Claudia Thesenfitz – Sylt oder Selters

sylt

Titel: Sylt oder Selters

Autor:  Claudia Thesenfitz

Verlag: Ullstein

Genre: Roman

Seiten: 272

ISBN: 978-3-548-28707-2

Die Hamburgerin Nina Mertens hat ihr Leben satt. Kein Spaß bei der Arbeit, kein Mann im Bett und kein Geld auf dem Konto. Dabei liebt sie es doch ihren alltäglichen Frust mit ausgiebigen Shoppingtouren zu besänftigen. Eines Tages fasst sie einen aberwitzigen Plan um ihr Leben auf eine ganz neue Ebene zu heben. Sie will sich einen Millionär angeln. Also nimmt sie vier Wochen Urlaub, packt ihre Sachen, kratzt den Rest ihres Geldes zusammen und fährt auf die Insel der Reichen und Schönen – Sylt. Da ein Hotelzimmer außerhalb ihres Budgets liegt, muss sie mit dem Campingplatz vorlieb nehmen. Wird es Nina schaffen ihr Ziel zu erreichen und einen Millionär dazu bringen sich in sie zu verlieben?

Das Cover zeigt eine Frau die barfuß an einem Strand spazieren geht, während man im Hintergrund einen Leuchtturm sieht. Es wird ein richtiges Nordseefeeling übermittelt, was den Haupthandlungsort der Geschichte darstellt. Nur bei dem Kleidungsstil der Frau bin ich mir unsicher, da Nina selten so legere herumläuft. Der Titel – eine Abwandlung des Ausspruchs Sekt oder Selters –  hingegen passt jedoch hervorragend zum Buch, da die Protagonistin wirklich alles riskiert um ihr Ziel zu erreichen und alles auf eine Karte setzt.

Nina ist eigentlich eine liebenswerte und hilfsbereite Frau, die jedoch schon oft in ihrem Leben enttäuscht worden ist und deshalb den Sinn fürs Wesentliche verloren hat. Da ihr Herz sie schon öfter aufs Glatteis geführt hat, versucht sie ihre Gefühle zu ignorieren und sich auf ihr Gehirn und das Bankkonto ihres Gegenübers zu konzentrieren, doch dies fällt ihr gar nicht so leicht, denn Jan, der Angestellte aus dem Telefonladen, hat eine ganze andere Ausstrahlung als die Millionäre. Auch Elli, ihre flippige 83 – jährige Nachbarin auf dem Campingplatz wächst ihr nach und nach ans Herz und wird zu einer wichtigen Ansprechpartnerin für Nina. Zusammen erleben sie einige schöne Momente und Nina lernt einiges von ihrer weisen Freundin, welche mir auch sehr ans Herz gewachsen ist und die Protagonisten auf jeden Fall in Sachen Sympathie ausgestochen hat.

Die Idee hinter dem Buch hat mir eigentlich ganz gut gefallen, allerdings ist es nur eine weitere Art zu sagen, dass Geld allein nicht glücklich macht und durch viele kleine Erlebnisse der Protagonistin aufpoliert wird. Was mich anfangs ziemlich gestört hat war die enorme Oberflächlichkeit von Nina und das Ende war auch schon relativ früh absehbar und war nicht ganz nach meinem Geschmack, weil es einfach zu gut ausgegangen ist. Auch insgesamt hatte das Buch einige Längen, die es unnötig ziehen, denn letztlich laufen die Szenen immer auf das Gleiche raus. Eine wirklich willkommene Abwechslung boten die Szenen mit Elli, denn hier passierten immer wieder Überraschungen und die Geschichte erhielt hier immer wieder neue Facetten. Insgesamt hat Elli diese Geschichte sehr aufgewertet und auch irgendwie gerettet.

Insgesamt war es eine durchschnittliche Leistung, welche durch eine solide Schreibleistung mit flüssigem Stil, zu einer guten Unterhaltung zwischendurch taugt oder als kurzweilige Urlaubslektüre. Vom mir gibts

3,5 von 5 Punkte.

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