Sabaa Tahir – Die Herrschaft der Masken

elias

Titel: Die Herrschaft der Masken

Reihe: Elias & Laia

Autor: Sabaa Tahir

Verlag: One

Genre: Phantasy

Seiten: 510

ISBN:978-3-8466-0009-2

Laia ist eine Kundige und lebt mit ihren Großeltern und ihrem Bruder im Land der Martialen. Die Kundigen wurden von ihnen unterjocht und müssen in ständiger Angst vor ihnen leben. Als eines Nachts eine Maske, ein Elitekämpfer der Martialen, die Familie überfällt, die Großeltern tötet und den Bruder ins Gefängnis wirft, schließt Laia sich dem Widerstand an. Dieser schickt sie als Spionin direkt nach Schwarzkliff, die Ausbildungsstätte für die Masken, und damit direkt in die Hölle. Während Laia fieberhaft versucht einen Weg zu finden, wie sie den Widerstand einschleusen kann, versucht Elias, eine frischausgebildete Maske, genau das Gegenteil – er will desertieren. Doch auf einmal überschlagen sich die Ereignisse und für Beide kommen die Dinge ganz anders als erwartet. Doch für Beide beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen den Tod bei dem sich ihre Wege kreuzen sollen und den sie nur gewinnen können, wenn jeder für sich die richtigen Entscheidungen trifft. Doch das ist in höchster Lebensgefahr nicht immer einfach, vor allem, wenn man dabei gegen sich selbst entscheiden muss. Kann es ihnen dennoch gelingen?

Das Cover ist ein echter Hingucker. Schon auf den ersten Blick stellt sich die Frage, was sich genau um die Augen der Mannes rankt und außerdem hält einen der Blick gefangen. Man muss einfach in diese Augen sehen, denn sie strahlen einfach eine enorme Anziehungskraft aber auch ein Rätsel aus. Man will gleichzeitig alles über die Person wissen und doch wird man gewarnt, dass es gefährlich sein könnte. Der Rest liegt im Dunklen und gibt keinen weiteren Aufschluss über die Person, welche sich unter diesem seltsamen Silber verbirgt. Am unteren Bildrand ist dann noch ein Amphitheater abgebildet. Dieses erhält in der Geschichte eine wichtige Rolle, aber vor allem zeigt es schon sehr frühzeitig, dass hier mit Kämpfen zu rechnen ist und zwar mit Kämpfen auf Leben und Tod, welche wie im alten Rom keine Gnade und keine Freunde kennen. Der Titel die Herrschaft der Masken klingt eigentlich fast freundlich, denn Masken verbindet man auf den ersten Blick vielleicht mit Karneval, aber eben weniger mit ausgebildeten Elitesoldaten und eiskalten Killern. Doch sobald man es weiss, ist damit eigentlich auch alles gesagt.

Die Protagonisten Elias und Laia sind beide extrem verschieden, denn ihre Welten sind einfach das komplette Gegenteil voneinander. Laia ist ein junges Mädchen, dass ihre Eltern früh verloren hat und dem auch noch der Rest der Familie genommen wird. Sie gibt sich selbst die Schuld an der Verschleppung ihres Bruders und hadert schwer mit ihrem Schicksal. Sie hält sich für feige und versucht es wiedergutzumachen. Dafür nimmt sie alle Strapazen auf sich und treibt sich selbst immer weiter an. Sie ist sich selbst nie gut genug und verlangt sich immer mehr ab. Dabei macht sie eine große Entwicklung durch von der verschüchterten, ängstlichen Teenagerin zu einer echten Kämpferin, doch ihre Zweifel an sich selbst bleiben und damit ist sie leicht zu manipulieren. Elias hingegen ist ein Maske, ausgebildet zum Kampf, zum Töten, zum Herrschen. Doch nichts davon will er. Seine Mutter ist die Kommandantin von Schwarzkliff, doch es gibt keinen Menschen auf der Welt, der ihn mehr hasst und ihm das Leben schwerer macht. Mit ihr vor Augen sieht er wie er niemals werden will. Sein Plan: Er will desertieren. Doch als sich die Ereignisse wenden, stellt er sich einer Verantwortung, welche für die Geschicke des Reichs entscheidend ist, für ihn selbst jedoch das Gegenteil all seiner Wünsche und Hoffnungen ist und doch versucht er das Beste aus der Lage zu machen. Er kämpft gegen all das an, was ihm jahrelang eingebläut wurde, stellt sich gegen seine Freunde und seine Wurzeln und doch wankt er immer wieder. Ob er am Ende stark genug sein kann und Laia erkennen kann wer ihre wahren Freunde sind? Nun findet es doch heraus, die Beiden sind jedenfalls absolut sympathisch.

Das Buch ist abwechselnd je ein Kapitel aus der Sicht Laias und das Nächste aus Sicht von Elias geschrieben. So ist man beiden Charakteren extrem nah, versteht ihre Gedanken und Gefühle und kann sich gut in sie hineindenken. Am Anfang hat das Buch gleich volle Fahrt aufgenommen, was etwas schwierig war, weil dann erstmal ein Teil folgte, wo es nur um Positionierungen ging und wenig Spannung aufkam, so dass es dann etwas zäh dahinging. Jedoch spätestens ab der Hälfte wurde es so spannend, dass man das Buch einfach nicht mehr weglegen konnte und wollte. Zum einen war das den Kapiteln geschuldet, welche immer an den spannensten Stellen zu Ende waren und man dann beim anderen war, so dass es immer unaufgelöste Situationen gab, zum anderen gab es soviele unvorhergesehene Wendungen und Ereignisse in der Geschichte, dass man schlichtweg überhaupt nicht einschätzen konnte, wo es am Ende hingehen sollte. Mich hat schon lange kein Phantasybuch mehr so in seinen Bann gezogen und nachdem ich es zugeschlagen hatte, war die erste Reaktion: WTF… DAS könnte ihr nicht mit mir machen…verbringt sofort das zweite Buch raus. Der Cliffhanger ist echt übel, aber leider ist Band 2 noch nicht mal auf dem US-Markt in Planung. Ich hoffe wirklich, dass sich das bald ändert, denn die Autorin versteht es wie kaum eine andere den Leser zu fesseln und mitzureißen. Es gibt wenig Bücher, die mich bis jetzt auf Phantasyebene so begeistern konnten und dieses hier kann sich auf jeden Fall mit Harry Potter, Eragon oder House of Night auf eine Ebene stellen, wobei es meiner Meinung nach sogar besser ist, da es noch eine Menge zwischen den Zeilen vermittelt.

Von mir kann es daher nur eine klare Leseempfehlung geben und außerdem gibts

5,5 von 5 Punkten,

denn etwas anderes würde dem Buch nicht gerecht werden. Achja es gibt einen Kritikpunkt: Wie kann das Buch nur schon zu Ende sein *schnüff*

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