Darf ich bitten? Frank Goldammer im Interview

Bloggeraktion

Hallo ihr Lieben,

bei mir geht es gerade Schlag auf Schlag und schon sind wir beim dritten Interview der Bloggeraktion „Darf ich bitten? Deutschsprachige Autoren im Interview“.

Diesmal habe ich die Ehre mit Frank Goldammer reden zu dürfen. Er hat mir alle Fragen sehr nett und zuverkommend beantwortet und auch beim Autorenfoto durfte ich wählen. Allgemein war er sehr nett und lieb, obwohl sicher die eine oder andere Antwort in dem Interview eher das Gegenteil vermuten lässt. Bei ihm muss ich mich aber tatsächlich dann auch noch bedanken, denn er war sehr geduldig mit mir, da sich durch meinen Umzug irgendwie die Antworten alle immer in etwas hingezogen haben und Frank ja auch selbst genug Stress hat. So aber nun genug geplaudert,

Das ist Frank:

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Frank ist als Maler und Lackierer eigentlich genau das Gegenteil von dem, was man sich unter einem Schriftsteller vorstellt. Er hat nie studiert und auch das Schreiben nicht gelernt. Dennoch hat er mit seinen Büchern Erfolg. Er ist ein perfektes Beispiel dafür, dass man manche Dinge nicht lernen braucht, wenn sie einem in die Wiege gelegt werden. Mit dem Mysterythriller Vergissmeinnicht gab er 2006 sein Autorendebüt und hat seit dem mit Steingeist, Blätterrausch und Eiskind/Froschkäfig noch 3 weitere Bücher in einem Genremix aus Psychologie, Mystery, Horror, Thriller und Krimi herausgebracht. Mal mehr das eine, mal mehr das andere, aber definitiv nie vergleichbar. Mit 45 Gründe, sich das Leben zu nehmen hat er auch noch eine Sammlung von 45 Kurzgeschichten veröffentlicht, welche satirische Blicke auf Situationen unseres Alltags wirft. Sein aktuellstes Werk jedoch ist ein Endzeitepos in 2 Teilen. Unter dem Namen Felbwebel – Die elfte Plage und Feldwebel – Der schwarze Fluss erschienen diese beim Dresdner Buchverlag. Wenn ihr wissen wollt, was Frank sonst noch so treibt, dann schaut euch doch einfach seine Autorenseite an.

Ich für meinen Teil, habe jetzt aber genug erzählt und zeige euch lieber mein Interview mit Frank, deswegen seid ihr ja schließlich da. Also auf gehts.

Sabrina:

Was hat dich zum Schreiben gebracht und warum ausgerechnet dieses Genre?

Frank:

Ich war schon immer sehr mitteilsam, mit sehr ausgeprägter Fantasie, wenn man meiner Mutter Glauben schenken darf. Zuerst habe ich gemalt, habe mich mit Grafik, Aquarell, Acryl und Ölfarbenmalerei beschäftigt, bis ich mit Anfang 20 erkannte, dass ich zwar etwas talentiert war, jedoch nicht so sehr um damit etwas „erreichen“ zu können. Nach einem Jahr Nichtstun, Langeweile und Modellflugzeug zusammenbasteln, begann ich einfach ein Buch zu schreiben und erkannte nach wenigen Worten was mir bis dahin gefehlt hatte im Leben. Ich bin nicht nur in einem Genre tätig, schreibe Krimi, Utopie, Mystery, Science Fiction, Gegenwartsliteratur und Satire auch wenn noch nicht in jedem dieser Genres etwas veröffentlicht wurde.

Sabrina:

Wie kommst du denn auf deine Ideen? Hast du einen Lieblingsschreibplatz oder eine Muse?

Frank:

Ideen sind einfach da, das kann ich nicht beschreiben. Ich sehe etwas, höre etwas, spinne einen Gedanken weiter und zack, ist die Idee da. Manchmal ist es ein ganzer Roman, manchmal nur die erste Seite, manchmal nur der Hintergrund auf dem ein Roman spielen soll, ein Grundgefühl sozusagen. Mein Lieblingsschreibplatz ist mein winzig kleines Schreibkämmerchen und meine Muse ist mein ewiger Drang nach Anerkennung Anderer.

Sabrina:

Wo wir gerade bei Ideen sind… Dein Endzeitthriller hebt sich ja doch mit seiner Idee sehr aus der Masse heraus. Wie kamst du gerade darauf Affen einzubauen?

Frank:

Menschenaffen faszinieren mich, eben weil sie so menschlich sind und weil wir sie nur aufgrund vollkommen veralteter Ansichten als Tiere einordnen. Ich denke es fehlt ihnen nicht viel (Intelligenz) um die Schwelle zum Menschsein zu überschreiten. Dies habe ich in meinem Buch einfach etwas beschleunigt um dann jedoch mit der Frage zu spielen, was tun sie dann. Denn wie man sieht ist die Menschheit im Allgemeinen kaum in der Lage etwas wirklich Sinnvolles mit dieser Intelligenz anzustellen. Schon die geringsten Anlässe verursachen Mord und Totschlag.

Sabrina:

Interessant finde ich ja auch dein Buch „45 Gründe“. Es hebt sich komplett aus allen anderen deiner Veröffentlichungen heraus. Wie kam es dazu, dass du gerade in diese Richtung etwas veröffentlicht hast?

Frank:

Satirische Kurzgeschichten schreibe ich schon seit Beginn. Um meine Lesungen aufzulockern, las ich immer ein paar vor und schließlich baten mich viele Leute sie zu veröffentlichen. Das habe ich dann getan und mit aller Wahrscheinlichkeit wird es wohl 2015 sogar noch einen zweiten Band geben.

Sabrina:

Wie perfektionistisch bist du denn beim Schreiben? Kannst du auch mal alle Fünfe gerade sein lassen oder muss es kleinste Detail stimmig sein?

Frank:

Ich bin gar nicht perfektionistisch, zumindest wenn es um Grammatik und Orthografie geht. Ich will, dass die Story passt und nichts langweilig ist. Alles andere ist Arbeit für mich, die man getrost anderen überlassen kann. Wenn ich jedoch beim Schreiben merke, dass etwas in eine Richtung läuft die ich nicht wollte, kann es passieren, dass ich viele viele Seiten lösche und an dem Punkt neu beginne, an dem noch alles in Ordnung war.

Sabrina:

Auch wenn der zweite Band deines Endzeitthrillers ja gerade erst rauskam, so hast du sicher schon wieder das nächste Projekt laufen. Dürfen wir erfahren, um was es geht?

Frank:

Das ist schnell gesagt, noch dieses Jahr erscheint eine Neuauflage meines ersten Roman „Vegissmeinnicht“, nächstes Jahr ein Krimi und ein noch geheimes Projekt und die oben genannten Kurzgeschichten. Desweiteren schreibe ich fast jedes Jahr zu meinen „bestellten“ Romanen, immer noch einen den ich zuerst nur für mich schreibe, in der Hoffnung, dass ihn mal jemand kauft irgendwann. Zurzeit bin ich wieder an einem Mysterythriller.

Sabrina:

Auf welches deiner Werke bist du eigentlich besonders stolz und aus welchem Grund?

Frank:

Kann ich nicht sagen. Jedes Buch ich wichtig für mich. Aber ich zweifle auch sehr oft und bin wirklich überrascht wenn mich jemand für einen Roman lobt.

Sabrina:

Was würdest du als deine persönlichen Stärken und Schwächen sehen?

Frank:

Meine Stärke ist wohl extreme Hartnäckigkeit wenn es darum geht, auch schlechte Phasen beim Schreiben zu überwinden. Vielleicht auch meine Fantasie. Außerdem zwinge ich mich jeden Tag in jeder möglichen Minute zu schreiben. Meine Schwächen schließen sich da aber direkt an, denn vielleicht ist letzteres ja auch ganz schön beknackt. Außerdem hadere ich oft mit mir, vielleicht auch ganz unnötig und ich lasse mich von einer schlechten Kritik schnell zu Boden ziehen, selbst wenn hundert gute dagegen stehen. Aber möglicherweise sind diese Zweifel eigentlich meine Stärke.

Sabrina:

Natürlich muss ich als Buchblogger einfach fragen ob du selbst liest und wenn ja welches Genre hat es dir besonders angetan?

Frank:

Leider lese ich aus Zeitmangel nicht mehr allzu viel und wenn dann Bücher die ich immer gerade für mein neuestes Projekt benötige. Ansonsten fühle ich mich schon sehr zu Mystery hingezogen. Ich mag aber auch Hemingways Romane und Kurzgeschichten sehr gern. Und ich liiiiiebe Mark Twain.

Sabrina:

Wenn ich dir einen Jungautoren hinstellen würde, welchen Tipp würdest du ihm geben bzw. würdest du ihm Tipps geben oder ist das Konkurrenzdenken in der Autorenszene auch so groß wie anderswo?

Frank:

Ich würde zu ihm sagen, hau ab. Nein, ich würde sagen, halte aus, schaff dir ein dickes Fell an, ertrage Absage um Absage und besserwisserische Kommentare, schreibe weiter und weiter. Und wenn du es nichts aushältst bist du kein Schriftsteller, such dir etwas anderes. Bisher habe ich die Autorengemeinschaft eher als eine Art große, leicht angetrunkene Familie kennengelernt.

Sabrina und Frank:

Vervollständige doch bitte folgende Sätze für mich

Wenn ich nicht schreibe verbringe ich meine Zeit am liebsten mit…übers Schreiben nachdenken und den Kindern

Wenn ein Skript mich total nervt und ich nicht vorankomme, dann… schreibe ich einfach weiter, weil mir beim schreiben die besten Ideen kommen, auch auf die Gefahr vieles löschen zu müssen

Bücher sind für mich… ein Mittel um andere Menschen angenehm zu unterhalten

Mein Lebensmotto ist: vergiss was hinter dir liegt

Wenn ich mich zwischen eBook und Printbuch entscheiden muss, dann… hätte ich mich vor ein paar Jahren noch lauthals für Print entschieden, doch einfach aus praktischen Gründen und weil ich ein halbes Dutzend mal mit einer gefühlten Million Bücher umgezogen bin, steht es mittlerweile 50-50

Dekoration gehört zu meiner Wohnung wie… ein hübscher Heliumballon ins Kakteenfeld

Sabrina:

 Möchtest du deinen Leser sonst noch etwas sagen?

Frank:

Kauft meine Bücher. Und verborgt sie nachher nicht. Danke!

Das wars nun leider auch schon wieder von Frank und mir. Ich danke ihm an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für das Interview und natürlich für die Zeit, die er hineininvestiert hat. Vielen Dank.

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