Harald Parigger – Der Totschweiger

Titel: Der Totschweiger

Autor: Harald Parigger

Verlag: Arena

Genre: Jugend – Thriller

Seiten: 176

ISBN: 978-3-401-02961-0

Das Seniorenwohnheim Sonnenblick ist wohl der friedlichste und langweiligste Ort, den man sich vorstellen kann. Bis eines Tages auf einmal zuerst eine alte Frau stirbt, die am Tag zuvor noch quietschfidel war und der Pflegerin Angela, etwas wichtiges erzählen wollte. Als kurz darauf auch noch ihre engste Freundin stirbt, glaubt Angela nicht mehr an einen Zufall und beginnt auf eigene Faust in der Vergangenheit der alten Damen zu ermitteln. Dabei trifft sie nicht nur auf eine Mauer des Schweigens, sondern auch auf heftigsten Widerstand von allen Seiten und wird mit Drohungen konfrontiert, welche sie zum aufhören bewegen sollen. Doch trotz allen Widrigkeiten ermittelt Angela weiter und stößt dabei auf die gemeinsame Vergangenheit der beiden alten Damen zur Zeiten des NS-Regimes.

Ein fesselndes Buch, was die Schrecken und auch Nachwirkungen des NS-Regimes, die bis in die heutige Zeit reichen, anschaulich, jugendgerecht und doch gleichzeitig äußerst spannend in einem guten Jugendthriller verpackt. So macht Geschichte – für viele Jugendliche ja doch eher ein rotes Tuch – auf einmal wirklich Spaß. Doch es zeigt auch, dass Geschichte nicht an dem Tag endet, an dem ein Krieg vorbei ist und der Wiederaufbau abgeschlossen ist, sondern in persönlichen Schicksalen und Vertuschungen der Identität von Kriegsverbrechern bis in die heutige Zeit reicht und auch die Kinder und Enkelkinder von Kriegsverbrechern noch in den Sog der Kriegsverbrechen gerissen werden können, weil sie nahestehende Verwandte schützen wollen und auch um ihren eigenen Ruf zu wahren. Der Schreibstil ist der Thematik angemessen und dennoch nicht zu anspruchsvoll, so dass sich das Buch spannend und dennoch auch leicht liest. Auch die Protagonistin ist eine Person, mit welcher sich Jugendliche leicht identifizieren können, da sie jung ist, unsicher und überhaupt nicht sicher im Leben steht, dennoch beweist sie Mut, Biss und Durchhaltevermögen, was sie sehr symphatisch macht. An manchen Stellen, hätte ich mir etwas mehr geschichtlichen Tiefgang und teilweise auch eine etwas ausführlichere Handlung gewünscht, da sich diese manchmal an eher unwichtigen Passagen verzettelt und die wichtigeren etwas kurz geraten sind. Dennoch würde ich das Buch auf jeden Fall empfehlen. Von mir bekommt es

3 von 5 Punkten.

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