Jannis Plastargias – Gleich, Liebes, gleich ist das Essen fertig (18 erotische Rezepte)

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Titel: Gleich, Liebes, gleich ist das Essen fertig (18 erotische Rezepte)

Herausgeber: Jannis Plastargias

Verlag: Größenwahn

Genre: Kurzgeschichten

Seiten: 236

ISBN: 978-3-942223-80-5

Eine Anthologie an sich ist immer ein schweres Thema in der Beurteilung, denn irgendwie muss mal allem gerecht werden, sowohl den Geschichten, die einen vom Hocker gehaut haben, also auch denen, die einem so überhaupt nicht zugesagt haben. Ähnlich geht es mir auch hier, denn ob Evangelos sich mit Gewissensbissen herumplagen muss, weil er seinen besten Freund, der noch dazu hetero ist, flach gelegt hat im Suff, oder wir mit einer unbekannten Protagonistin ihren Ehemann umbringen oder wieder an einer anderen Stelle uns mit schwieriger Kost wie Pädophilie, Krebs, Selbstvorwürfen oder Homophobie auseinander setzen müssen, jede Geschichte ist doch einzigartig und hätte wohl eine eigene Bewertung verdient. Da dies aber zum einen zu sehr spoilern würde, zum anderen aber auch unerheblich ist, da man die Geschichten ja ohnehin nicht unabhängig von einander erwerben kann, werde ich versuchen eine Meinung über das gesamte Buch zu finden, die möglichst großen Teilen davon gerecht werden kann.
Das Cover trifft auf jeden Fall schon mehr sehr gut, worum es eigentlich geht nämlich Essen, Trinken und Pärchen. Das Q das in halbtransparentem Grau über die Bilder gelegt ist, passt aber meiner Meinung nach wenig dazu und nimmt dem Cover eindeutig etwas von seiner Charme. Außerdem ist das Cover sehr empfindlich. Nach vorsichtigem Lesen und Lagerung ohne Lesezeichen etc löst sich an den Rändern leider schon die Beschichtsfolie ab, was ich als klares Minus sehe, denn bei einem Preis von 15,90€ sollte das Buch dann doch etwas robuster sein. Der Klappentext ist leider meiner Meinung nach auch nicht wirklich ernst zu nehmen, denn ich kann mit Sicherheit sagen, dass die Dinge, die man sich nach dem Lesen dieses Textes vorstellt in dieser Form nicht eintreten werden. Daher ist der Klappentext auch zu vernachlässigen beim Kauf dieses Buches. Was den Inhalt angeht muss ich dann doch etwas weiter ausholen, allerdings eine Warnung vorn weg. In diesem Buch kommt Pädophilie vor und das auch sehr im Detail, Leuten die damit ein Problem haben, würde ich zumindest in Teilen von dem Buch abraten. Ansonsten sind die Themengebiete wirklich bunt gemixt und greifen quasi jede Thematik der Liebe mal auf, so dass auch für jeden Geschmack etwas dabei ist. Manche Geschichte wurde wirklich nur geschrieben, um den Leser zu unterhalten, viele andere sollen aber zum Nachdenken anregen und ich muss sagen, dass ist einigen von ihnen auch sehr gut gelungen. Man kann nicht erwarten, dass einem jede Geschichte gefällt, doch ich muss sagen, dass sich in dieser Anthologie zumindest für mich die Geschichten, welche mir gefallen haben, mit denen, die es nicht haben die Waage gehalten haben. Jeder Autor war stilistisch ganz anders und man muss dieses Buch wirklich langsam lesen. Ich habe jeden Tag eine Geschichte gelesen und dann das Buch weggelegt und sie bis zum nächsten Tag sacken lassen, ehe ich weitergelesen habe. Damit bin ich auch sehr gut gefahren. Was mir auch sehr aufgefallen ist, dass der Großteil der Geschichten sich um homosexuelle Partner dreht. Dagegen spricht an sich nichts, allerdings fand ich dieses Ausmaß dann doch etwas überzogen und hätte mir ein paar mehr Geschichten mit Heteros gewünscht. Nicht weil ich etwas gegen Homosexuelle habe, im Gegenteil, aber einfach weil die Beziehung Mann-Frau einfach immer noch das gängiste ist und man damit sicher doch auch ein paar Leute mehr ansprechen könnte bzw. auch weil die Leser sich dann selbst mehr hineinversetzen können.
Der Aspekt des Essens kam in einigen Geschichten sehr gut heraus, in anderen wieder überhaupt nicht, jedoch stand am Ende jeder Geschichte ein Rezept, welches gut erklärt und auf jeden Fall nachkochbar ist. Allerdings hatten diese Rezepte ein klares Manko für mich, denn sie waren wirklich alle mit Alkohol. Ich werde sicher das eine oder andere auch selbst zubereiten, aber den Alkohol rausändern.
Insgesamt waren die Ideen gut, die Umsetzung war okay, aber insgesamt gab es viele Kleinigkeiten, die mir den Spaß am Lesen eher verdorben als gefördert haben. Daher bekommt das Buch von mir

2,5 von 5 Punkten.

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