Darf ich bitten? Janet Clark im Interview

Bloggeraktion

Hallo zusammen und auf gehts in die zweite Runde meiner Beiträge zur Bloggeraktion „Darf ich bitten“ Deutsprachige Autoren im Interview“.

Dieses Mal habe die Ehre mit Janet Clark sprechen zu dürfen. Für mich eine ganz besondere Erfahrung, da ich noch nie mit einer so erfolgreichen Autorin persönlich Kontakt hatte, geschweige denn die Ehre hatte ihr Fragen zu stellen. Daher hatte ich auch einen Heidenrespekt als ich das Interview ausgearbeitet habe und wollte nur nichts falsch machen. Aber Janet hat mich total überrascht. Sie war super freundlich und hat mir meine Fragen auch ganz ausführlich beantwortet, überhaupt gab es keinen Grund Angst zu haben. So nun spanne ich euch aber nicht länger auf die Folter und fange mal mit dem Interview an.

Das hier ist Janet:

JC Wald

Ja schaut mal wie sie lachen kann. Bei diesem Strahlen käme man gar nicht darauf, dass sich hinter dem Bild eine sehr erfolgreiche Autorin von Psychothrillern verbirgt. Ihr aktuellstes Werk ist der Jugentriller „Singe, fliege Vöglein stirb“, welches erst im März herauskam. Außerdem hat sie für Jugendliche noch „Sei lieb und büße…“ und „Schweig still süßer Mund“ herausgebracht. Für alle drei gilt eine Leseempfehlung ab 14 Jahren. Aber auch Erwachsene kommen bei ihr mit „Rachekind“ und „Ich sehe dich“ voll auf ihre Kosten. Bereits Anfang 2015 soll ein weiteres Buch von ihr Erscheinen. Ein paar kleine Einblicke gewährt sie uns aber schon heute. Wenn ihr aber genauestens  über alles informiert sein wollt, dann schaut doch regelmäßig auf Janets Autorenseite, dort gibt es immer Aktuelles zu lesen.

So und nun genug Geschwätz von mir und auf zum Interview sonst gibt das heute nichts mehr 😉

Sabrina:

Hallo Janet,

schön, dass du dir Zeit für uns nimmst. Na dann erzähl doch mal, wie bist du zum Schreiben gekommen und wieso ausgerechnet auf das Thrillergenre?

Janet:

Über das Geschichtenerfinden beim Laufen und Wandern zur Bespaßung meiner Kinder. Warum Thriller? Ich lese sie gerne und meine erste Kurzgeschichte habe ich 2006 im Rahmen eines Krimiwettbewerbs geschrieben. Die gewann einen Preis, doch der echte Gewinn war die Veröffentlichung und damit mein Einstieg in die Welt des Schreibens. Bis zu meinem ersten Roman hat es von da an zwar noch ein paar Jahre gedauert, zunächst musste ich ja das Handwerk lernen und dann war da noch … ach ja: eine Familie und ein Vollzeitjob 🙂 . Letzteren habe ich 2009 in Teilzeit umgewandelt, um an meinem Roman zu arbeiten, der 2011 beim Heyne Verlag erschienen ist. Ein langer und teils ziemlich steiniger Weg also.

Sabrina:

Du schreibst auf deiner Homepage, dass du Anfang nächsten Jahres einen neuen Jugendthriller veröffentlichen wirst. Verrätst du uns auf was wir uns gefasst machen können?

Janet:

🙂 🙂 🙂 (Autorin freut sich gerade) Hach! Ich bin gerade so in der Geschichte, dass ich jetzt am liebsten lossprudeln möchte, um von meinen derzeitigen besten 5 Freunden zu erzählen, den 5 Helden und Heldinnen der Geschichte, die mich derzeit Tag und Nacht begleiten, und auch noch eine Zeitlang begleiten werden, da es sich um eine Kurzserie (4 Bände) handelt. Es wird ganz, ganz anders als die bisherigen Jugendthriller (keine Blümchen) und es ist eine Mischung aus Abenteuer, Thriller und Lovestory.

Sabrina:

Du veröffentlichst sowohl bei Heyne als auch bei Loewe Bücher. Hat das einen bestimmten Grund, dass du dich nicht auf einen festlegst?

Janet:

Der ist sehr einfach: Heyne verlegt nur Bücher für Erwachsene und Loewe nur für Jugendliche. Ich persönlich schreibe aber beides gern.

Sabrina:

Deine Bibliographie liest sich sehr gut und vor allem ohne wirklich Rückschläge. Täuscht der Schein, hattest du einfach das nötige Quäntchen Glück oder wie siehst du das selbst?

Janet:

Ich hatte mit Sicherheit Glück – und zwar vor allem, weil ich sehr früh meine Schreiblehrerin, die mit Preisen überhäufte Autorin Lisa-Marie Dickreiter getroffen habe, von der ich das Handwerk lernen durfte und noch immer lerne. Ohne sie hätte auch ich den Fehler gemacht, den die meisten Neuautoren machen: Sie bieten ihr Buch an, bevor es den Ansprüchen eines Publikumsverlages entspricht. Dass ich sowohl mit meinem ersten Erwachsenenbuch, als auch mit meinem ersten Jugendbuch auf Anhieb in einer Auktion gelandet bin (d.h. mehrere Verlagen bieten um ein Buch) hat weniger mit Glück zu tun, als mit extrem harter Arbeit und der Bereitschaft, Kritik anzunehmen und umzusetzen. Und Rückschläge … die gab es! Wenn ich für ein Buch „alles gegeben“ habe und es dann einen „schlechten“ Programmplatz bekommt und trotz euphorischer Rezensionen nicht flächendeckend im Buchhandel landet, ist das sehr bitter.

Sabrina:

Wie siehst du dich selbst als Autorin? Hat sich viel für dich durch den Erfolg verändert?

Janet:

Erst mal ist das Wort „Erfolg“ sehr weit auslegbar. Ich bin sicherlich erfolgreich, allein die Tatsache, dass ich vom Schreiben leben kann, katapultiert mich in die Top 5-10% der Autoren. Dennoch verdiene ich nach wie vor weniger als früher in meinem Job als Marketingchefin und arbeite gleichzeitig deutlich mehr. Wenn andere sich abends vor den Fernseher setzen, gehe ich an meinen Schreibtisch zurück, und das an 300 Abenden im Jahr. Wenn wir von einer Einladung zurückkommen oder Gäste haben, gehe ich danach nicht ins Bett, sondern … an meinen Schreibtisch zurück und hole bis tief in die Nacht die Zeit auf. Am Wochenende und in den Ferien verbringe ich jeden Tag mindestens vier Stunden am Laptop, während die anderen sich vergnügen. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass ich eine kleine Tochter habe, die einen bestimmten Anteil des Tages in Anspruch nimmt, was mir sehr wichtig ist. Trotzdem ist das permanente Arbeiten, wenn andere ihre Freizeit genießen ein hoher Preis, den man wohl nur zu zahlen bereit ist, wenn man für das Schreiben ein große Leidenschaft aufbringt.

Sabrina:

Was war der schönste Moment deiner Autorenkarriere?

Janet:

Ich glaube, der Moment, als mein Agent mir mitteilte, dass mein Debüt in einer Auktion mit mehreren großen Publikumsverlagen gelandet ist. Ich bin vor Freude buchstäblich im Kreis gehüpft.

Sabrina:

Wie würdest du selbst deine Stärken und Schwächen sehen?

Janet:

Meine Stärken: Ich bin ein empathischer Mensch, was beim Schreiben insofern hilfreich ist, da ich mich sehr gut in meine Figuren und deren Leid und Freude hineinversetzen kann. Ich bin sehr hilfsbereit, was allerdings auch eine Schwäche ist (nicht Nein sagen), da es mich oft in zeitliche Engpässe treibt. Ich bin extrem fleißig (siehe oben 🙂 ) und eine Kämpfernatur – wenn ich nach einem Rückschlag, egal welcher Art, zu Boden gehe und kurz vor dem Aufgeben bin, rapple ich mich jedes Mal relativ schnell wiederauf, kremple die Ärmel hoch und denke mir: Und jetzt erst recht.

Meine Schwächen: Ich nehme mir immer zu viel vor und habe bis heute nicht begriffen, dass der Tag auch für mich nur 24 Stunden bereit hält und man ein paar davon schlafen sollte. Ich bin viel zu spontan, um Routinen zu etablieren – negativ kann man das auch als: sie ist chaotisch bezeichnen. Wobei mein Chaos zumindest hervorragend durchorganisiert ist :-).

Sabrina:

Von einigen erfolgreichen Autoren hört man ja immer wieder, dass sie sich gegenseitig helfen und Tipps geben. Wie hältst du das? Machst du alles selbst oder hast du auch solche „Partnerautoren“?

Janet:

Genauso ist das. Ich habe immer Testleser, das ist ungeheuer wichtig und ich lese auch Test. Ich habe schon einigen KollegInnen auf die eine oder anderen Weise unter die Arme gegriffen, engagiere mich auch in einem Autorinnennetzwerk, den „Mörderischen Schwestern“. Man bekommt Hilfe und gibt sie weiter. Das gehört für mich dazu. 

Sabrina:

Veranstaltest du eigentlich auch Lesungen außerhalb von Messen? Wenn ja, wann darf man sich wieder gebannt an deine Lippen hängen?

Janet:

Ich habe sogar sehr viele Lesungen außerhalb von Messen. Deine Frage erinnert mich daran, dass ich dringend meine Webseite mit diesen Terminen aktualisieren muss. Die geht vor Abgabeterminen nämlich immer völlig unter.

Sabrina:

Was machst du eigentlich, wenn du nicht gerade schreibst oder für deine Bücher unterwegs bist?

Janet:

Äh. Schlafen? Nein, nur Spaß. 🙂 Ich verbringe Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Und dann kommt Sport: Laufen, Yoga, auch mal Golfen und Wandern (derzeit zu Zeitintensiv) und vor einiger Zeit habe ich meine Freude am Motorradfahren wiederentdeckt. Das Schöne daran ist, dass man all diese Dinge mit Familie und Freunden perfekt verbinden kann. Wer sich wundert, dass hier nicht „Lesen“ steht: Das gehört inzwischen zu meinem Beruf!

Sabrina:

Gibt es noch etwas, dass du deinen Lesern abschließend sagen möchtest?

Janet:

Ich bedanke mich für die vielen positiven Rückmeldungen und die Treue meiner Fans, ohne dich ich das Schreiben nicht zum Beruf hätte machen können. Ihr habt mir einen Traum ermöglicht und deshalb ist mir auch keine Nachtschicht zu lang, um für euch auch in Zukunft solche Bücher zu schreiben, die weiterhin eure Treue verdienen!

 Ich danke Janet an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für das tolle Interview. Es hat wirklich Spaß gemacht!

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