Bernd Roßbach – Collapse

collapse

Titel: Collapse

Autor: Bernd Roßbach

Verlag: Bookspot Verlag

Genre: Wissenschaftsthriller

Seiten: 464

ISBN: 978-3-95669-017-4

Die Welt befindet sich im Umbruch, denn eine mysteriöse Droge verwandelt die Menschen in schmerzunempfindliche und aggressive Monster, die sich um ihren machthungrigen Anführer scharen, der wie ein Gott über die Welt regieren möchte. Aber dies ist nicht die einzige Gefahr, welche die Menschheit bedroht, denn in einem geheimen Forschungslabor in Dallas ist ein physikalisches Experiment in einem Teilchenbeschleuniger schief gelaufen und es ist ein schwarzes Loch entstanden, dass nun immer weiter wächst und die Welt zu verschlingen droht. Können Professor Leighland und der junge Phsysiker sowie Extremsportler Shuin Sparks die drohende Apokalypse abwenden oder ist das Ende der Menscheit gekommen?

Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen, auch wenn ich sagen muss, dass man aus der gesamten Handlung mit Leichtigkeit auch zwei Bücher hätte machen können. Warum ich zu dieser Ansicht bekommen bin, wird im Verlauf der Rezension hoffentlich klar. Das Cover zeigt eine Flasche und eine Injektionsnadel mit einem blauen Stoff darin, welche wohl die mysteriöse Droge darstellen soll. Im Hintergrund sieht man die Ruinen einer völlig zerstörten Stadt, was schon eine sehr düstere Grundstimmung aufbauen soll. Jedoch verliert das ganze durch die relativ helle Farbgebung etwas an Wirkung. Das Cover passt eigentlich zum Buch, jedoch nur zu einem der beiden großen Handlungstränge. Zum Titel ist nicht viel zu sagen. Collapse, zu deutsch “Zusammenbruch”, was wie die Faust aufs Auge passt, denn in diesem Buch bricht das gesamte System zusammen und die Menschen kämpfen ums nackte Überleben.
Wer nun die Protagonisten sind, ist schwer zu sagen, da es eine Vielzahl von Charakteren gab, aber die wichtigsten zwei sind meiner Meinung nach Professor Leighland und General Pruitt, der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte. Auch der junge Shuin Sparks hat einige wichtige, wenn nicht sogar den entscheidensten Moment in der Geschichte, spielt aber im Gesamtkontext keine allzugroße Rolle und wird eigentlich zum Ende hin erst wirklich wichtig. Aber nun zu den oben genannten Männern, die sich kaum voneinander Unterscheiden, denn beide sind für ihren Beruf geboren. Sie sind ehrgeizig, haben einen enormen Dickkopf und lassen sich von nichts und niemanden etwas sagen. Diese Eigenschaften machen es ihnen nicht leicht miteinander zu kommunizieren, denn bei einer enorm wichtigen Sache sind sie unterschiedlicher Meinung und deshalb gibt es kein Treffen in dem kein großer Disput ausgebrochen ist. Pruitt, obwohl er als skrupelloser und einkalter Taktiker dargestellt wurde, war mir von den Charakteren am sympathischsten, weil es er meiner Meinung nach am menschlichsten dargestellt worden ist. Er war ruhig, berechnet, wütend, resigniert, eiskalt, herrisch, arrogant und noch vieles mehr, denn er stand immer unter Strom, hatte eine gewaltige Verantwortung und große Lasten zu tragen. Außerdem ist er wirklich der Einzige der sich sowohl um die Probleme mit den Drogen als auch mit dem schwarzen Loch auseinander setzen musste.

Und genau das ist eigentlich mein größter Kritikpunkt an der Sache. Das der Autor meiner Meinung nach zu viele Dinge auf einmal in sein Buch packen wollte. Hauptsächlich und damit auch zum Genre seines Buches passend war das Hauptthema die Sache mit dem schwarzen Loch und wie sie es aufhalten konnten. Es gab jede Menge physikalische Begriffe. Egal ob es sich dabei nur um Theorien oder die Funktionsweise eines Teilchenbeschleunigers handelte. Also sollten alle Menschen, die eine chronische Abneigung gegen Physik haben, das Buch mit Vorsicht genießen. Jedenfalls war der Handlungsstrang um die Drogen und den Anführer den “Infizierten” eher zweitrangig, was mich doch sehr gestört hat, denn ich hätte gerne mehr vom Antagonisten erfahren. Von seiner Vergangenheit, seiner Motivation, seinem enormen Hass aus das System. Dieser Handlungststrang wurde eher stiefmütterlich behandelt, obwohl man damit sicher eine famose und eigenständige Geschichte hätte Aufbauen können. So wurde sie teilweise nur reingequetscht um einen weiteren Handlungsstrang zu erzeugen. Allerdings kann ich den Autor auch verstehen, denn er wollte zeigen, dass die Forschung auch enorme Gefahren bringen kann. Leider wollte er zu viel auf einmal und so ist die Geschichte zwar ganz gut, aber eben nicht der absolute Knaller geworden, weil es für meinen Geschmack einfach zu überladen war. Der Stil war jedoch sehr gut gewählt und vor allem am Anfang konnte man enorm tief in die Geschichte eintauchen und die Zeit vergessen. Ebenso verhält es sich mit dem Spannungsbogen, der auf einem angenehmen Level gehalten wurde, sodass man immer weiterlesen wollte.
Was allerdings erschreckend ist, ist die Tatsache, dass alles zwar nach Science Fiction klingt, aber im Bereich des möglichen liegt, denn schon bei der Eröffnung des neuesten Teilchenbeschleunigers im CERN gab es die Angst, dass schwarze Löcher entstehen könnten und das verschiedene Regierungen an leistungssteigernde Mittel für ihre Soldaten forschen ist auch kein gut behütetes Geheimnis mehr. Die Geschichte wirkt sicher utopisch, aber sie hat einen wahren Kern und wer weiß was in den Forschungseinrichtungen dieser Welt passiert ohne das wir es wissen. Für Leser, die sich  gerne mit wissenschaftlichen Themen befassen um die eine imposante Geschichte gestrickt wurde, kann ich das Buch empfehlen. Mir hat die Idee bzw. die Ideen in dem Buch sehr gut gefallen und wären die Handlungsstränge auf zwei Bücher aufgeteilt und dementsprechend detailliertes ausgearbeitet worden wären sie wahrscheinlich sehr, sehr gut geworden. Leider wurden sie in diesem Buch mit einander kombiniert und am Ende auch irgendwie verknüpft, was eben nur ein gutes, aber kein hervorragendes Buch ergeben hat. Deshalb gibt es von mir auch nur

3.5 von 5 Punkten.

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