Interview mit Theresa Berg / Saoirse O’Mara

Author Photo Saoirse O'Mara

Interview mit Saoirse O’Mara / Theresa Berg

 Hallo Theresa,

es freut mich sehr, dass du dir die Zeit nimmst, um mir und meinen Lesern ein paar Fragen zu beantworten.

Die erste Frage wirst du vermutlich schon oft gehört haben, aber es wäre trotzdem schön, wenn du uns verraten würdest wie du auf dein Pseudonym gekommen bist und vor allem, wie man es ausspricht. Ich muss gestehen, dass ich mir bei dem Vornamen immer einen Knoten in die Zunge mache.

*lach* Kein Problem (und ich gestehe, ohne die Aussprachehilfe auf der Seite mit den irischen Namen hätte ich es auch nicht aussprechen können). Den Vornamen spricht man SIERscha aus, und er bedeutet „Freiheit“. Zusammen mit dem Nachnamen bedeutet mein Künstlername „glückliche Freiheit“, was sehr passend für die Verwirklichung eines Kindheitstraums ist, wie ich fand. Außerdem mag ich die irische Sprache (auch wenn ich sie leider, leider weder lesen noch aussprechen kann). Als ich auf der Suche nach einem Künstlernamen für meine englischsprachigen Bücher war, habe ich verschiedene Kombinationen irischer Namen ausprobiert und die Kombinationen auch durch Google gejagt. Saoirse O’Mara hat mir am besten gefallen (sowohl von der Schreibweise als auch von der Aussprache und Bedeutung her), und wie der Zufall so wollte, kam kein einziger Google-Treffer dazu auf. Inzwischen steht der Name sogar mit in meinem Personalausweis, ich trage ihn also ganz offiziell als Künstlernamen.

Wie bist du eigentlich zum Schreiben gekommen und was hat dich dazu veranlasst deine Jugendbücher auf Englisch zu schreiben?

Ich liebe die englische Sprache und habe bereits nach zwei Jahren Schulenglisch, damals nach der sechsten Klasse, angefangen auf Englisch zu lesen. Irgendwann kamen dann die ersten englischen Schreibversuche dazu, und bei „A Rogue’s Tale“ war es schlicht meine Muse, die gesagt hat, zu der Geschichte passt Englisch besser als Deutsch. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich inzwischen wohl deutlich mehr englischsprachige Fantasy (und meine geliebten britischen Krimis) gelesen habe als deutschsprachige, so dass das Vokabular im Englischen „natürlicher“ kommt.

Ist es geplant, dass die Reihe auch ins Deutsche übersetzt wird oder wird es bei den englischen Ausgaben bleiben?

Es ist nicht ausgeschlossen, aber derzeit (noch) nicht in Planung, da ich dafür erst einmal etwas mehr Zeit bräuchte. Gegenfrage: Glaubst du denn, dass der deutsche Markt auf „A Rogue’s Tale“ gewartet hat? 😉

Dein kleiner Drache Miro ist ja ganz zauberhaft und ein richtig tolles Kinderbuch. Wie kamst du auf die Idee zu seinen Geschichten? Er ist ja doch komplett anders als deine Fantasybücher.

Danke! 🙂 Die Idee wurde tatsächlich damals von einer Märchenerzählerin angestoßen, die ich auf einem Mittelaltermarkt kennengelernt habe. Sie fragte mich, ob ich nicht ein Märchen mit Drachen für jüngere Kinder schreiben könne, da die Altersgruppe Drachen liebe, aber die meisten Märchen mit Drachen eher was für ältere Kinder seien. Also habe ich mir mal Gedanken gemacht, und während eines Kurzurlaubs mitten im Nirgendwo kam Miro dann zu mir und hat mir von seinem ersten Abenteuer in der Welt der Menschen erzählt. Von der Märchenerzählerin habe ich danach nie wieder etwas gehört, aber Miro ist bei mir geblieben und hat mir nach und nach noch mehr Geschichten erzählt, die ich fleißig mitgeschrieben habe.

Woher nimmst du deine Inspirationen? Hast du einen Lieblingsort zum schreiben oder bist du eher der Typ, der immer ein Notizbuch dabei hat, weil die besten Ideen überall kommen können?

Ich habe tatsächlich immer etwas zu schreiben dabei. Ohne Zettel und Stift fühle ich mich irgendwie nackt. Ich werde auch häufiger mal ausgelacht, weil ich immer so einen riesigen Rucksack mit mir rumschleppe, aber der gehört einfach zu mir dazu, weil ich dort all meine Notizblöcke und Stifte und Bücher verstauen kann.

Meine Inspiration kann von überall her kommen. Das kann ein Lied sein, ein Geruch, ein Garten oder eine schöne Wolkenformation, Gesprächsfetzen, die ich mitbekomme …

Ich sitze gerne in einem kuscheligen Café, wenn ich schreibe, aber ich habe auch schon in der U-Bahn mit dem Block auf meinem Knie geschrieben, oder oft zu Hause auf der Couch mit dem Laptop auf dem Schoß.

Jeder Schreiberling ist ja zum Glück auch nur ein Mensch und jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Worin liegen denn deine?

Eine meiner größten Stärken ist mit Sicherheit mein Talent für Sprachen. Es gibt Leute, die merken sich mein Gesicht eher als „die, die sechs Sprachen spricht“ statt als „die Autorin“. Ich bin unheimlich neugierig und wissbegierig und lerne unheimlich gerne neue Dinge.

Meine größte Schwäche ist vermutlich mein Hang zum Perfektionismus und die Tatsache, dass ich an mich selbst sehr hohe Ansprüche stelle, die ich nicht immer erfüllen kann. Aber ich arbeite daran …

Welchen Ratschlag würdest du Jungautoren mit auf den Weg geben, die zweifeln, ob sie der Verlagswelt gewachsen sind?

Erst einmal schreiben und nicht durch irgendwelche Verlagsvorgaben etc. verunsichern lassen. Heutzutage ist ein Verlag nicht mehr zwingend notwendig, es gibt also auch Wege, „nicht verlagskonforme“ Manuskripte an die Leser zu bringen. Meine beiden Buchreihen würden in der Form wahrscheinlich auch in kein Verlagsprogramm passen und trotzdem sind sie erhältlich und finden ihre Leser. Am wichtigsten ist der Spaß am Schreiben, alles andere wird sich finden.

Und zu guter Letzt. Gibt es etwas, was du deinen Lesern schon immer einmal sagen wolltest, aber nie die Gelegenheit dazu hattest?

Ich möchte all meinen Lesern einfach mal von Herzen „danke“ sagen. Ohne euch weiß ich nicht, ob ich immer noch „für die Öffentlichkeit“ und nicht nur im stillen Kämmerlein für mich alleine schreiben würde. Ich liebe es auch, Feedback von euch zu bekommen! Ich freue mich jedes Mal, wenn sich einer von euch die Zeit nimmt, selbst wenn die Kritik vielleicht mal nicht ganz so positiv ausfällt.

Vielen Dank für das Interview und deine Zeit Theresa.

Vielen Dank auch an dich, es hat Spaß gemacht! 🙂

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