für meinen Teil ziehe den Weg über eine Agentur und über diese dann hoffentlich Printverlag vor, weil es mir dadurch möglich ist, mich auf das Schreiben zu konzentrieren. Ich muss keine Bewerbungen rausschicken, keine Verträge verhandeln oder, wie im Selfpublishing, viel Eigenwerbung machen. Zwar habe ich für meine Romane jetzt auch immer Werbung gemacht, aber das war wirklich in Minimum im Vergleich zu dem, was ich von manchen Selbstverlegern sehe.

Sabrina:

Wo wir gerade bei „Light & Darkness“ sind. Da habe ich tatsächlich mal eine gemeine Frage an dich. Warum genau sollte ich dein Buch kaufen und nicht das Buch daneben im Regal?

Laura:

Ich finde, du solltest beide Bücher kaufen, denn man kann nie genügend Bücher haben. Aber wenn das Geld wirklich nicht reicht, dann ist Light & Darkness sicher eine gute Option. Denn es verbindet meiner Meinung nach klassische Elemente, die viele Leser zu schätzen wissen, mit neuen Einflüssen, die man noch nicht aus anderen Büchern kennt. Zudem hat Light & Darkness eine schöne Lovestory, und dennoch ist die Geschichte nicht kopflos. Sie hat eine Message, die aber nicht so dominant ist, dass man sich bedrängt fühlt. Man kann darüber nachdenken, muss man aber nicht.

Sabrina:

Dein zweites Werk „Blood & Gold“ schiesst dann ja eher in eine Richtung. Was hat dich dazu bewegt dich in diese Richtung umzuorientieren?

Laura:

Ich würde das nicht so extrem formulieren, dass klingt so, als hätte ich erst einen Frauenroman und dann einen Psychothriller geschrieben.*g* Eigentlich denke ich sogar, dass sich Blood & Gold und Light & Darkness sehr ähnlich sind, nur ist Blood & Gold erwachsener. Die Welt der beiden Protagonisten ist nicht mehr so auf die erste Liebe fixiert, sondern umfasst mehr Aspekte des Lebens, als nur diese eine Person, die man küssen möchte. Daher würde ich nicht sagen, dass ich mich umorientiert habe, ich bin nur selbst als Mensch, Leser und Autor gereift.

Sabrina:

Zur Zeit arbeitest du ja an der Fortsetzung von „Blood & Gold“. Wie läuft denn die Arbeit? Wann können wir mit einer Veröffentlichung rechnen? Kriegen wir vielleicht einen kleinen Vorgeschmack?

Laura:

Der zweite Teil „Soul & Bronze“ wird am 02. Oktober erscheinen, also schon sehr bald! Ich habe ihn bereits fertig geschrieben, und aktuell befindet er sich in Überarbeitung – vermutlich bin ich damit schon fertig, wenn dieses Interview erscheint *g*.

Einen guten Teaser habe ich gerade nicht parat, aber es lohnt sich, die Elemente der Schattenwelt Gruppe auf Facebook im Auge zu behalten, ebenso wie meine Autorenseite! Sobald die Überarbeitung abgeschlossen ist, wird es dort mit Sicherheit weitere Auszüge geben!

Sabrina:

Die „Elemente der Schattenwelt“ gibt es bis jetzt ja nur als eBook. Ist es geplant diese auch als Print herauszubringen?

Laura:

Nein, bisher ist keine Printausgabe in Planung.

Sabrina:

Welches Projekt hast du nach dem Abschluss von Band 2 als nächstes geplant?

Laura:

Ich werde mit eine kurze Hunter-Pause gönnen und eine Leseprobe zu einem anderen Projekt schreiben. Aber lange ist diese Pause nicht, schließlich soll Band 3 „Magic & Platina“ Frühjahr 2015 erscheinen!

Sabrina:

Verrate uns doch einmal, woher du die Ideen für deine Bücher nimmst. Hast du eine Muse oder einen besondern Ort der dich inspiriert?

Laura:

Ich wünschte, ich wüsste, woher ich meine Ideen nehmen, denn dann könnte ich sie kontrollieren. Doch sie kommen und gehen wie sie wollen. Oft geben Bilder, Bücher, Lieder oder Filme die erste Inspiration, aber auch dafür gibt es keine Garantie.

Sabrina:

Du hast ein Projekt namens „Schreibwahnsinn“ mitgegründet. Worum geht es dabei?

Laura:

Der Schreibwahnsinn ist ein Blog der sich mit dem Schreiben befasst. Aktuell berichten dort 13 schreibverrückte Möwen – darunter ich – über das Schreiben. Manche Tipps sind hilfreich, manche weniger 😉 … vor allem geht es darum Spaß am Schreiben zu haben, und den Austausch von Eindrücken, denn jede der dreizehn Möwen befindet sich in einem anderen Stadium des Schaffens. Während einige von uns schon mehrfach bei Verlagen veröffentlicht haben, suchen andere ihren Weg über den Selbstverlag und wieder andere kämpfen noch damit einen Roman fertig zu stellen und zu überarbeiten

Sabrina:

Gibt es irgendetwas, dass du deinen Lesern noch sagen möchtest zum Abschluss?

Laura:

Ihr seid awesome!

An dieser Stelle noch einmal vielen herzlichen Dank an Laura für das tolle Interview und ich hoffe sehr, dass ihr genauso viel Spaß hattet mit ihr wie ich beim interviewen.

Bis zum nächsten Mal

eure

Sabrina