Thierry Murat – Der Mörder weinte

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Titel: Der Mörder weinte

Autor: Thierry Murat

Verlag: schreiber&leser

Genre: Graphic Novel

Seiten: 128

ISBN: 978-3-941239-65-4

Im Süden Chiles ist das Leben der Leute hart und karg wie die Landschaft.  Es ist das Ende der Zivilisation und selten verirrt sich jemand in die Gegend in der Paolo mit seinen Eltern lebt. Der erste Besuch seit langem verändert dafür alles. Es ist der Mörder Angel Allegria. Während er Paolos Eltern tötet so nimmt er sich Paolo selbst an und lebt mit ihm zusammen eine seltsame Lebensgemeinschaft aus. Wird eines Tages noch jemand kommen und Paolo aus diesem Verhältnis befreien oder wird Angel am Ende gar die Geduld verlieren und Paolo erleidet das selbe Schicksal wie seine Eltern?

Das Buch hat mir insgesamt ganz gut gefallen. Das Cover an sich hat mir ganz gut gefallen. Es zeigt eigentlich nicht viel aber die Farben des Covers dominieren nachher auch das die Graphiken und geben ein gutes Spiegelbild der Einsamkeit und Kargkeit des Ortes wieder. Der Titel des Buches ist auf der ersten Blick eher verwirrend, aber am Ende verstehen man ihn gut.

Die Protagonisten sind dadurch, dass sie gezeichnet sind, klarer definiert als bei den meisten Büchern, jedoch sind die Graphiken eher schematisch umrissen, ohne Details, so dass es jeder und keiner sein könnte. Gefühlsmäßig kommt man an den einzelnen allerdings weniger ran. Die Graphiken tragen eher das Gefühl der Gesamtsituation mit sich als konkrete Gefühle von einzelnen Personen.

Die Geschichte an sich ist eine interessante Idee. Mir gefällt es wie man einen Roman auf eine solche Weise darstellen kann und auch die Altersfreigabe, welche bei diesem Buch mal erfreulich hoch liegt gefällt mir gut, denn hier wird die Grausamkeit einfach sehr gut transportiert und man sollte es, obwohl es wohl ein Jugendroman war nicht schon zu früh zumuten.

Die Bilder haben mit ihrer Einfachheit bestochen. Sie sind überwiegend in Schwarz-, Braun- und Ockertönen gehalten und variieren in ihren Farben nach der Stimmung in den Szenen. Sie sind einfach gezeichnet, schematisch, halten sich nicht für Details auf und lassen nur Raum für das Wesentliche. Jedoch geben sie auch viel Spielraum zwischen den Bildern, animieren zum Nachdenken und bewegen zwischen den Zeilen fast mehr als darin.

Ich halte das Buch generell eher für einen Graphic Novel für Erwachsene und würde es meinem Sohn vermutlich auch nicht vor seinem 16ten Geburtstag zum Lesen geben, dennoch ist es sehr empfehlenswert. Ich würde es auf jedenFall all den Leuten ans Herz legen, welche auf tiefgründigere Geschichten stehen und auch über Bilder nachdenken können und wollen.

Nachteil allerdings ist auch, dass es einfach ein Buch ist bei dem viel verloren gehen kann, wenn man es nicht mit genügend Zeit und Kopf liest, denn es ist ein Buch, welches sich nur entfalten kann, wenn man darüber nachdenkt und das ist etwas, was viele Leser der heutigen Zeit nicht mehr machen.

Daher gibts von mir mal

4 von 5 Punkten

und die Hoffnung, dass dieses Buch die aufmerksame Leserschaft findet, die es verdient hat.

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